Die Globalisierungsprozesse, die durch Wirtschaft und Technologie ausgelöst wurden, verwandeln unsere Welt in ein wechselseitig abhängiges komplexes System. Mit der fortschreitenden Globalisierung von Wirtschaft, Kommunikations- und Transportsystemen bekommen auch Fehlentwicklungen wie Arbeitslosigkeit, Armut, Kriminalität, Drogen, Umweltzerstörung eine neue globale Dimension. 1 Das traditionelle Verständnis von Politik als Politik der Nationalstaaten in einer Staatenwelt ist den Herausforderungen der Globalisierung nicht gewachsen und soll durch eine neue Weltordnungspolitik überdacht werden. In unserer Arbeit beschäftigen wir uns mit dem Modell der neuen Weltordnungspolitik Global Governance. Zunächst gehen wir auf die Frage ein, warum ein neues Modell des Regierens notwendig ist, welche Modelle von international governance existieren. Danach betrachten wir die aktuelle Diskussion um Global Governance. Der nächste Schritt ist die Architektur der Global Governance. Zuletzt fassen wir kritische Anmerkungen zu Global Governance zusammen. [...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Herausforderungen der Globalisierung. Notwendigkeit eines neuen Modells des Regierens
2. Das Modell Global Governance
2.1. Die Diskussion um Global Governance
2.2. Global Governance als Regieren in Mehr-Ebenen-Systemen
2.2.1. Die Rolle der internationalen Regime in einer Global Governance
2.2.2. Die Vereinten Nationen und Global Governance
2.2.3. NGOs in einer Global Governance
2.2.4. Club Governance
3. Kritik der Global Governance
Ausblick
Zielsetzung und Themen
Diese Hausarbeit untersucht das Konzept Global Governance als Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung. Das Ziel ist es, aufzuzeigen, warum das traditionelle Modell des nationalstaatlichen Regierens an seine Grenzen stößt und wie globale Probleme durch kooperative, mehrstufige Steuerungsmechanismen angegangen werden können.
- Notwendigkeit neuer Weltordnungspolitik im Zeitalter der Globalisierung
- Differenzierung zwischen Government und Governance
- Die Architektur der Global Governance und ihre Akteure
- Herausforderungen in Bezug auf Legitimität und Demokratie
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Club Governance.
Dieser Global Governance-Ansatz beruht auf der Zusammenarbeit einer kleinen, relativ homogenen Gruppe von Staaten innerhalb eines informellen „Clubs“, um gemeinsam politische Positionen abzustimmen bzw. Strategien zur Lösung von internationalen Problemen zu entwickeln. Diese Clubs haben häufig keine feste Organisationsstruktur oder klar definierte Entscheidungsmechanismen, aber ihnen liegen strenge politische bzw. wirtschaftliche Aufnahmekriterien zu Grunde. Die beiden wichtigsten Clubs dieser Art sind heutzutage die G8 und die G20.
Die Tätigkeit der G8 umfasst wirtschaftliche Fragen, globale Probleme wie HIV/AIDS, Entwicklungshilfe, Umweltschutz, internationaler Terrorismus, Nuklearsicherheit etc. Der Club hat einen erheblichen Einfluss auf die internationalen Institutionen wie z.B. den IWF, die Weltbank, die WTO und die UNO. Die G8 ist dabei auf Grund der relativ hohen Homogenität ihrer weniger Mitglieder im Vergleich zu großen multilateralen Organisationen viel eher in der Lage, flexibel und zielorientiert auf internationale Problemfelder zu reagieren.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Globalisierungsprozesse und Vorstellung von Global Governance als neues Modell der Weltordnungspolitik.
1. Herausforderungen der Globalisierung. Notwendigkeit eines neuen Modells des Regierens: Erläuterung der Komplexität globaler Probleme und der Grenzen nationalstaatlichen Handelns sowie Einführung der Unterscheidung zwischen Government und Governance.
2. Das Modell Global Governance: Darstellung des Modells, der Diskussion darüber und der Struktur von Regieren in Mehr-Ebenen-Systemen inklusive der Rolle von UN, NGOs und Club-Ansätzen.
3. Kritik der Global Governance: Analyse der Probleme bezüglich demokratischer Legitimation sowie machtpolitischer Interessenkonflikte innerhalb des Systems.
Ausblick: Fazit zur Brüchigkeit des Projekts und die Notwendigkeit, die Rolle der Akteure sowie die Lösungsansätze wie Multistakeholder-Netzwerke neu zu bewerten.
Schlüsselwörter
Global Governance, Globalisierung, Weltordnungspolitik, Mehr-Ebenen-System, Regieren, Nationalstaat, Souveränität, Internationale Regime, UNO, NGOs, Club Governance, G8, G20, Legitimation, Multistakeholder-Netzwerke.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Modell Global Governance als notwendigem Ansatz der neuen Weltordnungspolitik, um auf die komplexen, globalen Herausforderungen der heutigen Zeit zu reagieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind die Globalisierung von Wirtschaft und Technologie, das Scheitern traditioneller Nationalstaat-Regierungsmodelle, die verschiedenen Akteure (Staaten, NGOs, Clubs) und die demokratische Legitimität internationaler Institutionen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Architektur der Global Governance zu erläutern, die Notwendigkeit für dieses Regierungsmodell zu begründen und eine kritische Auseinandersetzung mit dessen Schwachstellen zu führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, die verschiedene Konzepte von International Governance sowie kritische Perspektiven aus der politikwissenschaftlichen Forschung zusammenführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Notwendigkeit des Regierens jenseits des Nationalstaates, die Funktionsweise von Mehr-Ebenen-Systemen, spezifische Akteure wie die UN und NGOs sowie das Phänomen der Club Governance.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Global Governance, Weltordnungspolitik, Souveränität, Multilateralismus und demokratische Legitimation.
Wie unterscheidet sich "Club Governance" von anderen Modellen?
Club Governance basiert auf einer kleinen, relativ homogenen Gruppe von Staaten, die informell zusammenarbeiten, um flexibel und zielorientiert auf internationale Krisen zu reagieren, im Gegensatz zu großen, starren multilateralen Organisationen.
Warum steht Global Governance in der Kritik?
Kritikpunkte sind vor allem der Mangel an demokratischer Legitimation bei Entscheidungen, die auf die multilaterale Ebene verlagert wurden, sowie die Dominanz von Macht- und Hegemonieinteressen mächtiger Industrienationen.
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- Volha Kharytaniuk (Author), 2006, Die politische Dimension der Globalisierung (Global Governance), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71363