Eigenschaften und Lebensweisen des Naturmenschen laut Jean-Jacques Rousseau


Hausarbeit, 2004

9 Seiten


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Menschenbilder

3. Über den Menschen im Naturzustand
3.1. Die Eigenschaften
3.2 Die Lebensweise

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Eigenständigkeitserklärung, Anhang

1. Einleitung

Welche Eigenschaften und Lebensweisen machten den Naturmenschen, wie Jean-Jacques Rousseau Ihn sah aus? So lautet die zentrale Frage dieser Hausarbeit, die anhand von Rousseaus „Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen“ geklärt werden soll. Genauer betrachtet wird dabei der 1. Teil von Rousseaus Abhandlung, die im Original Discours sur l’orginie et les fondements de l’integralité parmi les hommes heißt, und die Rousseau 1755 verfasst hat. Es ist mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass der Naturmensch in der Form wie Rousseau Ihn beschreibt nie existiert hat. Zu unwahrscheinlich ist der Gedanke, dass sich die Menschheit in Ihrer Trägheit aus dem Naturzustand befreien konnte, um sich im Anschluss so immens zu entwickeln.

2. Menschenbilder

Rousseau unterscheidet in seiner Abhandlung zwei unterschiedliche Arten von Menschen. In einer anfänglichen Überlegung geht er davon aus, dass der Mensch von je her so existierte wie Rousseau ihn kannte. (vgl. Rousseau, J-J: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, S.35). Diese Annahme bedeutet für Rousseau, dass der Mensch zwar eine geistige Entwicklung hinter sich gebracht hat, sich jedoch physisch seit dem Bestehen der Menschheit kaum oder gar nicht entwickelt hat.

Rousseau unterscheidet den Menschen im Naturzustand und den zivilisierten Menschen. Er verweist auf unbenannte Quellen, in denen Philosophen davon ausgehen dass der Mensch im Naturzustand mehr dem Tier gleicht als dem Menschen im zivilisierten, geistig entwickelten Zustand (vgl. Rousseau, J-J: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, S.45). Wo das Tier jedoch immer ein Tier bleiben wird, sich nicht entwickelt, da hat der Mensch die Möglichkeit sich zu entwickeln, denn Er allein hat die Freiheit seine Handlung selbst zu bestimmen und sich der Natur zu verweigern.

Der Mensch ist, betrachtet man all Seine Eigenschaften im Naturzustand, ein eher durchschnittliches Tier, dessen Fähigkeiten oft anderen Tieren unterliegen. Er hat jedoch einen großen Vorteil. Er besitzt die Gabe sich durch Beobachtung und

Nachahmung die besten Eigenschaften aller Tiere rauszufiltern und für sich selbst zu verwenden oder nachzuahmen. Nun blieb der Naturmensch jedoch auf diesem

Level stehen und entwickelte sich zu einem robusten Wesen, das lernte mit dem Gegebenen umzugehen. Der Zivilisierte Mensch jedoch entwickelte sich weiter, entdeckte neue Wege und entdeckte die Gesellschaft. Dabei verlor Er aber auch positive Eigenschaften die dem Naturmenschen inne waren. Rousseau schreibt, „dass man leicht die Geschichte der menschlichen Krankheit schreiben könnte, indem man der Geschichte der zivilen Gesellschaft folgt“ (Rousseau, J-J: Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen, S.41)

3. Über den Menschen im Naturzustand

3.1 Eigenschaften

Der Mensch im Naturzustand weist vom frühsten Kindesalter an „eine sehr robuste und fast unverwüstliche Körperbeschaffenheit“ (a. a. O. S. 36) auf. Er ist in dieser dem zivilisierten Menschen deutlich überlegen. Grund dafür sind unter anderem die Naturgesetze, die verhindern dass ein schwacher Mensch sich in der Welt durchsetzen und überleben kann. Er ist von einer so starken körperlichen Robustheit geschaffen, dass er weniger krankheitsanfällig ist als der zivilisierte Mensch und ihm einzig und allein Gefahr durch Verletzung oder das Alter droht, wobei die altersbedingte Schwächung dadurch kompensiert wird, dass „der Bedarf an Nahrung mit der Fähigkeit abnimmt, sie zu beschaffen“ (a. a. O. S. 39). Folglich bedarf es auch keiner Ärzte oder Medikamente, und trotzdem befindet sich der Naturmensch in keiner schlechteren Lage als alle anderen Wesen (vgl. a. a. O. S. 41). Rousseau ist der Auffassung, dass sich die Natur um alle Wesen kümmert und ihnen zu einer Struktur verhilft, die Krankheiten abwehren kann. So seien Tiere im Wald größer, stärker und mutiger als die Tiere gleicher Art, welche auf den Höfen der Bauern gepflegt und gehegt würden

(vgl. a. a. O. S. 42).

Da der Mensch im Naturzustand ständig Bedrohungen und Gefahren ausgesetzt ist, muss er immer aufmerksam und ausgeruht sein. Er schläft gerne, hat aber „einen sehr leichten Schlaf, wie die Tiere, die wenig denken“ (a. a. O. S. 43).

Die organischen Eigenschaften des Naturmenschen bleiben in einem Zustand von Roheit, die dem zivilisierten Menschen fern ist. Er wird „ einen Tastsinn und einen Geschmackssinn von äußerster Derbheit haben, doch einen Gesichtssinn, ein Gehör und ein Geruchssinn von der größten Freiheit“ (a. a. O. S. 43). Rousseau erklärt dies am Beispiel der Hottentotten, die ein nahendes Schiff mit bloßem Auge erkennen können, wo ein Holländer ein Fernrohr bräuchte (vgl. a. a. O. S. 44). Der Holländer, als Beispiel für den zivilisierten Menschen, hat im laufe der Entwicklung Hilfsmittel gefunden, die zum Verlust der ursprünglichen Sehkraft führten, da diese nun nicht mehr in dem ursprünglichen Maße gebraucht wurden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Eigenschaften und Lebensweisen des Naturmenschen laut Jean-Jacques Rousseau
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Einführung in die anthropologische Dimension der Allgemeinen Pädagogik
Autor
Jahr
2004
Seiten
9
Katalognummer
V71258
ISBN (eBook)
9783638631457
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Eigenschaften, Lebensweisen, Naturmenschen, Jean-Jacques, Rousseau, Einführung, Dimension, Allgemeinen, Pädagogik
Arbeit zitieren
cand.paed Florian Hering (Autor), 2004, Eigenschaften und Lebensweisen des Naturmenschen laut Jean-Jacques Rousseau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71258

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