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Studienkreditmärke der OECD-Länder

Title: Studienkreditmärke der OECD-Länder

Research Paper (undergraduate) , 2007 , 39 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Michael Günther (Author)

Economics - Monetary theory and policy
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Das deutsche Hochschulwesen ist in jüngster Zeit wiederholt in die Kritik geraten. Die Studienzeiten sind im internationalen Vergleich mit sechs Jahren überdurchschnittlich lang (OECD-Durchschnitt: 4,8 Jahre, Frankreich 5,5, Niederlande 3,9 Jahre) und die Abbrecherquoten mit rund 30 % recht hoch. Zudem nimmt in Deutschland ein nur vergleichsweise geringer Anteil eines Altersjahrgangs (32 %) ein Studium auf (OECD-Durchschnitt 47 %). Insgesamt betrachtet, wird dem deutschen Hochschulsystem ein Problem sowohl in der Masse als auch in der Klasse der Absolventen attestiert. Eine Reihe von Industrieländern scheint dagegen bessere Erfolge bei der Universitätsausbildung zu erzielen. Es stellt sich daher die Frage, ob und was man von diesen Ländern lernen kann.
Denn gerade für ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik Deutschland gewinnt die Ausbildung junger Menschen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wandels von der Industrie zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der anstehenden demographischen Entwicklung. Es ist unabdingbar, dass jeder – unabhängig von seinem sozialen Umfeld – eine seiner Leistungsfähigkeit und seinen Neigungen entsprechende Ausbildung genießen kann. Soziale Barrieren im Bildungssystem sind nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich sondern ebenso eine Verschwendung von Humanressourcen. Im Folgenden soll mit der Studienfinanzierung ein spezieller Aspekt des Hochschulwesens beleuchtet werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Die Bedeutung des BAföG für Studenten

2 Studienkreditmärkte

3 Studienkreditsysteme ausgewählter Industrieländer

3.1 Studienkredite in Schweden

3.2 Studienkredite in Australien

3.3 Studienkredite in England und Wales

3.4 Studienkredite in Kanada

3.5 Studienkredite in den USA

3.5.1 Vertrieb der Studienkredite

3.5.2 Organisation der Risikoübernahme

3.5.3 Rückzahlung der Studienkredite

3.6 Schlussfolgerungen aus dem Ausland

4 Studienkredite in Deutschland

4.1 Studienkredit der Sparkassen

4.2 Studienkredit der Deutschen Bank

4.3 Die KfW als Unternehmen

4.4 Der Studienkredit der KfW-Förderbank

4.4.1 Vorteile des Studienkredites

4.4.2 Nachteil des Studienkredites

4.5 Privatkredite zur BAföG-Ablöse

4.6 Bildungsfonds in Deutschland

5 Bewertung der deutschen Studienkredite

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Ausgestaltung von Studienkreditmärkten, um die bestehende Lücke in der Studienfinanzierung in Deutschland zu schließen. Dabei wird analysiert, inwiefern internationale Modelle als Vorbild für eine marktgerechte Kreditversorgung dienen können, ohne dabei soziale Barrieren weiter zu verschärfen.

  • Analyse internationaler Studienkreditsysteme (u.a. USA, Australien, Schweden).
  • Evaluation des deutschen BAföG-Systems und seiner Grenzen.
  • Untersuchung aktueller privater und staatlich geförderter Studienkreditangebote in Deutschland.
  • Diskussion von Marktversagen und der Notwendigkeit staatlicher Risikoübernahme.
  • Beurteilung von Flexibilität und Konditionen aktueller Studienkreditprodukte.

Auszug aus dem Buch

3.5.1 Vertrieb der Studienkredite

Studienkredite werden in den USA sowohl vom Staat direkt (FDLP = William D. Ford Federal Direct Loan Program) als auch von privaten Institutionen wie Banken (FFELP = Federal Family Education Loan Program) angeboten und vertrieben. Durch das FFELP werden sog. Stafford loans und PLUS loans über private Banken an Studenten ausgegeben. In einer besonders attraktiven Variante der Stafford Loans kommt der Staat während des gesamten Studiums sowie einer daran anschließenden tilgungsfreien Zeit für die Zinsen auf. Diese Kredit-Variante ist US-amerikanischen Studenten aus sozial schwachen Familien vorbehalten. In einer zweiten Stafford-Variante werden einem breiteren Nachfragerkreis (darunter auch Ausländern mit entsprechender Aufenthaltsgenehmigung) Kredite gewährt.

