Black-Scholes Formel zur Optionspreisbestimmung gilt als eine der meist angewandten Theorien. In welchem Maß hatten sie teil, dass Optionen von einem Status als geächtetes Finanzinstrument, dem die Zuschreibung Glückspielinstrument anhing zu wandeln hin zu einem Instrument zur Absicherung des Anlageportfolios. Um dies darzustellen führt das Paper knapp durch die Geschichte der Option, die Wirkungsweise von Optionen und führt in die Optionspreisbildung mittels Black-Scholes ein. Das Paper zeigt anhand der Performativität der Black-Scholes Formel ihre Wirkung auf die Markt-Akteure auf. Schlüsselworte: Black-Scholes, Optionspreistheorie, Optionen, Legitimativer Charakter, Performativität.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten
2.1 Legitimation
2.2 Markt
2.3 Option
3 Black-Scholes Formel
3.1 Funktionsweise der Black-Scholes Formel
3.2 Legitimation des Optionspreishandels
3.3 Performativität der Black-Scholes Formel
4 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung und Verbreitung der Black-Scholes-Formel im Kontext der Optionspreisbewertung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit diese Theorie als legitimativer Faktor fungiert, um das Handeln von Akteuren an Finanzmärkten in einem unsicheren Umfeld zu rationalisieren und zu rechtfertigen.
- Historische Entwicklung und Wandlung des Optionsbegriffs
- Funktionsweise und Komponenten der Black-Scholes-Formel
- Legitimationsprozesse des Optionshandels durch wissenschaftliche Theorien
- Analyse der Performativität ökonomischer Modelle
- Wechselspiel zwischen politischen Interessen und wissenschaftlicher Expertise
Auszug aus dem Buch
3.1 Funktionsweise der Black-Scholes Formel
Im Nachfolgenden wird die Funktionsweise der Black-Scholes Formel schrittweise erklärt. Der Wert einer Call-Option am Tag der Ausübung bestimmt sich durch die Differenz des Preises des Basiswertes, auf den sich die Option bezieht und dem Ausübungspreis der Option. Auf nachfolgender Grafik findet sich ein entsprechendes Beispiel.
Der Wert der betrachteten Call-Option beträgt 20. Dieser Wert ergibt sich durch die Differenz des Aktienpreises und dem Ausübungspreis der Option. Der Inhaber der Option kann also zu dem Ausübungszeitpunkt eine Aktie, die einen Wert von 75 hat für einen Preis von 55 kaufen, die Differenz von 20 ist der Wert, den diese Option für ihn hat. Ab dem Zeitpunkt, an dem der Ausübungspreis gleich dem Aktienpreis, oder aber höher dem Aktienpreis zum Ausübungszeitpunkt ist, ist der Wert der Option Null. Für Put-Optionen, also Optionen die einem das Recht einräumen ein Papier zu einem gewissen Zeitpunkt, zu einem bestimmten Preis zu verkaufen ist es genau umgekehrt.
Aus dieser Darstellung lasse sich bereits zwei wichtige Faktoren für die Bestimmung des Wertes einer Option bestimmen.
I. Komponente des Wertes einer Option ist der Preis des Basiswertes (Bsp. Aktie) zum Zeitpunkt der Ausübung.
II. Komponente des Wertes einer Option ist der Ausübungspreis der Option.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Optionspreisbewertung unter Unsicherheit ein und verortet die Black-Scholes-Formel als ein Instrument, das Entscheidungen im wirtschaftlichen Handeln legitimieren soll.
2 Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Legitimation, Markt und Option definiert, um ein theoretisches Fundament für die anschließende Analyse zu schaffen.
3 Black-Scholes Formel: Das Kapitel erläutert die mathematische Funktionsweise der Formel, analysiert den historischen Prozess der Legitimierung des Optionshandels und diskutiert die Performativität des Modells in der Finanzwelt.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt den Prozess von der Entstehung bis zur Krise der Black-Scholes-Formel als politisch geprägtes Aushandeln zwischen Interessensgruppen unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse dar.
Schlüsselwörter
Black-Scholes, Optionspreistheorie, Optionen, Finanzmärkte, Legitimation, Performativität, Unsicherheit, Risikomanagement, Optionspreisbewertung, ökonomische Theorie, Handel, Chicago Board of Trade, SEC, Börse, Finanzinstrument.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der Black-Scholes-Formel bei der Umwandlung von Optionen von einem als spekulativ geltenden Instrument zu einem legitimen Finanzwerkzeug.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Geschichte des Optionshandels, der mathematischen Optionspreisbildung und der soziologischen Betrachtung von Modellen hinsichtlich ihrer Legitimationskraft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie eine wissenschaftliche Theorie durch ihre Anwendung den Status und die Wahrnehmung eines ganzen Finanzmarktes maßgeblich beeinflussen und legitimieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine interdisziplinäre Herangehensweise, die finanzmathematische Grundlagen mit wirtschaftssoziologischen Konzepten wie der Performativität kombiniert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die Funktionsweise der Formel, die historische Relegitimierung des Optionshandels durch Institutionen wie die SEC/CBT und die Klassifizierung der Performativität der Formel nach MacKenzie ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Black-Scholes, Legitimation, Performativität, Optionspreistheorie und Risikoabsicherung.
Warum spielt der Börsencrash von 1929 eine Rolle für das Verständnis von Optionen?
Der Crash führte zu einer strengen Regulierung und dem Verbot von Hebelgeschäften, wodurch Optionen ihren Status als legitimes Instrument verloren und über Jahrzehnte als illegitim galten.
Was bedeutet "Performativität" im Kontext der Black-Scholes-Formel?
Performativität beschreibt hier, dass die Anwendung der Formel nicht nur Preise abbildet, sondern die Realität der Finanzmärkte aktiv gestaltet, indem sie das Verhalten der Marktteilnehmer beeinflusst.
Welche Bedeutung hat das Jahr 1987 für die Validität des Modells?
Der Kurssturz von 1987 dient als Beispiel für die Grenzen der Black-Scholes-Formel, da die extreme Volatilität nicht mit den Annahmen des Modells erklärt werden konnte und die Performativität des Modells danach abnahm.
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- Thomas Herzog (Author), 2007, Legitimative Wirkung der Black-Scholes Formel im Kontext des Optionspreishandels, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71035