Erprobung, Gestaltung und Modifikation alternativer Wettkampfformen - durchgeführt mit Kindern eines 4. Schuljahres


Examensarbeit, 2007

63 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriffliche Klärung
2.2 Kontroverse Diskussion aus sportpädagogischer Sicht
2.2.1 Argumente für das Wettkämpfen in der Grundschule
2.2.2 Argumente gegen das Wettkämpfen in der Grundschule
2.3 Was macht „gutes Wettkämpfen“ aus?
2.3.1 Eigene Stellungnahme zur Bedeutung von Wettbewerben im Sportunterricht
2.3.2 Konsequenzen für die Unterrichtspraxis
2.4 Alternative Wettkampfformen
2.4.1 Wettkämpfe nach dem Prinzip des Kräfteausgleichs
2.4.2 Wettkämpfe nach dem Prinzip der Kräfteaddition
2.4.3 Wettkämpfe mit relativer Leistung
2.4.4 Wettkämpfe mit Zufalls- oder sportfremden Elementen
2.4.5 Variable Wettbewerbe

3 Darstellung der Unterrichtseinheit
3.1 Hinweise zur Lerngruppe und Lernausgangslage
3.2 Ziele der Unterrichtseinheit
3.3 Überlegungen zur Sache
3.4 Didaktische Begründung zur Auswahl der Unterrichtsinhalte
3.5 Überlegungen zur Methodik
3.6 Darstellung der Stunden innerhalb der Unterrichtseinheit

4 Durchführung der Unterrichtseinheit
4.1 Begründung der Auswahl der drei ausführlich dargestellten Unterrichtsstd
4.2 Darstellung der 1. Stunde der Unterrichtseinheit:
4.2.2 Sachanalyse
4.2.3 Didaktische Überlegungen
4.2.4 Methodische Überlegungen
4.2.6 Reflexion
4.3 Darstellung der zweiten Stunde der Unterrichtseinheit
4.3.1 Lernziele der Unterrichtsstunde
4.3.2 Sachanalyse
4.3.3 Didaktische Überlegungen
4.3.4 Methodische Überlegungen
4.3.5 Verlaufsplanung
4.3.6 Reflexion
4.4 Darstellung der fünften Stunde der Unterrichtseinheit
4.4.1 Lernziele der Unterrichtsstunde
4.4.2 Sachanalyse
4.4.3 Didaktische Überlegungen
4.4.4 Methodische Überlegungen
4.4.5 Verlaufsplanung
4.4.6 Reflexion

5 Reflexion über die gesamte Unterrichtseinheit

6 Auswertung und Evaluation

7 Fazit und Ausblick

8 Literaturverzeichnis

9 Anhang

1 Einleitung

Leistung, Konkurrenz und Gleichheit

sind wesentliche Grundprinzipien unserer Gesellschaft und des Wettkampfes-

sie müssen im Sport der Schule ganz oben auf der Tagesordnung stehen.

Solche oder ähnliche Zitate erinnern an einen leistungsorientierten, auf Siegen und Verlieren ausgerichteten Sportunterricht, der seinen Beitrag zur Förderung von normgerechter, sportlicher Höchstleistung leistet.

Auch heute noch sind Wettkämpfe in den Schulen oft stark vom traditionellen Wettkampfsport geprägt.

Die Erinnerungen an die eigene Schulzeit bestätigen ebenfalls diese Vorurteile. Immer zu den Verlierern zu gehören, nicht gewählt zu werden, weil man nicht lauf- oder wurfstark war, und zu guter Letzt noch dafür verantwortlich gemacht zu werden, dass die eigene Mannschaft verlor, prägen die Erinnerungen vieler an den Sportunterricht der Grundschule. Den Höhepunkt bildeten schließlich die Bundesjugendspiele, bei denen nur die Besten in den Genuss einer Urkunde kamen- die sportschwachen Schüler gingen leer aus und wurden vor versammelter Mannschaft bloßgestellt.

Diese negativen Gedanken zum Thema „Wettkämpfen in der Grundschule“ stelle ich bewusst an den Beginn meiner Hausarbeit. Solch schlechte Erfahrungen mit Wettkampfsituationen im Sportunterricht sollen den SchülerInnen[1] meiner 4. Klasse erspart bleiben. Deshalb stellt das Thema dieser Arbeit eine besondere Herausforderung für mich dar, denn ich möchte mich intensiv mit der Frage beschäftigen, wie Wettbewerbe im Sport- und Bewegungsunterricht gestaltet werden können, damit sie möglichst vielen Kindern einen positiven Erlebnisprozess ermöglichen. Eine Auseinandersetzung mit diesem Thema scheint mir außerdem besonders wichtig, da es in der gegenwärtigen sportpädagogischen Diskussion keine Patentrezepte für das Wettkämpfen in der Schule gibt, sondern lediglich Lösungsansätze mit alternativen Wettkampfformen, die es zu hinterfragen und erproben gilt. Im Gedankenaustausch mit Kolleginnen stelle ich fest, dass der Einsatz von Wettkampfformen im Sportunterricht umstritten ist und teilweise oft ganz vermieden wird. Ich erinnere mich an einen Sportlehrer, den ich als

Vertretungslehrkraft im Sportunterricht unterstützte. Er meinte, dass in seinem Sportunterricht Wettkämpfe jeglicher Art keinerlei Beachtung finden würden, da die Kinder dem Leistungsgedanken und dem „Gewinnen“ und „Verlieren“ nicht auch noch im Schulsport begegnen sollen. Eine andere Sportlehrerin bevorzugte hingegen traditionelle Wettkampfformen wie Völkerball oder Brennball und bestand auf die Ausrichtung der Bundesjugendspiele, um die Schüler für das harte Berufsleben vorzubereiten. Ihre Worte lauteten: „Wir müssen die Kinder früh genug auf das harte Leben vorbereiten- das ist kein Zuckerschlecken. In unserer Gesellschaft geht es nur um Leistung und Konkurrenz- wir müssen früh genug damit anfangen.“ Doch sollte der Sportunterricht, besonders in der Grundschule, nicht zum lebenslangen Sporttreiben motivieren und auch schwächeren Schülern Spaß am Ausüben von Wettkämpfen bereiten?

