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Der unbekannte Nachbar - Probleme und Chancen deutsch-polnischer Beziehungen

Title: Der unbekannte Nachbar - Probleme und Chancen deutsch-polnischer Beziehungen

Term Paper , 2002 , 34 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Fabienne Scheu (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Zu Polen fällt vielen Deutschen nicht mehr ein als „polnische Wirtschaft“, „die klauen“, sind „rückständig, aber gastfreundlich“ und „trinken viel Wodka“. Häufig fehlt völlig der Bezug zum östlichen Nachbarland, zumindest der gegenwärtige. Doch vor dem Hintergrund der Aufnahme Polens in die EU 2004, erhält die deutsch-polnische Thematik hohe Relevanz: Während heute, zumindest außerhalb der Grenzregionen, ein „Nebeneinanderherleben“ noch möglich ist, wird mit der Grenzöffnung ein Leben miteinander unumgänglich sein. Meinungen und Gefühle beider Seiten über die anstehende Annäherung gehen weit auseinander; Prognosen reichen von vielversprechend bis misstrauisch und angsterfüllt. Persönliche Erfahrungen und Betroffenheit, die vor allem aus regional bedingten Kontakten resultieren, spielen bei der Meinungsbildung eine Rolle, beispielsweise die vorherrschende Angst vor der EU-Aufnahme Polens in der Grenzregion um Frankfurt/Oder 1 . Interessanterweise liegt die Ursache der meisten Urteile weit weniger in gemeinsamen historischen Erfahrungen als aktuellen ökonomischen Anliegen; man betrachte vor allem den Widerstand der polnischen Landwirte oder das Wissen um wirtschaftliche Vorteile für deutsche Unternehmen beim EU-Beitritt Polens. Aber hat die jahrhundertlange, belastete gemeinsame Geschichte keine aktuelle Relevanz mehr oder gar gegenseitiges Desinteresse und Bezuglosigkeit gefördert? Oder besteht bereits auf verschiedenen Ebenen interkultureller Kontakt, ohne daß dieser für Außenstehende offensichtlich ist? Welche organisierten Maßnahmen zur deutsch-polnische Beziehungsförderung existieren, um eine geeignete Basis für das künftige Miteinander zu etablieren? Ziel dieser Arbeit ist die Betrachtung bestehender deutsch-polnischer Kontakte aus verschiedenen Perspektiven, um zu zeigen, dass trotz unterschiedlichster Grundlagen in den Köpfen der Menschen der Umgang miteinander häufig von Toleranz und positiven Resultaten geprägt ist. Dazu ist zunächst ein politisch-historischer Abriss mit besonderer Betrachtung des deutschpolnischen Verhältnisses bis heute notwendig. Daraus lassen sich dann Rückschlüsse auf Beziehungsbelastungen und differente Volkscharaktere schließen, die häufig in Stereotypen Ausdruck finden und somit als Basis deutsch-polnischer Kontaktaufnahmen gesehen werden könnten. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Themenrelevanz und Zieldefinition

2. Hauptteil

2.1. Deutsch-polnische Geschichte

2.1.1. Der deutsche „Drang nach Osten“

2.1.2. Gebietsstreitigkeiten und Polonisierung nach dem Ersten Weltkrieg

2.1.3. Umsiedlungen und Terror durch Hitlers Politik

2.1.4. Erneute Zwangspolonisierung unter dem kommunistischen Regime

2.1.5. Politische Annäherung, schlesische Verbände und polnisches Misstrauen

2.2. Resultate aus der gemeinsamen Geschichte

2.2.1. Erfahrung: „kein Interesse“, könne „nichts sagen“ über „die Polen“

2.2.2. Erfahrung: „Ich kann die Polen nicht leiden!“–„Ich hab ja mit denen nix zu tun“

2.2.3. Erfahrung: „keine Gedanken über Polen“ bis Mutter 1999 bettlägerig wurde

2.2.4. Erfahrung:„Warn nich viel anders als ich“, nur einmal ein Mißverständnis

2.2.5. Erfahrung: „Dachte so weit seien sie doch noch nicht!“, „Unterschiede nicht so gravierend!“

2.3. Kontaktförderung zur Lösung von Bezugs- und Voruteilsproblematiken

3. Schlußteil

3.1. Persönliche Bilanz und Zukunftsprognose

4. Anmerkungen

5. Anhanghinweise

6. Quellenverzeichnis:

Anhang

Interview mit meiner polnischen WG-Mitbewohnerin Kornelia K. (geb. 1982)

„Unsere neue Mitbewohnerin kommt aus Polen“

INTERVIEW: Greencard für Pflegekräfte

Riester plant Green Card für Pflegekräfte

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht bestehende deutsch-polnische Kontakte aus verschiedenen Perspektiven, um aufzuzeigen, dass trotz historischer Belastungen und unterschiedlicher Grundlagen der Umgang miteinander häufig von Toleranz und positiven Resultaten geprägt ist.

  • Politisch-historischer Abriss des deutsch-polnischen Verhältnisses.
  • Analyse von Stereotypen und Vorurteilen in der Wahrnehmung der Nachbarn.
  • Auswertung von persönlichen Erfahrungsberichten interkultureller Begegnungen.
  • Betrachtung von Maßnahmen zur Förderung des deutsch-polnischen Miteinanders.
  • Diskussion der Bedeutung von Kontakten für die künftige EU-Integration.

