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Grundlagen, Wirkungen und Defizite des Länderfinanzausgleichs

Title: Grundlagen, Wirkungen und Defizite des Länderfinanzausgleichs

Term Paper , 2007 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anonym (Author)

Law - Public Law / Constitutional Law / Basic Rights
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Kaum ein anderes Instrument staatlicher Umverteilung stand und steht so oft in der Kritik von Politik und Öffentlichkeit wie der Länderfinanzausgleich. Seit seinem Bestehen hat ihn der Gesetzgeber mehrfach reformiert; vielfach wurde das Bundesverfassungsgericht angerufen. Von Seiten der Geberländer wird meistens die Ungerechtigkeit der enormen Ausgleichszahlungen kritisiert. Die Nehmerländer halten mit der Erfordernis der Zahlungen aufgrund von unterschiedlichen strukturellen Grundvoraussetzungen dagegen. Jüngste Beispiele sind

parteiübergreifende Kritiken aus den Geberländern Hessen und Hamburg. In einem Artikel der Berliner Zeitung machte der hessische Finanzminister Karlheinz Weimar (CDU) die Notwendigkeit von Gesprächen über eine Änderung des bestehenden Finanzausgleichs im Rahmen der Verhandlungen über die Föderalismusreform II deutlich. Seiner Meinung nach muss „’Das Kartell der Nehmerländer (...) begreifen, das der Geldsegen so nicht anhalten kann.’“ 1 Gerade in diesen Tagen hat sich der Spitzenkandidat der Hamburger SPD, Michael Naumann, in einem Spiegel-Interview zu Wort gemeldet. Er bemängelt, dass „ (...) eine Stadt wie Hamburg, die die dritthöchste Pro-Kopf-Verschuldung in Deutschland hat, jedes Jahr eine halbe Milliarde Euro in den Länderfinanzausgleich überweisen muss.“ 2 Haben die Kritiker des Länderfinanzausgleichs Recht? [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Problemstellung

3. Begriffsklärung

4. Grundlagen des Länderfinanzausgleichs

4.1 Der Länderfinanzausgleich im Kontext des Grundgesetzes

4.2 Vertikale Steuerverteilung nach Art. 106 GG

4.3 Horizontale Steuerverteilung nach Art. 107 Abs. 1 GG

4.4 Länderfinanzausgleich im engeren Sinne nach Art. 107 Abs. 2 Sätze 1 und 2 GG

4.5 Bundesergänzungszuweisungen nach Art. 107 Abs. 2 Satz 3 GG

5. Wirkungen des Länderfinanzausgleichs

6. Defizite des Länderfinanzausgleichs

6.1 Rechtliche Probleme

6.2 Mängel in der Konstruktion

6.3 Ökonomische Fehlanreize

6.4 Politische Folgen

7. Schlussfolgerung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die Grundlagen, Wirkungen und Defizite des deutschen Länderfinanzausgleichs, wobei insbesondere der Frage nachgegangen wird, ob durch eine zu starke Nivellierung der Länderfinanzen Entsolidarisierung und Politikverdrossenheit begünstigt werden.

  • Rechtliche Grundlagen und verfassungsrechtlicher Kontext des Finanzausgleichs
  • Mechanismen der vertikalen und horizontalen Steuerverteilung
  • Analyse der distributiven Wirkungen und der Finanzkraftnivellierung
  • Identifikation konstruktiver Mängel und ökonomischer Fehlanreize
  • Diskussion der politischen Folgen für den föderalen Standortwettbewerb

Auszug aus dem Buch

6.3 Ökonomische Fehlanreize

Der Länderfinanzausgleich führt zu einer übermäßigen Nivellierung der Finanzkraft der Länder. Dies hat zur Folge, dass Geberländer kaum einen Anreiz haben, effizienter zu wirtschaften, da zusätzliche Einnahmen fast vollständig den leistungsschwachen Ländern zukommen würden. Umgekehrt führt die garantierte finanzielle Mindestausstattung bei den Nehmerländern dazu, dass kaum Anstrengungen unternommen werden, die Verschuldung zu verringern. Schon deshalb greift der Länderfinanzausgleich massiv in die Finanzautonomie der Länder ein und reduziert ihre Eigenverantwortung. Die bündische Beistandspflicht droht die Länder in eine Haftungsgemeinschaft zu drängen. Immer wenn sich ein Bundesland aus Unvermögen oder absichtlich verschuldet, muss ihm die Solidargemeinschaft beistehen. Deshalb, aber auch weil das System Länderfinanzausgleich so komplex ist, besteht die Gefahr, dass vorsätzlich Strategien entwickelt werden, um die Finanzhilfen zu maximieren. Das Handeln eines Landes ist dann nicht mehr vernunftgeleitet, sondern zielt zuerst darauf ab, die Einnahmen auf Kosten der Solidargemeinschaft zu erhöhen. Dies behindert und verzerrt den Standortwettbewerb unter den Ländern erheblich. Außerdem ist zu beachten, dass die Anziehung von Unternehmen und Investitionen entweder durch die Versorgung mit öffentlichen Gütern und Subventionen oder durch Steuervergünstigungen erfolgt. Diesen Subventionswettbewerb lassen sich die leistungsschwachen Ländern ebenfalls durch die Solidargemeinschaft finanzieren. Daneben muss bemängelt werden, dass der Länderfinanzausgleich zu stark distributiven Zielen folgt, anstatt eine gerechte Allokation der volkswirtschaftlichen Ressourcen anzustreben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die anhaltende Kritik an der Umverteilungspraxis und skizziert den aktuellen politischen Diskurs um Gerechtigkeit im föderalen System.