Ausgehend von dieser Fragestellung möchte ich die vorliegende Hausarbeit aufbauen. Zunächst schaffe ich die theoretischen Grundlagen für die spätere praktische Umsetzung. Ich habe mich entschieden, eine Definition des Begriffes „Wettkampf“ voran zu stellen, weil er in meinen Augen die Grundlage der Arbeit bildet. Weiterhin werde ich in Kapitel 2.2 das Für und Wider des Wettkämpfens in der Grundschule allgemein erläutern um in den darauf folgenden Kapiteln zu begründen, welches die wesentlichen Voraussetzungen für „gutes“ Wettkämpfen sind. Im Anschluss daran erläutere ich die theoretischen Grundlagen alternativer Wettkampfformen.

Im anschließenden praktischen Teil der Arbeit soll das theoretische Konzept konkret in die Unterrichtspraxis umgesetzt werden. Hierbei ist mir besonders wichtig, dass die Kinder lernen, reflektiert mit diesen erprobten Wettkampfformen umzugehen, um Alternativen zu finden und somit ein wesentlicher Lernzuwachs erreicht werden kann. Diese neu erworbenen Kenntnisse sollen sie durch verschiedene methodische Varianten anwenden und das Gestalten von alternativen Wettkampfsituationen erlernen. Mein Ziel ist es den Schülern ein aktives, kreatives, entdeckendes und selbstbestimmtes Lernen zu ermöglichen.

Die Arbeit zum Thema „Erproben, Gestalten und Modifizieren alternativer Wettkampfformen“ wird in drei von mir ausführlich dargestellten Unterrichtsstunden transparent gemacht und der Erfolg bzw. Misserfolg jeweils reflektiert, um Schlüsse auf den Lernerfolg und das weitere Vorgehen zu ziehen. Begründungen zur Auswahl der drei ausführlich dargestellten Stunden werden den inhaltlichen Aspekt sowie den Umgang mit dem Thema in den Blick nehmen, um der Fragestellung der Arbeit gerecht zu werden.

Darüber hinaus soll die Fragestellung meiner Hausarbeit in jeder Stundenreflexion sowie in der Gesamtreflexion überprüft werden, und die Antworten darauf wird das Unterrichtsergebnis belegen. Inwieweit meine dargestellten Absichten erreicht werden, wird sich im letzten Kapitel zeigen.

Für mich als Lehrperson liegt die Herausforderung in einem reflektierten und angemessenen Einsatz des Wettkampfes im Sportunterricht. Ich denke, dass Wettkämpfe ein nicht wegzudenkender Bestandteil des Sportunterrichts sind. Sich mit anderen messen, gewinnen aber auch verlieren zu können sind wichtige Elemente des sportlichen Wettkampfs. Jedoch möchte ich Wettkampfsituationen so gestalten, dass diese auf nahezu gleichen Ausgangsbedingungen aller Kinder basieren und einen hohen Aufforderungscharakter besitzen. Sie sollen zur Bildung eines positiven Selbstkonzepts beitragen können[2].

2 Theoretische Grundlagen

An dieser Stelle der Hausarbeit möchte ich einen theoretischen Überblick über das Thema „Wettkämpfen in der Grundschule“ geben. Ist Wettkämpfen im Sportunterricht noch ein zeitgemäßes Thema? Sollte nicht versucht werden, das ihm zugrunde liegende Konkurrenzprinzip als Spiegelbild unserer Gesellschaft soweit wie möglich aus dem Sportunterricht fern zu halten? Oder bietet gerade das Wettkämpfen in der Schule einen gesunden Umgang mit dem Gegeneinander? All diese Fragen möchte ich in dieser Hausarbeit gegenüberstellen und diskutieren.

Weiterhin werde ich verschiedene Möglichkeiten aufzeigen, wie man Wettkämpfe so gestalten kann, dass die Angst vor dem Versagen kaum mehr eine Rolle spielt.

Eine Verknüpfung der theoretischen Grundlagen mit der Darstellung dieser alternativen Wettkampfformen ergibt eine Zusammenschau dieses Kapitels und stelle ich in ihren wesentlichen Planungselementen vor.

2.1 Begriffliche Klärung

Da der Begriff „Wettkampf“ den Grundlagenbegriff dieser Hausarbeit bildet möchte ich mich zunächst der Definition dieses Begriffs zuwenden.

Anschließend wird eine Parallele zu den Begriffen „Wettkämpfen“ und „Wettkämpfer“ gezogen um am Ende dieses Abschnittes eine begriffliche Ausdifferenzierung dieser drei Begriffe zu präsentieren.

Die Termini „Wettstreit“, „Wettkampf“ und „Wettbewerb“ werden in dieser Hausarbeit synonym verwendet, da auch in der Fachliteratur keine Unterscheidungsmerkmale zu finden sind.

