Systemische Methoden im Fernberatungssetting


Masterarbeit, 2007

39 Seiten, Note: sehr gut


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Neuere Erkenntnisse
2.1 Einblicke in die Praxis psychosozialer Online-Beratung
2.2 Erfahrungen aus eigener Fernberatungstätigkeit
2.3 „Skype“ und dessen Übertragungsmöglichkeit auf Fernberatung

3 Die Phasen des Beratungsprozesses

4 Systemische Interventionen im Fernberatungssetting
4.1 Die Vorphase der Beratung
4.1.1 Der Erstkontakt
4.1.2 Das Sondierungsgespräch
4.1.3 Der Kontrakt
4.2 Die Beratungsphase
4.2.1 Darstellungs- und Explorationsphase
4.2.1.1 Informationssammlung und Teilzieldefinition
4.2.1.2 Sharing/ Hypothesenbildung
4.2.2 Arbeitsphase und Verdichtung
4.2.2.1 Verflüssigungsphase und Feedback
4.2.2.2 Lösungsbearbeitung
4.2.2.3 Handlungsorientierung
4.2.2.4 Lösungsauswahl
4.3 Abschlussphase
4.3.1 Rückkopplungsphase
4.3.2 Evaluationsphase

5 Zusammenfassung und Ausblick

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Nach Abschluss der vorangehenden Arbeit »Hat Online-Coaching eine Zukunft als Beratungsmethode?« wurden zwar einige Fragen beantwortet, aber andererseits entstand nach der „Helikopter-Perspektive“ über dieses Thema das innere (des Autors) und auch äußere (der involvierten Personen) Bedürfnis nach einer Ziellandung.

(Anmerkung: Wenn man im weitersten Sinne das Schreiben eines Textes als asynchrone Fernübertragung von Inhalten zwischen AutorIn und LeserIn sieht, macht es einen Unterschied, ob man eine metaphernhafte analoge Schreibweise wählt, oder eine sehr komplizierte digitale Syntax. So bringt etwa das Beispiel mit dem Helikopter Bilder und Bewegung in den Text. Dies hat m.E. auf der Prozessebene eine sehr ähnliche Bedeutung wie bei Fernberatung selber.)

Wo soll nun diese Ziellandung stattfinden?

Als ein Ergebnis der ersten Arbeit gilt, dass sich systemische Beratungsansätze besonders gut für Fernberatung eigenen (vgl. Gura, 2006, S 50 ff, S 64, S 82). Deshalb soll genau hier „gelandet“ werden. Der Aufbau wird nach den Phasen eines Beratungsprozesses gegliedert sein, um die praktische Anwendbarkeit zu erhöhen, oder, um die Eignung von Interventionen für einzelne Phasen des Beratungsprozesses differenzierter betrachten zu können.

Dabei werden für die einzelnen Phasen geeignete Interventionen vorgestellt und einer wissenschaftstheoretischen Bewertung zugeführt.

Zuvor möchte ich über drei zu diesem Thema gehörende Inhalte berichten. Diese halte ich für relevant, da sie seit Abschluss meiner letzten Arbeit mein Denken mit beeinflussen, gar verändert haben, oder neue Möglichkeiten eröffnen. Dieses sind:

a) Erkenntnisse aus dem Vortrag von Mag. Gerhard Hintenberger „Einblicke in die Praxis psychosozialer Online-Beratung“ vom 13. Juni 2006.
b) Erkenntnisse aus eigener Beratungserfahrung im Fernberatungssetting
c) Vorstellung von „Skype“ und dessen Übertragungsmöglichkeit auf Fernberatung.

2 Neuere Erkenntnisse

2.1 Einblicke in die Praxis psychosozialer Online-Beratung

Der Inhalt dieses Kapitels fasst zusammen, was mich im Vortrag mit dem in der Überschrift genannten Titel von Herrn Mag. Gerhard Hintenberger am 13. Juni, Wien- ARGE Bildungsmanagement, in Bezug zum Online-Beratungsbereich der Supervision und des Coachings, beeindruckt hat.

Herr Mag. Hintenberger war am Aufbau einer Onlineberatungsstelle in Köln, Deutschland, und an der Entwicklung einer Beratungssoftware, beteiligt.