2. Problemstellung: Dieses Kapitel definiert die zentrale Forschungsfrage hinsichtlich möglicher Entsolidarisierungseffekte durch starke Nivellierung der Länderfinanzen.

3. Begriffsklärung: Hier wird zwischen dem Länderfinanzausgleich im engeren und weiteren Sinne differenziert.

4. Grundlagen des Länderfinanzausgleichs: Das Kapitel erläutert den verfassungsrechtlichen Rahmen sowie die vierstufigen Mechanismen der Steuerverteilung und Ausgleichszahlungen.

5. Wirkungen des Länderfinanzausgleichs: Es wird dargelegt, inwieweit das System zur Angleichung der Finanzkraft und Wahrung einheitlicher Lebensverhältnisse beiträgt.

6. Defizite des Länderfinanzausgleichs: Das Kapitel analysiert rechtliche Probleme, konstruktive Mängel, ökonomische Fehlanreize sowie die politischen Konsequenzen des bestehenden Systems.

7. Schlussfolgerung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und plädiert für eine Optimierung des Instruments zur Stärkung der föderalen Ordnung.

Schlüsselwörter

Länderfinanzausgleich, Finanzausgleich, Grundgesetz, Finanzverfassung, Steuerverteilung, Bundesergänzungszuweisungen, Finanzkraft, Nivellierung, Solidarität, Eigenstaatlichkeit, Föderalismusreform, Haushaltswesen, Standortwettbewerb, Aufgabenkonnexität, Politische Ökonomie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem deutschen Länderfinanzausgleich und analysiert dessen rechtliche Grundlagen, seine praktischen Wirkungen auf die Finanzkraft der Bundesländer sowie die daraus resultierenden strukturellen und politischen Defizite.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der verfassungsrechtliche Rahmen der Finanzbeziehungen, die Mechanismen der Umverteilung zwischen Bund und Ländern sowie zwischen den Ländern untereinander, und die ökonomischen sowie politischen Anreizwirkungen dieses Systems.

Welches Ziel verfolgt die Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob die starke Nivellierung der Länderfinanzen zu einer Entsolidarisierung zwischen den Ländern führt und inwieweit dadurch Politikverdrossenheit bei den Bürgern begünstigt wird.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Autorin bzw. der Autor nutzt eine rechtswissenschaftliche und ökonomische Analyse, die auf der Auswertung der einschlägigen Gesetzestexte des Grundgesetzes und Fachliteratur zur Finanzverfassung basiert.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der vierstufigen Ausgleichssystematik, eine quantitative Betrachtung der Finanzkraftangleichung und eine kritische Diskussion der systemimmanenten Fehlanreize und rechtlichen Grauzonen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Finanzausgleich, Nivellierung, Föderalismus, Finanzautonomie, Haushaltsdisziplin und Aufgabenkonnexität geprägt.

Was besagt das "Nivellierungsverbot" im Kontext der Arbeit?

Das Nivellierungsverbot untersagt eine Umkehrung der Finanzkraftreihenfolge der Länder durch den Finanzausgleich. Die Arbeit kritisiert, dass es durch Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuweisungen faktisch dennoch zu einer solchen Umkehr kommen kann.

Warum wird der "Stadtstaatenbonus" kritisch hinterfragt?

Der Stadtstaatenbonus wird kritisiert, da die Begründung höherer Lebenshaltungskosten bei gleichzeitiger Vernachlässigung ähnlicher Kostenstrukturen in anderen Gebieten und die fehlende Transparenz der Verteilung zu systemischen Widersprüchen führen.

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Details

Title
Grundlagen, Wirkungen und Defizite des Länderfinanzausgleichs
College
University of Hamburg
Course
Grundlagen des öffentlichen Rechts
Grade
1,0
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2007
Pages
15
Catalog Number
V71794
ISBN (eBook)
9783638695992
Language
German
Tags
Grundlagen Wirkungen Defizite Länderfinanzausgleichs Grundlagen Rechts
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2007, Grundlagen, Wirkungen und Defizite des Länderfinanzausgleichs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71794
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