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Conrads impressionistische Erzählweise am Beispiel von "Lord Jim"

Titre: Conrads impressionistische Erzählweise am Beispiel von "Lord Jim"

Dossier / Travail de Séminaire , 1998 , 20 Pages , Note: 1,7

Autor:in: Johannes Klaas (Auteur)

Philologie Anglaise - Littérature
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Das Vowort zu Conrads The Nigger of the 'Narcissus' gilt als verläßlichste, eigenhändig verfaßte Abhandlung über seinen schriftstellerischen Ansatz und hat programmatischen Charakter für Conrads literarisches Schaffen. 1 Zusammen mit Ford Madox Ford hat Conrad in der Tradition Lockes und Newtons empiristischer Erkenntnistheorie eine Schreibweise entwickelt, die ihm den Ruf eingebracht hat, einer der ersten modernen Autoren Englands gewesen zu sein.2 Zentral für Conrads Kunstverständnis ist seine Auseinandersetzung mit der Frage nach der Beschaffenheit des menschlichen Bewußtseins.
Conrad sieht Introspektion als "hallmark of artistic creation". Er glaubt nicht daran, daß es in der Welt objektiv zu erkennende Wahrheiten gibt und erklärt somit die persönliche Erfahrung, das individuelle Bewußtsein zum einzig möglichen Ausgangspunkt künstlerischen Schaffens.3 Trotz dieser stark subjektivistischen Einstellung zum künstlerischen Schaffensprozeß ist Conrad jedoch davon überzeugt, daß diese "private vision" kommunizierbar sein muß.4 Locke hat in seinem 1670 entstanden Werk Ein Versuch über den menschlichen Verstand das menschlichen Bewußtsein als tabula rasa formuliert, das erst durch Erfahrungen seine individuellen Züge annimmt und das dann assoziativ auf dieselben zurückgreift. Conrad übernimmt Lockes Annahme von der strukturellen Ähnlichkeit der Funktionsweise menschlicher Gehirne und geht davon aus, daß die assoziative Wiedergabe von Impressionen und Gedanken die einzige Möglichkeit darstellt, die potentiellen Rezipienten seiner literarischen Werke zu erreichen.
[...]
1 Vgl. Watt, Ian (1974: 74)
2 Vgl. Ebd. sowie Bradbury, Malcolm (1993: 94)
3 Pettersson (1982: 43)
4 Ebd. 44.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur Philosophie und Literaturtheorie Conrads

2.1 Conrads epistomologischer Skeptizismus

2.2 "Solidarity" und "temperament" als Kernpunkte Conrads künstlerischen Konzeptes

3. Analyse der impressionistischen Erzähltechnik Conrads am Beispiel Lord Jims

3.1 Erzählsituation

3.2 Funktion der Erzählinstanz

3.3 Zeitbehandlung

3.4 Fokalisierung

4. Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das literaturtheoretische Konzept von Joseph Conrad anhand seines Romans Lord Jim. Im Zentrum steht dabei die Analyse der erzählerischen Vermittlung, um zu klären, wie Conrad seine philosophischen Ansichten über das menschliche Bewusstsein und die Möglichkeit zwischenmenschlicher Kommunikation in eine spezifische erzähltechnische Form übersetzt.

  • Die erkenntnistheoretische Fundierung von Conrads Schreibweise
  • Die Bedeutung von Solidarität und Temperament im künstlerischen Schaffen
  • Die erzähltechnische Umsetzung des narrativen Impressionismus
  • Die Funktion der Erzählinstanz Marlow und die komplexe Zeitstruktur des Romans

Auszug aus dem Buch

3.1 Erzählsituation

Durch die Auseinandersetzung mit Conrads Aussagen über die Möglichkeit von Erkenntnis und mit seinen Positionen bezüglich den Zielen von Kunst wird deutlich, daß dem Aspekt der Kommunikation zentrale Bedeutung in seinem Konzept zukommt. Dieses Kapitel wird sich deshalb mit der Frage nach der kommunikativen Situation in Lord Jim auseinandersetzen.

Conrad begann die Arbeit an der Geschichte Jims 1896. Unter dem Titel Tuan Jim: A Sketch versuchte er seinem literarischen Vorbild Flaubert gerecht zu werden, in dem er dessen charakteristische erzählerische Methode kopierte. Conrad mußte jedoch erkennen, daß er durch eine Übernahme Flauberts Erzähltechnik nicht in der Lage war, seine eigenen ästhetischen Überlegungen umzusetzen: Flauberts Erzähler sind allwissend, analysieren detailliert die einzelnen Charakterzüge der Figuren und geben innere Monologe der Figuren wieder, distanzieren sich aber gleichzeitig durch die Verwendung von Ironie von der dargestellten Welt und treten somit nur indirekt in Erscheinung. Wie W. Watson argumentiert, war es Conrad nicht möglich, Themen von beachtlicher persönlicher Signifikanz mit der von Flaubert praktizierten Distanzierung der Erzählerstimme von der erzählten Welt wiederzugeben. Im Gegenteil benötigte Conrad zur Umsetzung seines Konzeptes gerade einen Erzähler, der durch direkte Kommentare zur Psychologie und Handlung der Figuren diese Distanz zwischen Erzähler und erlebenden Figuren auflöst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in Conrads literaturtheoretischen Ansatz ein und definiert die zentralen Untersuchungsgegenstände: die erzählerische Vermittlung und Zeitbehandlung in Lord Jim.

