Der Barren als Fitnessgerät im Rahmen eines Stationsbetriebes


Unterrichtsentwurf, 2006
49 Seiten, Note: 1,1

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Bedingungsfeld
1. Die Situation der Schule
2. Die Situation der Klasse
3. Die Situation der Lehramtsanwärterin

0. Vorwort

1. Sachanalyse
1.1 Das Gerätturnen
1.2 Das Stützen
1.3 Die Muskulatur
1.4 Das Training
1.5 Die Kraft.
1.6 Das Krafttraining im Fitnesssport

2. Didaktische Analyse

2.1 Fachdidaktische Diskussion

2.2 Lehrplanbezug

2.3 Relevanz für die Schüler

2.4 Lernvoraussetzungen in Bezug auf die Lehraufgabe

2.5 Fachdidaktische Reduktion

2.6 Mögliche Schwierigkeiten

3. Lehr- und Lernziele
3.1 Grobziele
3.2 Feinziele

4. Methodische Analyse
4.1 Organisatorische Rahmenbedingungen
4.2 Lernvoraussetzungen bezüglich der Methode
4.3 Differenzierungsmaßnahmen
4.4 Struktur der Unterrichtsstunde
4.5 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung

5. Stundenverlaufsplanung

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang
Stoffverteilungsplan für das Fach Sport
Unterrichtseinheit: Sich Bewegen an Großgeräten
Erwärmungsspiel
Beschreibung der Stationen
Arbeitsaufträge

Anmerkungen

Zur besseren Lesbarkeit wurde in der Arbeit auf die geschlechtsspezifische Unterscheidung verzichtet. Der Einfachheit halber habe ich mich dazu entschieden in jeder Form die männliche Variante zu benutzen.

Die Verwendung der männlichen Form schließt die weibliche Form mit ein und beinhaltet keinerlei Wertung. In besonderen Fällen wird dezidiert auf das Geschlecht hingewiesen.

Die Abkürzung L steht für Lehrer bzw. Lehramtsanwärter, S für Schüler.

Bedingungsfeld

1. Die Situation der Schule

Die Lehrprobe wird in X., einem Stadtteil Saarbrückens mit mehr als 20.000 Einwohnern[1], in Grundschule gehalten.

Die Schule liegt innerhalb des Stadtbezirks und Stadtteiles X., inmitten eines ruhigen Wohngebietes. Das Einzugsgebiet umfasst den südlichen Ortsteil, in ­dem auch die Universität des Saarlandes gelegen ist. Dadurch besuchen neben den Schülern aus dem üblichen Einzugsgebiet auch Schüler, deren Eltern an der nahe gelegenen Universität arbeiten, diese Schule.

Die meisten Kinder wohnen in relativer Nähe zur Schule und legen ihren Schulweg zu Fuß zurück, andere kommen mit dem Bus oder werden von ihren Eltern mit dem Auto gebracht.

Insgesamt werden 245 Schüler in elf Klassen unterrichtet. Mädchen und Jungen sind in der Schule nahezu in gleicher Anzahl vertreten. Die Jahrgangsstufen zwei bis vier werden jeweils dreizügig unterrichtet. Das erste Schuljahr umfasst zwei Klassen.

An der Schule unterrichten im laufenden Schuljahr 2006/07 dreizehn Lehrer, mehrere Referendare und Integrationslehrer.

Der Ausländeranteil ist sehr gering. Insgesamt sind 14 Schüler ausländischer Herkunft. Jedoch ist anzumerken, dass hiervon neun Schüler die deutsche Sprache nicht ausreichend beherrschen, um dem Unterricht zu folgen. In Prozentzahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass 3,67 % der Schüler ohne ausreichende Deutschkenntnisse am Regelunterricht teilnehmen. Es wird jedoch versucht, diese Schüler durch Sondermaßnahmen, wie etwa dem „Integrations- unterricht für Ausländer“ explizit zu fördern.[2]

Die Schule ist eine Modellschule für Frühfranzösisch. Das besagt, dass die Schüler bereits ab dem ersten Schuljahr im Fach Französisch unterrichtet werden. Dieser wird durch eine Muttersprachlerin erteilt.

Seit 1999 wird die Grundschule durch die Schulleiterin, Frau F, geleitet. Seit dem Beginn des laufenden Schuljahres steht ihr stellvertretend Frau M zur Seite.

Die Außenanlage der Schule besteht aus einem großen asphaltierten Schulhof, wobei es dennoch nicht an Grünflächen mangelt. Somit ist genug Platz zum Spielen und Toben vorhanden, wodurch die Schüler zum selbstständigen Bewegen animiert werden. Insgesamt sind genügend kindgerechte Spiel- und Bewegungsräume vorhanden. Der Schulhof ist ausgestattet mit Sitzgelegen­heiten, Klettergerüsten (gemulchter Untergrund), einer Rutschbahn, sowie einem großen Spielfeld (Fußball- und Basketballfeld) mit Tartanbelag.

Außerdem besitzt die Schule eine Schulküche, einen Computerraum, einen Lehrmittelraum, einen Kopierraum, eine Turnhalle, ein Lehrschwimmbad, einen Kunstsaal, einen Werkraum, eine Aula sowie ein Direktorat mit Vorzimmer und ein großes Lehrerzimmer. Einige dieser Räumlichkeiten werden außerhalb der Schulzeit auch von den örtlichen Vereinen und der Volkshochschule X. genutzt.

Die Schule ist eine freiwillige Ganztagsschule. Die Eltern haben die Möglichkeit, ihre Kinder nach dem regulären Schultag, nachschulisch bis 16.30 Uhr, betreuen zu lassen. Im Anschluss an den schulischen Unterricht essen die Schüler gemeinsam zu Mittag, erledigen ihre Hausaufgaben und verbringen den Nachmittag mit altersgerechten Aktivitäten. Die Betreuung wird von der Arbeiterwohlfahrt (AWO) organisiert und durch die Schule unterstützt. Außerdem wird an der Schule eine Hausaufgabenbetreuung, unter Aufsicht von Lehrern und Betreuungspersonal, der Arbeiterwohlfahrt angeboten.

Weil die Schule ein musisch-kulturelles Schulprofil verfolgt, werden zur Förderung der Begabungen verschiedene Arbeitsgemeinschaften angeboten, die durch Künstler aus unterschiedlichen Bereichen betreut werden. Diese werden von vielen Schülern besucht und sollen ihre Kreativität entwickeln und fördern.

Zurzeit kann zwischen den Arbeitsgemeinschaften Chor, Buchgestaltung, Computer, Fußball, Garten, Kunst, Theater und Töpfern gewählt werden.

Mehrere dieser Angebote finden donnerstags nach der fünften Stunde statt. An diesem Tag endet der Schultag für alle Klassen um 12.30 Uhr, so dass alle Schüler die Möglichkeit haben, eine Arbeitsgemeinschaft zu besuchen. Die Teilnahme an den Arbeitsgemeinschaften ist für das ganze Schuljahr verpflichtend.

Des Weiteren wird samstags im Rahmen der Kooperation Schule & Verein eine Schach - AG angeboten. Diese wird von der Schachvereinigung Saarbrücken sowie einer Elterngruppe der Schule geleitet.

Die Sporthalle der Grundschule, die für den regulären Schul- und Vereinssport ausgewiesen ist, ist relativ groß. Die Umkleidekabinen der Sporthalle sind im Keller aufzufinden. Insge­samt stehen vier Räume zur Verfügung. Jeder Umkleideraum verfügt über ein Waschbecken, an dem sich die Schüler nach Beendigung der Unterrichtsstunde ihre Hände und das Gesicht waschen können. Im Ganzen ist die Grundschule im Fachbereich Sport gut ausgestattet. In der Halle befinden sich mehrere Langbänke, Sprossenwände und Kletterstangen. Außerdem ver­fügt sie über einen großen Geräteraum. Dieser ist optimal mit Groß- und Kleingeräten ausgestattet und wird von den örtlichen Vereinen mitgenutzt. Die Fülle der Geräte macht es möglich, unterschiedliche Geräteparcours und Stationen aufzubauen. Alle in der Unterrichts­stunde benötigten Materialien sind ausreichend vorhanden.

2. Die Situation der Klasse

Seit Beginn des Schuljahres unterrichte ich die Klasse 3.1. eigenverantwortlich im Fach Sport. Die Klasse setzt sich aus 18 Schülern zusammen, wobei die Geschlechtsverteilung mit zehn Jungen und acht Mädchen als relativ homogen zu bezeichnen ist. In der Klasse befinden sich zwei Schüler, die eine ausländische Staatsangehörigkeit (chin. / ital.) besitzen. Diese Schüler verfügen jedoch über genügend Deutschkenntnisse um dem Unterricht folgen zu können.

Überwiegend zeigen sich die Schüler der Klasse dem Fach Sport gegenüber positiv aufge­schlossen. Dies spiegelt sich in einer großen Leistungs- und Motivationsbereitschaft wider. Viele Schüler sind in ihrer Freizeit sportlich aktiv und Mitglied in verschiedenen Vereinen.

Jedoch ist anzumerken, dass diese Leistungsbereitschaft anfangs des Schuljahres bei den Schülern nicht so stark ausgebildet war. Dies zeigte sich besonders darin, dass bei vielen Kindern eine fehlende Kooperation- und Kommunikationsfähigkeit bestand. Es kam vermehrt zu Streitereien und Diskussionen zwischen den Schülern und vereinbarte Regeln wurden erst nach mehrfacher Aufforderung beachtet. Aus diesen Gründen wurden am Anfang des Schul­jahres stark strukturierte Stunden gehalten, in denen der Schwerpunkt auf der Kooperation, den Verhaltensweisen und den Regeln im Sportunterricht lag.

Ich kann behaupten, dass seit den Herbstferien sich das Sozial- und Mitarbeitsverhalten der Klasse erheblich gebessert hat. Diese Veränderungen wurden auch von den Schülern so empfunden und rückgemeldet. Sie reagieren frühzeitig auf Störungen von Mitschülern und versuchen diese zu unterbinden, um möglichst keine Unterbrechungen des Sportunterrichts durch die Lehrkraft hervorzurufen. Die Änderungen des Verhaltens sind womöglich auf die Gespräche und feste Regeln, die von der Lehrkraft innerhalb der Klasse vorgegeben wurden, zurückzuführen. Die Klasse akzeptiert und befolgt stärker die aufgestellten Regeln und freut sich auf den Sportunterricht. Alle Schüler haben ein starkes Spiel- und Bewegungsbedürfnis und sind sowohl bei der Um­setzung spielerischer Bewegungserfahrungen als auch beim Experimentieren an Groß- und Kleingeräten motiviert und am Unterrichtsgeschehen beteiligt.

Trotzdem kommt es immer noch vor, dass der in der Klasse eingeführte Ordnungsrahmen von einigen Schülern hin und wieder durch Regelverstöße missachtet wird, was eine Störung des Unterrichtsverlaufes zur Folge hat.

Bei den Jungen ist die Frustrationstoleranzgrenze immer noch sehr niedrig, was sich durch spontane Wutausbrüche oder in Leistungsverweigerung äußert. Einigen fällt es schwer, sich länger auf eine bestimmte Sache zu konzentrieren. Dies führt zu Unaufmerksamkeiten und Unruhe in der Gruppe.

Falls es im Sportunterricht zu Situationen kommt, in denen sich die Schüler nicht an erarbeitete Regeln oder Vereinbarungen halten, erhalten diese Schüler zunächst eine mündliche Verwarnung („Gelbe Karte“). Im Wiederholungsfall erfolgt ein kurzzeitiger Ausschluss („Rote Karte“) aus dem Sportgeschehen.

Nach dem Sportunterricht waschen sich die Schüler mit einem mitgebrachten Waschlappen das Gesicht und die Hände. Dadurch wird den hygienischen und gesundheitlichen Aspekt des Sportunterrichts eine besondere Bedeutung beigemessen.

Schüler, die keine Sportsachen dabei haben, werden in anderen Klassen mitbetreut.

In der Klasse können bei keinem Schüler starke defizitäre koordinative und konditionelle Fähigkeiten beobachtet werden.

E und S fallen aufgrund ihrer schnellen Umsetzung und qualitativ hochwertigen Ausführung von Bewegungsaufgaben besonders auf. Sie zeigen einen Drang zur Verbesserung zielgerichteter Bewegungsaufgaben. Weiterhin zeichnen sie sich besonders durch Hilfs- und Kooperationsbereitschaft sowie durch eine hohe allgemeine Spielfähigkeit, aber auch durch ihr Engagement und guten sportlichen Leistungen, aus.

N ist ein zierlicher und kleiner Schüler, der körperlich benachteiligt im Vergleich zu den anderen Jungen der Klasse ist. Es fällt auf, dass er wesentlich länger braucht, um eine Bewegungsaufgabe zu bewältigen. Weiterhin zieht der Junge sich besonders oft zurück, wenn die Klasse unruhiger wird. Er wird von den anderen Jungen nur wenig akzeptiert und erhält deswegen eine Außenseiterstellung innerhalb der Klasse. Im motorischen Bereich kann er zu den schwächeren Schülern der Klasse gezählt werden. Bei Mathias ist Angst vor dem Ungewohnten und vor Verletzungen zu beobachten.

E und S sind nicht direkt übergewichtig, aber dennoch ersichtlich schwerer als ihre Mitschüler. Sie wirken motorisch ungeschickt und Übungen, die ein Mindestmaß an Kraft erfordern, fallen ihnen sichtlich schwer. Ihre konditionellen Fähigkeiten sind wenig entwickelt. In Bezug auf ihre Ausdauerleistung bei Spielen sind erhebliche Defizite zu erkennen. Dadurch sind ihre Leistungsvoraussetzungen weniger günstig als bei anderen Gleichaltrigen, was sich in Bezug auf ihre Reaktionsschnelligkeit in Spielen deutlich zeigt. Sie ermüden schnell und sind infolgedessen häufig lustlos.

A leidet unter einer Herzerkrankung. Er hat dadurch gelernt, sehr verantwortungsbewusst mit sich selbst, aber auch mit anderen Menschen, umzugehen. Generell schafft es David sehr gut mit seiner Krankheit umzugehen, sich häufig kurze Erholungspausen einzubauen und sich bei relativ lang andauernden Belastungen zurückzunehmen. Es gibt jedoch auch Situationen, die seine Bewegungslust und seine Bereitschaft zur Leistungssteigerung in so hohem Maß ansprechen, dass er die Tendenz zeigt sich für seine Verhältnisse zu hoch zu belasten. Da ich um seine Krankheit und seine Bewegungslust weiß, achte ich auf eine relativ geringe Intensität seiner Belastung und auf einsetzende Ermüdungserscheinungen bei dem Jungen besonders stark. Ich schlage ihm in solchen Situationen Erholungspausen vor, in denen er sich beispielsweise als Schiedsrichter einbringen kann. Solche Angebote nimmt er bereitwillig und einsichtig an.

E arbeitet engagiert im Unterricht mit und ruft seine Mitschüler während Gesprächsphasen sogar des Öfteren zur Ruhe auf. Er zeigt in allen Bereichen gute Leistungen.

Die Klasse ist mit der Arbeitsweise des Stationsbetriebes und der Arbeit mit Auftragskarten vertraut und kann in diesem Rahmen eigenverantwortlich arbeiten. Ich nutze daher diese metho­dischen Vorgehensweisen um differenzierte Lerngelegenheiten, beziehungsweise Zugänge, zu den unterschiedlichen Unterrichtsinhalten zu schaffen. In zwischengeschalteten oder abschließenden Gesprächsphasen sind die Schüler in der Lage, konstruktiv Ideen zu entwickeln, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten und Bewegungsabläufe zu erkennen und zu verbalisieren. Besonders engagiert zeigen sich diesbezüglich E, M und P. Im Folgenden werde ich auf einige Schüler näher eingehen. Diesen Schülern muss eine besondere Aufmerksamkeit zukommen, da sie oft durch unfaires und unsoziales Verhalten, Provokation, Desinteresse und Mitarbeitsverweigerung im Sportunterricht auffallen. Sie stören ihre Mitschüler und halten sich insbesondere bei Spielen nicht an Regeln, um als Gewinner aus dem Spiel hervorzutreten zu können.

P zieht sich, sobald er kein Interesse am aktuellen Unterrichtsgegenstand mehr hat, sehr schnell zurück. Nach einer Aufforderung von mir, gliedert er sich jedoch normalerweise wieder ins Unterrichtsgeschehen ein.

E fällt es schwer allgemeine Verhaltens- und Gesprächsregeln einzuhalten. Deshalb kommt es häufiger zu aggressiven Auseinandersetzungen oder Unterrichtsverweigerungen. Dieses Verhalten hat sich durch zielgerichtete pädagogische Maßnahmen stark verbessert.

W ist ein sehr guter Sportler. Leider fällt er oft durch unfaires Verhalten im Sportunterricht auf, da er der Beste sein will. Er zeigt eine sehr geringe Frustrationstoleranz. Häufig kommt es vor, dass er versucht durch Regelverstöße schneller sein Ziel zu erreichen. Gelingt ihm dies nicht, entzieht er sich dem Unterricht und setzt sich auf die Langbank. Nach einiger Zeit stößt er selbstständig wieder zu der Klasse hinzu.

S ist ein adipöser Schüler, der sich trotz seines Übergewichtes aktiv in das Unterrichtsge­schehen mit einbringt und gute sportliche Leistungen erzielt. Leider ist er auch ein Junge, der mehrmalige und eindringliche Ermahnungen braucht, um seine Grenzen zu erfahren. Er zeigt häufig ein dominantes, destruktives und rebellisches Verhalten gegenüber den Lehrpersonen und seinen Mitschülern. Dies führt einerseits dazu, dass stillere und leistungsschwächere Schüler verschüchtert und gehemmt reagieren und damit in ihrer Handlungsweise einge­schränkt werden, andererseits gerät er oft mit selbstbewussten Schülern in verbale Auseinan­dersetzungen. Es ist auffallend, dass neben S auch C ein Schüler mit auffälligem Verhalten ist. Die beiden Jungen versuchen ihre Stellung im Klassensystem immer wieder neu zu definieren und fallen beide häufig durch ihr verbal aggressives und dominantes Verhalten untereinander und auch ihren Mitschülern gegenüber auf. Trotz der häufigen Störungen im Unterricht sind alle Schüler den Lehrern gegenüber stets freundlich und hilfsbereit. Zu dem Schüler G möchte ich mich nicht weiter äußern, da dieser Schüler durch vermehrte Fehlzeiten erst zweimal am Sportunterricht teilgenommen hat. Dies beruht daher, dass der Schüler unregelmäßig in der Schule erscheint. Er wird daher auch in der Lernstands­diagnose nicht berücksichtigt.

Wie bereits erwähnt hat sich das Verhalten der Schüler erheblich gebessert.

Trotzdem scheint es von großer Bedeutung, gerade an dieser Stelle abermals anzuknüpfen und das soziale Miteinander weiterhin im Unterricht zu berücksichtigen, um eine weitere positive Veränderung zu erzielen.

Das Sozialverhalten der Mädchen (abgesehen von E) ist im Sportunterricht sehr gut. Bei Gruppenarbeiten können sie sich gut auf andere Gruppenmitglieder einstellen und erzielen dadurch gute Ergebnisse.

Die folgende Lernstandsdiagnose beruht auf Schülerbeobachtungen, die ich während des Unterrichts durchführte. Hier muss angemerkt werden, dass sich die Leistungen auf Beobachtungen in Bezug auf den Klassenverband richten.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

+ -> der Schüler zeigt in diesem Bereich gute bis starke Leistungen

o -> der Schüler zeigt in diesem Bereich mittlere Leistungen

- -> der Schüler zeigt in diesem Bereich schwache Leistungen

3. Die Situation der Lehramtsanwärterin

Seit dem 1. August 2004 bin ich als Lehramtsanwärterin für das Lehramt für die Primarstufe und die Sekundarstufe I im Schuldienst und unterrichte in Eigenverantwortung Sachunterricht (Klasse 4.1), Sport (Klasse 3.1) und Bildende Kunst (Klasse 3.3), da die Klassenlehrerin der Klasse 3.3 einmal wöchentlich als Mentorin für Sport unterwegs ist, unterrichte im laufenden Schuljahr in Eigenverantwortung neben den beiden Kunstunterrichtsstunden jeweils eine Stunde Deutsch, Mathematik und Förderunterricht.

Im Fach der Sekundarstufe I, Deutsch, werde ich von meinem Fachleiter, Herrn M, an der Erweiterten Realschule betreut.

Im Fach Didaktik der Primarstufe wurde ich im ersten Semester von Frau D. und im zweiten Semester von Frau B an der Schule in X. betreut. Meine Fachleiterin des laufenden Schuljahres ist Frau A.

Vor Beginn des Referendariats habe ich an der Universität Koblenz – Landau am Campus Landau Grund- und Hauptschulpädagogik mit den Fächern Grundschulpädagogik, Germanistik und Soziologie studiert. Das Studium habe ich im März 2004 mit dem Ersten Staatsexamen abgeschlossen.

Durch verschiedene Schulpraktika, die ich während des Studiums absolviert habe, konnte ich erste Erfahrungen im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sammeln.

Bezüglich des Faches Sport habe ich durch eine Übungsleitertätigkeit im Bereich Kleinkinder­turnen und Kinderturnen im Vereinssport zahlreiche Erfahrungen im Bereich des Aufbaus der Sportstunden und dem Umgang mit Kindern im Sportunterricht erfahren können Weiterhin habe ich im zweiten Semester ein „Sportprogramm zur Verbesserung der Koordination von bewegungsbeeinträchtigten Kindern des ersten Schuljahres“ an der Grundschule durchgeführt. Über diese Tätigkeit habe ich im Rahmen der Ausbildung meine pädagogische Arbeit verfasst.

Die Situation an der Grundschule empfinde ich als sehr angenehm, da ich mich gut mit dem Kollegium verstehe und viele Kollegen mich beratend unterstützen und mir, nicht nur bei der praktischen Unterrichtsplanung, sondern auch bei dem Verlauf der Unterrichtsstunde, behilflich sind.

0. Vorwort

„MENS SANA IN CORPORE SANO“- „nur in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist“

Dieser Grundsatz galt schon zu Lebzeiten Juvenals[3] (Decimus Iunius Iuvenalis, etwa 60-140 n. Chr.) und besitzt heute noch Aktualität, wenn man an das Wechselverhältnis der körper­lichen und geistig-seelischen Entwicklung denkt. Dennoch ist es keine Seltenheit, dass Kinder unter Haltungsschwächen, motorischen Auffälligkeiten, Übergewicht und / oder einem schwachen Herz-Kreislauf-System leiden. Der Sportunterricht verfolgt das Ziel diesen Entwicklungstendenzen entgegen zu wirken. Bewegung, Spiel und Sport sind für die Gesund­heit des Menschen wertvoll, wenn nicht unverzichtbar.[4]

Der vorliegende Unterrichtsentwurf beschreibt die dritte Stunde einer sechsstündigen Unterrichtseinheit. In der vorliegenden Unterrichtseinheit steht bei den geplanten Übungen der Barren als Großgerät im Mittelpunkt aller Aktivitäten. Durch die vielfältigen Verwen­dungsmöglichkeiten wird der Auseinandersetzung mit einer anregenden und herausfordernden Gerätewelt entsprochen. In der geplanten Sportstunde sollen die Schüler den Barren als Fitnessgerät im Rahmen eines Stationsbetriebs kennen lernen und ihre Stütz- und Armkraft mit Hilfe eines muskulären Aufbautrainings kräftigen.

