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Ein Kinderbuch aus alten Quellen: Erich Kästners 'Die Schildbürger' im Vergleich zum 'Lalebuch'

Titre: Ein Kinderbuch aus alten Quellen: Erich Kästners 'Die Schildbürger' im Vergleich zum 'Lalebuch'

Dossier / Travail de Séminaire , 2007 , 24 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Daniel Steinbach (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Comparée
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Jeder kennt sie, die Schildbürger, jene engstirnigen Narren. Wahrscheinlich hat es sie schon immer gegeben und auch in der Zukunft werden sie weiterhin vorhanden sein. Wo sie jedoch herkommen, dieser Frage geht Erich Kästner in seinem KinderbuchDie Schildbürgerauf den Grund. Auch er greift hierbei auf vorhandene Quellen zurück, hauptsächlich aufDas Lalebuch,wo die Schildbürger noch Lalen genannt werden.
In welcher Weise Kästners Neuerzählung von 1954 auf dieWunderseltzame / Abentheuerliche / vnerhörte /vnd bißher vnbeschriebnen Geschichten und Thaten der Lalen zu Laleburgvon 1597 Bezug nimmt, soll in der folgenden Arbeit untersucht werden. Zuerst soll ein Überblick über den Ursprung und die Entwicklung des Schildbürgermotivs gegeben werden, um dann anschließend näher auf das Kinderbuch einzugehen. Hierbei soll analysiert werden, welche Schwänke Kästner ausgewählt hat und wie er alles für eine Leserschaft aus Kindern aufbereitet hat. Anschließend wird exemplarisch die Figur des Bürgermeisters betrachtet und mit seinem Pendant, dem Schultheiß imLalebuch,verglichen. Aus den daraus gewonnenen Ergebnissen soll nun die Logik der Schildbürger, die hinter allen absichtlichen und ungewollten Streichen steht, näher bestimmt werden, wobei besondere Aufmerksamkeit auf die Unterschiede zwischenLalebuchund Kästners Neuerzählung gerichtet wird.

Extrait


Struktur des Inhalts

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Ursprung der Schildbürger

2.2. Kästners Umarbeitungen

2.2.1. Auswahl aus der Vorlage

2.2.2. Kindgerechte Bearbeitung

2.2.3. Die Figur des Bürgermeisters

2.3. Logik der Schildbürger

3. Schlussteil

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie Erich Kästner in seiner Neuerzählung "Die Schildbürger" (1954) auf das historische "Lalebuch" (1597) zurückgreift. Das primäre Ziel ist die Analyse der Adaptionsstrategien, insbesondere hinsichtlich der Auswahl und Umgestaltung der Schwänke, der Anpassung der Erzählweise für eine kindliche Leserschaft sowie der Rolle des Bürgermeisters als zentrale Figur.

  • Ursprung und Entwicklung des Schildbürgermotivs
  • Anpassung komplexer und teils gewalthaltiger Stoffe für Kinder
  • Vergleichende Analyse der Figur des Bürgermeisters vs. Schultheiß
  • Literarische Logik und die Funktionalität der "Schildbürgereien"

Auszug aus dem Buch

2.2.2. Kindgerechte Bearbeitung

Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, hat Kästner für seine Bearbeitung auf eine andere Art von Humor und Komik zurückgegriffen als im Lalebuch. Dort finden sich an mehreren Stellen Gewalt und Brutalität wieder. So werden die verknoteten Füße der Lalen durch harte Schläge mit einem Stock ,befreit‘ und zwei Morde an Menschen geschehen, nämlich beim Baumtränken und beim Mühlsteinrollen. Auch eine Kuh muss ihr Leben lassen, als man versucht, sie mit einem Strick auf eine Mauer zu ziehen. Von diesen Gewalttaten übernimmt Kästner nur die letzte Episode mit der Kuh, auch wenn diese für ein Kinderbuch eigentlich ungeeignet scheint, zumal seltsamerweise an dieser Stelle keine moralischen Hinweise des Erzählers eingeschoben werden, was ansonsten mehrfach der Fall ist. Im Gegenteil scheint er sich sogar mit den Schildbürgern zu freuen, dass sie nun „Kalbsschnitzel“ auf der Speisekarte haben. Die Lalen sind aber im Gegensatz zu den Schildbürgern bei Kästner gefährlicher für ihre Umwelt, doch dies wird im Lalebuch nicht thematisiert.

„Von der gutmütigen Tollpatschigkeit, die den Schildbürgern in späteren Bearbeitungen – und diese Tendenz beginnt schon beim „Schildbürgerbuch“ [sic] von 1598 – bis hin zum vollends verharmlosten Kinderbuch zugeschrieben wird, kann hier die Rede nicht sein.“

Vollends verharmlost – wie Helga Neumann und Hermann Röcke hier meinen – ist Kästners Kinderbuch jedoch auch nicht, denn immerhin wird auf brutale Weise eine Kuh erhängt und eine ganze Stadt aus Angst vor einer Katze niedergebrannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, erläutert die Verbindung zwischen dem "Lalebuch" und Kästners Neuerzählung und steckt die methodische Vorgehensweise der Arbeit ab.

2. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert detailliert den Ursprung des Motivs, Kästners selektive und kindgerechte Umarbeitung des Stoffes, die Rolle des Bürgermeisters sowie die dahinterstehende Logik der Schildbürger.

2.1. Ursprung der Schildbürger: Dieses Kapitel beleuchtet die literarische Tradition und die Herkunft des Lalebuchs sowie dessen Einordnung in den zeitgenössischen Kontext.

2.2. Kästners Umarbeitungen: Dieser Abschnitt widmet sich den konkreten editorischen und erzählerischen Eingriffen Kästners in das Originalmaterial.

2.2.1. Auswahl aus der Vorlage: Hier wird untersucht, nach welchen Kriterien Kästner die Schwänke für seine Fassung ausgewählt und teilweise zusammengefasst hat.

2.2.2. Kindgerechte Bearbeitung: Der Fokus liegt auf der Tilgung von Obszönitäten und Gewalt sowie der sprachlichen Anpassung an eine junge Zielgruppe.

2.2.3. Die Figur des Bürgermeisters: Das Kapitel analysiert die Funktion und psychologische Gestaltung des Bürgermeisters im Vergleich zum Schultheiß des Originals.

2.3. Logik der Schildbürger: Hier wird die zugrundeliegende Logik hinter dem "Dummstellen" der Figuren und deren Scheitern erörtert.

3. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die anhaltende Aktualität des Schildbürger-Stoffes.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Die Schildbürger, Lalebuch, Kinderliteratur, Adaption, Schildbürgermotiv, Schultheiß, Bürgermeister, Komik, Literaturwissenschaft, Narrheit, Dummheit, Stoffgeschichte, Erzählweise, Rezeption.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die literarische Adaption der Schildbürger-Geschichten durch Erich Kästner im Vergleich zur historischen Vorlage, dem Lalebuch.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Stoffgeschichte, den Transformationsprozessen von der Erwachsenen- zur Kinderliteratur und der Analyse spezifischer Figurenkonstellationen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu analysieren, wie Kästner den historischen Stoff für eine junge Leserschaft aufbereitet hat und welche inhaltlichen sowie strukturellen Veränderungen dabei vorgenommen wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine komparatistische Textanalyse, die durch den Einbezug literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur gestützt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Ursprung der Motive, Kästners Umarbeitungstechniken, die Rolle des Bürgermeisters und die inhaltliche Logik der narrativen Streiche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kästner, Lalebuch, Adaption, Schildbürger, Narrheit, Komik und Kinderliteratur.

Warum hat Kästner den Schultheiß in einen Bürgermeister umgewandelt?

Diese Änderung diente der besseren Verständlichkeit für Kinder, da der Begriff "Schultheiß" im modernen Sprachgebrauch kaum noch präsent ist.

Warum stellt Kästner die Schildbürger als "dumm" dar, während sie im Lalebuch "närrisch" sind?

Kästner wählte den Begriff "Dummheit", um den Text für eine jüngere Leserschaft zugänglicher zu machen, da der differenzierte Begriff der "Narrheit" im kindlichen Kontext weniger geläufig ist.

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Résumé des informations

Titre
Ein Kinderbuch aus alten Quellen: Erich Kästners 'Die Schildbürger' im Vergleich zum 'Lalebuch'
Université
Ruhr-University of Bochum
Note
1,0
Auteur
Daniel Steinbach (Auteur)
Année de publication
2007
Pages
24
N° de catalogue
V71328
ISBN (ebook)
9783638620437
Langue
allemand
mots-clé
Kinderbuch Quellen Erich Kästners Schildbürger Vergleich Lalebuch
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Daniel Steinbach (Auteur), 2007, Ein Kinderbuch aus alten Quellen: Erich Kästners 'Die Schildbürger' im Vergleich zum 'Lalebuch', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71328
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Extrait de  24  pages
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