Der Titel dieser Arbeit lautet “Vom robusten Körper zu Bulimie und Anorexia: Verändertes Selbst und Körperbilder in Fiji”. Dies sagt uns, daß in Fiji ein Wandel stattgefunden hat. Die Frage ist nun, warum dieser stattfand? Wie sahen das “fijianische Selbst” und dessen Körperbilder vor diesem Wandel aus und wie haben sie sich bis heute verändert?
Diesen Fragen möchte ich in meiner Arbeit nachgehen. Dabei werde ich zuerst in Kapitel 1 das traditionelle Körperbild und das “fijianische Selbst” vorstellen, um danach in Kapitel 2 zu erläutern, warum und in welche Richtung sich diese entwickelt haben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1
1.1. Fiji: allgemeine Fakten
1.3. Das “fijianische Selbst”
Kapitel 2
Schlußwort
Quellennachweise
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des traditionellen Körperbildes auf Fiji durch den Einfluss westlicher Medien und gesellschaftlicher Veränderungen, wobei der Fokus auf dem Entstehen von Essstörungen wie Bulimie und Anorexia nervosa bei jungen Frauen liegt.
- Traditionelles Körperbild und kulturelle Bedeutung von Ernährung auf Fiji
- Konzept des "fijianischen Selbst" im soziozentrischen Kontext
- Einfluss der Globalisierung und westlicher Schönheitsideale durch das Fernsehen
- Zusammenhang zwischen sozialem Wandel und dem rasanten Anstieg von Essstörungen
- Spannungsfeld zwischen Gemeinschaftswohl und individuellem Körperkult
Auszug aus dem Buch
Sozialer Wandel, Fernsehen und westliches Schönheitsideal
Fiji entwickelt sich von einer isolierten Gesellschaft, die auf Verwandtschaftsbeziehungen basiert zu einer, die an der globalen Marktwirtschaft teilnimmt. Mitte der 1980er begann die Elektrifizierung Fijis, die mit rapiden ökonomischen, politischen und sozialen Veränderungen einherging (Becker 2004: 539). Die Subsistenzwirtschaft z.B. wandelte sich allmählich in eine Finanzwirtschaft. Während von den Jugendlichen früher erwartet wurde, sich an häuslichen Arbeiten zu beteiligen, nahm nun der Druck auf sie zu, eine Lohnarbeit zu finden. Mit dem verdienten Geld “in der Tasche”, beeinflusst durch Werbung und den westlichen Lebensstil, wurde Konsum (vor allem von elektrischen Gebrauchsgegenständen) immer gewöhnlicher.
Das Problem dieser neu einströmenden Einflüsse aus dem Westen und die Aufforderung zu Konsum war und ist, dass die Jugendlichen keine “Vorbilder” haben, an denen sie sich orientieren können, die ihnen Verhaltensmuster vorgeben. Sie müssen sich allein in der neuen sozialen Umwelt zurechtfinden. Daß viele dies aber nicht können, zeigten A.E. Beckers Studien aus dem Jahre 1998. Demnach kam es zu einem rasanten Anstieg von Eßstörungen seit der Einführung des Fernsehens 1995 (Becker 2004: 539). Was eine alamierende Tatsache angesichts des traditionellen Körperbildes Fijis, das einen robusten und kräftigen Körper “verehrt” darstellt. Mit der Einführung des Fernsehens jedoch wurde dieses mehr und mehr “in Frage gestellt”.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die persönlichen Beobachtungen der Autorin während eines Aufenthalts in Indonesien, die den Anstoß zur Auseinandersetzung mit dem veränderten Körperbild auf Fiji gaben.
Kapitel 1: Dieses Kapitel stellt die geographischen Fakten über Fiji dar und analysiert das traditionelle Körperbild sowie das soziozentrische "fijianische Selbst", welches stark durch Gemeinschaftsbindung und Ernährung geprägt ist.
Kapitel 2: Dieses Kapitel untersucht die Ursachen für den Wandel vom traditionellen Körperideal hin zu einem Anstieg von Essstörungen, wobei die Einführung des Fernsehens und westlicher Konsumideale als zentrale Faktoren identifiziert werden.
Schlußwort: Das Schlußwort resümiert, dass das fijianische Selbst trotz des westlichen Einflusses weiterhin tief in der Gemeinschaft verwurzelt ist, mahnt aber gleichzeitig zu einem bewussteren Umgang mit globalen Medieneinflüssen.
Quellennachweise: Listet die wissenschaftliche Literatur und Internetquellen auf, die zur Erstellung der Arbeit herangezogen wurden.
Schlüsselwörter
Fiji, Körperbild, Essstörungen, Soziozentrisches Selbst, Health Transition, Globalisierung, Medien, Schönheitsideal, Ernährung, Soziale Identität, Bulimie, Anorexia, Kulturwandel, Gemeinschaft, Körpergewicht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht den Wandel von traditionellen zu westlich beeinflussten Körperidealen auf Fiji und deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheit junger Frauen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themenfelder umfassen die kulturelle Bedeutung von Körperbau und Ernährung auf Fiji, das soziozentrische Selbstverständnis sowie den Einfluss von Medien und Ökonomie auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Gründen für den Wandel weg vom robusten Körperideal und der Zunahme von Essstörungen in der fijianischen Gesellschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse und der Auswertung anthropologischer Studien, insbesondere der Arbeiten von Anne E. Becker.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das traditionelle fijianische Körperideal und das soziozentrische Selbst vorgestellt, gefolgt von einer Untersuchung des sozialen Wandels durch Globalisierung und Fernsehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Fiji, Körperbild, Soziozentrisches Selbst, Globalisierung und Essstörungen.
Warum wird Übergewicht auf Fiji traditionell nicht negativ bewertet?
Übergewicht wird traditionell mit Gesundheit, Wohlstand und der Fähigkeit in Verbindung gebracht, für die Familie zu sorgen und hart zu arbeiten.
Welche Rolle spielt die Ernährung in der fijianischen Kultur?
Nahrung und deren Austausch sind zentrale Mittel zur Stärkung sozialer Bindungen und zum Ausdruck von Fürsorge gegenüber der Gemeinschaft.
Warum führte die Einführung des Fernsehens zu einem Anstieg von Essstörungen?
Das Fernsehen vermittelte westliche Schönheitsideale, die mit individueller Kontrolle und Schlankheit verknüpft sind, was zu einer Entfremdung vom traditionellen Körperbild und Schamgefühlen führte.
Hat das fijianische Selbst seine Bedeutung durch die Globalisierung verloren?
Nein, laut der Arbeit bleibt das auf die Gemeinschaft fokussierte fijianische Selbst trotz der veränderten Körperwahrnehmung weiterhin tief im Innern der Menschen verankert.
- Quote paper
- Diana Bettig (Author), 2005, Vom robusten Körper zu Bulimie und Anorexia: Verändertes Selbst und Körperbilder in Fiji, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71714