Diese Bildungskredite werden relativ niedrig verzinst und können bis zum Arbeitsbeginn gestundet werden. Zusätzliche PLUS loans bilden eine ergänzende Finanzierung zu höheren Zinsen. Die Hochschulen müssen sich für einen der beiden Vertriebswege entscheiden. Die Studierenden einer Hochschule, die sich für die direkte Kreditvergabe entscheidet, können daher keinen Studienkredit eines privaten Anbieters in Anspruch nehmen. Beide Systeme verfügen über eine einflussreiche Lobby. Das System der direkten Kreditvergabe wird von den Demokraten favorisiert, dass der indirekten Kreditvergabe von den Republikanern.

Private Anbieter, von denen es im Jahr 2004 etwa 3.400 gab, werden dabei vom Staat von 98 % des Ausfallrisikos entlastet. Zudem wird ihnen eine Mindestverzinsung (lender yield) garantiert. Hintergrund der staatlich garantierten lender yield, auf die an späterer Stelle noch einmal eingegangen wird, war anfangs einen breiten und flächendeckenden Markt für Studienkredite anzustoßen und die privaten Anbieter für den Vertrieb der Studienkredite zu gewinnen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Die Bedeutung des BAföG für Studenten: Dieses Kapitel analysiert das BAföG als zentrales Instrument der Studienfinanzierung in Deutschland und identifiziert dessen Grenzen bei der Absicherung einkommensschwacher Haushalte.

2 Studienkreditmärkte: Hier wird das Marktversagen auf privaten Bildungskreditmärkten dargelegt, welches primär aus der fehlenden Beleihbarkeit von Humankapital resultiert.

3 Studienkreditsysteme ausgewählter Industrieländer: Dieser Abschnitt vergleicht internationale Modelle wie die Systeme in Schweden, Australien, England und den USA, um Schlussfolgerungen für Deutschland abzuleiten.

4 Studienkredite in Deutschland: Es erfolgt eine detaillierte Betrachtung der aktuellen Angebote von Sparkassen, Deutscher Bank und der KfW sowie der Rolle von Bildungsfonds.

5 Bewertung der deutschen Studienkredite: Das Kapitel schließt mit einer kritischen Evaluation deutscher Produkte basierend auf den Kriterien Zugang, Kosten, Risikobegrenzung und Flexibilität.

Schlüsselwörter

Studienkredit, BAföG, KfW, Studienfinanzierung, Bildungsfonds, Marktversagen, Humankapital, Ausfallrisiko, Risikoübernahme, Studiengebühren, Sozialerhebung, Kreditmarkt, Rückzahlung, Zinskonditionen, Bildungsbeteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Studienarbeit?

Die Arbeit analysiert die Möglichkeiten und Herausforderungen einer flächendeckenden Studienfinanzierung durch Kreditmärkte in Deutschland, unter Berücksichtigung internationaler Erfahrungen.

Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?

Im Fokus stehen die Effizienz des BAföG, das strukturelle Marktversagen bei privaten Bildungskrediten sowie der Vergleich zwischen staatlich subventionierten und privatwirtschaftlichen Kreditmodellen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein markkonformes und sozial gerechtes System zur Finanzierung von Bildungsinvestitionen gestaltet sein sollte, um die Abhängigkeit der Studierenden vom Elternhaus zu verringern.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse internationaler Studienkreditsysteme sowie eine produktbezogene Evaluierung der aktuellen Angebote auf dem deutschen Markt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine internationale Bestandsaufnahme sowie eine tiefgehende Analyse der deutschen Angebote, insbesondere des KfW-Studienkredits und der Produkte von Geschäftsbanken.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Studienfinanzierung, Marktversagen, Risikoübernahme, Studiengebühren und das BAföG-System geprägt.

Wie unterscheidet sich der KfW-Studienkredit von Bankangeboten?

Der KfW-Kredit ist primär als förderorientiertes Instrument gestaltet, während Bankprodukte wie die der Deutschen Bank eher auf marktwirtschaftlichen Zinskonditionen und individueller Bonitätsprüfung basieren.

Welche Rolle spielt das "Rosinenpicken" auf dem Kreditmarkt?

Banken neigen dazu, Kredite primär an Studierende mit geringem Ausfallrisiko zu vergeben, was benachteiligte Gruppen ausschließt und staatliche Interventionen notwendig macht.

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Details

Title
Studienkreditmärke der OECD-Länder
Grade
2,0
Author
Michael Günther (Author)
Publication Year
2007
Pages
39
Catalog Number
V72164
ISBN (eBook)
9783638809412
ISBN (Book)
9783638809665
Language
German
Tags
Studienkreditmärke OECD-Länder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Michael Günther (Author), 2007, Studienkreditmärke der OECD-Länder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72164
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