Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Sehen und Optik als Motive in "Der Sandmann" und "Der Meister Floh" von E. T. A. Hoffmann

Titel: Sehen und Optik als Motive in "Der Sandmann" und "Der Meister Floh" von E. T. A. Hoffmann

Seminararbeit , 2017 , 22 Seiten , Note: 9

Autor:in: Sofia Kokkini (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit setzt sich mit dem Motiv des Sehens bei E. T. A. Hoffman auseinander. In den ausgewählten Texten spielt Hoffmann mit dem Motiv des Neuen Sehens und der neuen Betrachtung der Welt. Bei diesen Texten handelt es sich um eine Erzählung und einen Märchen-Roman. Die Erzählung "Der Sandmann" gehört zusammen mit anderen Werken zu seinen "Nachtstücken", während sein Märchen-Roman "Der Meister Floh". Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde, eins seiner letzten Werke, ihm bis zu seinem Tod ernste Probleme mit dem preußischen Staat verursacht hatte. Der Grund, warum bei dieser Arbeit diese zwei Texte ausgewählt worden sind, ist, weil Hoffmann hier das Motiv des Neuen Sehens behandelt und mit ihm spielt.

Mithilfe also dieses romantischen Motivs und der zwei ausgewählten Werke wird hier einerseits Hoffmanns Haltung der Naturwissenschaften gegenüber thematisiert und andererseits wird gezeigt, wie Hoffmann bei dieser Gelegenheit Philisterkritik übt. Die Naturwissenschaften üben zwar eine große Anziehungskraft auf die Romantiker, aber gleichzeitig erschrecken sie sie. Und was die Klasse der Philister betrifft, lenkt sie die Aufmerksamkeit der Romantiker, wie auch ihre beißenden Kommentare, denn sie führt ein konservatives Leben und bleibt lebenslang blind und unerfahren einer romantisierten Welt gegenüber. Naturwissenschaften und Philister stehen also unter Hoffmanns Mikroskop und werden detailliert beobachtet und kommentiert.

Am 24. Januar 1776 wurde am Königsberg Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann geboren, einer der bekanntesten Vertreter der deutschsprachigen Romantik. Es handelt sich um eine vielseitige Persönlichkeit, die sowohl beruflich als auch künstlerisch in vielen Bereichen aktiv war, was wahrscheinlich die Folge eines radikalen und umstürzlerischen Charakters war. Im Laufe seines Lebens und trotz seiner beruflichen, finanziellen und gesundheitlichen Probleme hat er viele Romane, Gedichte und Erzählungen verfasst und gleichzeitig Musikstücke komponiert. Er schrieb auch immer wieder über jenen Zwiespalt zwischen Künstlern und Philistern, über die Nachtseiten des Zivilisationsprozesses und er hat das Unheimliche, das Dämonische, den Wahnsinn und das Verbrechen in den Mittelpunkt gestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das neue Sehen in der Romantik

2.1 Wissenschaften jagen einem Schreck ein

2.2 Die Wissenschaftler können aber auch verspottet werden

3. Kritik an den Philistern und der menschlichen Zivilisation

3.1 Zwei Frauenfiguren durch das gleiche Glas betrachtet

3.2 Zivilisationskritik gegen ein Bildungsbürgertum

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Motiv des "Neuen Sehens" und die Thematik der Optik in E.T.A. Hoffmanns Werken Der Sandmann und Der Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde, wobei insbesondere die ambivalenten Haltungen zu Naturwissenschaften und die Philisterkritik analysiert werden.

  • Analyse des "Neuen Sehens" als romantisches Motiv.
  • Untersuchung der Darstellung von Wissenschaftlern und ihrer Instrumente.
  • Kritik an der bürgerlichen Lebenswelt und dem Philistertum.
  • Vergleich der Wahrnehmungsmodi in den beiden ausgewählten Werken.

Auszug aus dem Buch

Die Wissenschaftler können aber auch verspottet werden

Wie schon erwähnt, gehört der Märchen-Roman Der Meister Floh. Ein Märchen in sieben Abenteuern zweier Freunde zu den letzten Werken Hoffmanns und dies mag die Änderung in der Haltung des Schriftstellers den Wissenschaften gegenüber erklären. Seiner Arbeitsweise entsprechend hat Hoffmann für seinen Märchen-Roman zahlreiche wissenschaftliche und literarische Publikationen konsultiert und eine seiner Hauptquellen war das Werk De prodigiosis naturae et artis operibus, Talismanes et Amuleta dictis des Philosophen und Juristen Peter Friedrich Arpe, das 1792 unter dem Titel Geschichte der talismannischen Kunst, von ihrem Ursprunge, Fortgange und Verbreitung. Ein Beitrag zu den geheimen und höheren Kenntissen des Menschen im deutschsprachigen Raum erschienen worden war25. Außerdem war er Kenner der Descartesschen Ideen über die Instrumentalisierung der Natur von den Menschen, woran die Entwicklung der Naturwissenschaften den stärksten Anteil hatte und er lehnte wie die anderen Romantiker Fichtes Naturbegriff ab26. Ihm zufolge darf der Mensch die Natur für seine Zwecke benutzen und die Tiere müssen einfach unter der Kontrolle und den Willen der Menschen stehen, obwohl in der Antike die Auffassung herrschte, dass jedes Lebewesen seinen Zweck in sich selbst hat27.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Diese führt in die Person Hoffmanns und das zentrale Motiv des "Neuen Sehens" in der Romantik ein, welches der Wahrnehmung der Welt jenseits der bloßen Oberfläche dient.

1. Das neue Sehen in der Romantik: Hier wird erläutert, wie Hoffmann die Optik und optische Instrumente als Voraussetzungen für künstlerische Welterschließung und subjektive Wahrnehmung nutzt.

2.1 Wissenschaften jagen einem Schreck ein: Das Kapitel analysiert die zwiespältige Darstellung der Wissenschaft im Sandmann, wobei Wissenschaftler als bedrohliche Figuren erscheinen, die den Menschen mechanisieren.

2.2 Die Wissenschaftler können aber auch verspottet werden: Hier wird der Wandel zu einer satirischen Darstellung der Wissenschaft in Der Meister Floh thematisiert, in der Forscher als lächerliche Akteure entlarvt werden.

3. Kritik an den Philistern und der menschlichen Zivilisation: Dieses Kapitel widmet sich Hoffmanns Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Klasse, die durch eine Ignoranz gegenüber der Welt des Wunderbaren gekennzeichnet ist.

3.1 Zwei Frauenfiguren durch das gleiche Glas betrachtet: Hier wird untersucht, wie Clara und Olimpia als Projektionsflächen innerhalb der Optik-Thematik im Sandmann fungieren.

3.2 Zivilisationskritik gegen ein Bildungsbürgertum: Dieses Kapitel beleuchtet die allegorische Funktion des Flohs als Stimme der Vernunft und Freiheit gegenüber einem zynischen und profitsüchtigen Bildungsbürgertum.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Hoffmann die Optik nutzt, um sowohl Naturwissenschaften zu dekonstruieren als auch gesellschaftliche Heuchelei durch einen "mikroskopischen Blick" offenzulegen.

Schlüsselwörter

E.T.A. Hoffmann, Der Sandmann, Der Meister Floh, Romantik, Neues Sehen, Optik, Wissenschaftskritik, Philister, Naturwissenschaften, Wahrnehmung, Subjektivität, Automaten, Technik, Zivilisationskritik, Literaturanalyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Bedeutung der Optik und des Konzepts des "Neuen Sehens" in ausgewählten Erzählungen von E.T.A. Hoffmann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der romantischen Wahrnehmungstheorie, der kritischen Darstellung von Naturwissenschaftlern und der Satire auf das Philistertum.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hoffmann optische Instrumente und das Motiv des Sehens einsetzt, um seine Ambivalenz gegenüber der modernen Wissenschaft und seine Kritik an bürgerlichen Konventionen auszudrücken.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse unter Heranziehung von Primärtexten und einschlägiger Forschungsliteratur zur Romantik.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentalisierung der Natur, die Darstellung von Automaten und Wissenschaftlern sowie die satirische Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Gesellschaft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem E.T.A. Hoffmann, Neues Sehen, Philisterkritik, Wissenschaftssatire und Subjektivität.

Wie werden die Wissenschaftler in "Der Sandmann" charakterisiert?

Sie werden überwiegend als bedrohliche oder feige Akteure dargestellt, die durch den Missbrauch optischer Instrumente das Menschliche unterminieren.

Welche Rolle spielt der Floh in "Der Meister Floh"?

Der Floh dient als Allegorie und Stimme der Vernunft, die dem romantischen Helden mittels eines Mikroskops Einblicke in die wahre, oft lügnerische Natur der Menschen gewährt.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sehen und Optik als Motive in "Der Sandmann" und "Der Meister Floh" von E. T. A. Hoffmann
Hochschule
Αριστοτέλειο Πανεπιστήμιο Θεσσαλονίκης - Thessaloniki
Note
9
Autor
Sofia Kokkini (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
22
Katalognummer
V704239
ISBN (eBook)
9783346201676
ISBN (Buch)
9783346201683
Sprache
Deutsch
Schlagworte
floh hoffmann meister motive optik sandmann sehen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sofia Kokkini (Autor:in), 2017, Sehen und Optik als Motive in "Der Sandmann" und "Der Meister Floh" von E. T. A. Hoffmann, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/704239
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  22  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum