Niederschlag der Unterschiede von Markt- und Buchwerten bei der Ermittlung der Kapitalstruktur deutscher Unternehmen


Bachelorarbeit, 2005

24 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Kapitalstruktur
2.1 Bestandteile der Kapitalstruktur
2.2 Kennzahlen der Kapitalstruktur
2.2.1 Eigenkapitalquote
2.2.2 Fremdkapitalquote
2.2.3 Verschuldungsgrad
2.3 Optimale Kapitalstruktur und Trade-Off-Modell

3 Buchwert und Marktwert
3.1 Marktwert des Eigenkapitals
3.2 Marktwert des Fremdkapitals

4 Beispiele aus der Praxis

5 Abschließende Zusammenfassung

Literaturnachweis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der optimale Verschuldungsgrad und der Unternehmenswert

Abbildung 2: Steuern und Insolvenzkosten bestimmen den optimalen Verschuldungsgrad eines Unternehmens

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Bestandteile der Kapitalstruktur..

Tabelle 2: Kapitalstruktur deutscher Unternehmen in den Jahren 1998 bis 2004.

Tabelle 3: Vertikale Finanzierungsregeln

Tabelle 4: Die gebräuchlichsten Verfahren zur Bestimmung des Unternehmenswertes..

Tabelle 5: Kapitalstrukturen ausgewählter, börsennotierter Unternehmen..

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Mit dem immer näher rückenden Datum des offiziellen Inkrafttretens von Basel II Ende 2006 stellt sich für viele Unternehmen verstärkt die Frage, inwiefern sie sich durch eigene und in welchem Maße sie sich durch fremde Mittel finanzieren sollten. Mit schon seit einigen Jahren andauerndem Drängen der Banken gegenüber den Unternehmen, sie mögen ihre haftende Eigenkapitalbasis aufgrund der zukünftigen Bonitäts-Bewertungskriterien von Basel II ausbauen, ist damit zu rechnen, dass sich die Kapitalzusammensetzung deutscher Unternehmen verändern wird.

Mit der vorliegenden Arbeit soll untersucht werden, inwiefern eine unterschiedliche Bewertung von Eigen- und Fremdkapital Einfluss auf die Kapitalstruktur eines Unternehmens haben kann.

Dazu wird zunächst kurz die Kapitalstruktur definiert und deren Bestandteile erläutert.

Im Anschluss daran werden Kennzahlen zur Bewertung der Kapitalstruktur und deren Aussagekraft aufgezeigt, bevor der Frage nach der Existenz einer optimalen Kapitalstruktur nachgegangen wird. Im Zuge dessen wird das Trade-Off-Modell und dessen Aussagegehalt auf die gestellte Frage dargestellt.

Bevor an ein paar praktischen Beispielen im letzten Teil der Arbeit die Auswirkungen einer unterschiedlichen Bewertung von Eigen- und Fremdkapital dargestellt werden sollen, werden zuvor noch Verfahren und Methoden angesprochen mit denen die verschiedenen Kapitalarten bewertet werden können.

Den Abschluss der Arbeit bildet eine kritische Zusammenfassung der während der Arbeit gewonnenen Erkenntnisse.

2 Die Kapitalstruktur

Damit ein Unternehmen der operativen Geschäftstätigkeit nachgehen kann, benötigt es Vermögen in Form von Anlage- und Umlaufvermögen. Dieses Vermögen und dessen Beschaffung muss vom Unternehmen finanziert werden.[1] Zur Finanzierung stehen dem Unternehmen, abhängig von dessen Rechtsform, vom Kapitalbedarf und anderen Einflussfaktoren, verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Eine Aktiengesellschaft kann beispielsweise durch die Ausgabe von Aktien Eigenkapital emittieren oder Fremdkapital in Form von Darlehen oder Anleihen aufnehmen.

Neben der strengen Unterteilung der Finanzierungsformen durch Eigen- und Fremdkapital existieren für Unternehmen noch weitere Instrumente, wie zum Beispiel die Möglichkeit der hybriden Finanzierung durch Wandelanleihen (Synonyme: Wandelschuldverschreibung, Convertible Bonds). Dem Grunde nach handelt es sich hierbei um Fremdkapital, welches der Investor jedoch nach einer gewissen Sperrfrist in Eigenkapital umwandeln kann und er somit nicht mehr die Stellung eines Fremdkapitalgebers, sondern die eines Aktionärs (Eigenkapitalgeber) bezieht.[2]

Die Kombination dieser verschiedenen Finanzierungsinstrumente bestimmt die Zusammenstellung des Gesamtkapitals eines Unternehmens und somit auch dessen Kapitalstruktur, welche definiert ist als „... die Struktur der Finanzierungsinstrumente eines Unternehmens, die zur Finanzierung seiner Investitionsaktivitäten verwendet werden“[3]. Buchhalterisch wird die Kapitalstruktur auf der Passivseite der Bilanz abgebildet, da dort aufgezeigt wird, wie sich ein Unternehmen zu einem bestimmten Zeitpunkt finanziert hat.[4]

2.1 Bestandteile der Kapitalstruktur

Das Gesamtkapital eines Unternehmens setzt sich, wie schon erwähnt, aus Eigen- und Fremdkapital zusammen, deren jeweilige Kombination miteinander die Kapitalstruktur des Unternehmens bildet.

