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Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am Beispiel der Terroranschläge in Kenia

Titel: Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am Beispiel der Terroranschläge in Kenia

Magisterarbeit , 2003 , 170 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: M.A. Nicole Haußecker (Autor:in)

Medien / Kommunikation - Forschung und Studien
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Nach der starken Kritik der Medienberichterstattung über den 11.09.2001, werden in der vorliegenden Arbeit theoretische Hintergründe ausgewählter Kritikpunkte betrachtet und an einem weiteren terroristischen Ereignis, den Anschlägen in Kenia am 28.11.2002, inhaltsanalytisch untersucht. Dabei wird vorab die Rolle der Nachrichtenfaktoren für die Selektion und Intensität der Berichterstattung betrachtet. Von besonderem Interesse für die Hauptuntersuchung ist, inwieweit negative Stereotype und/oder Feindbilder bezüglich der islamischen und arabischen Welt sowie Emotionalisierungstendenzen in den Nachrichten vorliegen. Zudem wird das Zusammenspiel von Formen der Emotionalisierung und Stereotypisierungen diskutiert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen erwartete Tendenzen, natürlich in geringerem Ausmaß als nach dem 11.09.2001. Der Nachrichtenwert des Ereignisses ist anfänglich sehr hoch, jedoch sinkt ab dem dritten Tag die Beachtung deutlich. Das Vorkommen emotionalisierender Mittel wird empirisch bestätigt. Nicht nur emotionale Sprache und Sprechweise, sondern vor allem Formen der expliziten Emotionalisierung sind vertreten. Damit wird die Vermutung bekräftigt, dass die Medien die, mit den terroristischen Ereignissen verbundene, beängstigende Stimmung aufgreifen. Ein direkter islamischer Feindbildaufbau ist zwar in der Berichterstattung nicht zu verzeichnen. Allerdings liegen latente negative Bewertungstendenzen sowie negative Stereotype bezüglich der arabischen und islamischen Welt vor. Eine meist narrativ inszenierte Fixierung auf Bin Laden und Al Qaida erfolgt oberflächlich und vernachlässigt kontextuelle Einordnungen. Trotz der kritischen Stimmen nach dem 11.09.2001 findet der geforderte Wandel in der Terrorismus-Berichterstattung nicht in gewünschtem Ausmaß statt, denn die damals bemängelten Aspekte, wie starke Emotionalisierung, geringe journalistische Reflexion und mangelnde kontextuelle Einordnungen sind weiterhin vorzufinden. Dies lässt sich auf Veränderungen der Nachrichtengebung aufgrund der Kommerzialisierung zurückführen, denn solche Muster sind nicht auf diskursive Verständigung aus, sondern um Marktanteile bemüht. Zudem zeigen weitere Studien, dass sich auch die Salienz von Terrorismus in den Nachrichten seit dem 11.09. verdoppelt hat und eine erhöhte Bedrohungswahrnehmung in der Bevölkerung nicht im Verhältnis zu den tatsächlich stattfindenden Ereignissen steht, so dass die Berichterstattung nach wie vor kritisch beobachtet werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

