Das deutsche Hochschulwesen ist in jüngster Zeit wiederholt in die Kritik geraten. Die Studienzeiten sind im internationalen Vergleich mit sechs Jahren überdurchschnittlich lang (OECD-Durchschnitt: 4,8 Jahre, Frankreich 5,5, Niederlande 3,9 Jahre) und die Abbrecherquoten mit rund 30 % recht hoch. Zudem nimmt in Deutschland ein nur vergleichsweise geringer Anteil eines Altersjahrgangs (32 %) ein Studium auf (OECD-Durchschnitt 47 %). Insgesamt betrachtet, wird dem deutschen Hochschulsystem ein Problem sowohl in der Masse als auch in der Klasse der Absolventen attestiert. Eine Reihe von Industrieländern scheint dagegen bessere Erfolge bei der Universitätsausbildung zu erzielen. Es stellt sich daher die Frage, ob und was man von diesen Ländern lernen kann.
Denn gerade für ein rohstoffarmes Land wie die Bundesrepublik Deutschland gewinnt die Ausbildung junger Menschen zunehmend an Bedeutung, nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Wandels von der Industrie zur wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft und der anstehenden demographischen Entwicklung. Es ist unabdingbar, dass jeder – unabhängig von seinem sozialen Umfeld – eine seiner Leistungsfähigkeit und seinen Neigungen entsprechende Ausbildung genießen kann. Soziale Barrieren im Bildungssystem sind nicht nur aus gesellschaftspolitischer Sicht bedenklich sondern ebenso eine Verschwendung von Humanressourcen. Im Folgenden soll mit der Studienfinanzierung ein spezieller Aspekt des Hochschulwesens beleuchtet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Die Bedeutung des BAföG für Studenten
- Studienkreditmärkte
- Studienkreditsysteme ausgewählter Industrieländer
- Studienkredite in Schweden
- Studienkredite in Australien
- Studienkredite in England und Wales
- Studienkredite in Kanada
- Studienkredite in den USA
- Vertrieb der Studienkredite
- Organisation der Risikoübernahme
- Rückzahlung der Studienkredite
- Schlussfolgerungen aus dem Ausland
- Studienkredite in Deutschland
- Studienkredit der Sparkassen
- Studienkredit der Deutschen Bank
- Die KfW als Unternehmen
- Der Studienkredit der KfW-Förderbank
- Vorteile des Studienkredites
- Nachteil des Studienkredites
- Privatkredite zur BAföG-Ablöse
- Bildungsfonds in Deutschland
- Bewertung der deutschen Studienkredite
- Internationale Studienkreditsysteme im Vergleich
- Analyse von Studienkreditmodellen in ausgewählten OECD-Ländern
- Bewertung der deutschen Studienkredite im Kontext des BAföG
- Diskussion der Vor- und Nachteile verschiedener Studienfinanzierungsmodelle
- Zusammenhang zwischen Studienfinanzierung und Bildungsgerechtigkeit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Studienarbeit befasst sich mit Studienkreditmärkten der OECD-Länder. Ziel ist es, die verschiedenen Studienkreditsysteme im internationalen Vergleich darzustellen und insbesondere die Situation in Deutschland zu beleuchten. Dabei werden die Vor- und Nachteile der verschiedenen Modelle analysiert und die Bedeutung des BAföG für Studenten in den Kontext der Studienfinanzierung eingeblendet.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Analyse der Bedeutung des BAföG für Studenten in Deutschland. Anschließend werden verschiedene Studienkreditsysteme ausgewählter Industrieländer vorgestellt, darunter Schweden, Australien, England und Wales, Kanada und die USA. Dabei werden die jeweiligen Modelle hinsichtlich ihrer Struktur, ihrer Finanzierung und ihrer Rückzahlungsmodalitäten verglichen. Im darauf folgenden Kapitel werden die Studienkredite in Deutschland im Detail betrachtet, wobei die Angebote von Sparkassen, der Deutschen Bank und der KfW-Förderbank im Vordergrund stehen. Das Kapitel schließt mit einer Bewertung der deutschen Studienkredite und einer Diskussion der Herausforderungen und Chancen der Studienfinanzierung in Deutschland.
Schlüsselwörter
Studienkredit, BAföG, Studienfinanzierung, OECD, Bildungsgerechtigkeit, Hochschulentwicklung, Internationale Vergleich, Kreditmärkte, Sparkassen, Deutsche Bank, KfW-Förderbank.
Häufig gestellte Fragen
Wie schneidet das deutsche Hochschulwesen im internationalen Vergleich ab?
Studienzeiten in Deutschland sind mit durchschnittlich 6 Jahren überdurchschnittlich lang, und die Abbrecherquoten liegen bei etwa 30 %. Zudem ist die Akademikerquote niedriger als im OECD-Durchschnitt.
Welche Länder werden im Vergleich der Studienkreditsysteme betrachtet?
Die Arbeit analysiert Systeme in Schweden, Australien, England, Wales, Kanada und den USA.
Welche Anbieter für Studienkredite gibt es in Deutschland?
Zu den wichtigsten Akteuren gehören die KfW-Förderbank, die Sparkassen und die Deutsche Bank. Auch Bildungsfonds werden als Alternative genannt.
Was sind die Vorteile des KfW-Studienkredits?
Der KfW-Studienkredit bietet eine verlässliche monatliche Auszahlung und ist unabhängig vom Einkommen der Eltern, was ihn zu einer wichtigen Ergänzung zum BAföG macht.
Warum ist Bildungsgerechtigkeit ein zentrales Thema der Arbeit?
Soziale Barrieren im Bildungssystem führen zur Verschwendung von Humanressourcen. Ein faires Finanzierungssystem soll sicherstellen, dass jeder unabhängig vom sozialen Umfeld studieren kann.
Wie hängen Studienfinanzierung und der demographische Wandel zusammen?
Angesichts des Fachkräftemangels und der wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft ist Deutschland darauf angewiesen, das Potenzial aller jungen Menschen durch optimale Ausbildungschancen zu nutzen.
- Quote paper
- Michael Günther (Author), 2007, Studienkreditmärke der OECD-Länder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72164