Einführung in Partnerschaften (Alternative Organisationsformen)


Seminararbeit, 2004

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINFÜHRUNG
1.1 AUSBLICK

2 PARTNERSCHAFTEN ALLGEMEIN
2.1 WAS SIND PARTNERSCHAFTEN UND WAS SIND DIE VORTEILE
2.2 GESCHICHTLICHE ENTSTEHUNG
2.3 RECHTSFORMEN IN PARTNERSCHAFTEN

3 WARUM SIND PARTNERSCHAFTEN ALS ORGANISATIONSFORM SINNVOLL?
3.1 PARTNERSCHAFTEN VS. EINZELUNTERNEHMUNG
3.2 PARTNERSCHAFTEN VS. GESELLSCHAFTEN

4 MORAL HAZARD PROBLEMATIK IN PARTNERSCHAFTEN
4.1 PROBLEMHERLEITUNG
4.2 DOUBLE MORAL HAZARD UND DIE „UP OR OUT“ REGEL
4.3 FREE-RIDING PROBLEMATIK
4.3.1 FREE-RIDING IN ARZTPRAXEN
4.3.2 FREE-RIDING IN RECHTSANWALTSKANZLEIEN

5 EFFIZIENTE RISIKOTEILUNG
5.1 RISIKOTEILUNG MIT EXOGENEM EINKOMMEN
5.2 RISIKOTEILUNG MIT MORAL HAZARD

6 ZUSAMMENFASSUNG

7 QUELLENANGABE:

1 EINFÜHRUNG

Warum wirtschaftet der Mensch?

Ein Teil der Antwort ist schnell gefunden: Die überwiegende Zahl der Menschen ist so strukturiert, dass ihre Wünsche nie enden. Es wird immer etwas Neues geben auf das sich das Begehren des Menschen richtet.

Warum existieren Partnerschaften?

Um die Motivation hierfür zu erklären, ist es sinnvoll einen Exkurs in die moderne Motivationspsychologie wagen und die Theorie von Abraham H. Maslow heranzuziehen. Seiner Ansicht nach ist davon aus zugehen, dass die menschlichen Bedürfnisse, welche die Motivation für jegliches Verhalten, also auch für wirtschaftliches Handeln, darstellen, in einer bestimmten und angeborenen Reihenfolge befriedigt werden müssen. Was hat das mit Partnerschaften zu tun?

Durch nähere Betrachtung der grundlegenden Bedürfnisse und deren Hierarchie relativiert sich diese Frage. Denn als erstes kommen die biologischen Bedürfnisse, welche eher existenzieller Art sind, aber schon als zweites kommt das Bedürfnis nach Sicherheit, Stabilität und Geborgenheit. Hier findet man auch schon den ersten Zusammenhang, da Sicherheit, Risikoteilung und Unterstützung durch die Partner wesentliche Vorteile einer Partnerschaft darstellen und gleichzeitig eines der primitivsten Grundbedürfnisse des Menschen befriedigen. Auch alle weiteren Grundbedürfnisse des Menschen, wie Bindung1, Selbstwert2 oder auch kognitive- und ästhetische Bedürfnisse3 bis hin zur Selbstverwirklichung4 lassen sich mit dem Eingehen einer Partnerschaft in Verbindung bringen. Letztendlich kann man sagen, dass diejenigen welche eine Partnerschaft eingehen dies aus der Wachstumsmotivation5 heraus tun, um das zu überschreiten, was sie in der Vergangenheit getan haben und gewesen sind (Maslow, 1970).

1.1 AUSBLICK

Um ein umfassendes Verständnis für Partnerschaften zu ermöglichen, werde ich am Anfang einen allgemeinen Überblick über Partnerschaften generell liefern und deren Vorteile darstellen. Des Weiteren werde ich aufzeigen wie und warum Partnerschaften entstanden sind und erläutern welche Rechtsformen für Partnerschaften zulässig sind bzw. auf welche Gesetze sie sich berufen können. Im Anschluss zeige ich mit Hilfe der vorher dargestellten Vorteile auf, warum Partnerschaften als Organisationsform sinnvoll sind und verdeutliche die getroffenen Aussagen durch einen Direktvergleich der Partnerschaft mit Einzelunternehmungen und Gesellschaften.

