Die Groß- und Kleinschreibung stellt für Schülerinnen und Schüler mit deutscher oder auch anderweitiger Herkunft oftmals erhebliche Probleme dar, weil auf entsprechendes Regelwissen häufig nicht zurückgegriffen werden kann. Die folgenden Ausführungen zeigen, wie auf spielerische Art und Weise Regelwissen praktisch erlernt und in konkreten Situationen verfügbar gemacht werden kann. Im Einzelnen wird dabei auf die Artikelprobe, das Großschreiben substantivierter Adjektive und Verben sowie auf typische Endungssuffixe (-ung, -heit, -keit, -nis, -schaft, -tum) Bezug genommen. Entsprechende Folgerungen für den Deutschunterricht mit Kindern anderer Muttersprache ergänzen didaktische Ausführungen zum Thema und kompensieren einen dargestellten, möglichen Unterrichtsverlauf.
Inhaltsverzeichnis
1. Sachanalyse
1.1 Großschreibung von Nomen (Substantiven)
1.2 Großschreibung von substantivierten Verben und Adjektiven
1.3 Großschreibung von substantivierten Verben und Adjektiven bei vorangestellter Präposition und Artikel
1.4 Verben und Adjektive auf –ung, -heit, -keit, -nis, -schaft
1.5 Folgerungen für den Fremdsprachenunterricht
2. Situationsanalyse der Klasse
2.1 Das soziale Gefüge der Klasse
2.2 Begabungs- und Leistungsstruktur
2.3 Arbeitsverhalten der Schülerinnen und Schüler
2.4 Lernvoraussetzungen
3. Didaktische Analyse
3.1 Mögliche exemplarische Bedeutung des Stoffes / Themas:
3.2 Gegenwartsbedeutung
3.3 Zukunftsbedeutung
3.4 Die Struktur des Inhalts
3.5 Erleichterungen / Erschwernisse seitens der Schülerinnen und Schüler
4. Lernziele
4.1 Übergeordnetes Stundenziel
4.2 Stundenziele
4.3 Langfristige Ziele
5. Methodische Analyse
6. Tafelbild
7. Medien
8. Anmerkungen und benutzte Literatur
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel des Unterrichtsentwurfs besteht darin, Schülerinnen und Schülern im Fach Deutsch als Fremdsprache die grammatikalische Regel zu vermitteln, dass Verben, die auf die Endung -ung erweitert werden, zu Substantiven werden und somit großgeschrieben werden müssen.
- Systematische Einführung der Substantivierung von Verben mittels der Endung -ung.
- Anwendung der erwerbsorientierten Methode nach Ziegésar im Fremdsprachenunterricht.
- Förderung der Sprachkompetenz in lebensnahen Alltagssituationen.
- Integration von entdeckendem Lernen zur Festigung grammatikalischer Regeln.
- Einsatz vielfältiger Sozialformen wie Partnerarbeit zur Steigerung der Sprechaktivität.
Auszug aus dem Buch
1.5 Folgerungen für den Fremdsprachenunterricht
Wenn Fremdsprachenunterricht auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnitten sein soll, so gelingt dies nur durch behutsame, verständliche, zugleich aber auch effiziente und gezielte Übungsformen, welche den Schülerinnen und Schülern darüber hinaus auch noch Spaß und Freude bereiten.
Für die systematische Einführung einzelner Grammatikstrukturen – in dieser Stunde steht die Substantivierung von Verben mit den Nachsilben #-ung im Vordergrund – empfiehlt es sich meiner Meinung nach auf die von Ziegésar (1992) entwickelte „erwerbsorientierte Methode“ zurückzugreifen. Diese Methode des erwerbsorientierten Lernens lässt sich dabei im Wesentlichen in fünf Phasen untergliedern:
Die 1. Phase stützt sich dabei auf die Demonstration der jeweiligen Grammatikstruktur, welche situativ angewandt wird und somit auch eine emotionale Beteiligung seitens der Schülerinnen und Schüler zulässt. Das Grobverständnis der jeweiligen neuen Struktur ergibt sich für die Schülerinnen und Schüler dabei aus der Logik des situativen Kontextes. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom sogenannten „comprehensible input“, welcher für die Schülerinnen und Schüler erstens „interessant und relevant, zweitens verständlich und drittens in ausreichendem Maße vorhanden sein“ sollte. Auch dem zuletzt erwähnten Argument, die jeweilige Struktur müsse in ausreichendem Maße vorhanden sein, messe ich eine erhebliche Bedeutung zu, denn es ist völlig logisch, dass ausländische Schülerinnen und Schüler eine neue Struktur nur dann erkennen, wenn sie – gemäß den jeweiligen Möglichkeiten – in genügend großer Anzahl vorkommt. Erst diese Voraussetzung ermöglicht es, dass die neue Struktur von den Schülerinnen und Schülern aufgenommen, erkannt und verarbeitet werden kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sachanalyse: Erläutert die grammatikalischen Grundlagen der Großschreibung von Nomen sowie die spezifische Substantivierung von Verben und Adjektiven.