Dabei sind m.E. folgende Aussagen seinerseits von allgemeiner Bedeutung für Fernberatung:

- In Deutschland ist inzwischen für die Inanspruchnahme staatlicher Förderungen von Beratungsstellen ein Onlineberatungsangebot Voraussetzung.
- KlientInnen nutzen dabei vorwiegend E-Mail-Schriftverkehr für ihre Anliegen.
- Bestimmte Anlassfälle brauchen zu Beginn eine Anonymität.
- Onlineberatung stellt ein niederschwelliges Beratungsangebot dar.
- Einschränkungen durch Technik, in Form von Kanalreduktion, werden durch verändertes Kommunikationsverhalten ausgeglichen (vgl. Döring, 1999, S 212).
- Aufgrund der reduzierten Informationsmenge werden bei den Kommunikations­partnerInnen kognitive Prozesse in Gang gesetzt, die sehr stark von der eigenen Vorstellungs- und Einbildungskraft bestimmt werden.

Hintenberger formuliert folgende Hypothesen:

- Es besteht eine offene Problemkommunikation und ein hoher Anteil an Scham besetzten Themen. Grund dafür ist die sichere Distanz, die erhöhte Möglichkeit der Kontaktsteuerung und das ohne Konsequenzen. Die Dialektik dabei: „die Möglichkeit jederzeit gehen zu können, bewirkt, dass ich bleibe!“
- Die Verschriftlichung (Anm. bei E-Mail- Beratung) fördert selbstreflexive Prozesse und Problemdistanzierung auf Seite der KlientInnen.
- Qualitätskontrolle und (Team-) Supervision sind durch Online-Beratung effektiver zu gestalten. Z.B. werden Antwortmails der BeraterInnen gegengelesen, bevor sie zur Klientin/zum Klienten hinausgehen.

Online-Beratung ist laut Hintenberger hilfreich,

- wenn Anonymität günstig ist
- bei mangelnder Mobilität
- wenn lokal keine Beratung in Anspruch genommen werden kann oder will
- bei KlientInnen, die unter sozialem Druck stehen
- wenn KlientInnen zu den üblichen Öffnungszeiten keine Zeit haben

Ein eigener interessanter Punkt ist die „Pseudonymität“. Diese ermöglicht für die KlientInnen den spielerischen Umgang mit Teilidentitäten (wie Alter, Geschlecht, usw.). Dabei stellen „Fakes[1]“ bei der Online-Beratung – im Gegensatz zur Telefonberatung – kein Problem dar. Aus tiefenpsychologischer Sicht hat jede, auch fiktive, Falldarstellung einen Bezug zur eigenen Persönlichkeit. In deutschen Online-Beratungsstellen hat man sich deswegen darauf geeinigt, dass jeder Fall ernst genommen wird.

Wie passt dies zu den Ergebnissen der vorangehenden Arbeit?

