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Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht in der allgemeinbildenden Schule

Title: Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht in der allgemeinbildenden Schule

Examination Thesis , 1994 , 150 Pages , Grade: 1,8

Autor:in: Michael Walke (Author)

Technology
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Summary Excerpt Details

Einleitung

In dieser Arbeit soll die historisch-technische
Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland in
ihrem gesellschaftlichen Kontext untersucht werden.
Dabei sollen sowohl die technischen Erfindungen und
Errungenschaften des Textilgewerbes als auch ihre
Bedeutung für Mensch und Umwelt der jeweiligen Zeit
erläutert werden. Auf die Betrachtung der Beziehung
zwischen Mensch und Technik in den einzelnen
entwicklungsgeschichtlichen Abschnitten kann nicht
verzichtet werden, weil sich Technik nicht
unabhängig vom Menschen entwickeln kann. Die
Entwicklung von Technik ist nicht nur von den
Naturgesetzen, sondern immer auch von Menschen, die
diese Technik aus verschiedensten Bedürfnissen
hervorbringen, abhängig. Somit würde eine
ausschließliche Betrachtung technischer
Entwicklungen auf dem Gebiet der Textiltechnik in
chronologischer Reihenfolge dem Anspruch dieser
Arbeit sicher nicht gerecht. Deshalb wird neben der
Ausführung der verschiedenen textilen
Verarbeitungstechniken und Maschinen immer auch die
Wechselwirkung zum Menschen, der mit dieser Technik
umgeht, erläutert werden müssen.
Nach einer etwas kürzeren Einführung über die
Uranfänge textiler Produktion wird der Schwerpunkt
des 1. Teils dieser Arbeit sein, die Funktion der
einzelnen, für die zunehmende Industrialisierung im
Münsterland wichtigen Erfindungen des Textilgewerbes
zu beleuchten. Dabei soll auch die Fragestellung
Berücksichtigung finden, ab wann, wo und warum diese
technischen Neuerungen, die ja zum größten Teil aus
England stammen, im Münsterland zum Einsatz kamen.
Die Beschreibung der technischen Errungenschaften
soll bis in die heutige Zeit hineinreichen und dabei
auch die ökonomische Situation der Textilindustrie
in den einzelnen Zeitabschnitten nicht
vernachlässigen.
Den Abschluß dieses Teils der Arbeit soll ein Blick
in die Zukunft bilden: wie wird sich die
münsterländische Textilindustrie voraussichtlich
weiterentwickeln? Bei der Beantwortung dieser Frage
kann man sich jedoch nicht nur auf die regionale
Entwicklung im Münsterland beschränken, weil
derartige Entwicklungen sich nicht isoliert
abspielen, sondern gerade heute - im Zeitalter von
EG und GATT - immer mehr überregional und international
ablaufen.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die historisch - technische Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland in ihrem gesellschaftlichen Kontext

2.1 Die Uranfänge: Produktion von Textilien im Münsterland für den Eigenbedarf bis in das 16. Jahrhundert

2.1.1 Einfache Spinn- und Webverfahren

2.1.1.1 Die Handspindel

2.1.1.2 Der Gewichtswebstuhl

2.1.1.3 Der Trittwebstuhl

2.1.2 Natürliche Textilrohstoffe

2.2 Die Produktion für Kunden und den Export durch das städtische Handwerk und die im Verlag organisierte Hausindustrie (bis etwa 1800)

2.2.1 Die Eröffnung des Baumwollseidenamtes in Bocholt: Organisation des städtischen Handwerks

2.2.2 Das Verlagsystem und die Hausindustrie auf dem Lande

2.2.3 Die Weiterentwicklung des Spinnens: vom Handspinnrad zum kontinuierlichen Flügelspinnrad

2.2.4 Die Weiterentwicklung des Webens: der Handwebstuhl mit Schnellschützen

2.2.5 Weitere wichtige technische Entwicklungen im Textilgewerbe (Walkmühlen, Pressen, Rauhmaschinen...)

2.2.6 Gründe für die technischen Veränderungen im Textilgewerbe

2.3 Textile Massenproduktion für wachsende Märkte: die Industrialisierung des Münsterlandes ab etwa 1850

2.3.1 Die Mechanisierung des Spinnprozesses

2.3.1.1 Die Entwicklung der Spinning Jenny

2.3.1.2 Die Entwicklung der Waterframe

2.3.1.3 Die "Synthese" zur Spinning Mule

2.3.1.4 Der Selfactor

2.3.1.5 Die Ringspinnmaschine

2.3.2 Die Mechanisierung des Webverfahrens

2.3.2.1 Mechanischer Webstuhl

2.3.2.2 Jacquard-Webstuhl

2.3.2.2 Northrop-Automaten (automatischer Schußspulenwechsel)

2.3.3 Vom Faden zum fertigen Stoff: der Fertigungsprozeß in einer typischen münsterländischen Textilfabrik um 1920

2.3.4 Die neue gesellschaftliche Situation der Bevölkerung (Situation der Arbeiter, Gründung von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden, Streiks)

2.3.5 Gründe für die technische Entwicklung in der Textilindustrie (Warum wurden die technischen Neuerungen im Münsterland des 19. Jahrhunderts vergleichsweise spät eingeführt?)

