In einem ersten Schritt soll die Bedeutung externen Wissens sowie seine verschiedenen Quellen und Transfermöglichkeiten dargestellt werden. Darauf aufbauend wird die Bedeutung der Offenheit eines Unternehmens für die Nutzung dieser externen Quellen erläutert. Außerdem sollen auch die Vor- und Nachteile sowie die Determinanten von Offenheit analysiert werden. Im Abschnitt 3 wird das Konzept der Absorptionskapazität nach Cohen und Levinthal eingeführt. Hier wird beschrieben wie ein Unternehmen externes Wissen erkennen, sich aneignen und nutzen kann. Die Theorie der Absorptionskapazität wird durch zwei Folgekonzepte erweitert. Abschließend werden die Abschnitte 2 und 3 durch die Frage verbunden, ob Offenheit eine notwendige Voraussetzung für Absorptionskapazität ist.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Externes Wissen und Offenheit
2.1 Externes Wissen
2.1.1 Die Nutzung externen Wissens
2.1.2 Quellen des externen Wissens
2.1.3 Formen des Wissenstransfers
2.2 Offenheit
2.2.1 Die Bedeutung von Offenheit
2.2.2 Vor- und Nachteile von Offenheit
2.2.3 Determinanten von Offenheit
3 Absorptionskapazität
3.1 Das Modell nach Cohen/Levinthal 1990
3.1.1 Definition Absorptionskapazität
3.1.2 Voraussetzungen, Einflussfaktoren
3.1.3 Ein lerntheoretischer Ansatz
3.1.4 Die Bedeutung der Absorptionskapazität - ein empirisches Modell
3.1.5 Folgen der Absorptionskapazität
3.2 Weiterentwicklung des Konzepts von Cohen/Levinthal
3.2.1 Relative Absorptionskapazität nach Lane/Lubatkin 1998
3.2.2 Potentielle vs. realisierte dynamische Absorptionskapazität nach Zahra/George 2002
3.2.3 Zusammenfassung der theoretischen Ansätze
4 Offenheit als notwendige Voraussetzung für Absorptionskapazität?
4.1 Auswirkung von Offenheit auf verschiedene Elemente der Absorptionskapazität
4.2 Offenheit: herein- und herausfließende Wissensströme
4.3 “Knowledge catcher” oder “take and give”?
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der zunehmenden Notwendigkeit zur Offenheit im Innovationsmanagement und der damit verbundenen strategischen Rolle der Absorptionskapazität von Unternehmen. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwiefern Offenheit eine notwendige Voraussetzung für die Absorptionskapazität darstellt und wie Unternehmen zwischen egoistischen "Knowledge Catcher"-Strategien und diplomatischen "Take and Give"-Ansätzen abwägen müssen.
- Bedeutung und Quellen externen Wissens für Unternehmen
- Vor- und Nachteile der Offenheit bei Innovationen
- Theoretische Grundlagen und Modelle der Absorptionskapazität
- Empirische Determinanten für den Grad der Offenheit
- Verhältnis zwischen Offenheit und Wissensströmen
Auszug aus dem Buch
3.1.2.1 Die duale Rolle der F&E
Cohen und Levinthal (1989, S. 569) erweitern die traditionelle Sicht der F&E im Unternehmen. Sie gehen davon aus, dass F&E nicht nur neues Wissen produziert, sondern auch dem Verständnis und der Nutzung von externem Wissen dient. Das heißt, Firmen investieren nicht nur in die eigene Forschung, um eigene Innovationen hervorzubringen, sondern auch um industrieexternes Wissen zu verstehen und nutzen zu können und von Spillover Effekten innerhalb der Industrie zu profitieren.
Das Wissen, das durch eigene Forschung generiert wird, bildet zusammen mit dem externen Wissen das technische Wissen des Unternehmens.
Rosenberg bezeichnet die Grundlagenforschung im Unternehmen als eine „Eintrittskarte“ zu einem externen Informationsnetzwerk (1989, S. 170).
Auch Gambardella (1992, S. 404) betont die Bedeutung von interner Forschung und zeigt anhand einer Studie der 14 größten Pharmakonzerne in den USA, dass Firmen, die über eine wissenschaftsfreundlichere, offenere interne Forschung verfügen nicht nur internes Wissen, sondern auch externes Wissen besser nutzen können.
Interne Forschung hat also eine positive Auswirkung auf die Absorptionskapazität des Unternehmens.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die zunehmende Bedeutung externer Wissensquellen aufgrund technischer Komplexität und führt in die zentralen Konzepte der Arbeit ein.
2 Externes Wissen und Offenheit: Dieses Kapitel analysiert Formen des Wissenstransfers, die Vor- und Nachteile offener Innovationsprozesse sowie die Einflussfaktoren, die den Grad der Offenheit eines Unternehmens bestimmen.
3 Absorptionskapazität: Hier werden zentrale theoretische Modelle zur Absorptionsfähigkeit vorgestellt, von den Grundlagen nach Cohen/Levinthal bis hin zu modernen Erweiterungen bezüglich dynamischer Fähigkeiten.
4 Offenheit als notwendige Voraussetzung für Absorptionskapazität?: Das Kapitel diskutiert den Zusammenhang zwischen Offenheit und den Elementen der Absorptionskapazität und analysiert strategische Ansätze zum Wissensaustausch.
5 Schlussfolgerung: Die Schlussfolgerung resümiert die Erkenntnisse und betont die Notwendigkeit eines ausgewogenen "Take and Give"-Wissensaustauschs für langfristigen Innovationserfolg.
Schlüsselwörter
Absorptionskapazität, Offenheit, Open Innovation, Wissensmanagement, Innovationsmanagement, F&E, Wissenstransfer, Knowledge Catcher, Take and Give, Spillover, Wettbewerbsvorteil, Innovationskraft, Unternehmensnetzwerke, Externes Wissen, Interorganisationales Lernen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Unternehmen in einer komplexen Welt durch den Zugang zu externem Wissen und die gezielte Entwicklung interner Absorptionskapazitäten ihre Innovationsfähigkeit steuern können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind das Wissensmanagement, die Theorie der Open Innovation, die Erfolgsfaktoren für Absorptionskapazität und die strategische Abwägung zwischen Offenheit und Geheimhaltung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen Offenheit und Absorptionskapazität zu durchdringen und zu klären, ob Offenheit zwingend notwendig ist, um externes Wissen erfolgreich zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung empirischer Studien, um theoretische Modelle und deren praktische Relevanz zu verknüpfen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Konzepte der Offenheit, die Modelle zur Absorptionskapazität nach Cohen/Levinthal und anderen, sowie die kritische Synthese dieser beiden Aspekte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "Absorptionskapazität", "Open Innovation", "Knowledge Catcher", "Take and Give" und "Wissenstransfer" charakterisiert.
Was genau ist der "Not-invented-here"-Effekt?
Dieser Effekt beschreibt das Phänomen, bei dem eine Organisation externes Wissen ablehnt oder ignoriert, weil sie es nicht selbst generiert hat, was die Effizienz des Innovationsprozesses mindert.
Warum ist das "Take and Give"-Prinzip für Unternehmen wichtig?
Da Wissenstransfer oft ein Tauschgeschäft ist, ermöglicht das "Take and Give"-Prinzip den Aufbau von Netzwerken, durch die beide Parteien langfristig mehr profitieren, als es bei einer rein egoistischen Abschottungsstrategie der Fall wäre.
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- Julia Bösch (Author), 2006, Offenheit und die Rolle der Absorptionskapazität – Eine Analyse empirischer Untersuchungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71566