1. Zum Einen bedeutet ein verpflichtendes Angebot an Online-Beratung (im psychosozialen Bereich) in Deutschland, dass man sich nicht darüber Gedanken machen muss, ob Fernberatung überhaupt möglich ist, sondern man sollte sich Gedanken darüber machen, wie man Fernberatung am besten gestalten kann. Dies bestätigt auch das Ergebnis meiner bisherigen Arbeit.
2. Die E-Mail Beratung, wie sie zur Zeit angewendet wird, aber auch die Chat- Beratung, sind nach meiner Analyse nicht die reichhaltigsten Medien (vgl. Gura, 2006, S 62 u. S 85). Sie liegen jedoch beide in der derzeitigen allgemeinen Medienverwendung ganz oben (vgl. ebd., S 74), der Chat fällt aber bei der Akzeptanz für Beratung deutlich zurück (vgl. ebd., S 75 u. S. 79). Eine mögliche Erklärung (Hypothese) könnte sein, dass KlientInnen nicht gleichzeitig auf zwei „Abenteuerreisen“ gehen möchten. Ist schon die Inanspruchnahme von Beratung ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang an sich, würde die gleichzeitige Einarbeitung in eine neue ungewohnte Medienlandschaft eine zweite Unsicherheit ins Klientensystem bringen.
3. Zum Thema der Anonymität sei festgestellt, dass klassische interpersonelle Beratung jedenfalls alle potenziellen KlientInnen ausschließen würde, welche nicht die Hürde für ein Erstgespräch – aus welchen Gründen auch immer – überwinden können. Die Möglichkeit mit Teilidentitäten zu „spielen“ (Pseudonymität), auch ohne dass die/der BeraterIn davon weiß, wäre etwa von vorneherein eine vom Klientensystem initiierte systemische (gespielte Zirkularität/ analoge Intervention, vgl. Königswieser, 2004, S 40), gestalttheoretische (Rollenspiel, vgl. Schreyögg, 2004, S 225ff), oder psychodramatische (Rollentausch, vgl. Schreyögg, 2004, S 261ff) Intervention. Allesamt Interventionen, die ich zuvor (vgl. Gura, 2006, S 43, S 47, S 52) als jene bezeichnet habe, welche die Grenzen von Fernberatung erreichen oder gar übersteigen. Dies ist eine Möglichkeit für KlientInnen, die vielleicht nicht einmal in der Lage sind über ihre eigene Situation zu sprechen und in die Rolle einer Mit- oder Gegenspielerin/eines Mit- oder Gegenspielers schlüpfen wollen.
4. Denken wir an Menschen mit Kontaktängsten, Vorurteilen gegen Beratung, oder Ängsten, dass die Inanspruchnahme von Beratung bekannt werden könnte. Man erkennt dabei den Reiz der Anonymität, oder auch der Niederschwelligkeit, Beratung von Zuhause aus – und dies in den Nachtstunden (bei asynchroner E-Mail-Beratung) – in Anspruch nehmen zu können. Zusätzlich behalten KlientInnen dabei die Macht über die Kontaktsteuerung.

2.2 Erfahrungen aus eigener Fernberatungstätigkeit

Meine zwischenzeitlichen Erfahrungen beschränken sich auf telefonisches Coaching. Eine Entwicklung, welche ursprünglich auch die Erfahrung eines früheren Ausbilders und Kollegen widerspiegelt und letztendlich mein Interesse für Online-Coaching begründete.

Was war nun der klassische Zugang zu dieser Entwicklung?

Als Grundlage diente ein interpersonelles Beratungssystem. Wobei sich zusehends die Frage nach einen geeigneten Ort für die Beratung stellte, da durch geographische Verschiebung des Lebensmittelpunktes meinerseits, die Entfernung zum KlientInnensystem größer wurde.

Letztendlich wurde die Lösung (auch) im Telefoncoaching gefunden. In den mit dieser Technik abgehaltenen Sitzungen, spielte auch sehr stark die Dringlichkeit einer bestimmten beruflichen Situation (wie etwa ein briefing für wichtige Besprechungen) eine wesentliche Rolle. Bei Vorliegen eines so eilenden Handlungsbedarfs wäre ein interpersonelles Setting kurzfristig nicht zustande zu bringen gewesen.

Von der Arbeitsweise her arbeitete ich tendenziell dirigierender als im interpersonellen Kontakt. Damit meine ich, dass es mir leichter fiel, Tipps zu geben und dass so ein Übergang zur „Expertenberatung“ erkennbar war. Dies stellt aber gleichzeitig eine Falle dar.

Ungeachtet dessen, haben sich entsprechende Erfolge nach diesen Beratungssequenzen eingestellt, sodass die KlientInnen in dringenden Fällen zukünftig wieder auf Telefon-Coaching zurückgreifen wollen.

E-Mail-Coaching hätte in diesen Fällen versagt, da durch die asynchrone Kommunikation zuviel Verzögerung entstanden wäre, oder zum gewünschten Zeitfenster kein, oder kein ungestörter, Computerzugang möglich gewesen wäre.

Als angenehmer Nebeneffekt für BeraterInnen konnte erkannt werden, dass die KlientInnen tendenziell für die Telefonkosten aufkommen. Eine Ausnahme war lediglich bei Vorhandensein einer Flat-Rate-Telefonkonstellation von Beraterseite aus, wie z.B. „um 0 Cent ins Festnetz“ vom Mobiltelefon aus.