EHNI (2000) erkennt die wesentlichen Merkmale eines Wettbewerbs im Begriff des „Wett-Kämpfens“ selbst[3]. Bei ihm steht auf der einen Seite „das Analoge des Kämpfens, der Ernst und Anstrengung bis an die Grenze des Möglichen signalisiert. Auf der anderen Seite steht das aufregende Vergnügen an der Spannung, wie der Wettkampf ausgeht.“[4] Dieser Ausgang muss ungewiss und offen sein, „auf ihn muss man wetten können“[5], sonst verliert der Wettkampf seinen Reiz.

Schnabel sagt hierzu: „Der Wettkampf ist ein Leistungsvergleich, der auf der Grundlage der Wettkampfordnung und der Wettkampfbestimmungen einer Sportart zwischen Sportlerinnen und Sportlern bzw. Mannschaften mit dem Ziel ausgetragen wird, höchste sportliche Leistungen bzw. den Sieg zu erreichen und eine Rangfolge zu ermitteln.“[6]

Diese Definition besagt, dass Wettkämpfe immer ein Leistungsvergleich zwischen Individuen oder Gruppen darstellen. Für den Wettkampfsport in Vereinen, in denen sich leistungshomogene Gruppen zusammenfinden, mag diese Definition zutreffend sein. Hier finden Wettkämpfe immer unter den gleichen Bedingungen statt, die

vorab durch Regeln festgelegt werden. Das Merkmal dieser Bedingungsgleichheit lässt sich lediglich auf homogene Leistungsklassen anwenden, da hier die Chancengleichheit weitgehend gewährleistet wird. Ist aber in heterogenen Leistungsklassen, wie wir sie auch in den Schulklassen vorfinden, schon vor Beginn

des Wettkampfes klar, wer unter gleichen Bedingungen gewinnt, müssen die Regeln aufgebrochen und zugunsten eines Chancenausgleichs verändert werden.

Wie man diese Chancengleichheit gewährleisten kann, werde ich ausführlich in Punkt 2.4 mit der Darstellung alternativer Wettkampfformen aufgreifen, in meinen Unterrichtsdarstellungen berücksichtigen und in Planung und Durchführung der Unterrichtseinheit thematisieren. Das Merkmal der Chancengleichheit spielt in dieser Arbeit eine zentrale Rolle.

Mit dem Begriff des Wettkämpfers wird hingegen auf die subjektive Innenseite verwiesen. Der Wettkampf stellt hingegen die objektive Außenseite dar.[7] Die Objektivität des Wettkampfes besteht in Wettkampfformen, wie z.B. Sprint oder Weitsprung; sowie einem kodifiziertem Regelwerk, das die einzelnen Wettkämpfe reguliert. Die Subjektivität des Wettkämpfens zeichnet sich z.B. durch Leistungsmotivation, Wetteifer, Anstrengungsbereitschaft, Siegeswille und Ehrgeiz aus. Sowohl der Objektbegriff des Wettkampfes als auch der Subjektbegriff des Wettkämpfers sind solange Idealität, solange kein Wettkampfhandeln stattfindet. Erst im Wettkampf selbst zeigen sich dann die subjektiven Dispositionen. Um dieses näher zu erläutern, nenne ich als Beispiel die schulischen Bundesjugendspiele. Hier finden zwar formal Wettkämpfe statt, bei genauer Betrachtung sind sie inhaltlich jedoch oft keine Wettkämpfe. Diese können auf unterschiedliche Art und Weise ausgerichtet werden. Häufig fehlen die subjektiven Dispositionen der einzelnen Wettkämpfer, die an den Wettkämpfen nur teilnehmen, weil es gefordert wird.

Ebenfalls findet oft kein Wettkampfhandeln statt, da der Lehrer den Wettkampf unterbindet oder keine Wettkämpfe anbietet. Hier sind die Bundesjugendspiele auf ein „Sich- Bewegen“ beschränkt, die ein Wettkampfhandeln komplett ausschließen. Will man jedoch bei einem Schüler eine Wettkampffähigkeit ausbilden, so funktioniert dieses nur über das Wettkampfhandeln.

2.2 Kontroverse Diskussion aus sportpädagogischer Sicht

Während meiner Literaturrecherche zum Thema „Wettkämpfen in der Grundschule“ stieß ich auf diverse Artikel, beginnend mit Sätzen wie:

„Wettkämpfen- ein oft verpönter und doch nicht wegzudenkender Bestandteil des Sportunterrichts.“[8]

„ Wettkämpfen- ein Thema, bei dem sich auch die nicht aktiv Beteiligten zuweilen in die Haare geraten.“[9]

„Das Wettkämpfen im Sport der Schule ist widersprüchlich und umstritten.“[10]

Diese Beiträge zeigen zunächst die problematischen Seiten von Wettkämpfen in der Schule, bevor überhaupt Anforderungen für einen „guten“ Wettkampf aufgestellt werden. Bisher sind auch in dem Kerncurriculum[11] für den Sportunterricht, das besonders auch mir als Lehramtsanwärterin als Orientierungshilfe dienen soll, keinerlei Empfehlungen zu entdecken, die mir die Durchführung von Wettkämpfen in der Schule erklären können. Hier wird lediglich darauf verwiesen, dass die Schüler auf der Bewegungsebene Sozialerfahrungen machen sollen, zu denen der Umgang mit Sieg und Niederlage, das Einhalten von Regeln und das Entwickeln von Empathie[12] gehören. Weiterhin ist vermerkt, dass menschliches Bewegen immer eine individuelle Auseinandersetzung mit der Welt ist und somit Situation und Aufgabe innere Differenzierungen ermöglichen und unterschiedliche Bewegungsergebnisse zulassen müssen. Lediglich das Erfahrungs- und Lernfeld „Laufen, Springen, Werfen“ beinhaltet zwar den Begriff „alternative Wettkampfformen“, dieser wird jedoch nur in Verbindung mit den tradierten Wettkämpfen genannt.[13]

