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Sprachgebrauch und Argumentationsstrukturen in Agitationstexten radikaler politischer Gruppen

Title: Sprachgebrauch und Argumentationsstrukturen in Agitationstexten radikaler politischer Gruppen

Thesis (M.A.) , 2000 , 73 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Johannes Klaas (Author)

German Studies - Linguistics
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Johannes Klaas, Sprachgebrauch und Argumentationsstrukturen in Agitationstexten radikaler politischer Gruppen, Magisterarbeit, August 2000.

Eine Arbeit, die sich mit der Sprache der Roten Armee Fraktion (RAF) bechäftigt. Nach einiger klärenden Worte zur Sprachkritik im Allgemeinen und einer Positionierung innerhalb der sprachwissenschaftlichen Debatte um die Legitimation von sprachkritischen Äußerungen geht es im Theorieteil um die Plausibilität argumentativ erhobener Geltungsansprüche. Hauptreferenztexte sind hierbei Arbeiten Habermas, Kopperschmidts und vor allem Kienpointners, dessen konsenstheoretischer Geltungsbegriff hier zu Grunde gelegt wird.

Im anwendungsbezogenem Teil der Arbeit wird die Argumentationsstruktur der RAF analysiert und an Beispielen aus den Texten der RAF als Fiktion von Argumentation entlarvt. Eine Betrachtung der Verwendung von Plastikwörtern (Pörksen), Metaphern und Schlagwörtern in Texten der RAF rundet die Arbeit ab.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprachkritik vs. Sprachwissenschaft: Aufgaben und Ziele linguistisch begründeter Sprachkritik

2.1 Das Verhältnis von Sprachkritik und Sprachwissenschaft

2.2 Zum systematischen Ort einer linguistisch fundierten Sprachkritik

2.3 Zum sprachkritischen Selbstverständnis dieser Arbeit

3. Die Sprache der RAF

3.1 Zur kommunikativen Situation

3.2 Die kommunikativen Ziele der RAF

3.2.1 1970 – 1992

3.2.2 1992 – 1998

3.3 Die persuasive Strategie der RAF

3.3.1 Die Texte der RAF als argumentativ strukturierte monologische Äußerungen

3.3.2 Zur Bewertung von Argumentation

3.3.2.1 Die Relevanz des propositionalen Gehalts

3.3.2.2 Der Status der Schlußregel

3.3.3 Die argumentative Struktur der RAF-Texte

3.3.3.1 (Arg.1): Moralische Legitimation des Widerstandes gegen Unfreiheit und menschenunwürdige Lebensbedingungen

3.3.3.2 (Arg.2): Beschreibung von Unfreiheit und menschenunwürdigen Bedingungen als ursächlich durch das kapitalistische System bedingte Erscheinungen

3.3.3.3 (Arg.3): Bewaffneter Kampf als angemessenste Form des Widerstandes gegen das System

3.3.3.4 (Arg.4): Rechtfertigung von Anschlägen auf Personen und Institutionen

3.3.4 Mittel der Affektsteuerung

3.3.4.1 Verwendung von Metaphern

3.3.4.2 Verwendung von Schlagwörtern

3.3.4.3 Verwendung von Plastikwörtern

4. Schlußwort

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Magisterarbeit verfolgt das Ziel, einen sprachwissenschaftlichen Bezugsrahmen für sprachkritische Bewertungshandlungen zu entwickeln, um die Sprachverwendung der Roten Armee Fraktion (RAF) fundiert zu analysieren. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die RAF durch ihre Texte versucht, Wirklichkeit in den Köpfen der Rezipienten zu konstruieren und durch welche persuasiven Strategien sie ihre revolutionäre Praxis legitimiert.

  • Analyse der kommunikativen Situation und Ziele der RAF
  • Untersuchung der argumentativen Strukturen in RAF-Texten
  • Kritische Bewertung der persuasiven Strategien und Mittel der Affektsteuerung
  • Reflexion des Spannungsfeldes zwischen Sprachkritik und Sprachwissenschaft
  • Untersuchung der Rolle von Metaphern, Schlagwörtern und Plastikwörtern im terroristischen Diskurs

Auszug aus dem Buch

3.1 Zur kommunikativen Situation

Anders als in der Alltagskommunikation, die durch eine eindeutig dialogische Kommunikationssituation gekennzeichnet ist, fehlt in der von der RAF gewählten Kommunikationsform Text der Gesprächspartner, der die Geltungsansprüche einer Äußerung direkt bestreiten oder anzweifeln kann und der den Sprecher durch seine Gegenrede dazu nötigt, seine strittige Äußerung argumentativ zu erhärten. Der Text stellt also eine monologische Kommunikationsform dar, die sich durch ein wesentliches Element von der dialogischen Form unterscheidet: Während in der dialogischen Kommunikation die Strittigkeit eines Sachverhalts durch die Gegenrede des Opponenten erkennbar wird, tritt diese Strittigkeit in der monologischen Form in sehr viel indirekterer Form auf.

Inhaltliche Dialogizität der Sprachverwendung ergibt sich demnach aus der grundsätzlichen Gerichtetheit von Sprache, die als natürliches Phänomen immer der Verständigung dient. Kommunikative Äußerungen, wie die der RAF, die unter formalen und situativen Gesichtspunkten als monologische gelten, lassen sich also genauso wie sog. dialogische Äußerungen als „verständigungsorientiertes dialogisches Handeln“ (Ebd.: 6) beschreiben. Grundsätzlich ist also eine jede monologische Äußerung (und dies gilt insbesondere für persuasiv strukturierte Äußerungen) in eine ‚dialogische‘ Situation eingebettet, denn „der monologisch agierende Redner reagiert immer schon auf Reden anderer Redner vor ihm oder hat zumindest die Reaktion des Publikums zu berücksichtigen, der Verfasser eines Textes muß prinzipiell damit rechnen, daß Gegenpositionen publiziert werden“ (Ottmers 1996: 70).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, definiert den Begriff "radikal" im Kontext der RAF und erläutert die Problematik der bisherigen, oft undifferenzierten Auseinandersetzung mit der RAF-Sprache.

2. Sprachkritik vs. Sprachwissenschaft: Aufgaben und Ziele linguistisch begründeter Sprachkritik: In diesem Kapitel wird der historische Streit zwischen Sprachkritik und strukturalistischer Sprachwissenschaft skizziert und eine Brücke zu einer neuen, pragmalinguistisch fundierten Sprachkritik geschlagen.

3. Die Sprache der RAF: Dieser Hauptteil analysiert die kommunikativen Ziele, die persuasive Strategie, die argumentative Struktur sowie die spezifischen sprachlichen Mittel wie Metaphern und Schlagwörter, die von der RAF eingesetzt wurden.

4. Schlußwort: Das Schlußwort resümiert, dass die Sprache der RAF einer quasi-argumentativen Struktur folgt, die darauf abzielte, ein geschlossenes Weltbild zu festigen, statt einen rationalen Konsens zu suchen.

5. Bibliographie: Dieses Verzeichnis listet sämtliche in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen auf.

Schlüsselwörter

Rote Armee Fraktion, RAF, Sprachkritik, Linguistik, Argumentationsstruktur, Persuasion, politischer Terrorismus, Agitation, Propaganda, Plastikwörter, Schlagwörter, Metaphern, revolutionäre Praxis, Kommunikationstheorie, Ideologiekritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Sprachgebrauch und die Argumentationsstrukturen in den Texten der Rote Armee Fraktion (RAF) aus linguistischer Sicht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit beleuchtet das Verhältnis von Sprachkritik und Sprachwissenschaft, die kommunikativen Ziele der RAF, deren persuasive Strategien sowie spezifische sprachliche Instrumente zur Affektsteuerung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, einen sprachwissenschaftlichen Bezugsrahmen zu schaffen, um die wirklichkeitskonstituierende und persuasive Funktion der Sprache der RAF zu analysieren und deren Argumentationsgefüge kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen pragmalinguistischen Ansatz und deskriptive Argumentationstheorien (u.a. nach Kienpointner und Toulmin), um die Struktur der RAF-Texte zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Analyse der kommunikativen Situation, eine Untersuchung der argumentativen Makrostruktur anhand zentraler Argumentationsschritte (Legitimation, Kausalität, Widerstand, Rechtfertigung von Anschlägen) und eine detaillierte Betrachtung rhetorischer Mittel wie Metaphern und Plastikwörter.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören RAF, Sprachkritik, Argumentationsstruktur, persuasive Strategie, Agitation, Ideologiekritik und Plastikwörter.

Warum analysiert die Arbeit die RAF-Texte als "monologische Äußerungen"?

Weil die RAF in ihren Texten eine dialogische Auseinandersetzung mit Kritikern verweigerte und ihre Texte als autarke, auf Indoktrination ausgerichtete Form der politischen Rede konzipierte, die keinen Raum für echten diskursiven Konsens bot.

Inwiefern unterscheiden sich die Texte vor und nach 1992?

Die Texte vor 1992 sind primär von agitatorischem Duktus und Rechtfertigungen des bewaffneten Kampfes geprägt; nach 1992 findet ein Bruch statt, bei dem die RAF ankündigt, ihre Geschichte kritisch reflektieren zu wollen, obwohl die zugrundeliegenden Sprach- und Denkmuster weitgehend bestehen bleiben.

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Details

Title
Sprachgebrauch und Argumentationsstrukturen in Agitationstexten radikaler politischer Gruppen
College
University of Cologne  (Institut für deutsche Sprache und Literatur)
Grade
2,0
Author
Johannes Klaas (Author)
Publication Year
2000
Pages
73
Catalog Number
V716
ISBN (eBook)
9783638104708
ISBN (Book)
9783640611843
Language
German
Tags
Linguistik Agitation Propaganda Habermas Argumentation Analyse AUssagenlogik Rote Armee Fraktion RAF Argumentationsanalyse Argumentationsstruktur Plastikwörter Sprachkritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Johannes Klaas (Author), 2000, Sprachgebrauch und Argumentationsstrukturen in Agitationstexten radikaler politischer Gruppen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/716
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