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Die Große Koalition heute im Spiegel der Regierung von 1966-69

Título: Die Große Koalition heute im Spiegel der Regierung von 1966-69

Trabajo , 2006 , 29 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Daniel Seiffert (Autor)

Política - Sistema político de Alemania
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November 2005. Die zweite Elefantenhochzeit in der Geschichte der BRD war nach langwierigen Koalitionsverhandlungen in endlosen Sitzungen unter Dach und Fach, verbrieft und besiegelt. Eine Liebeshochzeit sollte es nicht werden, vielmehr eine Ehe aus Vernunft, zudem mit angekündigter Verfallsgarantie. Mit dem Anspruch auf große Taten durch kleine Schritte unterzeichneten die Spitzen von CDU/CSU und SPD den Koalitionsvertrag für die kommende Legislatur. Das gleichsam schlichte wie hehre Motto: „Gemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit“. Als mutig lässt sich schon allein die Entscheidung für eine Große Koalition nennen. Bis dato kam es auf Bundesebene erst ein einziges Mal zu dieser mächtigsten Konstellation im parlamentarischen System der BRD. Auch wenn einige Leitartikler schnell den Vergleich mit 1966-69 als Paradebeispiel heranzogen, um zu erklären wie sehr - oder auch nicht - eine Große Koalition dem Land tatsächlich zum Aufschwung verhelfen könne, erinnerten sich doch nur wenige detaillierter an jene markante Zäsur, welche die Große Koalition zwischen 66 - 69 in der Geschichte der BRD darstellt. Denn selbst in der wissenschaftlichen Rezeption haftet der Großen Koalition von Bonn der Nimbus einer vergessenen Regierung an. Obschon nach Meinung des Politologen Wolfgang Bergsdorf „niemals zuvor und auch nicht danach (...) in so kurzer Zeit so viel bewegt “ wurde. Auch wenn im historischen Rückblick das Bündnis eher positiv bewertet wird, gelten nur wenige Etappen in der Geschichte der BRD als zeitgenössisch so umstritten, wie die Jahre zwischen 66 bis 69. Durchweg wurde das Regierungsbündnis von zum Teil heftigen Reaktionen begleitet. Was aber waren die spezifischen Besonderheiten dieser für manchen so erfolgreich geführten, für andere, wie den streitbaren Schriftsteller Günter Grass durchweg „miesen“ Ehe? Welche ihre bestimmenden Charakteristika im Kontext der damaligen Realitäten und letztendlich ihre bleibenden Leistungen? Lassen sich anhand einer Beurteilung jener drei Jahre unter Kiesinger und Brandt etwaige Analogien zum Bündnis Merkel/Müntefehring ziehen? Zumal angesichts der historisch unterschiedlichen Kontexte: hier die wiedervereinigte, emanzipierte Berliner Nachwenderepublik in Zeiten der Globalisierung und der Bedrohung durch den Terrorismus. Dort die beschauliche, bisweilen biedere Bonner Nachkriegsrepublik, die zwischen abklingendem Wirtschaftswunder und einem aufgeheizten Kalten Krieg sich zu modernisieren versuchte.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Große Koalition 1966-1969:

2.1 Auf dem Weg zum Übergang

2.2 Das „Überkabinett“

2.3 Aus der Krise zum Boom: Aufgaben, Leistungen und Folgen bis heute

2.3 Stabilitätsgesetz und Konzertierte Aktion

2.3.2 Gescheiterte Staatsreform: Das Mehrheitswahlrecht

2.4 Die Opposition außerhalb und innerhalb des Parlaments

2.4.1 Die Außerparlamentarische Opposition

2.4.2 Notstandsgesetze oder Notstand der Demokratie?!

2.4.3 Die Opposition im Plenum

2.5 Bilanz der Großen Bonner Koalition

3. Die Große Koalition von heute

3.1 Das Vorspiel

3.2 Wieder eine Krise, wieder eine Ehe aus Vernunft

2.3 Große Koalition – K(l)eine Opposition

3.4 Das Konzept des begrenzten Konflikts

3.5 Perspektiven

3.5.1 Etablierung und Erosion der zwei Volksparteien

3.5.2 Perspektiven für die SPD

3.5.3 Perspektiven für die CDU

3.6 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das politische Phänomen der Großen Koalition in Deutschland, indem sie die historische Konstellation von 1966 bis 1969 mit der Situation nach 2005 vergleicht. Ziel ist es, die Stärken, Schwächen und langfristigen Auswirkungen dieser Regierungsbündnisse auf das parlamentarische System der Bundesrepublik zu analysieren und zu prüfen, ob sich aus dem historischen Rückblick Erkenntnisse für die aktuelle politische Lage ableiten lassen.

  • Historische Analyse der Großen Koalition 1966-1969 unter Kiesinger und Brandt.
  • Vergleich zwischen der "Bonner Koalition" und der Großen Koalition ab 2005.
  • Die Rolle und Funktion der außerparlamentarischen sowie parlamentarischen Opposition.
  • Verhältnis von Regierungshandeln, Krisenbewältigung und gesellschaftlichem Wandel.
  • Zukünftige Perspektiven der Volksparteien in einem sich verändernden Parteiensystem.

