Diese Arbeit behandelt die drei neuen Bürgerbewegungen – die Frauenbewegung, die Friedensbewegung und die Umweltbewegung – in Ost- und Westdeutschland und soll versuchen einige Fragen zu klären.
Es soll die Bedeutung, die diese drei Bewegungen für die Gründung einer Grünen Partei in beiden deutschen Teilstaaten hatten, geklärt werden. Weiterhin soll die Beeinflussung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Gegebenheiten und Voraussetzungen auf das Entstehen der Bewegungen aufgezeigt werden. Zudem soll dargestellt werden, welche Aktivitäten, Zielsetzungen, Erfolge, aber auch Misserfolge die Bewegungen hatten. Letztendlich soll beantwortet werden wie es dazu kam, dass sich aus den Bewegungen eine „politische Partei“ gründete und wieso diese grüne Partei keine „Eintagsfliege“ war, sondern bis heute politisch bedeutsam ist bzw. ihre Bedeutung steigern konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Definition der sozialen Bewegung
2. Die Neue Frauenbewegung
2.1. Die Neue Frauenbewegung in der BRD
2.1.1. Zum politischen Hintergrund und der Entstehung der Bewegung
2.1.2. Die Struktur und Organisation der Bewegung
2.1.3. Aktionen und Veranstaltungen
2.1.4. Institutionalisierung der Frauenbewegung
2.2. Die Neue Frauenbewegung in der DDR
2.2.2. Beginn einer Neuen Frauenbewegung
3. Die Neue Friedensbewegung
3.1. Die Neue Friedensbewegung in der BRD
3.1.1. Vorgeschichte der Neuen Friedensbewegung
3.1.2. Anfänge der Neuen Friedensbewegung
3.2. Die Friedensbewegung in der DDR
4. Die Umweltbewegung
4.1. Die Umweltbewegung in der BRD
4.2. Die Anti-AKW-Bewegung in der BRD
4.2.1. Die Geschichte der Bewegung
4.2.2. Mitglieder der Bewegung
4.2.3. Anfänge der Bewegung - von Wyhl bis zum Tag X
4.2.4. Die Antwort des Staates und Kriminalisierung der Bewegung
4.2.5. Hoffnung auf ein anderes Leben
4.3. Umweltbewegung in der DDR
5. Gründung einer grünen Partei
5.1. Gründung der Partei Die Grünen in der BRD
5.1.1. Erste Phase der Entwicklung 1977 bis 1983
5.1.2. Zweite und dritte Phase der Entwicklung 1983-1990
5.2. Gründung der Grünen und des Bündnis 90 in den neuen Bundesländern
5.3. Die „Doppelte Vereinigung“
6. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der neuen Bürgerbewegungen – Frauen-, Friedens- und Umweltbewegung – in Ost- und Westdeutschland für die Entstehung und Etablierung der Partei "Die Grünen" zwischen 1969 und 1989. Dabei wird analysiert, wie diese sozialen Bewegungen auf politische Rahmenbedingungen reagierten, welche Strategien sie verfolgten und warum sie schließlich zur Gründung einer dauerhaft erfolgreichen grünen Partei führten.
- Entstehungsgeschichte der Neuen Frauenbewegung in BRD und DDR.
- Rolle der Friedensbewegung im Kontext des Ost-West-Konflikts und der deutschen Teilung.
- Analyse der Anti-AKW-Bewegung als zentrales Element der Umweltbewegung.
- Prozess der Parteigründung der Grünen und die Auswirkungen der "Doppelten Vereinigung".
- Interaktion zwischen außerparlamentarischem Protest und parlamentarischer Parteipolitik.
Auszug aus dem Buch
4.2.2. Mitglieder der Bewegung
Die Bewegung wurde von Anfang an von vielen politischen Strömungen getragen, die als einzige Gemeinsamkeit die Gegnerschaft zu den Atomkraftwerken hatten. 1976/77 entstand das Schlagwort von dem/der „ehrlichen AKW-Gegner/in“. Diese wollten sich von den kommunistischen AKW Gegnern abheben, weil diese auch ihre Ideologien in die Bewegung einfließen lassen wollten und das politische System und die Marktwirtschaft in Frage stellten.
1972 wurde der BBU von einigen Initiativen und Umweltpolitikern gegründet, weil man sich von einem Dachverband der Bürgerinitiativen im Umweltschutzbereich mehr Durchsetzungskraft gegen Umweltzerstörung und Atomprogramme erhoffte. Massenaktionen, vor allem wenn sie gegen das Gesetz verstießen, waren von dem BBU nicht erwünscht, da er sich dem Gesetz und den gewaltfreien Aktionen verpflichtet fühlte.
Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl stießen auch Bevölkerungsgruppen zur Anti-AKW-Bewegung, die sich keiner Strömung zurechnen lassen wollten. Schüler, Studierende, Akademiker, Arbeitslose und unorganisierten Linke formten und stärkten die Bewegung, sorgten für Spontaneität und Unberechenbarkeit.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Fragestellung zur Bedeutung der Bürgerbewegungen für die Gründung der Grünen Partei im Kontext der politischen Voraussetzungen in Ost- und Westdeutschland.
2. Die Neue Frauenbewegung: Das Kapitel behandelt den historischen Ursprung der Frauenbewegung aus der Studentenbewegung und ihre unterschiedliche Ausprägung und Institutionalisierung in der BRD sowie die Entwicklung in der DDR.
3. Die Neue Friedensbewegung: Hier werden die Vorgeschichte und die verschiedenen Phasen der Friedensbewegung in beiden deutschen Staaten sowie deren Einfluss auf die politische Stimmung im Kontext der atomaren Bedrohung analysiert.
4. Die Umweltbewegung: Dieses Kapitel untersucht die Entstehung und den Verlauf der Umwelt- sowie insbesondere der Anti-AKW-Bewegung in der BRD und DDR unter Berücksichtigung staatlicher Repressionen und gesellschaftlicher Ziele.
5. Gründung einer grünen Partei: Hier wird der Prozess der Parteigründung, die Entwicklung der Grünen in der BRD, ihre Zusammenarbeit mit den ostdeutschen Bündnissen und die finale "doppelte Vereinigung" dargelegt.
6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die außerparlamentarischen Bewegungen zwar gesellschaftliche Anstöße lieferten, aber erst der Schritt in die parlamentarische Organisation den dauerhaften politischen Erfolg und die Umsetzung zentraler Ziele ermöglichte.
Schlüsselwörter
Bürgerbewegungen, Frauenbewegung, Friedensbewegung, Umweltbewegung, Anti-AKW-Bewegung, Die Grünen, Bündnis 90, soziale Bewegungen, BRD, DDR, politische Partizipation, Parteigründung, Wertewandel, doppelte Vereinigung, außerparlamentarische Opposition.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der historischen Entwicklung und der Bedeutung der drei einflussreichen Bürgerbewegungen – Frauen, Frieden und Umwelt – in der Bundesrepublik und der DDR zwischen 1969 und 1989 und deren Weg in die parlamentarische Regierungsverantwortung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind der Einfluss gesellschaftlicher Umbrüche auf soziale Bewegungen, der Organisationsgrad von Protesten, die Interaktion zwischen Staat und Aktivisten sowie der Weg von außerparlamentarischem Engagement hin zur Institutionalisierung als Partei.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu klären, welche Bedeutung diese Bewegungen für die Gründung einer grünen Partei in beiden deutschen Teilstaaten hatten und warum diese Partei erfolgreich und dauerhaft im politischen System Fuß fassen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die politische Dokumente, historische Analysen und soziologische Theorien zu sozialen Bewegungen miteinander in Bezug setzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden nacheinander die Frauen-, Friedens- und Umweltbewegungen analysiert, ihre spezifischen Strukturen in Ost und West verglichen und der Prozess der Parteientstehung sowie deren Zusammenführung zur gesamtdeutschen Partei nach 1990 beschrieben.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie soziale Bewegungen, Bürgerinitiativen, basisdemokratische Strukturen, politische Etablierung, Systemopposition und ökologische Transformation sind essenziell für das Verständnis der Arbeit.
Warum war laut Autor der Weg in die Politik notwendig?
Der Autor argumentiert, dass außerparlamentarischer Protest zwar gesellschaftliche Diskurse verändern kann, aber für die langfristige Umsetzung konkreter politischer Ziele – wie etwa des Atomausstiegs – der formale Einzug in das Parlament und die Regierungsverantwortung unerlässlich sind.
Wie unterscheidet sich die Situation der Umweltbewegung in der DDR?
In der DDR war die Umweltbewegung oft in kirchliche Strukturen eingebunden oder agierte inoffiziell, da sie sich stark von der staatlich gelenkten Umweltpolitik abgrenzen musste, während sie in der BRD durch eine starke Bürgerinitiativen-Kultur geprägt war.
- Citation du texte
- Corinna Patrizia Franiek (Auteur), 2004, Bürgerbewegungen auf dem Weg in die Regierungsverantwortung 1969-1989 - Von der Bürgerbewegung zur 'Volkspartei' Bündnis 90/Die Grünen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71009