Gibt es heutzutage überhaupt noch lebenslange glückliche Partnerschaften oder führt nicht der gesellschaftliche Trend von zunehmender Scheidungsrate und einer Patchwork-Familienkultur die Ehe als Wert und anzustrebendes Ziel „vermeintlich“ glücklicher Partnerschaften ad absurdum? Diese Frage ist nicht nur für Einzelpersonen, sondern auch gesellschaftspolitisch von Interesse und deren Beantwortung steht nicht unwesentlich mit kultureller Identität und den ihr implizierten Wertvorstellungen in Zusammenhang. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich deswegen mit bekennenden christlich bzw. nichtreligiös orientierten Menschen und ihre Partnerschaften. Das Ziel besteht darin, Unterschiede und Gemeinsamkeiten dieser beiden Gruppen bei Partnerschaftszufriedenheit, bei der Unterstützung durch das nahe soziale Umfeld und bei Grundüberzeugungen zur Partnerschaftsgestaltung aufzuzeigen. Innerhalb der christlichen Gruppe wurde dazu das Ausmaß der christlichen Praxis mit berücksichtigt. Der Autor Klaus Westhäuser-Rüttinger gibt einführend einen Einblick in die Entwicklung heutiger Partnerschaften bzw. Ehen und deren Interpretationen und stellt die psychologischen Befunde zur Gestaltung gelungener Partnerschaften dar, um dann näher auf die Gruppen der Nichtreligiösen und Christen einzugehen. Danach werden die durch einen selbst konstruierten Fragebogen erhobenen Daten auf Grundlage der formulierten Hypothesen stastistisch ausgewertet. Die resultierenden Ergebnisse richten sich an alle, die sich für Sinn und Zusammenhang von Ehe und christlicher bzw. nichtreligiöser Identität interessieren!
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 PARTNERSCHAFT HEUTE
2.1 Der Scheidungstrend - Erklärungsansätze
2.2 Theoretische und empirische Ansätze zur Partnerschaft
2.2.1 Sternbergs trianguläres Modell der Liebe
2.2.2 Die gelungene Gestaltung von Partnerschaften
2.2.3 Zusammenfassung
2.3 Soziale Unterstützung
3 DIE AN DER UNTERSUCHUNG BETEILIGTEN GRUPPEN
3.1 Die Nichtreligiösen
3.1.1 Allgemeines
3.1.2 Ehe und Partnerschaft
3.2 Die Christen
3.2.1 Allgemeines
3.2.2 Ehe und Partnerschaft
3.3 Das Unterstützungsnetzwerk der beiden Gruppen
4 HYPOTHESEN UND FRAGESTELLUNGEN
5 METHODE DER UNTERSUCHUNG
5.1 Vorüberlegungen zur Wahl der Forschungsmethode
5.2 Die Rekrutierung der Versuchspersonen
5.3 Der Fragebogen
6 AUSWERTUNG
7 ERGEBNISSE
7.1 Soziodemographische Angaben
7.2 Hypothesenkomplex 1 (abhängige Variable: „Partnerschaftszufriedenheit“)
7.3 Hypothesenkomplex 2 (abhängige Variable: „Soziale Unterstützung“)
7.4 Hypothesenkomplex 3 (abhängige Variable: „Einstellungsskala“)
8 DISKUSSION UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
9 ZUSAMMENFASSUNG
10 LITERATURLISTE
11 ANHANG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen christlich-religiös orientierten Menschen und nichtreligiösen Personen hinsichtlich ihrer Partnerschaftszufriedenheit, der wahrgenommenen sozialen Unterstützung und ihrer Einstellungen zur Partnerschaftsgestaltung. Ziel ist es zu ergründen, welchen Einfluss die „christliche Praxis“ (wie etwa das Gebet) auf die Stabilität und Qualität der Beziehung hat und ob sich soziale Netzwerke der Gruppen in ihrer Struktur signifikant unterscheiden.
- Vergleich von Partnerschaftsqualität bei Christen und Nichtreligiösen
- Einfluss der christlichen Glaubenspraxis auf die Beziehungszufriedenheit
- Bedeutung sozialer Unterstützungssysteme für Paare
- Rolle von gemeinsamen Werten und Einstellungen für den Partnerschaftserfolg
- Analyse von geschlechtsspezifischen Unterschieden in der Partnerschaftswahrnehmung
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Sternbergs trianguläres Modell der Liebe
Allgemein wird auch heute die Liebe als Grundmotiv für Partnerschaften angegeben. Deswegen soll zum besseren Verständnis in diesem Kapitel auf dieses Konstrukt näher eingegangen werden, denn das Wort „Liebe“ ist heutzutage bei der Allgemeinheit ziemlich verschlissen. Über die Liebe wird „...entweder gespottet, oder sie wird in strahlendem, kitschigem Glanz dargestellt.“ (Lauster, 2001, S.60). Über ihre psychologischen Hintergründe erfährt der „Laie“ so gut wie nichts. Auf die Frage, warum dieses Wort trotzdem so oft in aller Munde ist, antwortet Jaeggi: „...weil in unserer Zeit nichts wichtiger ist als die Liebe, weil Liebe unser Leben so sehr bestimmt wie nie zuvor – und zwar Liebe in jeder Form, auch in solcher, die normalerweise nicht „Liebe“ genannt wird.“ (Jaeggi, 1999, S.1).
