Das offensichtlichste Anwendungsfeld der Fernerkundung in der Archäologie ist natürlich das Aufspüren und Festhalten archäologischer Denkmäler im Luftbild. Während sich obertägig erhaltene archäologische Stätten durch systematische Geländebegehungen zahlenmäßig relativ genau erfassen lassen, stellt bei der Erkundung nur noch untertägig erhaltener Bodendenkmäler die Fernerkundung bzw. Flugprospektion bereits seit geraumer Zeit das wichtigste Instrument dar, da letztere Denkmäler i.d.R. ausschließlich aus der Vogelperspektive entdeckt werden können. Die Fernerkundung findet weiterhin Anwendung bei der Vorbereitung und Unterstützung archäologischer Grabungen am Boden: Das Luftbild bietet einen detaillierten Überblick über eine archäologische Stätte, die es dem Archäologen am Boden ermöglicht, genau die richtige Stelle für seine Ausgrabung zu finden. Von Vorteil ist dabei, daß die Entzerrung des üblicherweise in Schrägsicht aufgenommenen Luftbildes mittels digitaler Bildverarbeitung und seine anschließende Projektion auf eine Kartengrundlage eine exakte Lokalisierung eines Fundes innerhalb eines Planungsgebietes ermöglicht. Schließlich dient die Fernerkundung der Inventarisierung und Bewahrung archäologischer Denkmäler im Rahmen der archäologischen Denkmalpflege. Die aus dem Flugzeug angefertigten Aufnahmen werden am Boden mit Hilfe digitaler Bildverarbeitung ausgewertet und letztlich im Luftbildarchiv inventarisiert. Da die Auswertungsmethoden am Boden sehr zeitaufwendig sind, kann die Auswertung - trotz modernster technischer Möglichkeiten - mit der Menge der neuen Informationen, d.h. den archäologischen Entdeckungen, nicht Schritt halten, so daß nicht wenige Luftbilder ohne Auswertung ins Archiv wandern.n Angesichts der Tatsache, daß zahlreiche Bodendenkmäler durch Landwirtschaft und Baumaßnahmen von der Zerstörung bedroht sind, leistet die Inventarisierung der Fundstellen einen wichtigen Beitrag zur archäologischen Denkmalpflege, ist sie doch eine Voraussetzung für die Erstellung fachlicher Expertisen, die zum Schutz von Bodendenkmälern beitragen sollen. Durch solche Gutachten können z.B. Bauvorhaben auf aus archäologischer Sicht wertvollem Gelände verhindert werden. In Bayern ist die archäologische Denkmalpflege in Form des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege institutionalisiert. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Anwendungen der Fernerkundung in der Archäologie
2. Methoden der Fernerkundung in der Archäologie
2.1 Erstellen von Luftbildern
2.2 Optische Grundlagen
2.3 Auswerten von Luftbildern
2.4 Nicht-fotografische Fernerkundung in der Archäologie
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und praktische Anwendung der Fernerkundung als zentrales Instrument für die archäologische Forschung und Denkmalpflege. Das primäre Ziel ist es, die methodischen Grundlagen der Luftbildarchäologie sowie die verschiedenen Klassifikationsmöglichkeiten von Bodenmerkmalen zu erläutern und deren Nutzen für die Identifizierung und Erhaltung archäologischer Denkmäler aufzuzeigen.
- Anwendungsgebiete der Luftbildarchäologie in Forschung und Praxis
- Methodik zur Erstellung und Interpretation von Luftbildern
- Klassifikation ober- und unterirdischer archäologischer Merkmale
- Rolle von Bewuchsmerkmalen bei der Lokalisierung von Fundstellen
- Ansätze nicht-fotografischer Fernerkundungsverfahren
Auszug aus dem Buch
1. Anwendungen der Fernerkundung in der Archäologie
Das offensichtlichste Anwendungsfeld der Fernerkundung in der Archäologie ist natürlich das Aufspüren und Festhalten archäologischer Denkmäler im Luftbild. Während sich obertägig erhaltene archäologische Stätten durch systematische Geländebegehungen zahlenmäßig relativ genau erfassen lassen, stellt bei der Erkundung nur noch untertägig erhaltener Bodendenkmäler die Fernerkundung bzw. Flugprospektion bereits seit geraumer Zeit das wichtigste Instrument dar, da letztere Denkmäler i.d.R. ausschließlich aus der Vogelperspektive entdeckt werden können.
Die Fernerkundung findet weiterhin Anwendung bei der Vorbereitung und Unterstützung archäologischer Grabungen am Boden: Das Luftbild bietet einen detaillierten Überblick über eine archäologische Stätte, die es dem Archäologen am Boden ermöglicht, genau die richtige Stelle für seine Ausgrabung zu finden. Von Vorteil ist dabei, daß die Entzerrung des üblicherweise in Schrägsicht aufgenommenen Luftbildes mittels digitaler Bildverarbeitung und seine anschließende Projektion auf eine Kartengrundlage eine exakte Lokalisierung eines Fundes innerhalb eines Planungsgebietes ermöglicht.
Schließlich dient die Fernerkundung der Inventarisierung und Bewahrung archäologischer Denkmäler im Rahmen der archäologischen Denkmalpflege. Die aus dem Flugzeug angefertigten Aufnahmen werden am Boden mit Hilfe digitaler Bildverarbeitung ausgewertet und letztlich im Luftbildarchiv inventarisiert. Da die Auswertungsmethoden am Boden sehr zeitaufwendig sind, kann die Auswertung – trotz modernster technischer Möglichkeiten – mit der Menge der neuen Informationen, d.h. den archäologischen Entdeckungen, nicht Schritt halten, so daß nicht wenige Luftbilder ohne Auswertung ins Archiv wandern.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Anwendungen der Fernerkundung in der Archäologie: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert der Luftbildarchäologie beim Aufspüren, Dokumentieren und Inventarisieren archäologischer Denkmäler im Kontext der Denkmalpflege.
2. Methoden der Fernerkundung in der Archäologie: Hier werden die technischen Verfahren der Bilderstellung sowie die optischen und methodischen Grundlagen der Auswertung von Luftbildern detailliert dargestellt.
Schlüsselwörter
Fernerkundung, Archäologie, Luftbildarchäologie, Flugprospektion, Bodenmerkmale, Bewuchsmerkmale, Schattenmerkmale, Feuchtemerkmale, Denkmalpflege, Bodendenkmäler, Radaraufnahmen, Bildverarbeitung, Siedlungsmuster, Inventarisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Einsatz von Fernerkundungsmethoden, insbesondere der Luftbildarchäologie, zur Identifizierung und zum Schutz archäologischer Stätten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Erstellung von Luftbildern, die physikalischen Grundlagen der Bildauswertung und die Klassifizierung unterschiedlicher archäologischer Oberflächenmerkmale.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Vermittlung der Methoden und Anwendungsbereiche, durch die archäologische Strukturen aus der Vogelperspektive für die Forschung und Denkmalpflege erschließbar gemacht werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es wird primär die Auswertung von Luftbildern mittels digitaler Bildverarbeitung sowie die Analyse spezifischer Boden- und Bewuchsmerkmale diskutiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Erfassung durch Überflüge, die optischen Grundlagen der Fotografie und die systematische Einordnung von Merkmalen wie Schatten-, Feuchte- und Bewuchsbildungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Luftbildarchäologie, Bodendenkmäler, Bewuchsmerkmale, Fernerkundung und archäologische Denkmalpflege.
Warum sind Bewuchsmerkmale für Archäologen so wichtig?
Bewuchsmerkmale liefern entscheidende Hinweise auf unterirdische Strukturen, da sich verborgene Gräben oder Mauern durch unterschiedliches Pflanzenwachstum an der Oberfläche abzeichnen.
Welche Rolle spielt die nicht-fotografische Fernerkundung?
Sie kommt dort zum Einsatz, wo fotografische Aufnahmen an Grenzen stoßen, etwa bei dichter Vegetationsbedeckung, wie es am Beispiel von Radaraufnahmen über Maya-Siedlungen verdeutlicht wird.
- Quote paper
- Bernd Steiner (Author), 2003, Fernerkundung in der Archäologie - Methoden und Anwendungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70457