Thema meiner Hausarbeit ist das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, mit dem Ziel, die Frage zu beantworten, ob Deutschland ein Parteienstaat ist. Zu Beginn meiner Hausarbeit möchte ich durch die Einleitung einen kurzen Einblick darüber schaffen, warum Parteisysteme in der Gesellschaft häufig kritisch beäugt werden. Im Anschluss daran werde ich die Begriffe Partei und Parteiensystem definieren. Dann werde ich die Aufgaben und Funktionen von Parteien erläutern. Um einen historischen Überblick zu schaffen, werde ich das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland vorstellen. Dort wird insbesondere auf die Wandlungen des Parteiensystems eingegangen. Dadurch soll dem Leser deutlich werden, welche Parteienfluktuation in der Bundesrepublik stattgefunden hat und wie sich die Aufgaben von Parteien geändert haben. Weiter wird im Anschluss daran erörtert, welche Bedeutung der Begriff Parteienstaat hat. Zum Ende hin möchte ich auf häufig geäußerte Kritikpunkte eingehen und diese diskutieren. Das Fazit soll die Antwort auf die Einleitungsfrage geben.
Glaubwürdigkeit und Vertrauen sind die Werte mit denen Parteien im Wahlkampf Wähler für sich gewinnen wollen. Im Laufe der Zeit hat das Image der politischen Parteien immer mehr an Bedeutung gewonnen. Doch aus der Brille des Bürgers ist das Ansehen durchaus als ambivalent zu beurteilen. Die Anziehungskraft der Parteien verliert zunehmend ihre Wähler- und Mitgliedschaft. Insbesondere das Interesse der jüngeren Generationen wird nicht geweckt und gefördert. Trotz dieser Parteiverdrossenheit steigt die Bedeutung von Parteien im staatlichen Raum an. Schließlich sind Amtsträger in den staatlichen Institutionen kaum von ihrer Parteizugehörigkeit abzukoppeln. Genau hier findet sich ein häufig genannter Kritikpunkt am Parteiensystem wieder.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinierungen
2.1 Parteiensystem
2.2 Partei
3 Funktionen politischer Parteien
4 Deutsches Parteiensystem
5 Parteienstaat
5.1 Parteienstaatstheorie von Carl Schmitt
5.2 Parteienstaatstheorie von Gerhard Leibholz
5.3 Parteienstaat „heute“
5.4 Ist Deutschland ein Parteienstaat?
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland mit dem zentralen Ziel zu klären, inwieweit Deutschland als "Parteienstaat" bezeichnet werden kann. Dabei wird analysiert, welche Rollen Parteien im staatlichen Gefüge einnehmen und wie sich deren Funktionen im historischen Verlauf gewandelt haben.
- Historische Entwicklung des deutschen Parteiensystems seit 1945
- Definitionen und Kernfunktionen politischer Parteien
- Theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Parteienstaats
- Diskussion zur Rolle von Parteien im öffentlichen Dienst und der Finanzierung
- Untersuchung der Einflussmöglichkeiten von Parteien auf den politischen Willensbildungsprozess
Auszug aus dem Buch
5.1 Parteienstaatstheorie von Carl Schmitt
„Der bekannteste Staatsrechtler Carl Schmitt (1888 – 1985) bezeichnete als pluralistischen Parteienstaat die Situation, in der verfestigte Parteien sich als solche der staatlichen Willensbildung bemächtigen, ohne aufzuhören, nur soziale (nicht staatliche) Gebilde zu sein; der politische Prozeß könne so zu keiner Einheit des politischen Willens führen.“
Schmitt macht die Einheit des Staates und seine Autonomie gegenüber den Parteien deutlich, um die Praxis der Weimarer Demokratie als Fragwürdig darzustellen. Er legt den Begriff Parteienstaat negativ aus.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema des Parteiensystems der Bundesrepublik Deutschland ein und formuliert die zentrale Fragestellung, ob Deutschland ein Parteienstaat ist.
2 Begriffsdefinierungen: Hier werden die wesentlichen theoretischen Grundlagen geschaffen, indem die Begriffe Parteiensystem und Partei im soziologischen und politikwissenschaftlichen Kontext definiert werden.
3 Funktionen politischer Parteien: Dieses Kapitel erläutert die vielfältigen Rollen von Parteien, insbesondere als Bindeglied zwischen Staat und Gesellschaft, und beschreibt Funktionen wie Transmission, Selektion und Integration.
4 Deutsches Parteiensystem: Die Entwicklung des Parteiensystems wird historisch ab 1945 nachgezeichnet, wobei der Wandel von einer Vielzahl an Parteien bis hin zum asymmetrischen Fünf-Parteiensystem analysiert wird.
5 Parteienstaat: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Debatte um den Parteienstaat, kontrastiert die Ansichten von Carl Schmitt und Gerhard Leibholz und hinterfragt kritisch die heutige Rolle der Parteien.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Diskussion zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Bundesrepublik zwar parteienstaatliche Züge aufweist, aber nicht vollumfänglich als Parteienstaat einzuordnen ist.
Schlüsselwörter
Parteienstaat, Parteiensystem, Bundesrepublik Deutschland, politische Willensbildung, Parteienfinanzierung, Parlamentarismus, Repräsentation, Volkspartei, Koalition, Wahlsystem, Parteienprivileg, politische Partizipation, Integration, Demokratie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Struktur und Funktion des deutschen Parteiensystems und geht der Frage nach, ob der Begriff des "Parteienstaats" auf die Bundesrepublik zutrifft.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Parteien, ihren Funktionen im demokratischen Prozess, der historischen Entwicklung des deutschen Parteiensystems sowie der theoretischen Einordnung der Parteienstaatlichkeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine fundierte Beantwortung der Forschungsfrage, ob Deutschland als Parteienstaat zu klassifizieren ist, unter Berücksichtigung verschiedener staatsrechtlicher Theorien.
Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die politikwissenschaftliche und staatsrechtliche Konzepte (insb. von Schmitt und Leibholz) mit der historischen Entwicklung des Parteiensystems verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in Begriffsdefinitionen, eine Analyse der Funktionen politischer Parteien, einen historischen Abriss des Parteiensystems seit 1945 und eine kritische Diskussion zu Themen wie Parteienfinanzierung und Einflussnahme auf den öffentlichen Dienst.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Parteienstaat, politische Willensbildung, Parteienfinanzierung und Repräsentation bestimmt.
Wie unterscheidet sich die Theorie von Carl Schmitt von der Gerhard Leibholz'?
Während Carl Schmitt den Parteienstaat negativ interpretiert, da Parteien die staatliche Einheit untergraben würden, sieht Gerhard Leibholz im modernen Parteienstaat eine notwendige strukturelle Anpassung der repräsentativen Demokratie.
Welche Bedeutung hat die staatliche Finanzierung für die Debatte?
Die staatliche Parteienfinanzierung wird als ambivalentes Element diskutiert, da sie zwar die Funktionsfähigkeit sichert, aber bei gleichzeitigem Einfluss der Parteien auf die eigene Finanzierung Fragen zur demokratischen Unabhängigkeit aufwirft.
- Quote paper
- Nicole Böhmer (Author), Nicole Böhmer (Author), 2007, Das Parteiensystem der Bundesrepublik Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71833