In der heutigen Zeit sind Unternehmen gezwungen sich international auszurichten. Steigender Wettbewerbsdruck, zunehmend national gesättigte Märkte, das verstärkte Aufkommen neuer Wettbewerbsländer aus Schwellenländern sowie die verstärke Betrachtung von Prozessen hinsichtlich der Transaktionskosten forcieren die länderübergreifende Denk- und Handlungsweise bei den Unternehmen.
Damit ein Unternehmen im globalen Wettbewerb bestehen kann, ist es wichtig, frühzeitig konkrete Internationalisierungsstrategien zu entwickeln. Vor der Erstellung solcher Strategien (bspw. Markteintrittsstrategien) ist es für ein Unternehmen zwingend notwendig sich strategisch zu orientieren. Eine richtungsweisende strategische Orientierung wird vor allem durch die Einstellung des Top-Managements gegenüber Auslandsaktivitäten geprägt und beeinflusst alle Bereiche der Unternehmung. Perlmutter unterscheidet in seinem EPRG-Modell zwischen einer ethno-, regio-, poly- und geozentrischen Orientierung der Unternehmen. Mit dem EPRG Modell, welches in dieser Arbeit eingehend thematisiert wird, liefert er ein bedeutendes Konzept für international agierende Unternehmen. Maßgröße für den Grad der Internationalisierung ist nicht eine eindimensionale Größe (z.B. die Filialenanzahl), sondern die Orientierung zu fremden Menschen, Ideen und Ressourcen.
In der vorliegenden Publikation wird zunächst der Begriff Internationalisierung erläutert und deren Vor-, Nachteile und Formen aufgezeigt. Im Anschluss wird das EPRG Modell in seiner Struktur vorgestellt und im Folgenden werden die einzelnen Strategien detailiert beschrieben. Auf Basis dieser Informationen erfolgt eine Differenzierung des Konzeptes anhand der wichtigsten Unterscheidungskriterien um darauf aufbauend die Vor- und Nachteile der einzelnen Phasen darzustellen. Im sechsten Kapitel erfolgt eine übergreifende Beurteilung des EPRG Modells und im siebten Kapitel wird der Ansatz von Perlmutter kritisch gewürdigt. Eine Zusammenfassung rundet die Publikation schließlich ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Internationalisierung
3. EPRG-Konzept
3.1 Ethnozentrische Orientierung
3.2 Polyzentrische Orientierung
3.3 Regiozentrische Orientierung
3.4 Geozentrische Orientierung
4. Differenzierung des Konzeptes
5. Vor- und Nachteile der Strategien
6. Beurteilung des EPRG-Modells
7. Kritik am EPRG - Modell
8. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die strategischen Konzepte zur Internationalisierung von Unternehmen unter besonderer Berücksichtigung des EPRG-Modells von Perlmutter. Ziel ist es, die verschiedenen Orientierungen des Modells zu analysieren, voneinander abzugrenzen sowie deren Vor- und Nachteile kritisch zu beleuchten.
- Grundlagen der Internationalisierung von Unternehmen
- Struktur und Charakterisierung des EPRG-Modells
- Detaillierte Analyse der ethno-, poly-, regio- und geozentrischen Orientierung
- Vergleichende Differenzierung der Konzepte anhand zentraler Kriterien
- Kritische Würdigung der Praktikabilität und konzeptioneller Schwächen
Auszug aus dem Buch
3.1 Ethnozentrische Orientierung
Diese wird auch als „Stammland-, oder „Heimatlandorientierung“ bezeichnet. Hauptmerkmal ist die Dominanz des Heimatlandes bei Auslandsaktivitäten. Auf dem nationalen Markt liegt der Fokus der Geschäftstätigkeit. Bei der Internationalisierung werden die stammlandoptimalen Strategien auf die ausländischen Märkte übertragen. Die Steuerung-, Kontrollgrößen und die strategische Entscheidungskompetenz erfolgt zentralisiert im Stammland. Diese gelten einheitlich und verbindlich für alle Auslandsgesellschaften (auch Tochtergesellschaften genannt).
Die Schlüsselpositionen in den Auslandsgesellschaften werden von Mitarbeitern aus dem Stammland besetzt, so gennannten Parent Country Nationals (PCN). Das Vertrauen in die PCN´s ist größer und man ist der Auffassung, dass sie intelligenter, fähiger, besser geschult sind und zudem über ein höheres Commitment verfügen, als Angestellte aus dem Gastland (Home Country Nationals, kurz: HCN).