2.3 „Skype“ und dessen Übertragungsmöglichkeit auf Fernberatung

Skype ist eine Software, die ursprünglich für das kostenlose Telefonieren über Internet entwickelt wurde. Waren die ersten Versionen wirklich nur für Sprachtelefonie geeignet, wurde in der Folge auch Videotelefonie ermöglicht. In der letzten Version ist zusätzlich auch ein Chat- ähnlicher Dialog zwischen zwei oder mehreren Personen möglich (Funktion „Sofortnachricht“, Bild 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 1: Skype- Oberfläche

Ab der Version (2.5 +) wird Skypen für die Online-Beratung interessant. In der Nutzung ist Skype sehr einfach, jedoch um einiges interaktiver als E-Mail-Schriftverkehr.

Zusätzlich ist das Verschicken von Anhängen möglich (Funktion „Datei“, Bild 1)

Es stehen an die 50 fertige animierte Emoticons zur Auswahl, die vom klassischen Smiley bis zum tanzenden Strichmännchen reichen (siehe Bild 2, S 12). Das Benutzerkonto wird mit einem Skype-Namen, einem Passwort und einer E-Mailadresse eingerichtet. Optional können persönliche Daten wie der echte Name, Land, Bundesland, Stadt, Geburtsdatum, Geschlecht, Telefonnummer eingetragen und ein Bild (Foto oder Avatar) hochgeladen werden (siehe Bild 2 und 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 2: Skype- Dialogfenster

Zum Suchen von Skype-TeilnehmerInnen steht eine Suchfunktion zur Verfügung. Es kann nach dem vollen Namen (sofern eingetragen), nach dem Skype-Namen, E-Mail-Adresse, regionalen und personenspezifischen Merkmalen (Alter und Geschlecht) gesucht werden.

Um Personen nach dem ersten Auffinden in einer Kontaktzeile näher spezifizieren zu können, kann das Profil angezeigt werden (siehe Bild 3 S 13). Bei Namensgleichheit ist dann oft der Wohnort oder das Geburtsdatum für die Identifizierung ausschlaggebend.

Soweit mein Wissensstand ist, sind die Funktionen von Skype zu Skype telefonieren, Videotelefonie und der Sofortnachrichtendienst, kostenlos.

Die kostenpflichtigen Features sind: ins Fest- oder Mobilnetz telefonieren (SkypeOut), aus externen Netzen Telefonanrufe empfangen (SkypeIn) und Sprachnachrichten übermitteln (Skype Voicemail).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bild 3: Skype- Kontaktsuche

Die Akzeptanz von Skype für die Beratung:

In meiner Generation hätte ich mir Chatten für Beratungszwecke und schon gar nicht für private Kommunikation vorstellen können. Mit Skype wird dieser Einstieg gerade für die bereits „ältere“ Generation erleichtert. So z.B. habe ich im Skype eine namensverwandte Russin gefunden, die bereits 83 Jahre alt ist und eine 60 jährige Ordensschwester aus dem Kloster Kirchberg am Wechsel (mit ihr habe ich übrigens Kontakt aufgenommen, was ich über ein anderes Medium nicht so ohne Weiteres getan hätte). Wenn es kein Fake ist, gibt es auch eine 101 Jahre alte Schwester Claudia aus Tirol die über Skype angemeldet ist.

Ob Skype als Beratungsmedium angenommen wird, könnten einige Accounts als „Coach“ und „Supervisor“ zeigen. Es werden zur Zeit in Österreich 17 Coaches gefunden, 3 Supervisoren, 0 Supervisorinnen, 1 Psychotherapeut (schwer zu finden).

Der Dialog wird inklusive Uhrzeit abgespeichert und ist jederzeit einzusehen.

Empfehle ich im weiteren Verlauf der Arbeit die Nutzung dieses Mediums, werde ich es in der Folge „skypen“ nennen.

3 Die Phasen des Beratungsprozesses

Belardi (2005) nennt idealtypische Phasen im Supervisionsprozess:

- die Aushandlungsphase, in der darüber gesprochen wird, „wer zuerst über was berichtet. [...] Der Supervisor [...] legt im Einvernehmen mit den Teilnehmern eine Reihenfolge der zu besprechenden Themen fest. In dieser Aushandlungsphase kommen häufig offene und verdeckte Anliegen zur Sprache“ (Belardi, 2005, S 76).
- ein Kernprozess, der allerdings eher bei Gruppen beobachtbar ist, wobei es sich um eine gemeinsame und eher unbewusste Themenfindung einer Gruppe, eines Teams oder einer Institution handelt (vgl. ebd, S 76).
- „die Falldarstellung durch den Fallbringer [...]
- die Fallbearbeitung durch die Gruppe [...] Es folgt die
- Rückmeldung des Fallbringers darüber, was ihm die Assoziationen und Kommentare [...] gebracht haben“ (vgl. ebd, S 77).

Belardis Phasen stammen aus einem Team- oder Gruppensupervisionsprozess und wurden daher in der Darstellung auf das Wesentliche reduziert. Die hier angeführten Phasen können nun auch für das Einzelsetting gelten. Jedoch stellen sie eher den Ablauf der Fallarbeit dar (vgl. Rappe-Giesecke, 2003, S 131)

Schreyögg (2003) sieht im Coaching, welches grundsätzlich im Einzelsetting erfolgt, folgende Phasen:

- Eingangsdiagnostik, „d.h. eine erste Sichtung und Einschätzung des Berufs- und Themenfeldes der Klienten durch den Coach“ (Schreyögg, 2003, S 309). Darauf folgt eine
- Kontraktphase, „in der formale und soziale Vereinbarungen für die gemeinsame Arbeit getroffen werden. Aus den Kontrakten ergeben sich je
- spezifische Verlaufsformen des Coaching [...] Jede Beratung findet nun irgendwann
- ein Ende. Auch dieses Bedarf einiger professioneller Überlegungen“ (ebd.).

Gegenüber Belardi (2005) kommt bei Schreyögg (2003) die Kontraktphase hinzu. Wohlgemerkt findet diese nach der Eingangsdiagnostik statt, was jedenfalls aus der Sicht sinnvoll erscheint, vorher zu klären, ob der „Fall“ übernommen werden kann.

Andererseits ist die Phasenaufsplittung bei Belardi genauer, dabei aber eindeutig supervisionsspezifischer. Tauscht man jedoch den Ausdruck „Fall“ gegen „Situation“, ist das entstehende Phasenmodell von Belardi auch für Coaching verwendbar.

Rappe-Giesecke (2003) teilt den Supervisionsprozess in die Phasen:

- Erstkontakt
- Sondierungsgespräch mit Team und Leitung
- Kontrakt
- Supervisionsprozess in Form von Fallarbeit, Institutionsanalyse, Programmkombination und Selbstthematisierung
- Auswertungs- und Rückkopplungssitzungen mit Leitung

(vgl. Rappe-Giesecke, 2003, S 117)

Entspricht wohl Belardis Aushandlungsphase Schreyöggs Eingangsdiagnostik und der Kontraktphase, erweitert Rappe-Giesecke an dieser Stelle um den Erstkontakt, da sich hier schon „Probleme in kondensierter Form“ zeigen, die „Gegenstand der Supervision sein werden“ (vgl. ebd., S 118). Die Sondierungsgespräche Rappe-Gieseckes sollten der Eingangsdiagnostik Schreyöggs entsprechen.

Königswieser (2004) zeichnet eine Spirale, in der sich die vier Phasen

- Info sammeln
- Hypothesen bilden
- Interventionen planen und
- Intervention

(vgl. Königswieser, 2004, S 30 und Königswieser, 2004a, S 46)

abwechseln. Die Wiederholung der Phasen in der enger werdenden Spirale stellt den Übergang von Interventionsarchitektur über Interventionsdesign zur Interventionstechnik, dar.

[...]


[1]fake. Jargon-Begriff für eine Fälschung oder einen listigen kleinen Betrug

Ende der Leseprobe aus 39 Seiten

Details

Titel
Systemische Methoden im Fernberatungssetting
Hochschule
Universität Wien  (Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung)
Note
sehr gut
Autor
Jahr
2007
Seiten
39
Katalognummer
V70513
ISBN (eBook)
9783638616393
ISBN (Buch)
9783638674348
Dateigröße
841 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Systemische, Methoden, Fernberatungssetting
Arbeit zitieren
MAS MSc Bernhard Gura (Autor:in), 2007, Systemische Methoden im Fernberatungssetting, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70513

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Blick ins Buch
Titel: Systemische Methoden im Fernberatungssetting



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden