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Der Medienwechsel bei Literaturverfilmungen am Beispiel der Jahrestage von Uwe Johnson in der Umsetzung von Margarethe von Trotta

Titel: Der Medienwechsel bei Literaturverfilmungen am Beispiel der Jahrestage von Uwe Johnson in der Umsetzung von Margarethe von Trotta

Seminararbeit , 2006 , 23 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: B.A. Yvonne Hoock (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit möchte sich mit der Verfilmung derJahrestagedurch Margarethe von Trotta beschäftigen und herausarbeiten, wie der Medienwechsel von der literarischen Vorlage in das Medium Film bewältigt wurde. Dabei soll nicht die Person Margarethe von Trotta oder die Tatsache, dass sie sich in ihren Filmen mit Vorliebe „Frauenschicksalen“ widmet, der Ausgangspunkt der Analyse sein. Eine kritische Betrachtung derJahrestage-Verfilmungauf drei Ebenen soll vielmehr sicherstellen, dass die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen einer Literaturverfilmung, differenziert betrachtet werden können: als Fernsehproduktion, als Filmkunst und als Literaturadaption.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Literaturverfilmung als Transformation

3 Das Filmprojekt Jahrestage

4 Kritik auf drei Ebenen

5 Medienwechsel

5.1 Reduktionen

5.2 Dominante Bilder

5.3 Die Einbindung des Zeitgeschehens

5.4 Die Umsetzung der Erzählstruktur

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den komplexen Medienwechsel bei der Literaturverfilmung von Uwe Johnsons Roman "Jahrestage" durch die Regisseurin Margarethe von Trotta. Ziel ist es, die Transformation der literarischen Vorlage in das filmische Medium zu analysieren und zu bewerten, wobei sowohl die künstlerischen Möglichkeiten als auch die medienbedingten Grenzen der Adaption kritisch hinterfragt werden.

  • Theoretische Grundlagen der Literaturverfilmung als mediale Transformation.
  • Analyse der Produktionsumstände und der dramaturgischen Entscheidungen der Verfilmung.
  • Kritische Untersuchung der Adaptionsleistung auf drei Ebenen: Fernsehproduktion, Filmkunst und Literatur.
  • Bewertung der Umsetzung von Erzählstruktur, Figurenkonzeption und Leitmotiven.
  • Beleuchtung des Verhältnisses zwischen dem Originalroman und der filmischen Lesart.

Auszug aus dem Buch

5.1 Reduktionen

Die Problematik auf der dritten Ebene, der Ebene der Übertragung der literarischen Vorlage, lässt sich am anschaulichsten verdeutlichen, wenn man sich die, natürlich zum Teil notwendigen, Reduktionen betrachtet, die, insbesondere auf der politisch sozialgeschichtlichen Ebene, das Geschehen sehr vereinfachen. Ein besonders einleuchtendes Beispiel dafür ist das Bild der evangelischen Kirche im Nationalsozialismus. Während im Roman von 1931 bis 1951 drei sehr unterschiedliche Pfarrer in Jerichow aufeinander folgen und dadurch dem Leser ein differenziertes Bild vermitteln, taucht im Film nur Brüshaver auf. So wird "ungewollt das Bild der Kirche im Dritten Reich arg schöngefärbt, das der Roman mit den drei exemplarischen Pfarrern so exakt zeichnet". Auch in vielen anderen Bereichen wird die Anzahl der auftretenden Figuren verkleinert und ihre Charaktere werden vereinfacht, da der Zuschauer – anders als der Leser – durch immer neue Figuren verwirrt werden könnte, bzw. ihm die Einordnung schwer fällt, falls er einen Teil verpasst.

Die Drehbuchautoren „haben die Menschen aus ihrem Beschreibungsgestrüpp herausgeschält“, was allerdings dazu führte, dass „das je Eigentümliche und Nicht Vereinnehmbare der detailliert geschilderten Figuren“, ihre Widersprüchlichkeiten verloren gehen. Geradezu paradox mag es da anmuten, dass die Drehbuchautoren zu dieser Fülle von Material, das sie kürzen mussten, noch zusätzliche Quellen hinzu zogen. So wurden weitere Johnson-Werke zur Vervollständigung und Plausibilisierung der Handlung mit integriert. Der Konflikt um die Junge Gemeinde wurde aus Ingrid Babendererde eingearbeitet, zur Komplettierung von Jakobs Lebenslauf wurden die Mutmassungen über Jakob herangezogen, ebenso wurde der Charakter Rohlfs aus den Mutmassungen in die Jahrestage transportiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Vorstellung der Problemstellung und der Zielsetzung der Analyse der "Jahrestage"-Verfilmung von Margarethe von Trotta.

2 Die Literaturverfilmung als Transformation: Theoretische Auseinandersetzung mit der Umsetzung literarischer Vorlagen in filmische Bilder und den damit verbundenen Herausforderungen.

3 Das Filmprojekt Jahrestage: Überblick über die Entstehungsgeschichte, die Produktionsbedingungen und das Team hinter der Fernsehproduktion.

4 Kritik auf drei Ebenen: Differenzierte Betrachtung der Verfilmung unter den Aspekten des Fernsehfilms, der Filmkunst und des intermedialen Bezugs zur Vorlage.

5 Medienwechsel: Kernkapitel zur Analyse der konkreten filmischen Umsetzung, unterteilt in thematische Schwerpunkte wie Reduktionen, Bilder und Erzählstruktur.

5.1 Reduktionen: Untersuchung der Vereinfachung von Charakteren und Handlungssträngen sowie der Integration zusätzlicher Quellen.

5.2 Dominante Bilder: Analyse des Umgangs mit Leitmotiven und Symbolen bei der Übertragung in das visuelle Medium.

5.3 Die Einbindung des Zeitgeschehens: Analyse der Darstellung von tagespolitischen Ereignissen und der Rolle von Nachrichtenmedien im Film.

5.4 Die Umsetzung der Erzählstruktur: Untersuchung der chronologischen Erzählweise und der Vereinfachung der im Roman komplexen Multiperspektivität.

6 Zusammenfassung: Resümee des Transformationsprozesses und abschließende Bewertung der Adaption als gelungenes, aber interpretatives Projekt.

Schlüsselwörter

Jahrestage, Uwe Johnson, Margarethe von Trotta, Literaturverfilmung, Medienwechsel, Transformation, Literaturadaption, Erzählstruktur, Fernsehproduktion, Filmästhetik, Reduktion, Gesine Cresspahl, Zeitgeschehen, Adaptionskritik, intermedialer Bezug.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die filmische Adaption des Romans "Jahrestage" von Uwe Johnson durch die Regisseurin Margarethe von Trotta und den damit verbundenen Prozess des Medienwechsels von Literatur zu Film.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Fokus stehen die theoretischen Aspekte der Transformation, die spezifischen Herausforderungen bei der Umsetzung von Johnsons komplexem Erzählstil sowie die kritische Würdigung der Verfilmung auf verschiedenen Ebenen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit analysiert, wie der Medienwechsel von der literarischen Vorlage zum Medium Film bewältigt wurde und ob die Adaption den Möglichkeiten und Grenzen einer Literaturverfilmung gerecht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine medienwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die literarische Analyse mit filmtheoretischen Ansätzen kombiniert, um den Transformationsprozess zu bewerten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit den filmischen Umsetzungsstrategien, inklusive der Reduktion von Charakteren, der Verwendung dominanter Bilder, der Einbindung des Zeitgeschehens und der Anpassung der Erzählstruktur.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Literaturverfilmung, Medienwechsel, Transformationsanalyse, Erzählstruktur, Uwe Johnson und Margarethe von Trotta.

Inwieweit beeinflussen Budgetvorgaben die filmische Umsetzung laut der Arbeit?

Die Arbeit weist darauf hin, dass budgetäre Gründe, wie etwa hohe Lizenzkosten für historisches Material, dazu führten, dass bestimmte Elemente (wie die Rolle der New York Times) reduziert oder durch günstigere Alternativen ersetzt wurden.

Wie bewertet die Autorin das Spannungsfeld zwischen Zuschauererwartungen und literarischem Anspruch?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass der Film zugunsten der Massenkompatibilität und Verständlichkeit Vereinfachungen vornahm, wodurch jedoch teilweise die literarische Tiefe und die für den Roman typische erzählerische Irritation verloren gingen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Der Medienwechsel bei Literaturverfilmungen am Beispiel der Jahrestage von Uwe Johnson in der Umsetzung von Margarethe von Trotta
Hochschule
Universität Karlsruhe (TH)
Note
1,0
Autor
B.A. Yvonne Hoock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
23
Katalognummer
V71002
ISBN (eBook)
9783638627030
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Medienwechsel Literaturverfilmungen Beispiel Jahrestage Johnson Umsetzung Margarethe Trotta
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B.A. Yvonne Hoock (Autor:in), 2006, Der Medienwechsel bei Literaturverfilmungen am Beispiel der Jahrestage von Uwe Johnson in der Umsetzung von Margarethe von Trotta, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71002
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