Teil I: Theoretischer Teil

2 Annäherung an das Phänomen Terrorismus

2.1 Entwicklung und Bedeutung des Begriffs

2.2 Definition des Begriffs Terrorismus

2.3 Strukturen des islamistischen Terrorismus

3 Stand der Forschung

3.1 Studien und Sichtweisen in der Terrorismusforschung

3.1.1 Diverse Ansätze und Entwicklungen

3.1.2 Aktueller Forschungsstand

3.2 Terrorismus und Kommunikation

3.2.1 Terrorismus als Kommunikationsakt

3.2.2 Typen der Kommunikation im Terrorismus

3.2.3 Medien und Terrorismus – eine Symbiose?

4 Zur Terrorismus-Berichterstattung

4.1 Selektionskriterien der Nachrichtenproduktion

4.1.1 Konzept der Nachrichtenfaktoren

4.1.2 Nachrichtenwertigkeit terroristischer Ereignisse

4.2 Kriterien zur emotionalen Wirkung

4.2.1 Mittel der Emotionalisierung

4.2.2 Theoretische Ansätze zum „Spiel“ mit Angst und Unsicherheit

4.3 Stereotype, Vorurteile und Feindbilder

4.3.1 Unterscheidung von Stereotypen und Vorurteilen

4.3.2 Theoretische Grundlagen von Feindbildern

4.3.3 Das Feindbild Islam

Teil II: Empirische Ergebnisse

5 Forschungsfragen und Hypothesen

6 Methodisches Design

6.1 Untersuchungsmethode: Inhaltsanalyse

6.2 Auswahl des Untersuchungsmaterials

6.2.1 Untersuchungsgegenstand

6.2.2 Auswahl von Sendungen und Beiträgen

6.2.3 Untersuchungszeitraum

6.2.4 Untersuchungseinheiten

6.3 Operationalisierung

6.3.1 Kategoriensystem und Variablen

6.3.2 Codierung

7 Ergebnisse der Untersuchung

7.1 Nachrichtenwert und formale Präsentation des Themas

7.1.1 Einfluss der Nachrichtenfaktoren auf die Berichterstattung

7.1.2 Zusammenfassung der Ergebnisse zur ersten Forschungsfrage

7.2 Inhaltliche Präsentation: Einsatz von Emotionalisierung

7.2.1 Explizite und implizite Emotionen

7.2.2 Visualisierung von Emotionen

7.2.3 Emotionalisierung in Sprache und Ton

7.2.4 Darstellung der Unsicherheit und Gefahr

7.2.5 Zusammenfassung der Ergebnisse zur zweiten Forschungsfrage

7.3 Inhaltliche Präsentation: negative Stereotype und Feindbilder bezüglich der islamischen und arabischen Welt

7.3.1 Genauigkeit der Darstellungen von islamistischen Terrorismus

7.3.2 Feindbildmerkmale

7.3.3 Art der Schuldzuweisung

7.3.4 Auffälligkeiten in Sprache und Bildsprache

7.3.5 Zusammenfassung der Ergebnisse zur dritten Forschungsfrage

8 Resümee und Ausblick

9 Literatur

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Merkmale der Fernsehberichterstattung über terroristische Ereignisse am Beispiel der Anschläge in Kenia vom 28. November 2002 zu analysieren und insbesondere auf Emotionalisierung sowie negative Stereotype und Feindbilder gegenüber der islamischen Welt zu untersuchen.

  • Analyse von Nachrichtenfaktoren bei der Selektion terroristischer Ereignisse
  • Untersuchung von Emotionalisierungstechniken in Wort, Bild und Ton
  • Identifikation von negativen Stereotypen und Feindbildern bezüglich der islamischen und arabischen Welt
  • Empirische Überprüfung des Nachrichtenselektionsprozesses durch Inhaltsanalyse
  • Diskussion der Auswirkungen von Fernsehnachrichten auf das Angstempfinden der Rezipienten

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Terrorismus als Kommunikationsakt

“The immediate victim is merely instrumental, the skin on a drum beaten to achieve a calculated impact on a wider audience. As such, an act of terrorism is in reality an act of communication“ (Schmid/de Graaf 1982: 14).

Gewalt als Mittel der Kommunikation ist seit Entstehung der Massenmedien ein Teil terroristischer Strategie, da diese Kommunikationsform kaum ignoriert werden kann. Aus diesem Grunde ist Terrorismus nicht bloß als pure Gewalt zu verstehen (ebd.), sondern als eine Folge misslungener Kommunikation (vgl. Fuchs 2002).

Als Kommunikationsakt umfasst Terrorismus die vier Grundkomponenten: TRANSMITTER (Terrorist) – BOTSCHAFT (gesendet über Gewalt) – BEABSICHTIGTER REZIPIENT (Zielobjekt) – FEED BACK (Empfänger-Reaktionen). Unbedingter Bestandteil des Kommunikationsprozesses ist eine Vermittlungsinstanz – ein Medium (vgl. Burkart 1998: 35). Das Medium ist Ausdrucksmittel der kommunikativen Aktivität und gilt als Transportmittel der Botschaft. Bedient man sich eines solchen Mediums, um Bedeutungsinhalte miteinander zu teilen, benutzt man Zeichen. Demzufolge stellt der Kommunikationsprozess auch immer ein Zeichenprozess dar.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in das Thema, Vorstellung der Forschungsfragen sowie Eingrenzung der untersuchten terroristischen Ereignisse.