Es gibt eine Reihe empirischer Untersuchungen, bei denen geeignete Messinstrumente zur Überprüfung der theoretischen Konzepte der Liebe entwickelt und eingesetzt wurden (vgl. Übersicht bei Bierhoff & Grau, 1999). Aus der Fülle des Materials möchte ich mich im Rahmen dieser Arbeit auf das trianguläre Modell der Liebe von Sternberg (1986, 1998a) beschränken, da sein Konzept umfangreichen, auch neueren Überprüfungen standgehalten hat (vgl. Übersicht Freudenfeld, 2002).
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Darstellung des gesellschaftlichen Wandels der Partnerschaftsformen und Einleitung in die Forschungsfrage zum Einfluss religiöser Orientierung.
2 PARTNERSCHAFT HEUTE: Analyse aktueller Scheidungstrends, psychologischer Theorien zur Liebe (insbes. Sternberg) und der Bedeutung sozialer Unterstützung.
3 DIE AN DER UNTERSUCHUNG BETEILIGTEN GRUPPEN: Soziologische Einordnung von nichtreligiösen und christlichen Bevölkerungsgruppen in Deutschland hinsichtlich ihrer Lebenswelt.
4 HYPOTHESEN UND FRAGESTELLUNGEN: Herleitung der Forschungsannahmen basierend auf der Literatur zu Partnerschaftszufriedenheit und sozialer Integration.
5 METHODE DER UNTERSUCHUNG: Beschreibung des quantitativen Forschungsdesigns mittels eines Online-Fragebogens und der Rekrutierungsstrategie.
6 AUSWERTUNG: Darlegung der statistischen Verfahren (SPSS) wie Reliabilitätsanalyse, Clusterbildung und Mittelwertvergleiche.
7 ERGEBNISSE: Präsentation der statistischen Daten zur Stichprobe sowie Überprüfung der aufgestellten Hypothesen zu Partnerschaft und Unterstützung.
8 DISKUSSION UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Einordnung in den theoretischen Kontext bei kritischer Betrachtung der Limitationen.
9 ZUSAMMENFASSUNG: Abschließender Überblick über die Kernbefunde der Diplomarbeit.
Schlüsselwörter
Partnerschaft, Ehe, Partnerschaftszufriedenheit, Soziale Unterstützung, Christliche Praxis, Religiosität, Trianguläres Modell der Liebe, Quantitative Studie, Beziehungsqualität, Konfessionslosigkeit, Soziales Netzwerk, Partnerschaftsgestaltung, Identität, Gruppenvergleich, empirische Psychologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der religiösen Orientierung (christlich versus nichtreligiös) und der Qualität sowie Stabilität von Partnerschaften.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Partnerschaftszufriedenheit, die Rolle des sozialen Umfelds bei der Unterstützung und die Auswirkungen christlicher Glaubensüberzeugungen auf die Beziehungsdynamik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, empirisch zu prüfen, ob sich christlich orientierte Paare in ihren Partnerschaftsmerkmalen von nichtreligiösen Paaren unterscheiden und welchen Einfluss die Ausprägung religiöser Praxis (z.B. gemeinsames Beten) hat.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Der Autor wählte einen quantitativen Ansatz mittels einer Fragebogenstudie (sowohl online als auch in Papierform) mit 388 Probanden.
Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Partnerschaftsmodellen und sozialer Unterstützung, gefolgt von einer detaillierten statistischen Auswertung und Interpretation der erhobenen Daten.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Forschungsarbeit?
Wichtige Begriffe sind Partnerschaftszufriedenheit, christliche Praxis, soziale Unterstützung, trianguläres Liebesmodell und Gruppenvergleich.
Welche Rolle spielt das „gemeinsame Gebet“ in der Auswertung?
Das Gebet mit dem Partner wurde als zentraler Indikator für christliche Praxis identifiziert und korreliert in der Studie positiv mit der Partnerschaftszufriedenheit, insbesondere bei Frauen.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die untersuchten Gruppen?
Es konnten zwar Unterschiede in der Wahrnehmung sozialer Unterstützung festgestellt werden, jedoch unterscheiden sich die Gruppen in der allgemeinen Partnerschaftszufriedenheit nicht signifikant voneinander, was auf weitgehend ähnliche Beziehungsbedürfnisse hindeutet.
- Quote paper
- Klaus Westhäuser-Rüttinger (Author), 2004, Vergleich christlicher und nichtreligiöser Partnerschaften - Eine Fragebogenstudie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70517