Fernerkundung in der Archäologie - Methoden und Anwendungen


Seminararbeit, 2003

11 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Anwendungen der Fernerkundung in der Archäologie

2. Methoden der Fernerkundung in der Archäologie
2.1 Erstellen von Luftbildern
2.2 Optische Grundlagen
2.3 Auswerten von Luftbildern
2.4 Nicht-fotografische Fernerkundung in der Archäologie

3. Literatur

4. Anhang

1. Anwendungen der Fernerkundung in der Archäologie

Das offensichtlichste Anwendungsfeld der Fernerkundung in der Archäologie ist natürlich das Aufspüren und Festhalten archäologischer Denkmäler im Luftbild. Während sich obertägig erhaltene archäologische Stätten durch systematische Geländebegehungen zahlenmäßig relativ genau erfassen lassen, stellt bei der Erkundung nur noch untertägig erhaltener Bodendenkmäler die Fernerkundung bzw. Flugprospektion bereits seit geraumer Zeit das wichtigste Instrument dar, da letztere Denkmäler i.d.R. ausschließlich aus der Vogelperspektive entdeckt werden können.[1]

Die Fernerkundung findet weiterhin Anwendung bei der Vorbereitung und Unterstützung archäologischer Grabungen am Boden: Das Luftbild bietet einen detaillierten Überblick über eine archäologische Stätte, die es dem Archäologen am Boden ermöglicht, genau die richtige Stelle für seine Ausgrabung zu finden. Von Vorteil ist dabei, daß die Entzerrung des üblicherweise in Schrägsicht aufgenommenen Luftbildes mittels digitaler Bildverarbeitung und seine anschließende Projektion auf eine Kartengrundlage eine exakte Lokalisierung eines Fundes innerhalb eines Planungsgebietes ermöglicht.

Schließlich dient die Fernerkundung der Inventarisierung und Bewahrung archäologischer Denkmäler im Rahmen der archäologischen Denkmalpflege. Die aus dem Flugzeug angefertigten Aufnahmen werden am Boden mit Hilfe digitaler Bildverarbeitung ausgewertet und letztlich im Luftbildarchiv inventarisiert. Da die Auswertungsmethoden am Boden sehr zeitaufwendig sind, kann die Auswertung – trotz modernster technischer Möglichkeiten – mit der Menge der neuen Informationen, d.h. den archäologischen Entdeckungen, nicht Schritt halten, so daß nicht wenige Luftbilder ohne Auswertung ins Archiv wandern.

Angesichts der Tatsache, daß zahlreiche Bodendenkmäler durch Landwirtschaft und Baumaßnahmen von der Zerstörung bedroht sind, leistet die Inventarisierung der Fundstellen einen wichtigen Beitrag zur archäologischen Denkmalpflege, ist sie doch eine Voraussetzung für die Erstellung fachlicher Expertisen, die zum Schutz von Bodendenkmälern beitragen sollen. Durch solche Gutachten können z.B. Bauvorhaben auf aus archäologischer Sicht wertvollem Gelände verhindert werden. In Bayern ist die archäologische Denkmalpflege in Form des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege institutionalisiert. Das Landesamt weist seit 1986 archäologische Schutzzonen in den Landwirtschaftsflächen aus, um Flächen mit geschichtlich bedeutsamen Fundplätzen langfristig zu stabilisieren und so die Vernichtung von Denkmälern in den Ackerfluren einzudämmen.

2. Methoden der Fernerkundung in der Archäologie

2.1 Erstellen von Luftbildern

Beim Erstellen von Luftbildern finden überwiegend einmotorige Propellerflugzeuge mit obenliegenden Tragflächen (sog. ‚Schulterdecker’) Verwendung. Sie bieten freie Sicht nach unten, die nicht von Tragflächen verdeckt ist, stabiles Flugverhalten bei trotzdem ausreichender Reisegeschwindigkeit (ca. 170 km/h), und sie sind nicht zuletzt kostengünstig. Der Pilot ist dabei i.d.R. die einzige Person an Bord, d.h. er fungiert gleichzeitig als Beobachter, Fotograf und Navigator. Er bewegt sich gewöhnlich in einer Flughöhe von 300 bis 1000 m über Grund, die noch das Erkennen archäologischer Merkmale am Boden mit bloßem Auge erlaubt.[2]

Die Luftbilder werden mit handgehaltenen Kleinbildkameras erstellt, wobei der Pilot einfach freihändig aus dem Fenster fotografiert. Die so entstandenen Schrägluftbilder können später mit Hilfe digitaler Bildverarbeitung leicht entzerrt werden, was das Anfertigen von aufwendigen und teuren Senkrechtaufnahmen unnötig macht. Zu den technischen Hilfsmitteln, die mittlerweile in der Flugprospektion zum Einsatz kommen und die Effektivität des Verfahrens erhöhen, gehören auch geographische Informationssysteme (GIS) und Satellitennavigation (GPS). Beobachtungsflüge finden zu allen Jahreszeiten statt, Hochsaison haben sie jedoch von Mai bis Juli, wenn die Mehrzahl der Bewuchsmerkmale zu beobachten ist. Einzelne bereits bekannte Fundstellen müssen dabei oft mehrmals angeflogen werden, da solche Nachbefliegungen aufgrund von Veränderungen im Bewuchs oder von unterschiedlichen Wetter- und Lichtverhältnissen neue Erkenntnisse liefern können.

2.2 Optische Grundlagen

Die fotografische, auf Luftbildern basierende Fernerkundung in der Archäologie nutzt den für fotografische Aufnahmen charakteristischen Bereich des elektromagnetischen Spektrums zwischen etwa 0,4 und 1,0 mm Wellenlänge, d.h. sie nimmt die Strahlung im sichtbaren Licht und im nahen Infrarot auf. Die Fotografie hat allgemein den Vorteil, das einzige Verfahren zu sein, bei dem das strahlungsempfindliche Material (die fotographische Schicht) gleichzeitig als Speichermedium dient. Sie erlaubt so die Speicherung riesiger Datenmengen auf kleinem Raum und bei geringen Kosten. Dem steht der Nachteil gegenüber, daß der fotografisch erfaßbare Spektralbereich ziemlich eng ist. Außerdem stellt der fotografische Prozeß im Hinblick auf eine spätere digitale Verarbeitung der aufgenommenen Daten einen unzweckmäßigen Zwischenschritt dar. Neben Farbfilmen finden beim Erstellen von archäologischen Luftbildern häufig auch panchromatische Schwarzweiß-Filme Verwendung, die für den gesamten Bereich des sichtbaren Lichts (0,4 bis 0,7 mm) empfindlich sind und alle Farben in angemessenen Grautönen wiedergeben. Dagegen ist die Nutzung zusätzlicher Spektralbereiche etwa durch Farbinfrarot-Filme oder Thermal- und Mikrowellen-Fernerkundung bisher kaum von Bedeutung.[3]

2.3 Auswerten von Luftbildern

Die auf Luftbildern erkennbaren Merkmale, die auf archäologische Stätten hinweisen, können wie folgt klassifiziert werden:[4]

[...]


[1] vgl. Becker (1996), S. 9-14, S. 29-32, S. 37

[2] vgl. Planck (1994), S. 78-79 und Becker (1996), S. 37-38

[3] vgl. Albertz (20012), S. 26 ff., S. 212

[4] vgl. Christlein (1982), S. 27 ff. und Planck (1994), S. 81 ff. und Becker (1996), S. 38 ff.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Fernerkundung in der Archäologie - Methoden und Anwendungen
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
2,0
Autor
Jahr
2003
Seiten
11
Katalognummer
V70457
ISBN (eBook)
9783638616133
Dateigröße
1560 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Fernerkundung, Archäologie, Methoden, Anwendungen
Arbeit zitieren
Bernd Steiner (Autor), 2003, Fernerkundung in der Archäologie - Methoden und Anwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70457

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