Die vorliegende Arbeit unteilt sich in zwei Essays. Der erste Essay beschäftigt sich mit der Frage nach den Ursachen für den Erfolg der rechtspopulistischen Dänischen Volkspartei (Dansk Folkeparti), der zweite Essay untersucht, in welchem Umfang die Partei Einfluss auf konkrete politische Entscheidungen ausüben konnte und inwieweit ihr Auftreten die politische Kultur Dänemarks nachhaltig verändert hat.
Inhaltsverzeichnis
I. Gründe und Ursachen für den Erfolg der Dänischen Volkspartei
Einleitung
Das Thema Zuwanderung - eine neue Konfliktlinie?
Der Regeirungswechsel im Jahr 2001 - ein Wendepunkt
Die Fortschrittspartei und die Erdrutschwahl von 1973
Zuwanderung - ein neuer Konflikt in den Achtziger Jahren
Die Erosion der traditionellen Klassenzugehörigkeiten
Strukturelle Gründe für den Erfolg der Dänischen Volkspartei
Die Dänische Volkspartei - eine Partei, wie jede andere?
Die Medien als indirekter Unterstützer der Dänischen Volkspartei
Reaktionen der konkurrierenden Parteien auf die Politik der Dänischen Volkspartei
Ein Blick in die Zukunft
II. Vom Aufstieg der Dänischen Volkspartei und seinen politischen Folgen
Einleitung
Die Position der Dänischen Volkspartei im politischen System Dänemarks
Der Einfluss der Dänischen Volkspartei auf die konkrete Politik Dänemarks vor 2001
Der Einfluss der Dänischen Volkspartei auf den so genannten "Flüchtlingswahlkampf" 2001
Der Einfluss der Dänischen Volkspartei auf die konkrete Politik Dänemarks nach 2001
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen für den anhaltenden Erfolg der Dänischen Volkspartei (DF) und analysiert deren tatsächlichen Einfluss auf die politische Gestaltung Dänemarks. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie der Wandel der dänischen politischen Kultur unter dem Einfluss dieser rechtspopulistischen Kraft wissenschaftlich zu bewerten ist und inwieweit das Regierungshandeln nach dem Regierungswechsel 2001 auf die DF zurückzuführen ist.
- Erfolgsfaktoren der Dänischen Volkspartei im Vergleich zu anderen rechtspopulistischen Bewegungen.
- Die Etablierung von Zuwanderung und Integration als zentrale, konfliktreiche Themenfelder.
- Der Regierungswechsel 2001 als Wendepunkt für die politische Relevanz der DF.
- Strukturelle Bedingungen des dänischen Parteiensystems und deren Begünstigung für neue Parteien.
- Der Einfluss der DF auf die restriktive Zuwanderungspolitik und den aktuellen "Kulturkampf".
Auszug aus dem Buch
Die Fortschrittspartei und die Erdrutschwahl von 1973
Die Folketingswahl von 1973 ist auch heute noch jedem Dänen als die so genannte "Erdrutschwahl" bekannt. Damals schafften vier neue und "wieder auferstandene" Protestparteien den Sprung ins Parlament und verbuchten zusammen genommen mehr als 25 Prozent der Stimmen. Den größten Anteil daran hatte die neu gegründete Fortschrittspartei (Fremskridtsparti, FrP) um den bislang unbekannten Millionär und Steuerrechtsanwalt Mogens Glistrup. Nur wenige Monate nach ihrer Gründung erhielt die Partei 15,9 Prozent der Stimmen und wurde somit nach den Sozialdemokraten zur zweitstärksten politischen Kraft. Zusammen mit ihrer norwegischen Schwesterpartei gilt die dänische Fortschrittspartei als eine der ersten erfolgreichen rechtspopulistischen Bewegungen im Europa der Nachkriegszeit. Es muss aber hervorgehoben werden, dass die Partei zu diesem Zeitpunkt auf soziokultureller Ebene kein dezidiert rechtspopulistisches Profil hatte, da zuwanderungskritische und fremdenfeindliche Äußerungen damals innerhalb der Fortschrittspartei noch keine Rolle spielten. Vielmehr handelte es sich um eine bürgerliche Protestbewegung, die sich - auf diesem Politikfeld hingegen typisch rechtspopulistisch - gegen das Establishment wandte und für radikale Steuererleichterungen eintrat (vgl. Rydgren 2004, 480).