Auszug aus dem Buch

1. Einführung

November 2005. Da war es schließlich geschehen. Die zweite Elefantenhochzeit in der Geschichte der Bundesrepublik war nach langwierigen Koalitionsverhandlungen in endlosen Sitzungen unter Dach und Fach, verbrieft und besiegelt. Eine Liebeshochzeit sollte es nicht werden, vielmehr eine Ehe aus Vernunft, zudem mit angekündigter Verfallsgarantie. Mit dem Anspruch auf große Taten durch kleine Schritte unterzeichneten die Spitzen von CDU/CSU und SPD den Koalitionsvertrag für die kommende Legislatur. Das gleichsam schlichte wie hehre Motto: „Gemeinsam für Deutschland. Mit Mut und Menschlichkeit“.

Als mutig lässt sich schon allein die Entscheidung für eine Große Koalition nennen. Bis dato kam es auf Bundesebene erst ein einziges Mal zu dieser mächtigsten Konstellation im parlamentarischen System der Bundesrepublik.

Auch wenn einige Leitartikler und Feuilletonisten schnell den Vergleich mit 66-69 als Paradebeispiel heranzogen, um zu erklären wie sehr - oder auch nicht - eine Große Koalition dem Land tatsächlich zum Aufschwung verhelfen könne, erinnerten sich doch nur wenige detaillierter an jene markante Zäsur, welche die Große Koalition zwischen 1966 und 1969 in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland darstellt. Denn selbst in der wissenschaftlichen Rezeption haftet der Großen Koalition von Bonn der Nimbus einer vergessenen Regierung an. Obschon nach Meinung des Politologen Wolfgang Bergsdorf „niemals zuvor und auch nicht danach (...) in so kurzer Zeit so viel bewegt“ wurde. Auch wenn im historischen Rückblick das Bündnis eher positiv bewertet wird, gelten freilich nur wenige Etappen in der Geschichte der Bundesrepublik als zeitgenössisch so umstritten, wie die Jahre zwischen 1966 bis 1969. Durchweg wurde das Regierungsbündnis von zum Teil heftigen Reaktionen begleitet. Zahlreiche Intellektuelle postulierten damals ihre Kritik in Form von Briefen, Protestnoten, Petitionen oder Reden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die Ausgangslage der Großen Koalition von 2005 ein und setzt sie in den historischen Kontext der Großen Koalition von 1966-1969.

2. Die Große Koalition 1966-1969: Es wird die wirtschaftliche und politische Situation der 1960er Jahre beleuchtet, die zum Bündnis unter Kiesinger führte, sowie die Regierungsarbeit und die oppositionellen Reaktionen analysiert.

3. Die Große Koalition von heute: Die Analyse überträgt die historischen Erkenntnisse auf die Ära Merkel ab 2005, untersucht die strukturellen Herausforderungen und Perspektiven für CDU und SPD.

4. Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Monographien sowie Quellen aus Periodika, Zeitungen und Internet auf.

Schlüsselwörter

Große Koalition, Bundesrepublik Deutschland, Parteiensystem, Volksparteien, Politische Kultur, Regierungsbündnis, Opposition, APO, Krisenbewältigung, Demokratie, Wahlrecht, Parlamentsbetrieb, Historischer Vergleich, Modernisierung, Machtstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das politische Phänomen der Großen Koalition in Deutschland durch einen vergleichenden Blick auf die historische Regierung 1966-1969 und das Bündnis ab 2005.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die thematischen Schwerpunkte liegen auf dem Regierungsstil, der Rolle der Opposition, dem Verhältnis von Volksparteien zur Gesellschaft sowie der Frage der Krisenbewältigung durch Regierungsbündnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aus den historischen Erfahrungen der ersten Großen Koalition Erkenntnisse über Stärken, Schwächen und Auswirkungen auf das politische System für die heutige Zeit zu gewinnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Rückblicke mit aktuellen Analysen des parlamentarischen Systems und des Parteienwettbewerbs verbindet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung und Arbeit der ersten Großen Koalition, den Widerstand durch die APO, sowie die Übertragbarkeit dieser Erfahrungen auf die Regierung unter Angela Merkel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Große Koalition, Parteiensystem, Volksparteien, politische Kultur, außerparlamentarische Opposition und Krisenbewältigung.

Inwiefern beeinflussten die 68er die Große Koalition von 1966-1969?

Die APO entstand als Reaktion auf das wahrgenommene oppositionelle Vakuum und kritisierte das "Establishment" der Großen Koalition scharf, was den politischen Druck auf das Bündnis massiv erhöhte.

Welche Rolle spielt die "Hybris der Macht" im Kontext der Arbeit?

Der Begriff beschreibt die Gefahr, dass eine zu starke Regierungsmehrheit, wie sie in einer Großen Koalition vorliegt, zu einer mangelnden Kontrolle durch das Parlament und zu einer Selbstüberhebung der Exekutive führen kann.

Final del extracto de 29 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Große Koalition heute im Spiegel der Regierung von 1966-69
Universidad
University of Potsdam  (Parlamentarisches System der BRD)
Curso
Die Große Koalition
Calificación
2,0
Autor
Daniel Seiffert (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
29
No. de catálogo
V71912
ISBN (Ebook)
9783638689502
ISBN (Libro)
9783638691819
Idioma
Alemán
Etiqueta
Große Koalition Spiegel Regierung Große Koalition
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Daniel Seiffert (Autor), 2006, Die Große Koalition heute im Spiegel der Regierung von 1966-69, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71912
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