Wie ich aus Gesprächen mit Kolleginnen, Seminarleitern und Lehramtsanwärtern entnehmen konnte, herrscht auch in der Unterrichtspraxis kein Konsens im Umgang mit Wettbewerben im Sportunterricht. Es hängt scheinbar von der persönlichen Einstellung des Lehrenden ab, inwieweit und in welcher Form Wettbewerbe veranstaltet werden. Das Spektrum reicht von leistungsorientierten Angeboten, wie der Absolvierung des „Sportabzeichens“ oder „Jugend trainiert für Olympia“, wobei nach dem Ausleseprinzip die Besten der Schule zum Einsatz kommen, bis zum alternativen Bewegungsunterricht, der Wettbewerbsformen völlig ausschließt.

Und da sind nicht zuletzt die leistungsorientierten Schüler, die einen Unterricht, der nicht auf Konkurrenzverhalten abzielt, zu einem Wettkampf umfunktionieren.

Weder in der schulischen Praxis noch in der Theorie des Schulsports gibt es einen sportpädagogischen Bericht, der das „Für“ und „Wider“ aufgreift und der Sache des Wettkämpfens auf den Grund geht.[14]

2.2.1 Argumente für das Wettkämpfen in der Grundschule

Welche Gründe kann man aufzählen, um das Wettkämpfen im Schulsport zu rechtfertigen?

- Motivationsverstärker

Kaum ein anderer Handlungsbereich im Sportunterricht ist so gut geeignet emotionale Beteiligung und Spannung hervorzurufen. Wettkämpfe besitzen einen hohen Aufforderungscharakter und werden von Schulklassen häufig eingefordert.

- Fairness erlernen

Obwohl die Konkurrenten in einem Wettkampf das Ziel haben, den Anderen zu besiegen, sind sie doch aufeinander angewiesen.[15] Konkurrenz und Kooperation sind im Wettkampf voneinander abhängig. Das Akzeptieren und Respektieren seines Gegenübers sind wichtige Erfahrungsprozesse, welche die Kinder im Verlauf des Wettkampfgeschehens erleben.

„Ich glaube, nirgends lernt man besser, was Fairness ist. Man lernt in überschaubaren Spielen, was unfair ist, und vor allem, warum es unfair ist.“[16]

- Der Wetteifer liegt im Naturell des Kindes

Im Umgang mit Kindern, insbesondere im Grundschulalter, lässt sich häufig folgendes Phänomen beobachten: Kinder wollen „gut“ und „besser“ sein. Sie strengen sich an, sie vergleichen sich und messen sich an Anderen.

„Wer hat gewonnen?“ Eine im Sportunterricht immer wiederkehrende Frage, die die Schüler regelrecht einfordern. Kinder im Grundschulalter zeigen eine große Begeisterung für Leistungsvergleiche. Der kindliche Wetteifer, als psychischer Antrieb sich mit anderen zu vergleichen, eigene Leistungsfähigkeit zu erfahren liegt im Naturell des Kindes. HECKHAUSEN (1971) hat dieses Phänomen als „Leistungsmotiv“ bezeichnet und als menschliches Grundmotiv postuliert.[17]

- Sozialisationsfunktion

DIGEL (1991) sieht im Wettkampf eine gute Möglichkeit, die Schüler auf das Leben in einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft vorzubereiten.[18] Die Vorbereitung auf die gegenwärtige Sinnorientierung unserer Gesellschaft wird von EHNI (2000) als konservative Sozialisation bezeichnet.

Er fordert eine innovative Sozialisation, die auf eine zukünftige, „bessere“ Gesellschaft vorbereitet. „In Ergänzung oder im Kontrast zu den traditionellen Wettkämpfen geht es deshalb um andere und neue Formen des Wettkämpfens, die auch andere Prinzipien, wie etwa das der Kooperation zum Tragen bringen.[19] Dieser Gedanke wird in den folgenden Kapiteln immer wieder aufgegriffen und ist ein wesentlicher Grundgedanke der durchgeführten Unterrichtseinheit.

- Erweiterung des Selbstkonzepts

Durch das unmittelbare Erleben von Erfolg und Misserfolg lernen die Kinder ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und damit ihr Selbstkonzept zu erweitern. Hier liegt aber die Gefahr darin, dass Kinder durch häufige Misserfolgserlebnisse und dem damit verbundenen Gefühl des Versagens frustriert werden und eine gegenteilige Wirkung im Selbstkonzept erreicht wird

(siehe CONTRA: Auslöser von Frustrationserlebnissen).

