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Die englische Revolution und der Protestantismus

Zur Beziehung des Übergangs vom Alt- zum Neuprotestantismus und englischer Revolution bei Ernst Tröltsch

Title: Die englische Revolution und der Protestantismus

Term Paper , 2006 , 24 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Marko Tomasini (Author)

Theology - Historic Theology, Ecclesiastical History
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Mit seinem Buch „Protestantisches Christentum und Kirche in der Neuzeit“ versuchte Ernst Tröltsch den geschichtlichen Wandel des Protestantismus von seinem Beginnen an, bis hin zur Neuzeit, darzustellen. Dabei geht es ihm vor allem um eines: Er will deutlich machen, dass es zwischen dem Protestantismus eines Luther, Zwingli oder Calvin und demjenigen, welchen er in seiner Zeit vorfand, eindeutige Unterschiede gibt. Dies wird schon deutlich bei seiner Wortwahl. Das was der Protestantismus zu seinen Anfängen war, bezeichnet er als „Altprotestantismus“ und das was er in der Neuzeit darstellte, wird von ihm als „Neuprotestantismus“ gekennzeichnet. Aber diese Wortwahl macht auch einen weiteren Punkt deutlich. Beide Formen des Protestantismus sind nicht zwei gänzlich unterschiedliche Arten der Religion, bei denen nur noch eine Beziehung in der Namensgleichheit besteht. Vielmehr versucht er deutlich zu machen, dass zwischen beiden eine eindeutige Beziehung zu finden ist. So stand für ihn fest, dass auch schon der Altprotestantismus jenen modernen Geist in sich trug, der dann im Zuge der Aufklärung zur vollen Blüte kommen konnte. So hat der Protestantismus die religiöse Gemeinschaftsbildung auf das Prinzip der Freiwilligkeit übertragen und er hat ein völlig emanzipiertes weltliches System neben sich anerkannt, auf dessen Beeinflussung der Neuprotestantismus, im Gegensatz zum Altprotestantismus, verzichtet.1 So wird der Neuprotestantismus fester Bestandteil der modernen Welt und er vermag es mit der neuen, emanzipierten und weltlichen Kultur in Wechselbeziehung zu treten.
In dieser Arbeit soll es nun hauptsächlich um zwei Dinge gehen. Zum einem sollen die Ausführungen Tröltsch zur Englischen Revolution und deren, seiner Meinung nach, gravierenden Einschnitte für die europäische Kultur und vor allem für den Protestantismus zusammengefasst dargestellt werden, um dann im Weiteren zu untersuchen, ob man diesen Einschätzungen folgen kann. Die Frage des zweiten Teils wird also sein: Kann man sagen, dass die Englische Revolution tatsächlich den europäische gesellschaftlichen Umschwung derart forciert hat, wie Tröltsch dies einschätzt? Dabei soll auf die rein geschichtlichen Ereignisse der Revolution nur in soweit eingegangen werden, als dies für diese Fragestellung von Bedeutung ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ernst Tröltsch zur Bedeutung der Englischen Revolution

2.1 Die Geschichtlichen Ereignisse vor und während der Revolution

2.2 Die Folgen der Revolution

3. Geschichtliches

3.1 Zum Protestantismus in England im 17. und Anfang der 18. Jh.

3.2 Zur Englischen Revolution

4. Eigene Einschätzung

4.1 Geschichtliches

4.2 Zusammenfassung (Resümee)

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Ernst Tröltschs Analyse des geschichtlichen Wandels des Protestantismus und prüft, inwiefern die Englische Revolution den europäischen gesellschaftlichen Umschwung hin zur Moderne tatsächlich forciert hat.

  • Ernst Tröltschs Theorie zur Transformation des Protestantismus
  • Die Rolle der Englischen Revolution als Katalysator für religiöse Toleranz
  • Die Entwicklung des Verhältnisses von Kirche und Staat im 17. und 18. Jahrhundert
  • Liberalisierungsprozesse und die Säkularisierung der Staatsaufgaben
  • Die Auswirkungen des puritanischen Erbes auf die moderne Gesellschaft

Auszug aus dem Buch

2.2 Die Folgen der Revolution

Soweit die geschichtlichen Ereignisse Ende des 16. Anfang des 17. Jahrhunderts in England, so wie sie von Tröltsch dargelegt wurden. Bis auf die Tatsache, dass es nach 1689 mehr (aber eingeschränkte) religiöse Toleranz in England gab, sagt dies noch nicht viel darüber aus, welche Auswirkungen diese Epoche tatsächlich für die weitere Entwicklung des Protestantismus hatte. Ernst Tröltsch aber weiß solche Auswirkungen zu benennen, wie sie seines Erachtens nach dem Ende der Revolution weitergewirkt haben.

Die Englische Revolution und der Independentismus, welcher hier sehr wirksam aktiv war, führten nach Tröltsch zu zweierlei Ergebnissen: Zum Einem wurde über die Revolution hinaus das Ideal der religiösen Gewissensfreiheit und der Individualisierung des Glaubens, vor allem nach Amerika weiter getragen. Das zweite Ergebnis war ein gegenteiliges: Der Versuch, einen durch christliche Ethik geprägten Staat aufzubauen. Nach Tröltsch fand in England der letzte Versuch statt, eine nach biblischen Normen geprägte Gesellschaft zu formen. Von da an erkannte man, dass der Staat und dessen Aufgaben rein weltlicher Natur sind und er sich auf weltliche rationalistische Theorien berufen sollte. Solche, rein weltliche Theorien wurden von nun an auch für andere gesellschaftliche Bereiche, wie Wirtschaft oder Handel entwickelt. Die Religion selbst war individualisiert.

Aber Tröltsch weiss noch ein drittes Ergebnis dieser Epoche zu benennen: den Liberalismus. Aus dem Independentismus hervorgegangen, betont er die Freiheit des Individuums nun allerdings nicht nur auf religiöser Ebene, sondern bezieht diese Freiheit auf Gesellschaft und Staat. Die individuelle Freiheit steigt im Liberalismus zum angeborenen menschlichen Prädikat auf. Prädestination und Übernatürlichkeit sind überwunden. Die Lex naturae wird von der biblisch-theologischen Umklammerung befreit und das Gegenteil beginnt sich zu entwickeln: Die Bibel selbst wird der Lex naturae unterstellt und alles was mit damit nicht übereinstimmt wird „beiseite gelegt“. Es erwächst die Überzeugung, dass jedes Individuum, welches nun Mittelpunkt der Gesellschaft ist, seinen Weg auf natürliche Weise finden wird, wenn man der natürlichen Freiheit des Menschen Raum lässt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung von Tröltschs Unterscheidung zwischen Alt- und Neuprotestantismus und der Bedeutung der Englischen Revolution für diesen Wandel.

2. Ernst Tröltsch zur Bedeutung der Englischen Revolution: Zusammenfassung der Ereignisse während der Revolution und deren Einfluss auf den geschichtlichen Wandel sowie die Transformation des Religionsverständnisses.

3. Geschichtliches: Kurzer Abriss der Entwicklung der Kirche von England sowie der politischen und religiösen Spannungen, die zum Bürgerkrieg und zur Revolution führten.

4. Eigene Einschätzung: Kritische Reflexion der Thesen Tröltschs hinsichtlich des gesellschaftlichen Umschwungs und der Entwicklung religiöser Toleranz nach 1689.

Schlüsselwörter

Ernst Tröltsch, Protestantismus, Englische Revolution, Neuprotestantismus, Altprotestantismus, Independentismus, Religionsfreiheit, Liberalismus, Anglikanische Kirche, Puritanismus, Cromwell, Toleranzgesetz, Staatskirche, Säkularisierung, Parlamentarismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die historische Bedeutung der Englischen Revolution für den Wandel vom Alt- zum Neuprotestantismus, basierend auf der Lektüre von Ernst Tröltsch.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Religion und Politik, die Entstehung religiöser Toleranz und die Veränderung staatlicher Strukturen in England im 17. und 18. Jahrhundert.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, Tröltschs Einschätzung zum Einfluss der Revolution auf die europäische Kultur und den Protestantismus zusammenzufassen und kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse, um die historische Darstellung Tröltschs mit dem geschichtswissenschaftlichen Forschungsstand abzugleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Zusammenfassung der Tröltsch-Interpretationen, einen historischen Überblick über den englischen Protestantismus und eine eigene Einschätzung der gesellschaftlichen Folgen der Revolution.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Protestantismus, Englische Revolution, Tröltsch, Toleranz, Liberalismus und Staatskirche.

Warum war das „Toleranzgesetz“ von 1689 für Tröltsch so bedeutend?

Tröltsch sieht darin ein Anzeichen für die Transformation des Staates, der sich von einer rein religiös begründeten zu einer weltlich orientierten Institution entwickelt, auch wenn die Toleranz anfangs nur eingeschränkt war.

Wie bewertet der Autor die Rolle von Oliver Cromwell?

Cromwell wird als tragische Figur dargestellt, die scheiterte, weil der Spagat zwischen persönlicher individueller Religiosität und der angestrebten Errichtung eines ethisch strengen „Reichs der Heiligen“ nicht dauerhaft bewältigbar war.

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Details

Title
Die englische Revolution und der Protestantismus
Subtitle
Zur Beziehung des Übergangs vom Alt- zum Neuprotestantismus und englischer Revolution bei Ernst Tröltsch
College
University of Erfurt  (Philosophische Fakultät)
Course
Lektüre von Ernst Tröltsch: Protestantisches Christentum und Kirche in der Neuzeit (1906/09/22)
Grade
1,0
Author
Marko Tomasini (Author)
Publication Year
2006
Pages
24
Catalog Number
V71340
ISBN (eBook)
9783638620475
ISBN (Book)
9783638675147
Language
German
Tags
Revolution Protestantismus Lektüre Ernst Tröltsch Protestantisches Christentum Kirche Neuzeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Marko Tomasini (Author), 2006, Die englische Revolution und der Protestantismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71340
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