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Wissensmanagement - Überlegungen zu den (Un-)Möglichkeiten eines populären Konzepts

Title: Wissensmanagement - Überlegungen zu den (Un-)Möglichkeiten eines populären Konzepts

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 26 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: B.A. Viola Schneider (Author)

Pedagogy - General
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Die vorliegende Arbeit stellt den Versuch einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Konzept des Wissensmanagements dar, welches im Kontext des Einzuges von Managementkonzepten in den Bildungssektor – wie zum Beispiel auch dem Qualitätsmanagement – seit den 1990er Jahren enorme Aufmerksamkeit im pädagogischen Diskurs erfährt. Das in dieser Arbeit zur Diskussion gestellte Konzept des Wissensmanagements schließt an die Zeitdiagnose der so genannten Wissensgesellschaft an. Die Stränge des Diskurses um die Wissensgesellschaft laufen dabei in verschiedene Richtungen, einen sich aber in der These, dass die moderne Gesellschaft sich in allen Bereichen hin zu einer ausgeprägten Wissensbasierung entwickelt hat. Im Zuge des Konzepts der Wissensgesellschaft erscheint die Idee reizvoll, dass auch – oder: vor allem – unter ökonomischen Gesichtspunkten, um Wissen nutzbar zu machen, es sinnvoll sein könnte, Wissen „handhabbar“ zu gestalten, es zu managen und damit für Personen, vor allem aber für Organisationen, wo Konzepte des Wissensmanagement mit besonderer Brisanz verhandelt werden, verfügbar zu machen. Im Wissensmanagement könnte man somit m.E. eine „Antwort“ der Organisationen auf die Zeitdiagnose „Wissensgesellschaft“ sehen. Die vorliegende Arbeit sucht jedoch keinen vorschnellen Anschluss an die gängigen Konzepte des Wissensmanagements. Vielmehr soll hier der Versuch einer Problematisierung des populären Ansatzes vorgenommen werden, denn es lässt sich die eindeutige Tendenz beobachten, dass, je größer die unterstellte ökonomische Bedeutung von Wissen eingeschätzt wird, desto unklarer wird, mit welchem Wissensbegriff in der Debatte um den Nutzen und Einsatzgebiete des Wissensmanagements überhaupt operiert wird. Das Konzept des Wissensmanagements, welches direkt an der Zeitdiagnose „Wissensgesellschaft“ anknüpft, soll exemplarisch mit den Ansätzen von Peter Pawlowsky und Hirotaka Takeuchi/Ikujiro Nonaka skizziert werden, woran sich vor allem im Anschluss an Michael Polanyis Konzept des impliziten Wissens eine Problematisierung des Ansatzes des Wissensmanagements ergibt. Zudem stellt sich auf diese Ausführungen aufbauend die Frage danach, mit welchem Begriff von Wissen die Protagonisten des Wissensmanagements überhaupt operieren und welche möglichen Schwierigkeiten sich daraus ergeben können.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorüberlegungen

2.1 Wandel von Wissen zu Information (Lyotard)

2.2 Die Wissensgesellschaft nach Helmut Wilke

2.3 Die „lernende Organisation“

3. Wissensmanagement – Was ist das?

3.1 Wissensmanagement nach Nonaka und Takeuchi

3.2 Wissensmanagement nach Pawlowsky

4. Problematisierung des Ansatzes des Wissensmanagements

4.1 „The Tacit Dimension“ – Implikationen des impliziten Wissen Michael Polanyis

4.2 Welches Wissen kann man „managen“?

5. Abschließende Betrachtungen

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das populäre Konzept des Wissensmanagements kritisch zu hinterfragen, anstatt einen unreflektierten Anschluss an bestehende Managementansätze zu suchen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welcher Wissensbegriff den Wissensmanagementkonzepten zugrunde liegt und mit welchen Problemen die Transformation von persönlichem Wissen in organisatorisches Wissen verbunden ist.

  • Kritische Analyse des Wissensbegriffs in der Wissensgesellschaft
  • Problematisierung der Explizierbarkeit von implizitem Wissen
  • Vergleich prominenter Theorien (u.a. Nonaka/Takeuchi, Pawlowsky)
  • Reflektion der Machtaspekte und ökonomischen Verwertungszwänge
  • Diskussion der Grenzen von Wissensmanagement in der Bildung

Auszug aus dem Buch

4.1 „The Tacit Dimension“ – Implikationen des impliziten Wissens Michael Polanyis

Bei der Auseinandersetzung mit Theorien der Wissensgesellschaft und des Wissensmanagements wird das Gewicht, welches dem impliziten Wissen in diesen Konzepte eingeräumt wird, offenbar: Sowohl Wilke als auch Pawlowsky und Takeuchi/Nonaka verweisen auf die Bedeutung impliziten Wissens für Wissensmanagementkonzepte. Auffallend dabei ist nun, dass nahezu alle Protagonisten von Wissensmanagementkonzepten – teilweise sogar explizit – an die Definition impliziten und expliziten Wissens Michael Polanyis anschließen auf den mit seinem Werk „The Tacit Dimension“ sehr differenzierte und komplexe Betrachtungen zum Phänomen des impliziten Wissens zurückgehen:

„Der Begriff des impliziten Wissens stammt von Michael Polanyi (1985). Er versteht darunter personen- und gruppengebundenes Wissen, das unmittelbar mit Handlungen und Kontexten verbunden ist, vergleichbar mit dem intuitiven Wissen und Erfahrungen von alten Handwerksmeistern. Es besteht aus kognitiven Komponenten, die letztlich Urteilsfähigkeit konstituieren, aus Fertigkeiten, die Handlungsfähigkeit begründen, und nicht zuletzt aus Normen, die Identität ermöglichen. Im Gegensatz zu explizitem Wissen ist implizites Wissen nicht ohne weiteres formulierbar, dokumentierbar oder kodifizierbar. Im allgemeinen wird es durch Kopieren und Nachahmen gelernt. Es entfaltet seine gesamten Potentiale erst in actu oder im Dialog mit anderen, wenn es im Spiegelungsprozess bewusst wird.“

Polanyis Grundannahme lautet: „Ich werde das menschliche Erkennen ausgehend von der Tatsache betrachten, daß wir mehr wissen, als wir zu sagen wissen. […] Im Akt der Mitteilung selbst entspringt ein Wissen, das wir nicht mitzuteilen wissen.“ Dieses „mehr“ an Wissen beschreibt Polanyi als implizites Wissen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die kritische Auseinandersetzung mit dem Wissensmanagement im Bildungssektor ein und verknüpft das Thema mit der Zeitdiagnose der Wissensgesellschaft.

2. Vorüberlegungen: Dieses Kapitel erläutert den soziologischen Kontext, insbesondere den Wandel von Wissen zu Information und die Konzepte der Wissensgesellschaft sowie der lernenden Organisation.

3. Wissensmanagement – Was ist das?: Es werden die theoretischen Grundlegungen des Wissensmanagements anhand der Ansätze von Nonaka/Takeuchi und Pawlowsky dargelegt.

4. Problematisierung des Ansatzes des Wissensmanagements: Hier wird der Kern der Kritik formuliert, indem die Unmöglichkeit der vollständigen Explikation von implizitem Wissen nach Polanyi analysiert und die Frage der „Managbarkeit“ von Wissen reflektiert wird.

5. Abschließende Betrachtungen: Das Fazit fasst die Problematik der Ökonomisierung und Standardisierung von Wissen zusammen und warnt vor einer Reduktion des Menschen auf ein funktionales Instrument.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Quellen und Literaturangaben.

Schlüsselwörter

Wissensmanagement, Wissensgesellschaft, implizites Wissen, Michael Polanyi, lernende Organisation, Wissensarbeit, Wissensumwandlung, Pädagogik, Zweckrationalität, Managementkonzepte, Information, Bildungssektor, Wissensintegration, Macht, Ökonomisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine kritische Analyse des Wissensmanagements und untersucht, wie dieses populäre Konzept in modernen Organisationen und im Bildungssektor Anwendung findet.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Wissensgesellschaft, der Wandel von Wissen zu Information, die lernende Organisation und die theoretische Debatte über die Managbarkeit von implizitem Wissen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Problematisierung des Wissensmanagements hinsichtlich seines verwendeten Wissensbegriffs und der praktischen Schwierigkeiten bei der Erfassung und Nutzbarmachung von Wissen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische und kritische Auseinandersetzung, die maßgeblich auf der Philosophie von Michael Polanyi sowie auf zeitdiagnostischen Theorien zur Wissensgesellschaft basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Konzepte von Nonaka, Takeuchi und Pawlowsky vorgestellt, um anschließend deren theoretische Grundlagen anhand der Polanyi'schen Kritik am impliziten Wissen zu dekonstruieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wissensmanagement, Wissensgesellschaft, implizites Wissen, lernende Organisation und Wissensökonomie sind die prägenden Begriffe dieser Untersuchung.

Wie bewertet die Autorin die Idee der "lernenden Organisation"?

Die Autorin betrachtet die lernende Organisation kritisch, da sie mit dem Ziel einhergeht, Wissen von den konkreten Individuen abzulösen und in anonymisierte Regelsysteme zu transformieren.

Warum ist das Konzept des impliziten Wissens für das Wissensmanagement problematisch?

Weil implizites Wissen nach Polanyi untrennbar mit der Person und deren Erfahrung verbunden ist; der Versuch, es vollständig zu objektivieren oder „zu managen“, führt laut der Autorin zum Verlust der Essenz dieses Wissens.

Welche Rolle spielt die Ökonomisierung in der Debatte?

Die Ökonomisierung zwingt Organisationen dazu, Wissen primär nach seinem Nutzen und seiner Verwertbarkeit zu bewerten, was Bildungsprozesse zunehmend an marktwirtschaftliche Interessen bindet.

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Details

Title
Wissensmanagement - Überlegungen zu den (Un-)Möglichkeiten eines populären Konzepts
College
Ruhr-University of Bochum  (Erziehungswissenschaft)
Course
Pädagogische Wissensformen
Grade
1,0
Author
B.A. Viola Schneider (Author)
Publication Year
2007
Pages
26
Catalog Number
V70936
ISBN (eBook)
9783638630597
ISBN (Book)
9783638674805
Language
German
Tags
Wissensmanagement Konzepts Pädagogische Wissensformen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
B.A. Viola Schneider (Author), 2007, Wissensmanagement - Überlegungen zu den (Un-)Möglichkeiten eines populären Konzepts, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/70936
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