- Forum der Konfliktbewältigung

Wettkämpfe enden häufig in Streit und Aggressionen. Aufgabe des Lehrenden ist es, diese Konflikte aufzugreifen und mit den Schülern zu reflektieren, sie also im Anschluss an einen Wettkampf zum Thema des Unterrichts zu machen. Durch die gemeinsame Suche nach Ursachen und Lösungsmöglichkeiten kann langfristig auf ein faires Verhalten hingearbeitet werden.[20]

- Gemeinschaftserlebnis

Werden Wettkämpfe als Mannschaftswettbewerbe ausgetragen, wird das Miteinander, die soziale Kommunikation und der Gemeinschaftssinn gefördert. Vorraussetzung ist, die Aufgabe so zu stellen, dass jedes Teammitglied zum Erreichen eines gemeinsamen Zieles seinen individuellen Beitrag leisten kann.[21] Die Freude über einen Sieg wird zum Gemeinschaftserlebnis und eine Niederlage wird im Team besser verarbeitet.

2.2.2 Argumente gegen das Wettkämpfen in der Grundschule

- Auslöser von Frustrationserlebnissen

Jeder Wettkampf bringt Sieger und Verlierer, Glückliche und Enttäuschte hervor. Häufige Misserfolge führen zu Frustrationserlebnissen. Das Ziel des Sportunterrichts, die Schüler zum lebenslangen Sporttreiben zu motivieren, wird für viele Schüler verfehlt.[22]

Das Gefühl des häufigen Versagens kann das Selbstkonzept des Kindes negativ beeinflussen. Es darf nicht passieren, dass Sport nur mit der Erfahrung häufigen Versagens verbunden wird.

- Förderung des Konkurrenzverhaltens

Die Situation des Wettkampfes führt „zu einem konkurrenzorientierten Verhalten mit zunehmender Vereinzelung.“[23] PREISING (1979) sieht den Wettkampf im Unterricht „als Widerspiegelung der Machtverhältnisse in der Gesellschaft allgemein, in der zunehmender Leistungsdruck auf den Einzelnen, solidarisches Handeln verhindert.“[24]

- Aggressionen und Konflikte

Durch eine mangelnde Frustrationstoleranz und überschäumenden Wetteifer bietet der Wettkampf eine günstige Plattform für die Entstehung von Aggressionen und Konflikten. Unreflektiertes und eskalierendes Wettkämpfen ist pädagogisch nicht vertretbar.

- Hierarchiebildung

Im Wettkampf werden die Leistungsdifferenzen innerhalb einer Klasse deutlich. Es kommt nicht selten zur Ausgrenzung der leistungsschwachen Schüler (z.B. bei Mannschaftswahlen). Häufig werden Wettbewerbe nach dem Ausleseprinzip organisiert und damit die Rangfolge innerhalb der Klasse hervorgehoben. „Problematisch sind dabei nicht die im Wettkampfbetrieb ständig bestätigten leistungsstarken Schüler, sondern die Gruppe von Schülern, die an objektiven Leistungsnormen gemessen ihre Leistungsschwäche dokumentiert bekommen.“[25]

- Qualitätsverlust der Bewegungsausführung

Sind Wettbewerbe auf eine schnelle Bewegungsausführung ausgelegt, kommt es zu einem Verlust der Bewegungsqualität. Bewegungsabläufe, die noch nicht

automatisiert bzw. gefestigt sind, verschlechtern sich im rasanten Wettkampfgeschehen und die Verletzungsgefahr steigt.

Nachdem ich aus der einschlägigen Fachliteratur und meinen eigenen Gedanken das „Für“ und „Wider“ zum Wettkämpfen in der Schule herausgearbeitet und dargestellt habe, möchte ich im folgenden Kapitel meine eigene Position zu diesem Problemfeld definieren.

2.3 Was macht „gutes Wettkämpfen“ aus?

Wie gelingt es im Sportunterricht trotz dieser nicht gerade für Wettkampf günstigen personalen Bedingungen, Wettkampfsituationen zu schaffen, und wie lernen Schüler mit dem Wettkampfgedanken umzugehen?

2.3.1 Eigene Stellungnahme zur Bedeutung von Wettbewerben im Sportunterricht

Bevor ich mich vertiefend mit der Problematik des Wettkämpfens in der Schule befasste, ging ich von vielen Erfahrungsberichten von Bekannten und Kollegen im Umgang mit Wettbewerben im Sportunterricht aus. Rückblickend auf die Zeit in der Grundschule kann festgestellt werden, dass der Großteil des Sportunterrichts auf Leistungs- und Wettkampfgedanken aufgebaut war. Misserfolgerlebnisse prägten den Alltag im Sportunterricht- bei der Gruppenwahl als Letzter gewählt zu werden, weil man nicht sehr lauf- bzw. wurfstark war sowie Schweißausbrüche vor dem Bockspringen, den man auch das fünfte Mal nicht überwinden konnte, prägen die Erinnerungen. Die Bundesjugendspiele stellten schließlich den alljährlichen Höhepunkt vieler Befürchtungen dar. Eine ausgeprägtere Form des traditionellen Wettkämpfens, bei der man nach Punktzahlen ggf. eine Urkunde bekommt, kann im Sportunterricht nicht stattfinden. Diejenigen, die diese Punktzahl nicht erreichen gehen leer aus. Hier bleibt zu überlegen, ob die Bundesjugendspiele besonders im Grundschulbereich ebenfalls alternativ ausgerichtet werden sollten. Alternative Gruppenwettkämpfe, die allen Schülern Spaß und Motivation vermitteln, den Zusammenhalt fördern und wichtige pädagogische Aspekte beinhalten, wären eine gute Alternative zu der traditionellen Ausrichtung der herkömmlichen Bundesjugendspiele.

In der Praxis lassen sich zwei grundlegende Formen der Annäherung an traditionelle Wettkampfformen beobachten:[26]

1. „Wer ist zuerst drüben an der Wand?“,

„Wer ist als Erster in der Kerze?“, „Und jetzt um die Wette…“.

