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Das rührende Lustspiel - Empfindsame Selbstvergewisserung verdrängt vernunftgetriebenes Verlachen

Title: Das rührende Lustspiel - Empfindsame Selbstvergewisserung verdrängt vernunftgetriebenes Verlachen

Term Paper (Advanced seminar) , 1997 , 13 Pages

Autor:in: Thomas Springub (Author)

German Studies - Literature of History, Eras
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Eine Semesterarbeit, die zu folgendem Schluss kommt:

Um ein abschließendes Urteil über diese Gattung der Komödie zu geben möchte ich Karl HOLL zitieren, welcher sagt: „ Alle diese Betrachtungen zeigen uns, daß die Rührkomödie zwar kein bedeutendes Lustspiel innerhalb der deutschen Literatur hervorbringt, daß sie aber als Spiegelung einer empfindsamen Zeit voll folgereicher sozialer Entwicklungen unverlöschlichen kulturhistorischen Wert besitzt.“ Hier wollte er vielleicht auch darauf anspielen, daß das rührende Lustspiel eine wichtige Rolle in der Entwicklung des bürgerlichen Trauerspiels inne hatte, denn bereits in der weinerlichen Komödie wurden Standesschranken übergangen und etwas `trauriges´ für das Bürgertum geboten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Herkunft, Einflüsse, Entstehung

1.1 Europäische Vorbilder

1.2 Anfänge und Entwicklung in Deutschland

1.3 Zusammenhang zur sozial-politischen Situation

2. Grundzüge, Eigenschaften, Hauptvertreter

2.1 Allgemeiner Charakter und Hauptvertreter

2.2 Themen, Sprache, Personen

3. Kritik und Verteidigung

3.1 CHASSIRON vs. GELLERT

4. Schluß

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehung, Charakteristika und die zeitgenössische literaturkritische Rezeption des rührenden Lustspiels im 18. Jahrhundert, wobei der Fokus insbesondere auf der Transformation bürgerlicher Tugendvorstellungen und dem Diskurs zwischen Chassiron und Gellert liegt.

  • Historische Herleitung und europäische Einflüsse des rührenden Lustspiels.
  • Sozial-politischer Kontext und die Rolle des aufstrebenden Bürgertums.
  • Strukturelle Eigenschaften: Themen, Sprache und Charakterdarstellung.
  • Kontroverse Auseinandersetzung zwischen Chassiron und Gellert über Gattungsgrenzen.

Auszug aus dem Buch

3.1 CHASSIRON vs. GELLERT

Die Abhandlungen von CHASSIRON und GELLERT sind zwar nicht direkt aufeinander bezogen, doch sie beinhalten die beiden gegensätzlichen Positionen eines internationalen Diskurses zu der neuen Komödiengattung. Diese Standpunkte möchte ich im folgenden detailliert gegenüberstellen.

CHASSIRON erwähnt zunächst, daß das rührende Lustspiel keine Vorbilder in der Theatertradition habe und sagt: „[...] daß ihnen [den Dichtern des rührenden Lustspiels] das griechische Theater keine Idee, die mit dem Weinerlich-Komischen analog wäre, geben konnte“, und weiter „die Art und Weise des lateinischen Theaters ist ebensowenig für sie“. GELLERT dagegen meint, daß die großen Dichter Frankreichs mit positivem Beispiel vorangingen: „Denn wenn Destouches, de la Chaussée, Mariveaux, Voltaire, Fagan und andre [...] dasjenige glücklich geleistet haben, was wir verlangen, [...] was bedarf es alsdann noch für andre Beweise?“ Als weiteres Argument für das rührende Lustspiel führt GELLERT den Erfolg beim Publikum an, indem er sagt: „[...] glaubt man denn, daß ein so abgeschmacktes Ding sich die Billigung sowohl der Klugen als des Volks erwerben könne?“ Wohingegen Chassiron bereits sagte: „Weit gefehlt, daß der allgemeine Geschmack sich dafür erkläre; wenigstens sind die Stimmen geteilt.“ Weiterhin ist der Franzose der Meinung, daß eine vollkommene Gattung nicht verändert werden darf: „Wenn eine Kunst zu ihrer Vollkommenheit gelangt ist, und man will ihr Wesen verändern, so ist dieses nicht sowohl eine in dem Reiche der Gelehrsamkeit erlaubte Freiheit als vielmehr eine Frechheit.“ GELLERT setzt dagegen, daß die Empfindung wichtiger sei als Regeln, denn „in Dingen, welche empfunden werden und deren Wert durch die Empfindung beurteilet wird, [...] müsse die Stimme der Natur von größerem Nachdrucke sein, als die Stimme der Regeln.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Herkunft, Einflüsse, Entstehung: Dieses Kapitel beleuchtet die europäischen Ursprünge der Gattung und ordnet sie in den sozio-politischen Aufstieg des Bürgertums ein.

