So lässt sich sagen, dass die Topik- Verb- Fokus– Abfolge ausschlaggebend für die Strukturierung des Satzes ist, denn genau dann, wenn ein Fokus nicht an postverbaler Position stehen würde, behilft sich die französische Sprache auf systematische Art und Weise mit Konstruktionen, die im Verlauf dieser Arbeit beschrieben wurden, um diese Abfolge wieder zu garantieren. Dabei greift sie eben nicht auf den „kanonischen“ Satztyp zurück, der einleitend dargestellt wurde, sondern bevorzugt die Struktur [clitic + V(X)].
Inhaltsverzeichnis
1. Basissatz und Topic- Verb- Focus- Regel
2. Präsentativkonstruktionen und Cleftsätze
2.1. Konstruktionen nach Adele E. Goldberg
2.2. Cleftsätze
2.3. Präsentativkonstruktionen
3. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung von zwei markierten Satzkonstruktionen des Französischen, nämlich Cleftsätzen und Präsentativkonstruktionen, unter Anwendung eines konstruktionsgrammatischen Ansatzes. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie diese Konstruktionen auf die Struktur des kanonischen Basissatzes sowie auf die pragmatische Prädikat-Fokus-Abfolge zurückgeführt werden können.
- Grundlagen der französischen Syntax und des kanonischen Basissatzes
- Konstruktionsgrammatische Definitionen nach Adele E. Goldberg
- Pragmatische Analyse der Topik-Verb-Fokus-Struktur
- Mechanismen und Funktionen von Cleftsätzen
- Syntaktische und diskursive Struktur von Präsentativkonstruktionen
Auszug aus dem Buch
2.2 Cleftsätze
In der französischen Sprache gibt es einen Satzbauplan, bewirkt durch ein Verfahren der Hervorhebung (vgl. RIEGEL 2005: 430), bei dem ein Satzglied, das hervorgehoben werden soll, aus dem zugrunde liegenden Satz extrahiert wird und an den Anfang dieses Satzes gestellt wird, umschlossen von c’est und dem Relativpronomen qui oder que (vgl. RIEGEL 2005: 430).
(3)
Pierre a la valise.
C’est Pierre qui a la valise.
Diesen Satzbauplan nennt man Cleftsatz (Spaltsatz; phrase clivée).
Anhand eines Beispiels sollen nun die Besonderheiten herausgearbeitet werden.
(4) A: Où est mon rasoir? A: 'Wo ist mein Rasierer?'
B:C'est Pierre qui l'a. B: *'Es ist Peter, der ihn hat.'
B:*Pierre l'a. B :'PETER hat ihn.'
Zusammenfassung der Kapitel
1. Basissatz und Topic- Verb- Focus- Regel: Dieses Kapitel erläutert das kanonische Modell des französischen Satzbaus und zeigt auf, dass Abweichungen davon pragmatisch motiviert sind, um den Fokus korrekt zu positionieren.
2. Präsentativkonstruktionen und Cleftsätze: Hier werden die theoretischen Grundlagen der Konstruktionsgrammatik nach Goldberg eingeführt und die beiden spezifischen Satztypen anhand ihrer syntaktischen und funktionalen Merkmale analysiert.
3. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Erkenntnisse zur engen Verknüpfung von formalem Satzaufbau und Informationsstruktur im Französischen.
Schlüsselwörter
Konstruktionsgrammatik, Französische Syntax, Cleftsätze, Präsentativkonstruktionen, Basissatz, Topik, Fokus, Pronominalisierung, Informationsstruktur, Sprachwissenschaft, Syntax, Grammatik, Pragmatik, Sprachanalyse, Satzbau
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die syntaktische und pragmatische Beschaffenheit von zwei markierten Konstruktionstypen in der französischen Sprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der kanonische französische Basissatz, die Rolle der Informationsstruktur sowie die theoretische Fundierung durch die Konstruktionsgrammatik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass markierte Satzkonstruktionen wie Cleftsätze und Präsentativkonstruktionen keine bloßen Fehler sind, sondern systematisch auf die grundlegende Topik-Verb-Fokus-Struktur zurückzuführen sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein konstruktionsgrammatischer Ansatz nach Adele E. Goldberg gewählt, gestützt auf die Arbeiten von Knud Lambrecht zur markierten Satzstruktur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition von Konstruktionen, die detaillierte Analyse von Cleftsätzen und die Untersuchung von Präsentativkonstruktionen inklusive ihrer diskursiven Funktionen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Konstruktionsgrammatik, Cleftsätze, Topik-Verb-Fokus-Abfolge und Informationsstruktur.
Warum wird im Französischen der Basissatz oft vermieden?
Weil die französische Sprache eine strikte Anordnung von bekanntem Topik vor neuem Fokus verlangt, was die Nutzung von speziellen Konstruktionen erzwingt, wenn das Subjekt gleichzeitig Fokus ist.
Welche Rolle spielt das Kopulaverb in Cleftsätzen?
In einer C'est-Cleftkonstruktion sind das Kopulaverb und das Demonstrativpronomen semantisch leer; ihre Aufgabe ist es, als "Focus Marker" zu fungieren.
Was unterscheidet Präsentativkonstruktionen von normalen Sätzen?
Sie dienen der Einführung neuer Referenten, wobei der formale "Hauptsatz" präsentativ ist und der "Nebensatz" die eigentliche prädikative Information trägt.
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- Johanna Zeiß (Autor), 2006, Präsentativkonstruktionen und Cleftsätze, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71845