Auszug aus dem Buch

2.1.1. Der deutsche „Drang nach Osten“

Schon ab dem früheren Mittelalter wurde der deutsche „Drang nach Osten“ durch dezentral organisierte Ausrottungen kleinerer slawischer Stämme ausgedrückt. Zur Stabilisierung der Beziehungen zwischen dem polnischen König- und dem deutschen Kaiserreich wurde um die 12. Jahrhundertwende jedoch eine polnisches Unabhängigkeitsabkommen unterzeichnet (Wirpsza, 1971, 100f.). Im 13. Jahrhundert wurde der Deutsche Orden zur Unterstützung im Kampf gegen die Pruzzen ins zusammengeschlossene polnische Königreich gerufen. Entgegen des Vertrags besetzte er Pommerellen und Danzig. Unter dem Motto deutscher Missions- und Kolonisationsarbeit wurden Deutsche und das Deutschtum angesiedelt. Mitte des 14. Jahrhunderts bereits wurde Schlesien erstmals den Deutschen untergeordnet. Nach mehreren Kriegen im Verlauf des 15. Jahrhunderts verblieb dem Deutschen Orden schließlich nur noch das östliche Preußen mit Königsberg als polnisches Lehen, woraufhin ab dem 16. Jahrhundert erneut Kämpfe um Gebietszusprachen ausgetragen wurden. 1795 erst kam es mit der dritten und damit vollständigen Aufteilung Polens unter Russland, Preußen und Österreich zu einer relativen Konstanz, die bis zum Beginn des ersten Weltkriegs nur noch durch die preußische Absprache der Gewinne durch die dritte Teilung als Resultat des Wiener Kongress 1814/15 verändert wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die Themenrelevanz angesichts der EU-Osterweiterung und das Ziel der Arbeit, Kontakte als Basis für ein besseres Miteinander zu untersuchen.

2. Hauptteil: Bietet einen historisch-politischen Abriss und analysiert anhand von fünf Fallbeispielen, wie interkulturelle Kontakte Vorurteile abbauen können.

3. Schlußteil: Zieht eine persönliche Bilanz der Autorin und wagt einen Ausblick auf die Bedeutung persönlicher Begegnungen für die deutsch-polnische Zukunft.

4. Anmerkungen: Erläutert die Begrenzung des Seitenumfangs aufgrund der Komplexität der Thematik.

5. Anhanghinweise: Listet die drei verwendeten Anlagen, darunter ein Interview und einen Selbsterfahrungsbericht.

6. Quellenverzeichnis:: Führt die verwendete wissenschaftliche Literatur sowie Online-Quellen auf.

Anhang: Enthält ergänzende Interviews und Erfahrungsberichte, die der praktischen Veranschaulichung der theoretischen Ausführungen dienen.

Schlüsselwörter

Deutsch-polnische Beziehungen, Interkulturelle Kommunikation, EU-Osterweiterung, Geschichte, Vorurteile, Minderheiten, Schlesien, Identität, Altenpflege, Kontaktförderung, Stereotype, Integration, Osteuropa, Gesellschaft, Versöhnung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die deutsch-polnischen Beziehungen vor dem Hintergrund der historischen Belastungen und der anstehenden EU-Osterweiterung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themenfelder umfassen den historisch-politischen Abriss, die Analyse von Stereotypen und die Untersuchung persönlicher interkultureller Begegnungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es zu belegen, dass trotz tiefsitzender Vorurteile persönliche Kontakte zwischen Deutschen und Polen oft zu Toleranz und positiven zwischenmenschlichen Resultaten führen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Autorin nutzt eine Kombination aus historischer Literaturanalyse und der Auswertung qualitativer, persönlicher Erfahrungsberichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die historische Genese des belasteten Verhältnisses dargestellt und anschließend fünf konkrete Erfahrungsberichte analysiert, die die heutige Kontaktwirklichkeit widerspiegeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Deutsch-polnische Beziehungen, Vorurteile, interkulturelle Kommunikation, Versöhnung und EU-Integration.

Welche Rolle spielt die Altenpflege in der Arbeit?

Die Altenpflege dient als Fallbeispiel für eine bedeutende, neue Kontaktzone zwischen polnischen Arbeitskräften und deutschen Familien, die aktuelle Integrationsdynamiken verdeutlicht.

Wie bewertet die Autorin die Rolle der persönlichen Begegnung?

Persönliche Begegnungen werden als essenziell erachtet, da sie oft bestehende, abstrakt verankerte Vorurteile durch direkte, positive Erfahrungen ersetzen oder relativieren können.

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Details

Title
Der unbekannte Nachbar - Probleme und Chancen deutsch-polnischer Beziehungen
College
Technical University of Chemnitz  (Medienkommunikation und Interkulturelle Kommunikation)
Grade
1,7
Author
Fabienne Scheu (Author)
Publication Year
2002
Pages
34
Catalog Number
V70710
ISBN (eBook)
9783638618762
ISBN (Book)
9783638810500
Language
German
Tags
Nachbar Probleme Chancen Beziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fabienne Scheu (Author), 2002, Der unbekannte Nachbar - Probleme und Chancen deutsch-polnischer Beziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70710
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