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Traumdichtung und Sozialkritik als zwei potentielle Lesarten von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“

Title: Traumdichtung und Sozialkritik als zwei potentielle Lesarten von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 28 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Florian Dülks (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Dodgson, der Autor dieser verrückten Geschichte war im gemeinen Sinne kein außergewöhnlicher Mann, vielmehr ein äußerst bürgerlicher Mathematikdozent. Bis heute wird aus verschieden Perspektiven heraus versucht die Interdependenzen zu klären, die eine Verbindung herstellen zwischen dem Unsinn bei Alice im Wunderland und dem Berufslogiker Carroll.
Diese Arbeit wird zwei Lesarten vorstellen die dem Leser einen Einblick in das verwirrende Dunkel des Nonsens gewähren sollen. Als Grundlage dieser beiden Lesarten, wird vorab eine Beschreibung des auftretenden Unsinns vorgenommen. Die dort erworbenen Erkenntnisse zu Struktur und Auftreten des Nonsens werden in den folgenden Ausführungen aufgegriffen und konkretisiert.
In der ersten Lesart soll Alice im Wunderland als eine szenische Konstruktion aus Traumabschnitten dargelegt werden. Hierzu wird die freud'sche Abhandlung "Der Dichter und das Phantasieren" als konzepttheoretisches Fundament dienen. Carroll selbst spricht an verschiedenen Stellen von Tagträumen, die ihm teilweise als Vorlage zur Textkonzeption dienten. Diese Traumtechnik wird im dritten Kapitell vorgestellt und soll die Berechtigung einer eingehenden Betrachtung der traumhaften Struktur untermauern. Die kapitelabschließende Anwendung der freud'schen Theorie auf Inhalt und Autor wird offenbaren welche Mechanismen beim fantastischen Schreiben greifen und welche Funktion der Autor, als Träumender, in seinem eigenen Werk übernimmt.
Als zweiter Leseansatz wird eine Betrachtung des Nonsens auf seine sozialkritischen Inhalte vorgestellt. Dem geht die Annahme voraus, dass Carroll mit seinem Wunderland ein Gesellschaftssystem entworfen hat, das eine Inkongruenz zur viktorianischen Gesellschaft darstellt. Ob diese offensichtlichen Unvereinbarkeiten gesellschaftskritische Elemente enthalten, wird untersucht werden. Eine Einführung zu den gesellschaftlichen Gegebenheiten der viktorianischen Epoche wird die Begrifflichkeiten des Utilitarismus und der Kindlichkeit ins Licht rücken, auf diese die sozialkritische Betrachtung fokussiert ist. Welche Lesart sich als schlüssiger und plausibler herauskristallisiert wird im Fazit diskutiert werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Nonsens bei Alice im Wunderland

3. Die Lesart von Alice im Wunderland als Traumdichtung

3.1 Von der Phantasie zum dichterischen Werk

3.2 Traumtechnik bei Alice im Wunderland

3.3 Traumdeutung

4. Die sozialkritische Lesart von Alice im Wunderland

4.1 Die Gesellschaft des viktorianischen England

4.1.1 Utilitarismus

4.1.2 Das Kind im Blick der Zeit

4.2 Nonsens bei Alice im Wunderland als Kritik der Gesellschaftsverhältnisse

4.2.1 Utilitarismus bei Alice im Wunderland

4.2.2 Kindlichkeit bei Alice im Wunderland

5. Fazit

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ anhand zweier komplementärer Lesarten, um die Verbindung zwischen dem Nonsens-Gehalt des Werkes und dem psychologischen sowie gesellschaftlichen Hintergrund des Autors zu beleuchten.

  • Traumtheoretische Analyse auf Basis von Siegmund Freuds Konzepten
  • Einfluss der viktorianischen Gesellschaftsstrukturen
  • Untersuchung der Rolle des Utilitarismus als gesellschaftliches Prinzip
  • Parallelen zwischen dem Autor Charles Lutwidge Dodgson und seiner literarischen Figur Alice
  • Kritische Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Erziehungsmethoden

Auszug aus dem Buch

3.2 Traumtechnik bei Alice im Wunderland

Carroll bediente sich dieser unabsehbaren Welt des Traums durch eine von ihm erstmals verwandte Traumtechnik.

