‚Day Tripper’, 1965 als Single veröffentlicht, gehört wohl zu den bekannteren Titeln des Backkataloges der Beatles, obschon er sich in der Hitliste der beliebtesten Beatles-Stücke vielleicht nicht nebst ‚Hey Jude’ oder ‚Let it Be’ ganz oben einreihen kann.
Ich selbst hörte den Song zum ersten Mal 1997 als Teenager, allerdings nicht in der Original-Version, sondern als Cover auf einer B-Side-Compilation der britischen Band Ocean Colour Scene. Sie spielten ‚Day Tripper’ im Mai 1996 auf einem Konzert in London unter Mitwirkung von Liam und Noel Gallagher von Oasis. Den Mitschnitt veröffentlichten sie im folgenden Jahr als B-Seite der Single ‚The Circle’. Auch wenn der Gesang in der Cover-Version meiner Meinung nach etwas zu wünschen übrig lässt, war ich doch sehr angetan von der Energie dieses Songs. Also besorgte ich mir das ‚Rote Album’ der Beatles und hörte von da an fast nur noch die richtige Version von ‚Day Tripper’.
Irgendetwas machte diesen Song so aufregend. Aber was? Als 15-jährige ging ich diesem Gedanken noch nicht auf den Grund, im Rahmen dieser Proseminar-Arbeit bietet sich nun aber die Gelegenheit: An welchen bekannten Grundmustern des Rock bedienen sich die Beatles in ‚Day Tripper’ - ansatzweise kommt man beim Hören einer Anlehnung an den Blues auf die Schliche - und welche Innovationen stecken in diesem Song, kurz: was macht diesen Song so eingängig und gleichzeitig so aufregend? Und was steckt vielleicht nicht darin, dass ihn nicht auf eine Bekanntheitsskala mit ‚Hey Jude’ & Co. setzt?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Facts & Trivia
2.1 Day Tripper
2.2 Der Blues und die Beatles
Das Standard-Bluesschema
3. Analyse
3.1 Struktur
3.1.1 Strukturtabelle
3.1.2 Erläuterungen zur Struktur
3.2 Harmonik
3.3 Melodik
3.4 Weitere Besonderheiten
3.4.1 Text
3.4.2 Rhythmus
3.4.1 Sonstiges
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
5.1 Monographien
6.2 Digitale Medien
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Beatles-Lied "Day Tripper", um zu ergründen, welche musikalischen Merkmale den Song trotz seiner Abweichungen von konventionellen Blues- und Pop-Mustern so eingängig und aufregend gestalten.
- Strukturelle Analyse der Songkomposition und des Riffs
- Harmonische Untersuchung unter Einbeziehung des Bluesschemas
- Analyse der melodischen und rhythmischen Besonderheiten
- Kontextualisierung des Songs als Ausdruck eines rebellischen Lebensgefühls
- Untersuchung des Einflusses von Drogenkonsum auf den Songwriting-Prozess
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Erläuterungen zur Struktur
Grundlegend für die kleinste Einheit der Struktur ist der Riff, der zu Beginn des Intros von der Leadgitarre vorgestellt wird und zwei Takte umfasst. Das Intro dauert zehn Takte oder am Riff gemessen 5x2. Nach der Leadgitarre nimmt der Bass in Takt drei den Riff auf, in Takt fünf stimmt die Rhythmusgitarre auftaktig mit dem Tamburin ein. Takt sieben und acht sind lediglich eine Wiederholung der vorangegangenen Takte, kurz: es passiert nichts, bis in Takt neun und somit der letzten Wiederholung des Riffs innerhalb des Intros das Schlagzeug einsetzt. Auffällig ist hier, dass mit jeder Riff-Wiederholung ein neues Instrument einsetzt außer bei der dritten. Das Intro umfasst also fünf asymmetrische Einheiten, die erste Strophe setzt entgegen der Erwartung des Hörers ein.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihre persönliche Motivation für die Analyse des Songs und formuliert die Forschungsfrage, was "Day Tripper" zu einem so aufregenden und eingängigen Stück macht.
2. Facts & Trivia: Dieses Kapitel liefert historische Hintergründe zur Aufnahme des Songs, zur Zusammenarbeit von Lennon und McCartney sowie zur Bedeutung des Einflusses von LSD und dem kulturellen Kontext des Blues.
3. Analyse: Der Hauptteil untersucht detailliert die formale Struktur, das harmonische Gerüst, die Melodieführung sowie spezifische Merkmale in Text und Rhythmus des Beatles-Songs.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass die Mischung aus altbekannten Blues-Elementen und dem innovativen Ausbruch aus harmonischen Konventionen das Besondere an "Day Tripper" ausmacht.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden die verwendeten wissenschaftlichen Monographien und digitalen Quellen aufgelistet.
Schlüsselwörter
Beatles, Day Tripper, Songanalyse, Musikwissenschaft, Blues, Harmonik, Riff, John Lennon, Paul McCartney, Formenlehre, Pop-Musik, Stil-Analyse, LSD-Einfluss, Songstruktur, Rockgeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit widmet sich einer detaillierten musikalischen Analyse des Beatles-Songs "Day Tripper" aus dem Jahr 1965.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die formale Struktur, die Harmonik, die Melodik sowie die textlichen und rhythmischen Besonderheiten des Stücks im Kontext der Rockmusik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu analysieren, durch welche musikalischen Mittel der Song "Day Tripper" seine Wirkung erzielt und wie er sich von herkömmlichen Blues-Konventionen abhebt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der musikalischen Formenlehre und Stil-Analyse, um das Werk in seine Bestandteile zu zerlegen und harmonisch sowie strukturell zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Riffs, der asymmetrischen Struktur, der harmonischen Abweichungen vom Standard-Bluesschema und der rhythmischen Spannungssteigerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Beatles, Songanalyse, Blues, Harmonik, Riff und Stil-Analyse charakterisiert.
Welchen Einfluss hatte der LSD-Konsum laut der Arbeit auf den Song?
John Lennon bezeichnete "Day Tripper" als einen "Drug Song". Die Arbeit beleuchtet, wie dieser Konsum den Kontext der Entstehung und die inhaltliche Ausrichtung des Textes beeinflusste.
Was ist das Ergebnis der Analyse bezüglich des "Aufregenden" an dem Lied?
Die Verfasserin kommt zu dem Schluss, dass die Kombination aus vertrauten Blues-Mustern und einem bewussten Ausbruch aus der harmonischen Kadenz das Werk innovativ und für den Hörer interessant macht.
- Quote paper
- Ines Sundermann (Author), 2006, Wider die Klischees - Eine Analyse des Beatles-Songs Day Tripper, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71084