Die Kooperation in Form von so genannten Städtenetzen ist ein relativ junger Ansatz. Da sich die räumliche Planung im Allgemeinen und die regionale Planung im Speziellen verstärkt mit Umsetzungs- und Akzeptanzproblemen konfrontiert sahen, setzten sich in Deutschland seither neue Strategien durch. Diese sind durch interkommunale und regionale Kooperationsprozesse, einer gleichermaßen aktiven wie aktivierenden Rolle der räumlichen Planung sowie durch flexible Regionszuschnitte und ein konzentriertes, zügiges und demonstratives Handeln in Form von Projekten gekennzeichnet. Gegenwärtig bestehen in Deutschland auf Bundes- und Länderebene eine Reihe von Initiativen, die über Regionalkonferenzen, regionale Entwicklungskonzepte und Landschaftsausstellungen eine prozess- und projektorientierte regionale Planung anstreben. Eines der frühen Beispiele sind die Städtenetze. Hinter dem Begriff „Städtenetze“ steht ein punktförmiges Bild. Die Netze aus Städten und Gemeinden werden mit dem Ziel gebildet, zwischen den einzelnen Kommunen infrastrukturelle und ökonomische Synergieeffekte nutzbar zu machen und natürliche Ressourcen zu schonen. Auslöser der Diskussion war der Raumordnungspolitische Orientierungsrahmen, den das Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau Ende 1992 unter Mitwirkung der Länder vorgelegt hat. Im Jahr 1994 wurde schließlich das Forschungsfeld „Städtenetze“ im Experimentellen Wohnungs- und Städtebau des BMBau eingerichtet. Die Leitidee der Modellprojekte Städtenetze bestand darin, durch praxisnahe Erprobung neue Wege aufzuzeigen, wie durch interkommunale Zusammenarbeit die Planungen und Maßnahmen besser aufeinander abgestimmt und gemeindeübergreifende Projekte entwickelt werden können. Die Regionalisierung gewinnt ebenfalls dadurch an Bedeutung, dass für viele Aktivitäten die regionalen Einheiten zu klein geworden sind. Dies äußert sich dadurch, dass Entscheidungen in Kommunen häufig externe Effekte erzeugen, die durch interkommunale Kooperation oder zentrale Regulierung bewältigt werden müssen. Die Kommunen müssen ihre Kräfte bündeln, um den Herausforderungen der Globalisierung zu begegnen. Das Ziel dieser Arbeit besteht darin, die Entstehung der Städtenetze als Beispiel regionaler Raumplanung darzustellen und aufzuzeigen, unter welchen Voraussetzungen diese stattgefunden und sich bis heute entwickelt hat.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Regionalisierung
- Städtenetze
- Was steht hinter dem Begriff „Städtenetze“?
- Voraussetzungen für die Bildung von Städtenetzen
- Zentrale Kriterien
- Voraussetzungen bei der Bildung von Städtenetzen
- Entwicklung des Modellvorhabens „Städtenetze“
- Fallbeispiel: Bergisches Städtedreieck
- Historische Entwicklung des Bergischen Städtedreiecks
- Die Region
- Bündelung wirtschaftlicher Kompetenzen
- Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Hausarbeit befasst sich mit dem Konzept der Städte- netze, einem relativ neuen Ansatz zur interkommunalen und regionalen Kooperation in Deutschland. Die Arbeit analysiert die Entwicklung und Entstehung dieser Netze und die Voraus- setzungen, die für deren Bildung und Weiterentwicklung notwendig sind.
- Die zunehmende Bedeutung von Regionalisierung und inter- kommunaler Kooperation
- Die Funktionsweise und Leistungsfähigkeit von Städte- netzen
- Die Kriterien und Voraussetzungen für die Bildung von Städtenetzen
- Die Entwicklung des Modellvorhabens „Städtenetze“ im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt)
- Das Beispiel des Bergischen Städtedreiecks als konkrete Anwendung des Städte- netzkonzepts
Zusammenfassung der Kapitel
Kapitel 2 beleuchtet die steigende Bedeutung der Regionalisie- rung und die Notwendigkeit für interkommunale Kooperation in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Kapitel 3 definiert den Begriff „Städtenetze“ und beleuchtet deren Aufgaben und Funktionsweisen. Außerdem werden die Voraussetzungen für die Bildung dieser Netze im Hinblick auf Kriterien und begünsti- gende Faktoren untersucht. Kapitel 3.3 widmet sich der Entwicklung des Modellvorhabens „Städtenetze“ im Rahmen des ExWoSt. Das Kapitel 4 stellt das Bergische Städtedreieck als konkretes Beispiel für ein Städte- netz vor und beleuchtet die historische Entwicklung der Region, die geografischen Gegebenheiten und die wirtschaft- liche Struktur des Städtedreiecks.
Schlüsselwörter
Städtenetze, Regionalisierung, interkommunale Kooperation, Modellvorhaben, ExWoSt, Bergisches Städtedreieck, wirtschaft- liche Kompetenz, Regionalentwicklung.
- Citar trabajo
- Melanie Hörstmann-Jungemann (Autor), 2007, Städtenetze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71485