Fortführend zeige ich an welchen Punkten in einer Partnerschaft, aufgrund von Informationsasymetrien, Raum für Moral Hazard entsteht und welche Lösung optimal wäre. Darauf hin werde ich die Moral Hazard Problematik spezifizieren und näher auf Double Moral Hazard und die Free-riding Problematik eingehen und am Beispiel der Up or Out Regel aufzeigen, auf welchem Weg in der Wirtschaft versucht wird diese Probleme zu lösen.

Weitergehend beschäftige ich mich kurz mit dem Thema der effizienten Risikoteilung und unterscheide hierbei zwischen Risikoteilung mit exogenem Einkommen und Risikoteilung mit Moral Hazard.

Zum Abschluss werde ich vorher analysiertes resümieren und zusammenfassen.

2 PARTNERSCHAFTEN ALLGEMEIN

2.1 WAS SIND PARTNERSCHAFTEN UND WAS SIND DIE VORTEILE

Im übertragenen Sinn meint Partnerschaft das vertrauensvolle Zusammenwirken von Individuen, um gemeinsam bestimmte Ziele unter gegenseitiger Kompromissbereitschaft und durch den Einsatz entsprechender institutionalisierter Konflikt- und Kompromissregelungen zu verwirklichen.

Es handelt sich um eine Organisationsform, die unter Anwendung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse auf eine Erhöhung der Effektivität von Organisationen und eine verbesserte Übereinstimmung von organisatorischen Praktiken und persönlichen Zielen der Organisationsmitglieder abzielt. Durch die Änderung der Kenntnisse und Wertnormen von Individuen, deren Interaktionsmuster sowie deren informations- und fertigungstechnisch beeinflussten Handlungsbedingungen wird es möglich, individuelles Denken, Verhalten und Handeln in Organisationen zu modifizieren und zu beeinflussen. Partnerschaften ermöglichen daher Arbeitsteilung bzw. Kooperation durch Austausch, wechselseitiger Nutzung sowie kostengünstiger Verbesserung von technischem und allgemeinem Know-how. Des Weiteren erlaubt eine Partnerschaft die Rationalisierung hinsichtlich Produktion, Marketing-Mix, Distribution sowie Forschung und Entwicklung und man erreicht eine Vergrößerung der Basis um auch voluminösere Aufträge annehmen und mit minimiertem Risiko realisieren zu können.

Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen insbesondere in der Erringung von Größenvorteilen1, im Rahmen von Leistungserstellung, Know-how und Marketing Organisation, der Erreichung größerer Marktnähe durch Nutzung des Images des jeweiligen Partners und evtl. die Erschließung bisheriger Problemmärkte.

2.2 GESCHICHTLICHE ENTSTEHUNG

Partnerschaften existieren seit die Menschen erkannt haben, dass es sinnvoll ist zusammen zu arbeiten, da man aufgrund von Arbeitsteilung und Spezialisierung, gemeinsam mehr Leisten kann als einzelne Personen. Hierdurch ist das Risiko besser tragbar, da es sich auf die Partner aufteilt.

Es gab auch schon zwischen Königs- und Kaiserreichen strategische Partnerschaften, welche den gemeinsamen Nutzen erhöhen und ein gewisses Maß an Sicherheit gewährleisten sollten. Ausschließlich wirtschaftlich motivierte Partnerschaften konnte man insbesondere nach dem zweiten Weltkrieg beobachten. Erkennbar wurden diese durch Bestrebungen von Unternehmen, welche nach neuen Formen der Zusammenarbeit mit der Belegschaft suchten. Sichtbarste Form war hier die materielle oder immaterielle Mitarbeiterbeteiligung, die sich durch Kapitalbeteiligung oder durch besondere Mitspracherechte auszeichnete. Die vorrangigen Ziele waren hierbei die Förderung von Leistungsbereitschaft und Mitarbeiterzufriedenheit.

Heute sind Partnerschaften die dominierende Organisationsform in professionellen Dienstleistungsindustrien. Wobei hauptsächlich dann Partnerschaften eingegangen werden, wenn es sich um relativ komplexe und humankapitalintensive Leistungen handelt.