Als Hauptargument für den frühen Erfolg der Fortschrittspartei wird heute die Tatsache gesehen, dass sie eine tatsächliche Alternative zu den etablierten Parteien anbot, die sich zu diesem Zeitpunkt immer mehr aneinander anzunähern schienen. So hatte die bürgerliche Regierung unter dem sozialliberalen Staatsminister Hilmar Baunsgaard von 1968 bis 1971 eine klassisch sozialdemokratische Wohlfahrtspolitik umgesetzt. Der Anteil der Steuern und Abgaben am Sozialprodukt war in dieser Zeit um ein Viertel gestiegen (vgl. Decker 2000, 129), was dazu führte, dass Kritiker des durch hohe Steuerlasten finanzierten Wohlfahrtsregimes (in erster Linie kleine Unternehmer) in den bürgerlichen Parteien nicht länger eine Alternative zur vormals dominanten Sozialdemokratie sahen und in großen Mengen zu Mogens Glistrups Fortschrittspartei überliefen.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Gründe und Ursachen für den Erfolg der Dänischen Volkspartei: Dieses Kapitel analysiert die historischen und soziologischen Hintergründe der DF, von der Entstehung aus der Fortschrittspartei bis hin zur Etablierung als feste Größe durch die Themenbesetzung Zuwanderung.
II. Vom Aufstieg der Dänischen Volkspartei und seinen politischen Folgen: Hier wird der konkrete Einfluss der Partei auf die dänische Gesetzgebung nach 2001 untersucht, insbesondere im Hinblick auf den "Flüchtlingswahlkampf" und die kulturpolitische Ausrichtung der Regierung.
Schlüsselwörter
Dänische Volkspartei, Rechtspopulismus, Zuwanderungspolitik, Regierungswechsel 2001, Folketing, Sozialdemokratie, Wohlfahrtsstaat, Politische Kultur, Fortschrittspartei, Issue-Voting, Integration, Pia Kjærsgaard, Minderheitenregierung, Dänemark.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Aufstieg und den politischen Erfolg der Dänischen Volkspartei sowie deren Einfluss auf die dänische Politik, insbesondere auf das Feld der Zuwanderung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind der Wandel der Konfliktlinien im dänischen Parteiensystem, die Rolle der Medien bei der Themensetzung und die Auswirkungen rechtspopulistischer Rhetorik auf die Regierungspraxis.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu ergründen, warum die DF derart erfolgreich ist und inwieweit sie durch ihre Rolle als Mehrheitsbeschafferin die konkrete Politik der Regierung Anders Fogh maßgeblich beeinflusst hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des politischen Wandels und der soziokulturellen Konfliktlinien, wobei sie auf vorhandene Studien, Medienanalysen und wahlstatistische Daten zurückgreift.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Ursachenanalyse (Exkurs zur Fortschrittspartei, Erosion der Klassenzugehörigkeit) und eine Untersuchung des tatsächlichen politischen Einflusses auf die Regierungsentscheidungen nach 2001.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Schlüsselbegriffe sind vor allem Dänische Volkspartei, Zuwanderungspolitik, Rechtspopulismus, Issue-Voting und der Wandel der dänischen politischen Kultur.
Wie bewertet der Autor die Rolle des "Flüchtlingswahlkampfs" von 2001?
Der Autor ordnet diesen Wahlkampf als zentralen Wendepunkt ein, bei dem Zuwanderung zum alles beherrschenden Thema wurde und Parteien, die eine markante Position dazu einnahmen, zu den Wahlgewinnern zählten.
Was bedeutet der erwähnte "Kulturkampf" in Dänemark?
Der Kulturkampf bezeichnet die Auseinandersetzung zwischen der liberal-konservativen Regierung und den als "linksintellektuell" diffamierten Kritikern, wobei die Regierung das "Volk" gegen eine vermeintliche "Meinungstyrannei" verteidigt.
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- Ebbe Volquardsen (Author), 2007, Gründe und Ursachen für den Erfolg der Dänischen Volkspartei - Vom Aufstieg der Dänischen Volkspartei und seinen politischen Folgen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71248