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Skandinavien und die europäische Integration

Titel: Skandinavien und die europäische Integration

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 22 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Julian Nagel (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die skandinavischen Staaten Finnland, Schweden, Dänemark und Norwegen weisen in ihren Eigenschaften als Staaten eine hohe Dichte an Gemeinsamkeiten auf. So haben alle Länder eine relativ kleine Bevölkerung, sie sind sehr abhängig von ihrem Export, besitzen einen international anerkannten Wohlfahrtsstaat und sind parlamentarische Demokratien. Was die europäische Integration betrifft, sind die skandinavischen Staaten jedoch sehr unterschiedlich. Die einzige hier zu findende Gemeinsamkeit ist, dass alle noch relativ junge Staaten sind, was ihre europäische Integration betrifft. Norwegen ist sogar bis heute noch kein Mitglied der Europäischen Union, obwohl auch Norwegen durch die EEA ( European Economic Area) und andere Abkommen fest in die Europäische Gemeinschaft integriert ist. Der Zeitpunkt des Beitritts zu europäischen Abkommen bzw. zur Europäischen Union ist jedoch bei allen Ländern völlig unterschiedlich. Bis heute ist der Integrationsstand in allen skandinavischen Ländern von verschiedenem Ausmaß geprägt. Keins der Länder war jedoch ein Gründungsmitglied der Europäischen Gemeinschaft. Dieses späte Auftreten der skandinavischen Staaten auf der europäischen Bühne hat sehr individuelle und differentielle Gründe. Diese Gründe kommen je nach Land aus den unterschiedlichsten Bereichen. Hier wären beispielsweise historische, innenpolitische oder auch ideelle Gründe zu nennen. Doch diese sind nur ein Teil dessen, was die Europapolitik der skandinavischen Länder beeinflusst. Ein in den Medien immer wieder zu findender Grund ist eine skeptische Einstellung der Bevölkerungen der Länder. So hat man am Beispiel Norwegens gesehen, dass die Bevölkerung einen Beitritt zur EU verhindert hat, obwohl das Parlament nicht an ein Referendum gebunden war. Auf der anderen Seite gibt es in den skandinavischen Ländern oft die Bereitschaft sich wirtschaftlich in die EU zu integrieren; Souveränität möchte ein Großteil der Bevölkerung jedoch nicht abgeben. Ein einheitliches oder gar föderalistisches Europa wird häufig nicht gewünscht. So gelten die skandinavischen Staaten, wenn eine Differenzierung nicht vorgenommen wird, als europaskeptisch und auch als schwierige Partner. Im Folgenden sollen zwei dieser Aspekte, die die Unterschiede der Integration erklären können, aufgegriffen und analysiert werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die europäische Integration der skandinavischen Staaten

2.1 Dänemarks historischer Hintergrund

2.2 Die Einstellung der dänischen Bevölkerung zur europäischen Integration

2.3 Schwedens historischer Hintergrund

2.4 Die Einstellung der schwedischen Bevölkerung zur Europäischen Union

2.5 Finnlands historischer Hintergrund

2.6 Die Einstellung der finnischen Bevölkerung zur Europäischen Union

2.7 Norwegens historischer Hintergrund

2.8 Die Einstellung der norwegischen Bevölkerung zur Europäischen Union

3. Fazit

4. Literaturangaben

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Integrationspfade der skandinavischen Staaten (Dänemark, Schweden, Finnland und Norwegen) in die Europäische Union, wobei der Fokus auf dem historischen Hintergrund sowie den Einstellungen der jeweiligen Bevölkerungen liegt, um die Gründe für die variierenden Grade der Integration zu erläutern.

  • Historische Entwicklung der Europapolitik in den skandinavischen Ländern
  • Analyse der nationalen Einstellungen zur europäischen Integration
  • Bedeutung von nationaler Identität und Souveränität
  • Vergleich wirtschaftlicher Interessen vs. politischer Vorbehalte
  • Rolle von Referenden und politischen Eliten bei Integrationsentscheidungen

Auszug aus dem Buch

2.5 Finnlands historischer Hintergrund

Finnlands Motive für einen Beitritt zur Europäischen Union sind zum einen, wie auch bei Schweden und Dänemark im wirtschaftlichen Bereich zu finden. Jedoch nicht so stark ausgeprägt wie es bei Dänemark der Fall war. In Finnland sah beispielsweise die Agrarindustrie einen großen Nachteil in dem Beitritt, da sie im eigenen Land besonders hohe Subventionen bekam. Somit fürchtete die Landwirtschaft, dass man durch eine Anpassung an europäische Standards in eine schlechtere wirtschaftliche Lage kommen würde.

Das wichtigere Motiv für Finnlands Schritt in Richtung Europa lag jedoch in sicherheitspolitischen Interessen. In Finnland war es aber erst sehr spät möglich sich der westlichen Welt und der EU anzuschließen. Während des Kalten Krieges pflegte Finnland bilaterale Beziehungen zur Sowjetunion, welche zwar keinen Beitritt zur EG verboten, es vom politischen Standpunkt der EG aus aber unmöglich machten, Finnland zu integrieren. Selbst in der EFTA war die finnische Nation lediglich assoziiertes Mitglied. Auch mit dem Ende des Kalten Krieges nutzte Finnland nicht sofort die außenpolitischen Handlungsspielräume, die sich dem Land boten und hielt zunächst an dem bereits vorher abgeschlossenen EWR Abkommen fest. Man betrachtete dieses nicht als Übergang in die EU, sondern als eine endgültige Lösung.

Mit dem Wegfall der Sowjetunion befand sich Finnland von daher in einer völlig neuen Lage, da die bilateralen Beziehungen dem Land eine gewisse außenpolitische Sicherheit gegeben hatten. Nun musste sich Finnland komplett neu orientieren. Aus dem ehemaligen Reagieren auf Sowjetische Politik musste jetzt ein Agieren mit eigener Politik folgen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der skandinavischen Staaten in Bezug auf ihre europäische Integration und leitet die Forschungsfrage nach den Ursachen dieser Divergenz ab.

2. Die europäische Integration der skandinavischen Staaten: Dieses Hauptkapitel analysiert für jedes der vier Länder (Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen) spezifisch den historischen Kontext und die Haltung der Bevölkerung zur EU-Integration.

3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass wirtschaftliche Interessen die primäre Motivation für die Integration waren, während politische Bedenken und nationale Identität das Haupthemmnis darstellten, wobei Finnland eine Sonderrolle einnimmt.

4. Literaturangaben: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Skandinavien, Europäische Union, europäische Integration, Dänemark, Schweden, Finnland, Norwegen, Euroskepsis, nationale Identität, Souveränität, Referendum, EFTA, EWR, Wohlfahrtsstaat, Außenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die unterschiedlichen Ansätze und Integrationsgeschwindigkeiten der vier skandinavischen Staaten hinsichtlich ihrer Beziehung zur Europäischen Union.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die historische Entwicklung der Europapolitik in den einzelnen Ländern sowie die Untersuchung, warum die jeweilige Bevölkerung unterschiedliche Einstellungen zur Integration entwickelt hat.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet: Worin sind die Unterschiede der europäischen Integration in den skandinavischen Staaten begründet?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen vergleichenden politikwissenschaftlichen Ansatz, indem sie historische Daten und Umfrageergebnisse zur öffentlichen Meinung in den jeweiligen Nationalstaaten gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich nach den vier Ländern und beleuchtet für jedes Land den historischen Hintergrund sowie die Einstellung der Bevölkerung zur europäischen Integration.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Skandinavien, EU-Integration, Euroskepsis, nationale Souveränität und die Auswirkungen historischer Kontexte auf die heutige Europapolitik.

Welche Rolle spielt die Landwirtschaft in der dänischen Integrationsdebatte?

Die Landwirtschaft war besonders in der frühen Phase ein entscheidender Faktor, da Preissteigerungen bei Agrarprodukten nach dem Beitritt zur EG zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten und einer breiten Skepsis in der Bevölkerung führten.

Warum nimmt Finnland eine Sonderrolle unter den skandinavischen Staaten ein?

Finnland unterscheidet sich durch seine pro-europäische Haltung, die primär in sicherheitspolitischen Überlegungen nach dem Zerfall der Sowjetunion begründet ist, und seine aktive Beteiligung an EU-Projekten wie der Einführung des Euro.

Wie erklärt der Autor die norwegische Ablehnung einer Vollmitgliedschaft?

Die Ablehnung wird mit einem historisch gewachsenen Patriotismus und der Sorge um den Verlust demokratischer Kontrolle an eine "bürokratische" EU erklärt, was in zwei Referenden durch die Bevölkerung bestätigt wurde.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Skandinavien und die europäische Integration
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Ibstitut für Politikwissenschaften)
Veranstaltung
Skandinavien
Note
2,3
Autor
Julian Nagel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
22
Katalognummer
V72048
ISBN (eBook)
9783638629379
ISBN (Buch)
9783638673426
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Skandinavien Integration Skandinavien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julian Nagel (Autor:in), 2007, Skandinavien und die europäische Integration, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72048
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Leseprobe aus  22  Seiten
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