2.3 RECHTSFORMEN IN PARTNERSCHAFTEN

Eine Partnerschaft ist die typische Organisationsform für die Zusammenarbeit von Freiberuflern, wie z.B. Ärzten, Rechtsanwälten, Unternehmensberatern, Architekten ect.. Häufig wird sie als Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR) gegründet, so dass sich für die Partner als Eigentümer eine persönliche, unbeschränkte und gesamtschuldnerische Haftung für die Verbindlichkeit der Unternehmung ergibt. D.h. Nach dem Recht der GbR müssen die Mitgesellschafter mit ihrem Privatvermögen für das Verhalten eines jeden anderen Gesellschafters voll einstehen. Alternativ können Partnerschaften auch nach einem speziell für diesen Zweck geschaffenen Gesetz konstituiert werden. Mit dem Partnerschaftsgesellschaftsgesetz (PartGG vom 25. Juli 1994, BGBl. I S. 1744) soll den Angehörigen Freier Berufe eine besondere auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Organisationsform zur Verfügung gestellt werden. Ein erster gesetzgeberischer Vorstoß stammt aus dem Jahre 1971 (BT-Drs. 12/6152, 7). Das PartGG bietet den Vorteil einer Haftungskonzentration auf einzelne Partner. Zwar haften die Partner den Gläubigern für die Verbindlichkeiten der Partnerschaft ebenfalls als Gesamtschuldner (§ 8 Abs. 1 PartGG). Das entspricht auch der Regelung in § 128 HGB. Ganz neu aber ist, dass die Partner ihre Haftung auf die von ihnen erbrachten Leistungen beschränken können. So haftet ein Partner nur für berufliche Fehler, die er selbst zu verantworten hat. Bearbeiten andere Partner einen Auftrag ohne seine Beteiligung, so haften neben der Unternehmung nur diese (§ 8 II PartGG). Weitere Vorteile der Partnerschaftsgesellschaft sind: Partnerschaften sind namensfähig (§ 2 PartGG), sie müssen bei Ausscheiden eines Partners nicht aufgelöst werden (§ 9 PartGG) und darüber hinaus kann die Partnerschaft eigene Rechte erwerben (§ 7 PartGG), wie dies sonst nur der OHG und der KG nach § 124 HGB möglich ist. Überdies kann durch Gesetz, für einzelne Berufe , eine Beschränkung der Haftung auf einen bestimmten Höchstbetrag zugelassen werden, wenn zugleich eine Berufshaftpflichtversicherung geschlossen wird (§ 8 Abs. 3 PartGG). Da die Partner einen wesentlichen Teil der Belegschaft der gemeinsamen Unternehmung darstellen, rückt die Partnerschaft in die Nähe der Produktivgenossenschaft.

3 WARUM SIND PARTNERSCHAFTEN ALS ORGANISATIONSFORM SINNVOLL?

3.1 PARTNERSCHAFTEN VS. EINZELUNTERNEHMUNG

Eine Partnerschaft ermöglicht im Gegensatz zur Einzelunternehmung, die Realisierung von economies of scale und economies of scope.

Durch die gemeinsame Nutzung der vorhandenen Ressourcen, wie z.B. Büroräume (Miete), Sekretariat, Technik, Fachliteratur ect. lässt sich ein geldwerter Vorteil durch Größenkostenersparnisse realisieren, da der Anteil der fixen Kosten an den gesamten Kosten sinkt. Dieser Vorteil wird durch Spezialisierungsvorteile, welche erst durch Arbeitsteilung in einer Partnerschaft möglich werden, noch verstärkt.

[...]


1 Bedürfnis nach Zugehörigkeit, Verbindung mit anderen (Maslow, 1970).

2 Bedürfnis nach Vertrauen, kompetent sein, Selbstwertgefühl und Anerkennung (Maslow, 1970).

3 Bedürfnis nach Wissen, verstehen, nach Neuem und Ordnung (Maslow, 1970).

4 Bedürfnis das eigene Potenzial auszuschöpfen und bedeutende Ziele zu haben (Maslow, 1970).

5 Maslow unterscheidet zwischen Mangel- und Wachstumsmotivation, wobei für dieses Thema die Wachstumsmotivation sicherlich relevanter ist.

1 Economies of large scale

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Einführung in Partnerschaften (Alternative Organisationsformen)
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Veranstaltung
Alternative Organisationsformen
Note
1,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
20
Katalognummer
V71045
ISBN (eBook)
9783638629300
Dateigröße
405 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Einführung, Partnerschaften, Organisationsformen), Alternative, Organisationsformen
Arbeit zitieren
Robert Flöting (Autor), 2004, Einführung in Partnerschaften (Alternative Organisationsformen), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71045

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Einführung in Partnerschaften (Alternative Organisationsformen)



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden