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Sport für Menschen mit einer Behinderung unter besonderer Betrachtung der Sportart Judo als Fördermöglichkeiten für Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Title: Sport für Menschen mit einer Behinderung unter besonderer Betrachtung der Sportart Judo als Fördermöglichkeiten für Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

Examination Thesis , 2006 , 121 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Tim Tengler (Author)

Pedagogy - Orthopaedagogy and Special Education
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Summary Excerpt Details

Kampfsportarten erwecken bei vielen Menschen Unbehagen und Unsicherheiten. Sie werden oft in Verbindung mit Gewalt, Brutalität, Überlegenheit und Ausübung von Macht gesehen. Kung-Fu-Filme, die im Fernsehen oder Kino gezeigt werden, erhärten diese Einstellung häufig. Als Ziel von Kampfsport wird meistens die Zerstö-rung eines Menschen entweder zur persönlichen Verteidigung oder aufgrund eines körperlichen Angriffes vermutet. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen unter „Kämpfern“ starke, muskulöse Männer vorstellen – wo sollen sich da Behinderte „behaupten“?
Da auch Judo zu den Kampfsportarten zählt, werden nicht selten solche Sichtweisen mit dem Judosport verknüpft. So scheint es unvorstellbar, dass anstatt Zerstörung die Erhaltung eines gesunden Körpers, statt individuellen Machtkämpfen die soziale Eingliederung, statt körperlicher Bedrohung die Wahrnehmung des eigenen Körpers im Vordergrund steht. Noch weniger vorstellbar war lange Zeit der Gedanke, Judo als pädagogische Fördermöglichkeit für Menschen mit erschwerten Bedingungen, sei es aufgrund problematischen Verhaltens, einer körperlichen, einer geistigen oder einer Sinnesbehinderung, zu betrachten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen der geistigen Behinderung