2.4 Die Situation der münsterländischen Textilindustrie von 1914-1945

2.5 Die Entwicklung der Textilindustrie nach dem 2. Weltkrieg (technisch und ökonomisch)

2.6 Die heutige Situatíon der Texilindustrie im Münsterland

2.6.1 Moderne Fertigungsverfahren der Spinnerei (Rotorspinnmaschine)

2.6.2 Moderne Fertigungsverfahren der Weberei

2.6.2.1 Sulzer-Webmaschine

2.6.2.2 Greifer-Webmaschine

2.6.2.3 Luftdüsen-Webmaschine

2.6.3 Chemiefaserstoffe - die neuen Textilrohstoffe

2.6.4 Andere Verfahren zur Herstellung flächenförmiger Textilien

2.6.4.1 Wirken

2.6.4.2 Stricken

2.6.4.3 Verkleben

2.6.5 Veredeln von Textilien

2.7 Derzeitige Probleme und Entwicklungstendenzen der Textilindustrie

3. Der Bezug zum Unterricht der allgemeinbildenden Schule

3.1 "Bildungstheoretischer Aspekt": Technikgeschichte - warum?

3.2 Einordnung dieser Thematik in den Lehrplan Technik

3.3 Das museumspädagogische Programm des Bocholter Textilmuseums

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die Arbeit untersucht die historisch-technische Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland in ihrem gesellschaftlichen Kontext und erörtert deren Bedeutung für den Unterricht an allgemeinbildenden Schulen, wobei insbesondere der bildungstheoretische Wert der Technikgeschichte und die museumspädagogische Arbeit am Beispiel des Bocholter Textilmuseums analysiert werden.

  • Historische und technische Entwicklung der Textilindustrie von 1569 bis in die heutige Zeit
  • Soziologische Aspekte der Industrialisierung im Münsterland (Verlagsystem, Fabrikbildung)
  • Technische Innovationen in Spinnerei und Weberei (von der Handspindel bis zum Automaten)
  • Fachdidaktische Einordnung der Technikgeschichte in den Lehrplan allgemeinbildender Schulen
  • Untersuchung museumspädagogischer Programme als Instrumente für den Technikunterricht

Auszug aus dem Buch

2.1.1.2 Der Gewichtswebstuhl

Weben bedeutet, zwei rechtwinklig zueinander verlaufende Fadensysteme nach einer bestimmten Ordnung zu einem Gewebe zu verkreuzen. In die parallel gespannten Kettfäden wird dann der Querfaden, der sogenannte Schußfaden, eingebracht. Die einfachste und auch wohl älteste Bindungsart ist die Leinwandbindung. Bei dieser Bindungsart wird der Schußfaden so eingetragen, daß abwechselnd ein Kettfaden über und ein Kettfaden unter ihm liegt. Kompliziertere Bindungsarten, die später mit mechanischen Webstühlen praktiziert wurden, sollen später erläutert werden. Natürlich kann man, um ein Gewebe herzustellen, mehrere Fäden parallel auf einen Rahmen spannen, und den Querfaden dann - ähnlich wie beim Stopfen einbringen. Diese sehr alte und mühselige Art des Herstellens von Geweben wird allerdings noch nicht als "Vollweberei" bezeichnet. Charakteristisch für die entwickelte Weberei ist die mechanische Fachbildung. Dabei werden jeweils verschiedene Kettfäden gleichzeitig angehoben oder gesenkt, so daß in den so entstehenden Zwischenraum ein Querfaden "eingeschossen" werden kann. Den Zwischenraum nennt man "Fach"; der Querfaden hat durch die Art des Fadeneintrags seinen Namen bekommen: "Schußfaden"

Die älteste uns bekannte Webvorrichtung unserer germanischen Vorfahren heißt wegen der Gewichte, die die Kettfäden strafften, Gewichtswebstuhl. Der Name ist irreführend, weil man zum Weben an dieser Vorrichtung stand und nicht saß. Ein Webstuhl, auf dem man zum Weben sitzt, ist erst viel später entwickelt worden. Der einfachste Gewichtswebstand, den unsere Vorfahren benutzten, sah wahrscheinlich folgendermaßen aus: zwei Baumstämme, die senkrecht in den Boden versenkt wurden, trugen an ihrem oberen Ende einen darüberliegenden Stamm. Von diesem Stamm hingen durch Gewichte gestraffte Kettfäden herab, wobei der Fadenabstand jeweils in etwa gleich war. Die Beschwerung der Kettfäden mit Gewichten aus Ton oder Stein brachte gegenüber einer festen Verknotung der Kettfäden an einem Rahmen außerdem den Vorteil mit sich, daß sie bei der Fachbildung nicht so beansprucht wurden, also auch nicht so schnell rissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, die historisch-technische Entwicklung der münsterländischen Textilindustrie im gesellschaftlichen Kontext zu analysieren und deren Stellenwert für den Technikunterricht an allgemeinbildenden Schulen aufzuzeigen.

2. Die historisch - technische Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland in ihrem gesellschaftlichen Kontext: Dieses Kapitel zeichnet die technologische Entwicklung von den urzeitlichen Spinn- und Webverfahren bis zur modernen, automatisierten Produktion nach und beleuchtet die damit einhergehenden gesellschaftlichen Veränderungen im Münsterland.

3. Der Bezug zum Unterricht der allgemeinbildenden Schule: Dieser Abschnitt untersucht, wie Technikgeschichte didaktisch sinnvoll in den Lehrplan verschiedener Schulformen integriert werden kann und inwieweit das Bocholter Textilmuseum als außerschulischer Lernort zur Erreichung dieser Lernziele beitragen kann.

Schlüsselwörter

Textilindustrie, Münsterland, Technikgeschichte, Webtechnik, Spinntechnik, Industrialisierung, Technikunterricht, Gewichtswebstuhl, Handspinnrad, Flügelspinnrad, Fabriksystem, Arbeitsteilung, Museumspädagogik, Automatisierung, Industriegeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historisch-technische Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und untersucht deren Eignung und Anwendungsmöglichkeiten als Unterrichtsthema an allgemeinbildenden Schulen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Felder sind die Evolution textiler Fertigungstechniken, die sozio-ökonomische Transformation des Münsterlandes von der Hausindustrie zur Fabrikproduktion sowie die didaktische Verankerung der Technikgeschichte im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Technikgeschichte durch die Betrachtung regionaler industrieller Entwicklungen das Verständnis der Lernenden für die Wechselwirkung zwischen Mensch, Gesellschaft und Technik fördern kann.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse historischer und technisch-didaktischer Quellen sowie einer empirischen Untersuchung der museumspädagogischen Programme des Bocholter Textilmuseums.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die technischen Entwicklungsstufen (Spinnen und Weben), der Übergang vom städtischen Handwerk zum Verlagsystem und zur fabrikmäßigen Produktion sowie der Einfluss der Industrialisierung auf die Lebenswelt der Arbeiterschaft detailliert dargelegt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Textilindustrie, Industrialisierung, Technikgeschichte, Spinn- und Webtechnik, Didaktik der Technik, Arbeitslehre und Industriekultur.

Warum ist der "historisch-genetische Ansatz" für den Unterricht so bedeutend?

Dieser Ansatz ermöglicht es Schülern, die Gestaltbarkeit von Technik zu verstehen, da er das Beziehungsgeflecht zwischen Technik, Gesellschaft und Individuum durch einen Rückgriff auf geschichtliche Entwicklungen transparent macht.

Welche Rolle spielt das Bocholter Textilmuseum in dieser Arbeit?

Das Museum dient als Beispiel für einen außerschulischen Lernort, dessen museumspädagogische Angebote (z.B. "Wilhelms Arbeitstag in der Fabrik") handlungsorientiertes Lernen und ein tiefgreifendes Verständnis für historische Arbeitsbedingungen ermöglichen.

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Details

Title
Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht in der allgemeinbildenden Schule
College
University of Münster  (Institut für Technik und ihre Didaktik)
Grade
1,8
Author
Michael Walke (Author)
Publication Year
1994
Pages
150
Catalog Number
V705
ISBN (eBook)
9783638104630
Language
German
Tags
Technikgeschichte Textilindustrie Münsterland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Walke (Author), 1994, Die Entwicklung der Textilindustrie im Münsterland und die Beziehung dieses Themas auf den Unterricht in der allgemeinbildenden Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/705
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