Die Biographie von Charles Lutwidge Dodgson alias Lewis Carroll berichtet, dass er mit zunehmendem Alter immer mehr unter Schlaflosigkeit litt und sich eines so genannten Nyktographen bediente, um seine Gedanken auch im Dunkeln aufschreiben zu können.

In den Vorworten zu Sylvie und Bruno äußert sich Carroll ausführlich und aufschlussreich über die Methoden seines Schreibens. Aufgrund dieser Quelle kann die begründete Annahme getätigt werden, dass er sich einer Technik bediente, die der später von Pierre Janet geprägten Methode des automatischen Schreibens ähnelte.

As the years went on, I jotted down, at odd moments, all sorts of odd ideas, and fragments of dialogue, that occured to me - who knows how? - with a transitory suddenness that left me no choice but either to record them then and there, or to abandon them to oblivion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte von „Alice im Wunderland“ ein und umreißt die zwei zentralen Analyseschwerpunkte der Arbeit.

2. Nonsens bei Alice im Wunderland: Dieses Kapitel definiert die Struktur des Carroll’schen Nonsens und dessen Wirkung als Bruch mit sprachlichen sowie logischen Konventionen.

3. Die Lesart von Alice im Wunderland als Traumdichtung: Hier wird der Handlungsverlauf als Konstrukt traumhafter Assoziationen analysiert und mittels der Freud’schen Dichtetheorie auf die Biografie Carrolls bezogen.

4. Die sozialkritische Lesart von Alice im Wunderland: Dieser Abschnitt untersucht, inwieweit das Werk als Kritik an viktorianischen Idealen, insbesondere dem Utilitarismus, und der damaligen Kindheitswahrnehmung fungieren kann.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die beiden Lesarten, wobei die traumdichterische Deutung als schlüssiger beurteilt wird als die sozialkritische.

6. Literatur: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Lewis Carroll, Alice im Wunderland, Nonsens, Traumdichtung, Sigmund Freud, Viktorianisches Zeitalter, Utilitarismus, Literaturanalyse, Kindheit, Literaturtheorie, Traumtechnik, Gesellschaftskritik, Phantasie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert zwei unterschiedliche Interpretationsansätze für den Klassiker „Alice im Wunderland“ von Lewis Carroll unter Berücksichtigung literaturwissenschaftlicher und psychologischer Aspekte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der Deutung des Nonsens als Traumdichtung sowie der Untersuchung möglicher sozialkritischer Bezüge zur viktorianischen Ära.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, wie sich der „Nonsens“ im Werk durch die Verbindung von Bewusstem und Unbewusstem erklären lässt und inwieweit Carroll damit Zeitgeist-Kritik übt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Anwendung von Siegmund Freuds Theorie „Der Dichter und das Phantasieren“ basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine traumtheoretische Untersuchung (Kapitel 3) und eine sozialgeschichtliche Einordnung (Kapitel 4), inklusive Vergleichen zum viktorianischen Utilitarismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nonsens, Traumdichtung, Utilitarismus, viktorianische Gesellschaft und die psychologische Verknüpfung von Autor und Protagonistin definiert.

Inwiefern spielt der „Nyktograph“ eine Rolle für die Traumtechnik des Autors?

Der Nyktograph diente Carroll dazu, seine nächtlichen Gedanken und Ideen auch im Dunkeln festzuhalten, was laut Arbeit als Indiz für den Prozess des automatischen Schreibens gewertet wird.

Was ist das Ergebnis bezüglich der sozialkritischen Lesart?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Carrolls Werk zwar Ansätze einer Kritik enthält, eine explizite sozialkritische Absicht jedoch nicht zweifelsfrei belegbar ist und die traumdichterische Lesart somit plausibler erscheint.

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Details

Title
Traumdichtung und Sozialkritik als zwei potentielle Lesarten von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“
College
University of Münster  (Institut für die Didaktik der deutschen Sprache)
Course
Kinder und Jugendliteratur
Grade
1,3
Author
Florian Dülks (Author)
Publication Year
2006
Pages
28
Catalog Number
V71062
ISBN (eBook)
9783638630900
ISBN (Book)
9783638673051
Language
German
Tags
Traumdichtung Sozialkritik Lesarten Lewis Carrolls Wunderland“ Kinder Jugendliteratur
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Florian Dülks (Author), 2006, Traumdichtung und Sozialkritik als zwei potentielle Lesarten von Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71062
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