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Das Theodizeeproblem im Kontext der Sinnfrage in philosophischer, theologischer und religionswissenschaftlicher Betrachtungsweise

Title: Das Theodizeeproblem im Kontext der Sinnfrage in philosophischer, theologischer und religionswissenschaftlicher Betrachtungsweise

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 25 Pages

Autor:in: Ingo Stechmann (Author)

Theology - Systematic Theology
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Summary Excerpt Details

Die Arbeit betrachtet das Theodizeeproblem, die Frage nach dem Leid in der Welt und der Verantwortung Gottes, aus Sicht unterschiedlicher Religionen. Letztlich setzt sie sich vor allem mit dem Konzept von Hans Jonas (Gottesbegriff nach Auschwitz) und somit mit einem spezifisch jüdischen Ansatz auseinander. Es folgen Abhandlungen über die aktuellen gesellschaftlichen und schulischen Bedeutung der Thematik.

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Inhaltsverzeichnis

1. Die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes

1.1 Das Theodizeeproblem im Kontext der Sinnfrage

1.2 Zur Entstehungsgeschichte der „Theodizee“

1.3 Theodizeedenken im Zuge der Aufklärung

2. Das interreligiöse Phänomen

2.1 Zur religiösen Universalisierbarkeit der Hiobsfrage

2.2 Judentum und Theodizee

2.2.1 Traditionen im Umgang mit dem „kollektiven Geschick“

2.2.2 Hans Jonas: Ein Lösungsversuch aus jüdischer Perspektive

3. Weiterführende Überlegungen

3.1 Aktuelle Bedeutung der Theodizee

3.2 Pädagogische Konsequenzen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht das Theodizeeproblem – die Frage nach der Rechtfertigung Gottes angesichts des Leids in der Welt – im Kontext der existenziellen Sinnfrage. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie in verschiedenen philosophischen, theologischen und religionswissenschaftlichen Ansätzen auf das Phänomen des unschuldigen Leids reagiert wird und welche Bedeutung diese Überlegungen für den pädagogischen Umgang mit Heranwachsenden haben.

  • Historische Entwicklung des Theodizeebegriffs von der Aufklärung bis zur Gegenwart.
  • Vergleichende Betrachtung interreligiöser Ansätze zur Sinnhaftigkeit von Leid.
  • Analyse des Lösungsversuchs von Hans Jonas im Kontext der Holocaust-Theologie.
  • Bedeutung der Theodizeefrage in modernen Krisenzeiten wie dem 11. September oder Naturkatastrophen.
  • Pädagogische Implikationen für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen in existentiellen Grenzsituationen.

Auszug aus dem Buch

2.2.2 Hans Jonas: Ein Lösungsversuch aus jüdischer Perspektive

Er habe sich mit einem Stück „spekulativer Theologie“ zu beschäftigen, die Immanuel Kant eigentlich aus dem Geschäft der theoretischen Vernunft, also der Philosophie verbannte hatte, schreibt Jonas in seiner Abhandlung „Der Gottesbegriff nach Auschwitz“ und macht damit deutlich, dass er sich auf ein ihm fremdes Territorium bewegt. Der Ansicht Kants hält Jonas jedoch entgegen, dass sich eine Beschäftigung mit den „höchsten Gegenständen“, wie sie Kant selbst nannte, durchaus lohnt, auch wenn ihr Erkennen zum Scheitern verurteilt ist. Gerade in der Akzeptanz des Scheiterns sieht Jonas die Chance sich dem Nachdenken auszusetzen, ohne den Anspruch zu haben, Wissen zu erwerben.