2. Grundzüge, Eigenschaften, Hauptvertreter: Hier werden die inhaltlichen Kernmerkmale, das Tugendideal und die Rolle von Christian Fürchtegott Gellert als Hauptvertreter analysiert.

3. Kritik und Verteidigung: Das Kapitel widmet sich dem literaturwissenschaftlichen Diskurs über die Rechtmäßigkeit der Gattung, insbesondere dem Streitgespräch zwischen Chassiron und Gellert.

4. Schluß: Eine abschließende Einordnung des rührenden Lustspiels als kulturhistorisch bedeutsames Spiegelbild einer empfindsamen Epoche.

Schlüsselwörter

Rührendes Lustspiel, Comédie larmoyante, Christian Fürchtegott Gellert, Pierre-Mathieu-Martin de Chassiron, Aufklärung, Bürgertum, Tugend, Empfindsamkeit, Literaturkritik, Gattungstheorie, 18. Jahrhundert, Weinerlich-Komisches, Moralische Wochenschriften.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Gattung des rührenden Lustspiels im 18. Jahrhundert, ihrer Entwicklung aus dem europäischen Kontext und ihrer Bedeutung als Ausdruck bürgerlicher Selbstvergewisserung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zur sächsischen Typenkomödie, die Bedeutung von Tugend und Moral sowie die theoretische Auseinandersetzung über die Grenzen zwischen Komödie und Tragödie.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Entstehung des rührenden Lustspiels zu erläutern und den zeitgenössischen literaturwissenschaftlichen Diskurs um diese neue Gattung darzulegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung zeitgenössischer Abhandlungen und dem Vergleich der gegensätzlichen Positionen von Chassiron und Gellert basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Vorbilder, die sozio-politische Einbettung, die gattungsspezifischen Charakteristika sowie die fundierte Debatte über den erzieherischen Wert und die Tragikkomik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Rührendes Lustspiel, Aufklärung, Tugendethos, Gellert, Chassiron und Empfindsamkeit.

Welche Rolle spielt Gottsched in diesem Diskurs?

Gottsched stand der neuen Gattung ablehnend gegenüber und bezeichnete sie aufgrund ihrer emotionalen Ausrichtung als Tragikkomödie, statt als Komödie.

Inwiefern unterscheidet sich das rührende Lustspiel von der Tragödie?

Laut den Ausführungen in der Arbeit thematisiert das rührende Lustspiel keine existenziellen Krisen wie Mord oder Verzweiflung, sondern alltägliche bürgerliche Probleme wie Geld oder Heiratsfragen.

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Details

Title
Das rührende Lustspiel - Empfindsame Selbstvergewisserung verdrängt vernunftgetriebenes Verlachen
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg  (Germanistik)
Course
Der junge Lessing
Author
Thomas Springub (Author)
Publication Year
1997
Pages
13
Catalog Number
V7218
ISBN (eBook)
9783638145428
ISBN (Book)
9783640396115
Language
German
Tags
Literatur Epoche Lustspiel Vernunft
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Thomas Springub (Author), 1997, Das rührende Lustspiel - Empfindsame Selbstvergewisserung verdrängt vernunftgetriebenes Verlachen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/7218
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