2. Situationsanalyse der Klasse: Beschreibt die Zusammensetzung der Lerngruppe, ihre Leistungsstruktur, das Arbeitsverhalten und die räumlichen Lernvoraussetzungen.
3. Didaktische Analyse: Analysiert die Bedeutung des Themas, den Bezug zur Lebenswelt der Lernenden, die Struktur der Inhalte sowie potenzielle Schwierigkeiten beim Erwerb der Regel.
4. Lernziele: Definiert die angestrebten kognitiven und methodischen Lernziele für die Unterrichtsstunde sowie langfristige pädagogische Kompetenzen.
5. Methodische Analyse: Detailliert den methodischen Aufbau der Stunde, insbesondere die fünf Phasen der erwerbsorientierten Methode und den Einsatz von Partnerarbeit.
6. Tafelbild: Dokumentiert die visuelle Gestaltung des Tafelbildes und die zentrale grammatikalische Regelformulierung.
7. Medien: Listet die für den Unterricht notwendigen Materialien und Hilfsmittel auf.
8. Anmerkungen und benutzte Literatur: Führt die verwendete Fachliteratur und Quellen sowie ergänzende Anmerkungen zum Text auf.
Schlüsselwörter
Deutsch als Fremdsprache, Unterrichtsentwurf, Klafki, Substantivierung, Verben, Endung -ung, Großschreibung, erwerbsorientierte Methode, Ziegésar, Grammatik, Fremdsprachenunterricht, Partnerarbeit, Sprachkompetenz, Wortschatz, Lernvoraussetzungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Unterrichtsentwurf grundsätzlich?
Der Entwurf befasst sich mit der Vermittlung der grammatikalischen Regel zur Großschreibung von Verben, die durch die Endung -ung substantiviert werden, speziell konzipiert für eine 8. Klasse im Fach Deutsch als Fremdsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind die theoretischen Grundlagen der Substantivierung, die didaktische Einbettung in den Fremdsprachenunterricht sowie die praktische methodische Umsetzung nach dem erwerbsorientierten Ansatz von Ziegésar.
Was ist das primäre Ziel des Unterrichts?
Die Schüler sollen verstehen, dass Verben mit der Endung -ung zu Substantiven werden und diese Wörter konsequent großgeschrieben werden müssen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Vermittlung verwendet?
Es wird die „erwerbsorientierte Methode“ nach Ziegésar verwendet, die sich in die Phasen Demonstration, Verstehen/Reagieren, Reproduktion, Bewusstmachung und Produktion gliedert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Sachanalyse der Regeln, eine Situationsanalyse der spezifischen Lerngruppe, eine didaktische Rechtfertigung des Themas sowie eine detaillierte methodische Ausarbeitung des Unterrichtsablaufs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Deutsch als Fremdsprache, Substantivierung, -ung-Endung, Grammatikvermittlung und der erwerbsorientierte Ansatz.
Warum wird in dieser Stunde bewusst auf die Einführung neuer Wörter verzichtet?
Der Autor argumentiert, dass die Konzentration auf bekannte Wörter die kognitive Belastung reduziert und den Schülern ermöglicht, sich vollständig auf die neue grammatikalische Regel zu fokussieren.
Welche Rolle spielt das Tafelbild im methodischen Konzept?
Das Tafelbild dient als zentrales, vorstrukturiertes Medium, das den Prozess der Wortumwandlung visuell begleitet und als dauerhafte Merkhilfe während der gesamten Unterrichtsstunde dient.
- Quote paper
- Björn Fehrenbacher (Author), 2002, Ausführlicher Unterrichtsentwurf nach Klafki: Substantivierung von Verben, die auf -ung enden, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71288