In der vorausgehenden Unterrichtsstunde haben die Schüler bereits Bewegungserfahrungen an dem Großgerät gemacht, indem sie unterschiedliche Geräte in Form eines Hindernisparcours überwunden und somit die Angst vor dem Großgerät Barren verloren und ihre Geschicklich­keit trainiert haben.

Zum Abschluss der Unterrichtseinheit ist der Barren als Schwunggelegenheit vorgesehen. Hierbei sollen die Schüler insbesondere die Bewegungsfertigkeit des Rück- und Vorschwingens mit abschließender Sitzgrätsche erlernen.

Es gibt zahlreiche Gründe dafür, dass den heutigen Schulkindern häufig grundlegende Bewegungserfahrungen fehlen. Gerade das Training der gerätturnerischen Fähigkeiten bietet durch die große Übungsbreite und das mannigfaltige Angebot die Möglichkeit, Kinder optimal und freudvoll auszubilden.

Auffällig ist, dass das Gerätturnen nur in wenigen Grundschulklassen durchgeführt wird. Der Grund liegt vermutlich darin, dass insbesondere fachfremd unterrichtende Lehrer sich an den Themenbereich Gerätturnen ungern heranwagen und deshalb meiden. Das Einbeziehen von dem Gerätturnen im Sportunterricht ist aber sehr wichtig, da es einerseits im Lehrplan verankert und andererseits aufgrund der vielfältigen Entwicklungsreize bei Kindern dieser Alterstufe durch nahezu keine andere Sportart ersetzt werden kann. Sowohl koordinative Fähigkeiten als auch konditionelle Fertigkeiten,[5] mit Ausnahme der aeroben Ausdauer, werden hierdurch in besonderem Maße geschult. Aus gerade diesem Grund wäre eine grund­sätzliche Sensibilisierung der Lehrkräfte für eine angemessene und motivierende Gestaltung des Gerätturnens, des Faches Sport und eine Sensibilisierung gegenüber den Bewegungsbe­dürfnissen der Schüler von enormer Wichtigkeit. Dies beruht darauf, dass unterschiedliche Geräte Abwechslung, neue Ideen und Herausforderungen bei den Schülern hervorrufen.

Versäumt die Grundschule einen Grundstock gerätturnerischer Fähigkeiten zu legen, lässt sich dies später nur schwer oder überhaupt nicht mehr kompensieren. Durch ein gezieltes Fähig­keitstraining in der Grundschule kann die Freude an den vielfältigen, oftmals ungewohnten Bewegungen geweckt werden. Dadurch werden die Schüler auf den Gerätturnunterricht in weiterführenden Schulen vorbereitet.

Ich versuche den Unterricht so zu gestalten, dass er Freiräume zum Experimentieren und Erproben gestattet, unterschiedliche Lösungen zugelassen und vielfältige sportliche Aspekte in den Unterricht einbezogen werden. Die Fantasie der Schüler soll so angeregt werden, dass sie eventuell auch den Schulhof, Garten oder Spielplatz nutzen, um dort ähnliche Bewegungsmöglichkeiten zu finden und auszuführen.

[...]


[1] vgl. Internet 1

[2] Daten wurden entnommen aus: Unterrichtsverteilungsplan –Grundschulen- 2006 / 07, Stichtag 14. September 2006

[3] vgl. Krisam 2000, S. 3

[4] vgl. Dordel 1991, S. 11

[5] vgl. Gerling 2000, S. 5

Ende der Leseprobe aus 49 Seiten

Details

Titel
Der Barren als Fitnessgerät im Rahmen eines Stationsbetriebes
Veranstaltung
Lehrprobe
Note
1,1
Autor
Jahr
2006
Seiten
49
Katalognummer
V70782
ISBN (eBook)
9783638619585
ISBN (Buch)
9783638737418
Dateigröße
546 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Barren, Fitnessgerät, Rahmen, Stationsbetriebes, Lehrprobe
Arbeit zitieren
Denise Sula (Autor), 2006, Der Barren als Fitnessgerät im Rahmen eines Stationsbetriebes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70782

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