In genauerem Bezug auf die Theodizee geht Jonas in seiner ursprünglich als Rede entworfenen Abhandlung über den Gottesbegriff dann auf die Hiobsfrage ein. Aufgrund der Existenz des Übels auf der Welt und besonders in Hinblick auf die besondere Erwählung des Volkes Israel, also dem Bund zwischen dem Volk Israel und seinem Gott, sieht er dabei das Schicksal Hiobs als prototypisch für jüdisches Kollektivleid an. In einem historischen Exkurs versucht der Philosoph dann auch aufzuzeigen, warum eine Behandlung der Theodizee in der Art und Weise wie vor dem nationalsozialistischen Rassenwahn heute nicht mehr angewandt werden kann. Alttestamentliche Erklärungen durch Untreue des Volks und auch die spätere Idee der Zeugenschaft, nach der gerade die Gerechten das Ärgste erdulden müssen, seien nach dem Holocaust keine Erklärungsmodelle mehr, da das Leid weder aufgrund von Verfehlungen noch aufgrund des Festhaltens am Glauben eingetreten ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes: Dieses Kapitel verortet das Theodizeeproblem im Rahmen der Sinnsuche und zeichnet die historische Entwicklung des Begriffs sowie dessen Behandlung in der Aufklärung nach.

2. Das interreligiöse Phänomen: Hier werden unterschiedliche religiöse Herangehensweisen an das Leid untersucht, mit einem besonderen Fokus auf die jüdische Tradition und den innovativen Lösungsansatz von Hans Jonas.

3. Weiterführende Überlegungen: Das abschließende Kapitel beleuchtet die Relevanz der Theodizee im Kontext aktueller globaler Krisen und leitet daraus konkrete Konsequenzen für die pädagogische Praxis ab.

Schlüsselwörter

Theodizee, Gerechtigkeit Gottes, Sinnfrage, Leid, Hans Jonas, Holocaust-Theologie, Religion, Philosophie, Aufklärung, Pädagogik, Verantwortung, Gott, Schöpfung, Judentum, Weltbild.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die philosophische und theologische Problematik, wie das Vorhandensein von Leid in der Welt mit dem Glauben an einen allmächtigen und gütigen Gott in Einklang gebracht werden kann.

Welche zentralen Themenfelder deckt der Text ab?

Zu den zentralen Themen gehören die Entstehungsgeschichte des Theodizeebegriffs, der Umgang mit Leid in verschiedenen Weltreligionen sowie der jüdische Lösungsansatz nach dem Holocaust.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen Sinnsuche und Leiderfahrung aufzuzeigen und insbesondere aufzuarbeiten, wie Pädagogen Kinder und Jugendliche in existentiellen Krisen begleiten können.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Es handelt sich um eine systematische philosophisch-theologische Literaturanalyse, die zentrale Denker wie Leibniz, Kant und Jonas kritisch diskutiert.

Was wird im inhaltlichen Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil vertieft die historische Einordnung und widmet sich besonders dem "Gottesbegriff nach Auschwitz" von Hans Jonas und dessen Auswirkungen auf das moderne Verständnis von Gottes Allmacht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Theodizee, Gottesgerechtigkeit, Leid, Verantwortung, Religion und pädagogischer Umgang mit Krisen.

Warum spielt Hans Jonas eine so zentrale Rolle in dieser Arbeit?

Jonas liefert mit seinem Werk eine spezifisch jüdische, radikale Antwort auf die Theodizeefrage nach dem Holocaust, indem er die traditionelle Vorstellung von Gottes Allmacht zugunsten der Freiheit des Menschen in Frage stellt.

Warum ist das Thema der Theodizee laut Autor heute noch so aktuell?

Angesichts moderner Katastrophen und medialer Informationsflut bleiben existenzielle Fragen nach dem Warum unumgänglich, weshalb ein bewusster und empathischer Umgang mit Leid essenziell für die heutige Gesellschaft ist.

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Details

Title
Das Theodizeeproblem im Kontext der Sinnfrage in philosophischer, theologischer und religionswissenschaftlicher Betrachtungsweise
College
University of Education Heidelberg  (Theologisch-Philosophisches Seminar)
Course
philosophisches Hauptseminar
Author
Ingo Stechmann (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V71642
ISBN (eBook)
9783638682459
ISBN (Book)
9783638724579
Language
German
Tags
Theodizeeproblem Kontext Sinnfrage Betrachtungsweise Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ingo Stechmann (Author), 2005, Das Theodizeeproblem im Kontext der Sinnfrage in philosophischer, theologischer und religionswissenschaftlicher Betrachtungsweise, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71642
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