Wie selbstverständlich sich dieses Prinzip im Sportunterricht einschleichen kann, bemerkt der Lehrer häufig erst dann, wenn die Schüler qualitativ zu lösende Bewegungsaufgaben von sich aus auf in einen Wettkampf uminterpretieren. Über die immer wieder erfahrene Vergleichssituation verinnerlichen die Schüler bereits das Wettkampfprinzip als Grundprinzip von Sport.

2. Wenn die Schüler schon in den ersten Grundschuljahren Formen einüben, wie z.B. Startsprung, Hockwende, Sprinten etc.

Dabei erfahren sie, dass in der motorischen Auseinandersetzung mit der Umwelt ganz bestimmte Bewegungslösungen besonders wichtig sind und sie erst dann im Sport- und Bewegungsunterricht Anerkennung finden, wenn sie die Formen normgerecht hervorbringen können.

Bei beiden Annäherungsweisen entsteht für den Schüler der Eindruck, sich als Wettkämpfer unmittelbar vergleichen zu müssen. Aussagen wie, „Ich war schneller als Dennis“ oder „Ich kann den Startsprung und Jana noch nicht“, bestätigen diese Theorie. Werden solche Vergleichssituationen erlebt, wird sofort offenkundig, wer in der Klasse leistungsstark oder leistungsschwach ist. Die Schüler wollen immer schneller laufen als die anderen, immer weiter werfen und immer höher springen und lernen somit nahezu unmerklich die Zielnormen des Wettkampfsports als selbstverständlich gültige zu begreifen.

Diese Normen bekommen für die Schüler eine immer stärker werdende Bedeutung,

je mehr sich der Sportunterricht den standardisierten Kontexten des Wettkampfsports annimmt.[27]

Ich denke, dass solch ein unreflektiertes, rein resultatorientiertes Wettkämpfen nicht den pädagogischen Zielen der Schule entspricht. Natürlich sind Schlüsselqualifikationen, wie „Gewinnen wollen“ und „Verlieren können“, nirgends besser zu erwerben als im Wettkampfgeschehen selbst, jedoch kommt es darauf an, wie man den Schülern diese emotionalen Erfahrungen vermittelt. Während im Wettkampfsport angenommen werden kann, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich freiwillig zusammenschließen, um sich im Wettkampf zu messen, stellt sich die Situation im Schulsport anders dar:

Im Sportunterricht treffen Individuen mit unterschiedlichen Biografien, verschiedener körperlicher Konstitutionen und verschiedenen motorischen Fähigkeiten aufeinander. Eine Schulklasse ist nie eine homogene Wettkampfgruppe in irgendeiner sportlichen Disziplin.[28] Das Prinzip der Chancengleichheit ist nicht erfüllt.[29]

Letztendlich geht es für mich nicht um die Frage: „Wettbewerbe im Sportunterricht- ja oder nein?“, sondern um das „Wie“.

2.3.2 Konsequenzen für die Unterrichtspraxis

Um Kindern die positiven Erlebnis- und Erfahrungsprozesse des Wettkämpfens zu ermöglichen müssen Wettkämpfe so gestaltet werden, dass die negativen Auswirkungen (Frustrationserlebnisse, Aggressions- und Konfliktaufbau etc.) minimiert oder im Idealfall vermieden werden. Die Beachtung folgender Aspekte in der Unterrichtspraxis kann dazu beitragen, „gutes Wettkämpfen“ zu initiieren.

- Gruppenwettkämpfe

In der Schule sollten in erster Linie Mannschaftswettbewerbe angeboten werden, um das Gemeinschaftserlebnis zu fördern. Die Aufgaben sollten so gestaltet werden, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe zum Erreichen eines gemeinsamen Ziels von Bedeutung ist. In der Gruppe müssen beispielsweise Absprachen bezüglich der Aufgabenverteilung getroffen werden. Die soziale Kommunikation und Kooperationsfähigkeit wird durch Gruppenaufgaben gefördert. Zudem können Frustrationserlebnisse in der Gruppe besser verarbeitet werden.

- Chancenausgleich / Spannung

Wettbewerbe müssen so gestaltet werden, dass jeder Schüler unabhängig vom Leistungsstand die Chance erhält, sich in sein Team einzubringen.

Um spannende und damit reizvolle Wettbewerbe zu gestalten, muss der Ausgang des Wettbewerbs möglichst lange offen gehalten werden. Die Regeln müssen festgelegt und modifiziert werden, dass die Aussicht auf Erfolg für möglichst viele Schüler gegeben ist.

- Beteiligung der Schüler am Gestaltungsprozess

Das Überstülpen vorgefertigter Wettkampfbedingungen durch die Lehrkraft ist die gängige Unterrichtspraxis. Erst wenn die Schüler die Möglichkeit erhalten einen Wettbewerb mit- oder umzugestalten, indem sie beispielsweise an der Auswahl der Inhalte, den Aufgabenstellungen und an der Festlegung der Regeln beteiligt werden, können dauerhafte Fortschritte in ihrer Wettkampffähigkeit erwartet werden.

Die genannten Punkte lassen sich nicht von heute auf morgen innerhalb einer Unterrichtseinheit verwirklichen. Es handelt sich um einen langfristigen Lern- und

Lehrprozess, die Schüler zu „gutem Wettkämpfen“ zu befähigen. Die dargestellte Unterrichtseinheit in Punkt 3 hat den Anspruch einen kleinen Schritt in diese Richtung zu leisten.