2 Annäherung an das Phänomen Terrorismus: Theoretische Definition und Strukturierung des Terrorismus-Begriffs sowie des islamistischen Terrorismus.

3 Stand der Forschung: Überblick über kommunikationswissenschaftliche Ansätze, die das Verhältnis zwischen Medien, Terrorismus und deren symbiotischer Beziehung beleuchten.

4 Zur Terrorismus-Berichterstattung: Analyse von journalistischen Selektionskriterien, Emotionalisierungstechniken und medienpsychologischen Wirkungsmechanismen bei der Berichterstattung.

5 Forschungsfragen und Hypothesen: Formulierung der forschungsleitenden Hypothesen, die auf den theoriegeleiteten Erkenntnissen aufbauen.

6 Methodisches Design: Beschreibung der angewandten Inhaltsanalyse, des Untersuchungsmaterials und des Kategoriensystems zur empirischen Untersuchung.

7 Ergebnisse der Untersuchung: Darstellung und Diskussion der quantitativen und qualitativen Ergebnisse bezüglich der drei Hauptforschungsfragen.

8 Resümee und Ausblick: Zusammenfassung der Kernergebnisse der Arbeit sowie Einordnung der Befunde in den aktuellen Forschungskontext und Ausblick auf zukünftige Studien.

9 Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Emotionalisierung, Nachrichtenfaktoren, Fernsehnachrichten, Feindbilder, Islam, Angst, Gewaltwirkung, transnationale Kommunikation, Stereotype, al-Qaida, Bin Laden, Konstruktivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht, wie deutsche Fernsehsender über terroristische Ereignisse, speziell die Anschläge in Kenia im Jahr 2002, berichtet haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die Nachrichtenauswahl, die mediale Emotionalisierung der Berichterstattung und die Verwendung negativer Stereotype gegenüber der islamischen und arabischen Welt.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, inhaltliche und formale Merkmale der Terrorismus-Berichterstattung zu identifizieren und zu prüfen, ob bestimmte Nachrichtenfaktoren und Emotionalisierungstechniken dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin verwendet eine qualitative und quantitative Inhaltsanalyse von Nachrichtensendungen der Sender ARD, ZDF, RTL und N-TV.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen zu Terrorismus, Kommunikation und medialer Emotionalisierung erarbeitet, gefolgt von einer empirischen Analyse des Untersuchungsmaterials.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind Terrorismus, Medienberichterstattung, Nachrichtenfaktoren, Emotionalisierung, Feindbilder, Islam, Inhaltsanalyse und Konstruktion sozialer Wirklichkeit.

Welche Rolle spielt die Person Osama bin Laden in der Berichterstattung?

Bin Laden dient als Personifizierung des Terrors, wobei die Arbeit kritisiert, dass dieser Fokus oft Hintergründe und komplexere Ursachenzusammenhänge verdeckt.

Gibt es Unterschiede in der Berichterstattung zwischen den Sendern?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass private Sender wie N-TV und RTL deutlich stärker auf Emotionalisierung und Dramatisierung setzen als die öffentlich-rechtlichen Sender.

Ende der Leseprobe aus 170 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am Beispiel der Terroranschläge in Kenia
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Medienwissenschaft)
Note
1,3
Autor
M.A. Nicole Haußecker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
170
Katalognummer
V71580
ISBN (eBook)
9783638621052
ISBN (Buch)
9783638709453
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Berichterstattung Terrorismus TV-Nachrichtensendungen Beispiel Terroranschläge Kenia
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Nicole Haußecker (Autor:in), 2003, Zur Berichterstattung über Terrorismus in TV-Nachrichtensendungen am Beispiel der Terroranschläge in Kenia, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71580
Blick ins Buch
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