2.1. Begriffsbestimmung

2.1.1. Stigmatisierung durch den Begriff „Geistig Behindert“

2.1.2. Ursachen von geistiger Behinderung

2.2. Die Schülerschaft im Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

2.3. Die Motorik von Menschen mit einer geistigen Behinderung

2.3.1. Untersuchungen zur Motorik von Menschen mit einer geistigen Behinderung

2.3.2. Ursachen der Motorischen Defizite

2.3.3. Weitere Beeinträchtigungen der Motorik

2.3.4. Zusammenfassung

3. Behinderten- und Rehabilitationssport

3.1. Begriffsbestimmung

3.2. Der organisierte Behindertensport

3.2.1. Sinnorientierung im Behindertensport

3.2.2. Rehabilitationssport

3.2.3. Ziele und Zielgruppen des Behindertensports

3.3. Sport für Menschen mit einer geistigen Behinderung

3.4. Sport im Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

3.5. Zusammenfassung

4. Die Sportart Judo

4.1. Was ist Judo?

4.2. Geschichte

4.2.1. Ursprung und Entwicklung des Judosports

4.2.2. Entwicklung in Deutschland

4.3. Prinzipien und geistige Grundlagen

4.4. Inhalte und Ziele der Sportart Judo

4.4.1. Inhalte

4.4.2. Übungs- und Wettkampfformen

4.4.3. Ziele im Judosport

4.4.4. Methodische Grundzüge des Judounterrichts

5. Judo für Menschen mit Behinderungen

5.1. Entstehung

5.2. Judo als Maßnahme des Behindertensports

5.2.1. Vermutete Gefährlichkeit der Sportart Judo

5.2.2. Möglichkeiten des Judotrainings für behinderte Menschen

5.2.3. Spezielle Judo- und Wettkampfregeln

5.2.4. Beispiele für Judoprojekte mit behinderten Menschen

5.3. Judo für Menschen mit Behinderung in Bayern

5.3.1. Judoangebote in München

5.3.2. Wettkämpfe

5.4. Zusammenfassung

6. Fördermöglichkeiten mit Judo für Menschen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung

6.1. Grafische Übersicht

6.2. Sensorische Integrationsförderung im Judo

6.2.1. Definition

6.2.2. Bereiche der Wahrnehmung

6.2.3. Möglichkeiten im Judo

6.2.3.1. Vestibuläre Wahrnehmung

6.2.3.2. Taktile Wahrnehmung

6.2.3.3. Kinästhetische Wahrnehmung

6.2.3.4. Zusammenarbeit der Sinne

6.2.4. Zusammenfassung

6.3. Psychomotorische Förderung

6.3.1. Definition, Ziele und Inhalte

6.3.2. Psychomotorik und geistige Behinderung

6.3.3. Gemeinsame Ziele von Judo und Psychomotorik

6.3.4. Förderbereiche

6.3.4.1. Bewegungskoordination

6.3.4.2. Bewegungsgenauigkeit

6.3.4.3. Antizipation

6.3.4.4. Körperschema

6.3.4.5. Haltung

6.3.5. Zusammenfassung

6.4. Sportmotorische Förderung

6.4.1. Ausdauer

6.4.2. Kraft

6.4.3. Schnelligkeit

6.4.4. Flexibilität und Gewandtheit

6.4.5. Zusammenfassung

6.5. Förderung im sozialen Bereich

6.5.1. Beziehungsaspekte im Judo

6.5.2. Die Rolle des Judotrainers

6.5.3. Judo als Bewegungsdialog und dialogisches Prinzip

6.5.4. Die interaktionistische Rollentheorie und Judo

6.5.5. Bedeutung von Ritualen und Struktur

6.5.6. Integration und Normalisierung

6.5.7. Zusammenfassung

6.6. Weitere Fördermöglichkeiten

6.6.1. Die Bedeutung des Wettkampfs

6.6.2. Gewaltprävention

6.6.3. Durchsetzungskraft und Selbstverteidigung

6.6.4. Selbstversorgung des eigenen Körpers

6.6.5. Kognitive Beanspruchung

6.6.6. Zugang zur Bewegung (wieder) erschließen

6.7. Zusammenfassung und Bewertung

7. Praxisteil

7.1. Exemplarischer Ablauf einer Judostunde

7.2. Fallbeispiel

7.3. Die Bedeutung von Judo für Teilnehmer der Judokurse

7.4. Wirkung nach außen

8. Videobeispiele

9. Schlussgedanken und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Potenzial der Sportart Judo als pädagogische Fördermöglichkeit für Menschen mit geistiger Behinderung, mit einem besonderen Fokus auf heilpädagogische Aspekte wie Motorik, Wahrnehmung und soziale Interaktion.

  • Methodische Anpassungen des Judounterrichts für Menschen mit geistiger Behinderung
  • Förderung der sensorischen Integration durch judospezifische Bewegungsmuster
  • Psychomotorische Entwicklungspotenziale und Steigerung der Handlungskompetenz
  • Die Rolle von Ritualen und Sozialstrukturen im Judotraining zur Inklusion
  • Praxisnahe Beispiele aus dem Judotraining mit behinderten Sportlern

Auszug aus dem Buch

6.2.1. Definition

Der Begriff „sensorische Integration“ wurde von Anna Jean AYRES geprägt und umfasst alle Bereiche der Wahrnehmung sowie der Bewegung. Es ist ein alltäglicher, sich bei jedem Menschen vollziehender Prozess, der die Empfindungen ordnet und sortiert. Unter Wahrnehmung versteht BUNDSCHUH einen Prozess, durch den sich ein Mensch in Form von Informationsübertragung über die Sinnesorgane an das Gehirn „Welt“ aneignet. Das den Mensch umgebende Informationsmaterial wird in der Weise verarbeitet, dass für das Individuum Bedeutung und Sinn entsteht.

Die Fähigkeit, Sinnesreize zu differenzieren, ist für die Orientierung in der Umwelt eine wichtige Vorraussetzung. Aus der großen Fülle von einströmenden Informationen ist es wichtig, diejenigen auszuwählen, die für die jeweilige Situation wichtig sind. Diese alltäglich notwendige Fähigkeit ist eine hohe Anforderung, insbesondere für Kinder und behinderte Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Vorurteile gegenüber Kampfsportarten und stellt das Potenzial von Judo als pädagogisches Förderinstrument für behinderte Menschen vor.

2. Das Phänomen der geistigen Behinderung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der geistigen Behinderung, erörtert Ursachen und beschreibt die motorischen sowie psychischen Herausforderungen der Zielgruppe.

3. Behinderten- und Rehabilitationssport: Es wird die Organisation und Sinnorientierung des Behindertensports untersucht und wie Sportangebote im Förderzentrum zur Persönlichkeitsbildung beitragen können.

4. Die Sportart Judo: Das Kapitel bietet eine Einführung in die Geschichte, die Prinzipien und die methodischen Grundzüge des Judosports, wobei besonders der erzieherische Aspekt hervorgehoben wird.

5. Judo für Menschen mit Behinderungen: Hier werden die Entstehung von Judogruppen für behinderte Menschen, Sicherheitsaspekte und spezielle Regelungen sowie praktische Beispiele aus der Historie behandelt.

6. Fördermöglichkeiten mit Judo für Menschen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung: Das umfangreichste Kapitel widmet sich detailliert der sensorischen Integration, Psychomotorik, sportmotorischen Förderung und sozialen Aspekten wie Rollentheorie und Gewaltprävention.

7. Praxisteil: Der Praxisteil gibt konkrete Einblicke in den Ablauf einer Judostunde, Fallbeispiele und die subjektive Bedeutung des Sports für die Teilnehmer.

8. Videobeispiele: Dieses Kapitel listet die Inhalte des Begleitfilms auf, der die Trainingsarbeit visualisiert.

9. Schlussgedanken und Ausblick: Der Autor resümiert die positiven Erfahrungen und unterstreicht die Bedeutung des ganzheitlichen Ansatzes im Judotraining.

Schlüsselwörter

Judo, Geistige Behinderung, Behindertensport, Psychomotorik, Sensorische Integration, Motorik, Sozialkompetenz, Fallschule, Körperbewusstsein, Inklusion, Heilpädagogik, Wettkampfsport, Trainingsmethodik, Persönlichkeitsentwicklung, Bewegungsdialog.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die Sportart Judo, die oft als Kampfsport missverstanden wird, als pädagogisch fundierte Fördermöglichkeit für Menschen mit geistiger Behinderung eingesetzt werden kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Motorik und Wahrnehmung geistig behinderter Menschen, die Prinzipien des Judosports, psychomotorische Förderbereiche, soziale Aspekte wie Inklusion sowie methodisch-didaktische Umsetzungen im Training.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, den Nutzen von Judo für die Persönlichkeitsentwicklung, die motorischen Fähigkeiten und die soziale Teilhabe von behinderten Menschen theoretisch und praktisch zu belegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch fundierte Arbeit, die auf Literaturanalyse, Erfahrungsberichten und der Auswertung von konkreten Judoprojekten sowie Experteninterviews basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Analyse des Phänomens Behinderung, eine Vorstellung der Sportart Judo und eine detaillierte Ausarbeitung verschiedener Fördermöglichkeiten (motorisch, sensorisch, sozial) mit Praxisbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind u.a. Judo, Geistige Behinderung, Behindertensport, Psychomotorik, Sensorische Integration und Inklusion.

Warum ist Judo laut Autor auch für Menschen mit Epilepsie geeignet?

Untersuchungen, etwa in Epilepsie-Zentren, haben gezeigt, dass Judotraining die Anfallshäufigkeit nicht erhöht, sofern es gut angeleitet wird und keine organischen Kontraindikationen vorliegen.

Wie unterscheidet sich Judo für behinderte Menschen vom "normalen" Judosport?

Besonders kritische Techniken wie Würgegriffe und Armhebel sind verboten, und der Fokus verschiebt sich vom reinen Leistungsgedanken hin zu therapeutischen und pädagogischen Zielen wie Bewegungsfreude und sozialer Interaktion.

Warum ist der "Bewegungsdialog" ein zentraler Aspekt im Training?

Er beschreibt die ständige verbale und nonverbale Kommunikation zwischen Partnern auf der Matte, die Vertrauen schafft, Empathie fördert und soziale Bezüge stärkt.

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Details

Title
Sport für Menschen mit einer Behinderung unter besonderer Betrachtung der Sportart Judo als Fördermöglichkeiten für Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung
College
LMU Munich  (Institut für Präventions-, Integrations- und Rehabilitationsforschung)
Course
Zulassungsarbeit zum Ersten Staatsexamen für das Lehramt an Sonderschulen
Grade
1,7
Author
Tim Tengler (Author)
Publication Year
2006
Pages
121
Catalog Number
V72017
ISBN (eBook)
9783638625289
ISBN (Book)
9783638699617
Language
German
Tags
Sport Menschen Behinderung Betrachtung Sportart Judo Fördermöglichkeiten Menschen Förderschwerpunkt Entwicklung Zulassungsarbeit Ersten Staatsexamen Lehramt Sonderschulen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tim Tengler (Author), 2006, Sport für Menschen mit einer Behinderung unter besonderer Betrachtung der Sportart Judo als Fördermöglichkeiten für Menschen mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72017
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