Das Eigenkapital umfasst alle vom Unternehmer bzw. den Gesellschaftern zur Verfügung gestellten Mittel. Als von außen dem Unternehmen zugeführtes Eigenkapital seien hier als Beispiele die Kapitaleinlage bei Unternehmensgründung oder die Erhöhung der Kapitaleinlage eines Gesellschafters erwähnt.

Vom Unternehmen einbehaltene Gewinne stellen Innenfinanzierungskapital in Form von Eigenkapital dar.

Nach IAS und IFRS zählen auch erfolgsneutrale Aufwendungen und Erträge zum Eigenkapital.[5]

Das Fremdkapital gliedert sich in Rückstellungen und Verbindlichkeiten.

Rückstellungen sind als Vorsorge für zukünftige, hinsichtlich ihrer Höhe und/oder ihres Eintretens wahrscheinliche, aber unsichere Zahlungen an Dritte zu verstehen.[6] Durch ihre Größenordnung und die Tatsache, dass Rückstellungen als unversteuerte Gewinne im Unternehmen verbleiben, stellen sie ein beträchtliches Instrument der Innenfinanzierung dar. So wiesen beispielsweise 1990 alle deutschen Unternehmen zusammen rund 20,4% ihrer Bilanzsumme als Rückstellungen aus. Von diesen 20,4% wurde ein beträchtlicher Anteil, nämlich rund 41,3%, als Pensionsrückstellungen gebildet.[7] Pensionsrückstellungen sind „unmittelbare betriebliche Pensionszulagen gegenüber Betriebsangehörigen“.[8] In der Bundesrepublik Deutschland stellen Pensionsrückstellungen eine weit verbreitete Form der betrieblichen Altersversorgung dar.

Die folgende Tabelle stellt eine Übersicht über die Kapitalstrukturbestandteile dar.

Tabelle 1: Bestandteile der Kapitalstruktur (Quelle: in Anlehnung an Kerth 1994, S.60)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2.2 Kennzahlen der Kapitalstruktur

Die im folgenden Abschnitt betrachteten Kennzahlen der Kapitalstruktur dienen der Analyse der Finanzierungsstruktur, welche neben der Investitionsanalyse und der Liquiditätsanalyse eine dritte Form der finanzwirtschaftlichen Analyse darstellt.[9]

Zu dieser Analyse werden, neben anderen Kennzahlen wie zum Beispiel der Gesamtkapitaländerung (= Gesamtkapital des Geschäftsjahres / Gesamtkapital des Vorjahres), der Fristenrelation des Kapitals (= langf. Kapital / kurzf. Kapital) oder der Eigenkapitalsicherung (= Rücklagen / Eigenkapital)[10], vor allem folgende Kennzahlen herangezogen:[11]

a) die Eigenkapitalquote,
b) die Fremdkapitalquote und
c) der Verschuldungsgrad.

2.2.1 Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote wird ermittelt, indem das Eigenkapital durch das Gesamtkapital eines Unternehmens dividiert wird. Sie dient der Beurteilung der finanziellen Stabilität des jeweiligen Unternehmens. Obwohl es eine Reihe von Theorien bezüglich der Ermittlung der optimalen Kapitalstruktur gibt, so existiert doch keine allgemeingültige Normung über das optimale Verhältnis von Eigen- und Fremdkapital. Daraus lässt sich vorerst schlussfolgern, dass die finanzielle Stabilität eines Unternehmens mit steigendem Eigenkapitalanteil zunimmt.[12]

Diese Schlussfolgerung ist damit begründet, dass dem Eigenkapital als wesentliches Merkmal die Haftungsfunktion gegenüber Dritten (Schutz der Gläubiger bei Insolvenz) obliegt.[13]

[...]


[1] vgl. Newton 2005, S. 8

[2] vgl. Perridon/Steiner 2002, S. 356 und vgl. Loderer et. al. 2002, S. 390

[3] Buckley et. al. 2000, S. 732

[4] vgl. Loderer et. al. 2002, S. 391

[5] vgl. Auer 2000, S. 106

[6] vgl. Auer 2000, S. 106

[7] vgl. Kerth 1994, S.63

[8] Bierich 1988, S. 198

[9] vgl. Förschle/Kropp 1995, S. 109 und S. 117

[10] vgl. Kerth 1994, S. 64 f.

[11] vgl. Förschle/Kropp 1995, S. 117

[12] vgl. Gabler Bank-Lexikon 2000, S. 404

[13] vgl. Busch 1988, S. 501

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Niederschlag der Unterschiede von Markt- und Buchwerten bei der Ermittlung der Kapitalstruktur deutscher Unternehmen
Hochschule
Brandenburgische Technische Universität Cottbus
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
24
Katalognummer
V71404
ISBN (eBook)
9783638631648
Dateigröße
453 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Niederschlag, Markt-, Buchwerten, Ermittlung, Kapitalstruktur, Unternehmen, Eigenkapital, Fremdkapital, Modigliani Miller, Modigliani-Miller, MM-Model, MM Modell, optimale Kapitalstruktur
Arbeit zitieren
Dipl.-Ing. Thomas Purdel (Autor), 2005, Niederschlag der Unterschiede von Markt- und Buchwerten bei der Ermittlung der Kapitalstruktur deutscher Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71404

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