Die ethnozentrische Stellenbesetzungspolitik findet häufig im Anfangsstadium einer Internationalisierung Anwendung, wenn beispielsweise eine neue Auslandsgesellschaft, Technologie oder Produkt in einem anderen Land etabliert werden und dort auf diesem Gebiet noch keine Erfahrungswerte vorliegen. Unterstützt wird dies noch durch die bereits erwähnte Annahme der Qualifikationsdefizite bei den HCN´s und dem Streben nach einer guten Kommunikation mit der Zentrale im Stammland.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Internationalisierung als Antwort auf zunehmenden Wettbewerbsdruck und stellt das EPRG-Modell als zentralen Bezugsrahmen der Arbeit vor.
2. Internationalisierung: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe Globalisierung und Internationalisierung sowie die wesentlichen Oberziele und Rahmenbedingungen bei grenzüberschreitenden Tätigkeiten.
3. EPRG-Konzept: Das Kernkapitel stellt die vier Orientierungsformen nach Perlmutter vor: Ethnozentrisch, Polyzentrisch, Regiozentrisch und Geozentrisch.
4. Differenzierung des Konzeptes: Hier werden die vier Konzepte anhand von Merkmalen wie Organisationskomplexität, Entscheidungsautorität und Anreizsystemen systematisch verglichen.
5. Vor- und Nachteile der Strategien: Dieses Kapitel analysiert die operativen Stärken und Schwächen der verschiedenen Besetzungspolitiken für das internationale Management.
6. Beurteilung des EPRG-Modells: Es erfolgt eine Einschätzung, wie das Modell die Einstellung des Top-Managements gewichtet und welche Bedeutung empirische Erkenntnisse für die Ausrichtung haben.
7. Kritik am EPRG - Modell: Das Kapitel arbeitet konzeptionelle Schwächen des Modells heraus, etwa die Vernachlässigung externer Umwelteinflüsse und die Fokussierung auf den Industriesektor.
8. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz, die trotz der Kritik die anhaltende Praktikabilität des Perlmutter-Modells hervorhebt.
Schlüsselwörter
Internationalisierung, EPRG-Modell, Ethnozentrisch, Polyzentrisch, Regiozentrisch, Geozentrisch, Perlmutter, Globalisierung, Unternehmensstrategie, Stellenbesetzungspolitik, Management, Wettbewerbsvorteile, Führungskonzeption, Auslandsexpansion, Unternehmenskultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die strategischen Konzepte für die Internationalisierung von Unternehmen, wobei das EPRG-Modell nach Howard V. Perlmutter als zentrale theoretische Grundlage dient.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Formen der Internationalisierung, den vier Grundorientierungen des EPRG-Modells (E, P, R, G) und der damit verbundenen internationalen Stellenbesetzungspolitik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die strukturierte Darstellung und kritische Analyse des EPRG-Modells sowie der Vergleich der verschiedenen Strategietypen zur internationalen Unternehmensführung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer systematischen Typologisierung der verschiedenen Internationalisierungsstrategien nach Perlmutter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Konzepte, die detaillierte Differenzierung der Strategien anhand von Managementkriterien sowie eine kritische Würdigung des Modells.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Internationalisierung, EPRG-Modell, Globalisierung, Strategie, Unternehmensführung und Stellenbesetzungspolitik.
Warum unterscheidet das Modell zwischen PCN und HCN?
Die Unterscheidung zwischen Parent Country Nationals (Stammlandmitarbeiter) und Home Country Nationals (Gastlandmitarbeiter) ist zentral für die Analyse, welche Personalpolitik ein Unternehmen in seinen ausländischen Niederlassungen verfolgt.
Wie unterscheidet sich die regiozentrische von der geozentrischen Orientierung?
Während die regiozentrische Orientierung Ländergruppen (Cluster) zusammenfasst, zielt die geozentrische Ausrichtung auf eine globale, länderübergreifende Unternehmensidentität ab.
Warum wird das EPRG-Modell in der Literatur teilweise kritisiert?
Kritikpunkte sind unter anderem die Vernachlässigung von Umwelteinflüssen, die rein top-down orientierte Führungsperspektive und die fehlende Übertragbarkeit auf den Dienstleistungssektor.
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- Christian Dreeser (Author), 2007, Strategische Konzepte für die Internalisierung von Unternehmen: EPRG-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/71936