2. Zur Philosophie und Literaturtheorie Conrads: Dieses Kapitel erläutert Conrads erkenntnistheoretischen Skeptizismus sowie die Konzepte von Solidarität und Temperament als Basis seines künstlerischen Schaffens.

3. Analyse der impressionistischen Erzähltechnik Conrads am Beispiel Lord Jims: Der Hauptteil analysiert die spezifische Erzählweise, die die subjektive Wahrnehmung und Bewusstseinsprozesse in den Mittelpunkt stellt.

3.1 Erzählsituation: Dieser Abschnitt untersucht die kommunikative Struktur des Romans und die Rolle des Erzählers Marlow im Vergleich zu traditionellen auktorialen Modellen.

3.2 Funktion der Erzählinstanz: Hier wird analysiert, wie Marlow als Erzähler die Identifikation des Rezipienten steuert und die Funktionsweise des menschlichen Bewusstseins unmittelbar erfahrbar macht.

3.3 Zeitbehandlung: Dieser Teil betrachtet die anachronische Struktur und den Einsatz von Analepsen und Prolepsen zur Darstellung assoziativer Erinnerungsprozesse.

3.4 Fokalisierung: Das Kapitel befasst sich mit der multiperspektivischen Darstellung von Jim und der Konstruktion von Wirklichkeit durch das subjektive Erzählen.

4. Schlußbemerkung: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über Conrads erzählerische Innovationen und diskutiert kritische postkoloniale Perspektiven auf sein Werk.

Schlüsselwörter

Joseph Conrad, Lord Jim, Erzähltheorie, Narrativer Impressionismus, Marlow, Bewusstseinsdarstellung, Erkenntnistheorie, Solidarität, Temperament, Zeitbehandlung, Fokalisierung, Erzählinstanz, Literaturwissenschaft, Subjektivismus, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Joseph Conrad in seinem Roman Lord Jim eine impressionistische Erzähltechnik verwendet, um philosophische Fragen über die Beschaffenheit des menschlichen Bewusstseins abzubilden.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder umfassen den erkenntnistheoretischen Skeptizismus, die Rolle des menschlichen Temperaments für die Wahrnehmung sowie die literarische Vermittlung von Solidarität durch assoziative Erzählstrukturen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, das literaturtheoretische Konzept Conrads zu skizzieren und zu zeigen, wie durch spezifische erzähltechnische Mittel – wie die Erzählinstanz Marlow – eine mimetische Darstellung subjektiver Wirklichkeit erreicht wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine narratologische Analyse durchgeführt, die Konzepte wie Fokalisierung, Erzählsituation und Zeitbehandlung in den Kontext der literarischen Theorie und Philosophie Conrads stellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der Erzählsituation (insbesondere Marlows Rolle), der Funktionen der Erzählinstanzen, der komplexen Zeitgestaltung sowie der Fokalisierung der Hauptfigur Jim.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie narrativer Impressionismus, Bewusstseinsdarstellung, Subjektivismus, multiperspektivisches Erzählen und Erzähltheorie geprägt.

Warum ist die Wahl von Marlow als Erzähler für Conrads Konzept so wichtig?

Marlow ist entscheidend, da er als "overte" Erzählinstanz einen Einblick in die Funktionsweise seines eigenen Bewusstseins gewährt, was Conrads Ideal entspricht, Leser direkt anzusprechen und Solidarität zu erzeugen.

Inwiefern beeinflussen Zeitsprünge das Verständnis des Romans?

Die anachronische Zeitbehandlung, insbesondere die Einbettung assoziativer Erinnerungsstränge, zwingt den Rezipienten zu aktiver Rekonstruktion und unterstreicht die Fragmentierung der Wirklichkeit, wie sie Conrads Philosophie entspricht.

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Résumé des informations

Titre
Conrads impressionistische Erzählweise am Beispiel von "Lord Jim"
Université
University of Cologne  (Englisches Seminar der Universität zu Köln)
Note
1,7
Auteur
Johannes Klaas (Auteur)
Année de publication
1998
Pages
20
N° de catalogue
V718
ISBN (ebook)
9783638104722
ISBN (Livre)
9783640778478
Langue
allemand
mots-clé
Joseph Conrad Impressionismus Erzähltheorie Narratologie Erzählstruktur Fokalisierung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Johannes Klaas (Auteur), 1998, Conrads impressionistische Erzählweise am Beispiel von "Lord Jim", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/718
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