Im nächsten Punkt werde ich zunächst „alternative Wettkampfformen“ vorstellen, welche die traditionellen Regeln der Wettbewerbe modifizieren und bereits in der Schulpraxis Anwendung finden.

2.4 Alternative Wettkampfformen

Wie bereits in Punkt 2.3.1. erwähnt, lassen sich die traditionellen Wettkampfformen nicht unreflektiert auf die Schulsituation übertragen.

Bei den Bemühungen um alternative Wettkampfformen sind nicht die im Wettkampfbetrieb ständig bestätigten leistungsstarken Schüler problematisch, sondern die Gruppe von Kindern, die an objektiven Leistungsnormen gemessen ihre Leistungsschwäche dokumentiert bekommen. Das Anliegen alternativer oder pädagogischer Wettkampfformen ist es, möglichst allen Schülern die Chance auf ein Erfolgserlebnis einzuräumen.[30] Auch leistungsschwache Schüler sollen sich in das Wettkampfgeschehen einbringen können und nicht entmutigt werden.

„Diesen negativen Zirkel der Entmutigung zu durchbrechen, ist das erklärte Anliegen vieler alternativer Wettkampfformen.“[31]

Alternative Wettkampfformen lassen zwar Rivalität zu, sind aber im Vergleich zu herkömmlichen Wettkampfformen verändert.

2.4.1 Wettkämpfe nach dem Prinzip des Kräfteausgleichs

Wettkämpfe nach dem Modell des Kräfteausgleichs sind so formuliert, dass sich die einzelnen Mitglieder der Gruppen in den erbrachten Leistungen gegenseitig ergänzen können.[32]

Ein Beispiel hierfür ist die „Begegnungsstaffel“[33], bei der zwei Läuferinnen oder Läufer eines Teams von beiden Seiten starten, Staffelhölzer austauschen und wieder zu ihrer Gruppe zurücklaufen, dort übergeben sie den Stab dem nächsten Gruppenmitglied. Die schnelle Läuferin oder der schnelle Läufer legt eine längere Strecke zurück und gleicht somit die schwächere Leistung des Entgegenlaufenden aus.

2.4.2 Wettkämpfe nach dem Prinzip der Kräfteaddition

Bei diesem Modell werden erbrachte Leistungen der Schüler zu einem Gruppenresultat addiert.[34]

Bei vielen Sportspielen kann man drei Mannschaften aus einer Klasse bilden lassen, wobei jeweils nacheinander gegen eine Mannschaft einer anderen Klasse gespielt wird. Die Summe der Ergebnisse der drei Spiele ist erst das spielentscheidende Endresultat für den Klassenvergleich.[35]

Weitere Beispiele findet man in zahlreichen leichtathletischen Disziplinen, z.B. werden die Weiten im Schlagballwurf zusammengerechnet oder beim Weitsprung aus dem Stand springt das nächste Kind am Aufsprungort des Vorgängers weiter.

WOLTERS (2000) kritisiert, dass diese Art des Gruppenwettkampfes dem Prinzip traditioneller Wettkämpfe entspricht. „Auch hier findet soziale Differenzierung durch Leistung statt, obgleich nicht so leicht zu durchschauen wie bei den Wettkämpfen nach internationalen Regeln.“[36]

Eine bessere Alternative für Gruppenwettkämpfe nach dem Prinzip der Kräfteaddition schlägt BRODTMANN (2002) vor. So kann z.B. die Spannung bei Risiko-Sprints[37] erzeugt werden, indem alle Mitglieder gleichzeitig starten, aber verschieden weit entfernte Ziele in einer bestimmten Zeit erreicht werden müssen. Bei dieser Variante haben sowohl schnellere als auch langsamere Läufer die Chance, ihren Anteil zum Gesamtergebnis beizutragen, wenn sie sich taktisch geschickt verhalten und das Leistungsvermögen der einzelnen Schülerinnen und Schüler einschätzen können.[38]

2.4.3 Wettkämpfe mit relativer Leistung

Bei dieser Variante zählt nicht die absolute Leistung, sondern diese wird ins Verhältnis zu einer anderen Bezugsgröße gesetzt, z.B. beim Hochsprung wird die übersprungene Höhe in Beziehung zur Körpergröße gesetzt. Es wird versucht, individuelle Leistungsvorrausetzungen einzubeziehen. Diese Form alternativer Wettkämpfe eignet sich für Individualwettbewerbe, wobei es jedoch fragwürdig ist, ob hierbei immer ein Chancenausgleich stattfindet.

Ein hochgewachsener Viertklässler mit Übergewicht und motorischen Defiziten wird diese Alternative des Wettkämpfens sicher nicht als ermutigend erfahren. Eine andere Alternative stellen Selbsteinschätzungsaufgaben[39] dar. Hierbei geht es nicht darum, eine bestimmte Strecke so schnell wie möglich zurückzulegen, sondern eine vorher selbst eingeschätzte Zeit möglichst genau zu erreichen.[40]

2.4.4 Wettkämpfe mit Zufalls- oder sportfremden Elementen

Das Ergebnis hängt eher vom Zufall oder vom Glück ab, wenn man Handicap-Materialien(z.B. ein Gewicht mitschleppen, Luftballons an Armen und Beinen befestigen, Gummistiefel anziehen,…), Rätselaufgaben oder einen Würfel bei Wettkämpfen einsetzt. Für ein eventuelles Versagen können die Bedingungen des Wettkampfs verantwortlich gemacht werden. Diese Spaßwettkämpfe stellen eine abwechslungsreiche Ergänzung zu den anderen alternativen Wettkampfformen dar und eignen sich besonders für Sport- und Spielfeste.

2.4.5 Variable Wettbewerbe

Die Schüler werden bei der Organisation von Wettkämpfen mit einbezogen. Sie dürfen die Regeln selbst verändern, um eine Chancengleichheit zu gewährleisten und damit den Ausgang möglichst offen und spannend zu gestalten. BRODTMANN (2002) schlägt dazu die „Indianerstaffel“ vor, bei der die langsamste Mannschaft der schnellsten Mannschaften ein zusätzliches Hindernis in die Laufbahn stellen darf.[41]

Als weiteres Beispiel kann man die Völkerballvariante „Amerika“, bei dem die Spielfeldgröße mit einem Tau verändert werden darf[42], nennen.

[...]


[1] Im Folgenden werde ich der Einfachheit halber den grammatikalischen Sexus einheitlich in der maskulinen Form verwenden, die Feminine ist dabei selbstverständlich inbegriffen.

[2] vgl. Zoglowek, H: Turnhallen-Rallye. In: Sportpädagogik 2/2000

[3] vgl. Ehni, H.: Trainieren und Wettkämpfen.

In: Wolters, P./Ehni,H./Kretschmer,J./Scherler,K./Weichert,W.: Didaktik des Schulsports. Schorndorf 2000

[4] vgl. ebd.

[5] vgl. ebd.

[6] vgl. Schnabel, G./ Harre, D./ Borde, A. (Hrsg.): Trainingswissenschaft.

Leistung – Training – Wettkampf. Berlin 1997

[7] vgl. Ehni, H.: Trainieren und Wettkämpfen. In: Wolters,P./Ehni,H./Kretschmer,J./Scherler,K./Weichert,W.:Didaktik des Schulsports. Schorndorf 2000

[8] vgl. Wolters, P.: Wettkämpfen. In: Sportpädagogik 2/2000.Friedrich Verlag.

[9] ebd.

[10] ebd.

[11] vgl. Niedersächsisches Kultusministerium: Kerncurriculum für die Grundschule. Schuljahrgänge 1-4- Sport. Hannover 2006.

[12] Empathie: Einfühlungsvermögen

[13] vgl. Der niedersächsische Kultusminister: Kerncurriculum für die Grundschule. Schuljahrgänge 1-4.

[14] vgl. Ehni, H.: Trainieren und Wettkämpfen. In: Wolters, P./ Ehni, H./ Kretschmer, J./ Scherler, K./ Weichert, W.: Didaktik des Schulsports. Schorndorf 2000. S. 275

[15] vgl. Heringer,J. (1990): Regeln und Fairness. Woher bezieht der Sport seine Moral. In: Sportwissenschaft 1, S. 27-42

[16] Zitat nach Heringer s.o.

[17] vgl. Heckhausen, 1971, S. 25 ff.

[18] vgl. Digel,H./Hartmann,H./Singer,R./Ungerer-Röhrich,U./Wessling-Lünnemann,G. (1991):Turn-und Sportvereine. Strulturen,Probleme,Trends.Aachen:Meyer &Meyer.

[19] Zitat nach Ehni,2000, S. 282

[20] vgl. Wolters, P.: Wettkämpfen. In: Sportpädagogik 2/2000.

[21] vgl. Punkt 2.2., S. 5

[22] vgl. PREISING, 1979, S. 421

[23] Zitat nach PREISING, 1979, S. 422

[24] vgl. 2.2.

[25] Zitat nach LANDAU. Landau,G.: Wettkämpfe- eine Einführung. In: Brodtmann,D./Landau,G. (Hrsg.): Wettkämpfe, Sportfeste, Spielfeste. Reinbek bei Hamburg 1983.

[26] vgl. Landau 1983, S. 13.

[27] vgl. Landau 1983, S. 14.

[28] vgl. Landau 1983, S. 13.

[29] vgl. Ehni 2000, S. 288.

[30] vgl. Seybold 1983, S. 23 ff.

[31] vgl. Landau 1983, S. 16.

[32] vgl. Landau 1983, S. 16/ Wolters 2000, S. 8.

[33] vgl. Brodtmann 2002, S. 71.

[34] vgl. Landau 1983, S. 17/ Wolters 2000, S. 8/ Berg 2000, S. 1/ Rüter 2000, S. 12.

[35] vgl. Hülsemann 1983, S. 66/ Landau 1983, S. 17.

[36] Wolters 2000, S. 9.

[37] vgl. Brodtmann 2002, S. 67.

[38] vgl. Wolters 2000, S. 9.

[39] vgl. Zoglowek 2000, S. 29.

[40] vgl. Brodtmann 2002, S. 67.

[41] vgl. ebd. S. 70.

[42] vgl. Brodtmann 2000, S. 14.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten

Details

Titel
Erprobung, Gestaltung und Modifikation alternativer Wettkampfformen - durchgeführt mit Kindern eines 4. Schuljahres
Note
2
Autor
Jahr
2007
Seiten
63
Katalognummer
V71932
ISBN (eBook)
9783638624244
ISBN (Buch)
9783638701181
Dateigröße
772 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erprobung, Gestaltung, Modifikation, Wettkampfformen, Kindern, Schuljahres
Arbeit zitieren
Wiebke Boden (Autor), 2007, Erprobung, Gestaltung und Modifikation alternativer Wettkampfformen - durchgeführt mit Kindern eines 4. Schuljahres, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71932

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