Flüchtlingsboote und leere Schulbänke. Zwei Worte die man in den letzten Monaten und Jahren oft in den Schlagzeilen der Zeitungen fand. Das Erste häufig auf Seite zwei unter der Rubrik „Außenpolitik/Internationales“ und das Zweite eher etwas weiter hinten im Lokalteil von Regionalzeitungen. Zwei Worte die auf den ersten Blick völlig unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Bricht man die Bedeutung dieser beiden Worte auf ein wesentliches herunter, so könnte man mit anderen Worten aber auch sagen: auf der einen Seite der Grenze sind zu viele, auf der anderen hingegen zu wenig Menschen.
Die vorliegende Arbeit soll untersuchen ob diese beiden Worte als die zwei Seiten einer Medaille interpretiert werden können. Oder besser gesagt, ob das eine Problem nicht schon die Lösung für das andere ist. Können sich Migrationsdruck an den Grenzen und drohende Bevölkerungsschrumpfung nicht gegenseitig aufheben?
Dem Einstieg via historischen Exkurs folgt eine Analyse der Problemlage. Zentraler Bestandteil soll im Rahmen dieser Hausarbeit vor allem die Wirkung von Migration auf den Sozialstaat und die deutsche Wirtschaft sein. Dem Thema Integration ist ein eigener Abschnitt gewidmet, denn im Laufe der Recherche ist dieses Schlagwort immer wieder gefallen. Es liegt nahe zu unterstellen, dass die Migrationspolitik nur im Schulterschluss mit Integrationspolitik erfolgreich sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bewegtes Europa – Migration als epochenübergreifendes Phänomen
3 Die Problemlage
3.1 Der demographische Wandel und seine Folgen für die Gesellschaft
3.2 Wachsender Migrationsdruck an deutschen und europäischen Grenzen
4 Chancen und Risiken von Migration
4.1 Die Auswirkungen von Migrationsbewegungen auf die deutsche Wirtschaft
4.1.1 Die zukünftige Entwicklung des Arbeitsmarktes in Deutschland
4.1.2 Der Arbeitsmarktzugang für Ausländer
4.1.3 Migration und Demographie
4.1.4 Migration und Arbeitsmarkt
4.1.5 Migration und Wirtschaftswachstum
4.1.6 Die fiskalische Bedeutung von Ausländern in Deutschland
4.2 Migration und Sozialstaat
4.3 Arbeitsmarktgesteuerte Zuwanderung als Zukunftskonzept / Option
4.2.1 Zukünftiger Zuwanderungsbedarf
4.2.2 permanente Arbeitsmigration
4.2.3 temporäre Arbeitsmigration
5 Integration
6 Fazit
7 Literatur
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht, ob Migration als Lösungsansatz für den demographischen Schrumpfungsprozess in Deutschland fungieren kann und welche Auswirkungen dies spezifisch auf die Sozialversicherungssysteme sowie den Arbeitsmarkt hat. Dabei wird ein ökonomisch orientiertes Zuwanderungskonzept entwickelt.
- Historische Analyse von Wanderungsbewegungen
- Demographischer Wandel und seine gesellschaftlichen Folgen
- Wirkung von Migration auf den Arbeitsmarkt und Wirtschaftswachstum
- Fiskalische Effekte von Migration im Sozialstaat
- Notwendigkeit einer integrierten Migrations- und Integrationspolitik
Auszug aus dem Buch
Die Problemlage
Dass der Schrumpfungsprozess der deutschen Bevölkerung langfristig eintreten wird, ist schon seit den siebziger Jahren bekannt. Seit Ende der 1960er Jahre nimmt die Fertilität, dass heißt Kinder pro Frau, in beiden Teilen Deutschlands ab und liegt, von leichten Schwankungen abgesehen, zwischen 1,3 und 1,4. Deutschland besetzt damit im internationalen Vergleich einen Platz nahe der unteren Grenze. Zur Bestandserhaltung der Bevölkerung wäre jedoch eine Fertilität von etwa 2,1 notwendig.
Roland und Andrea Tichy sprechen in diesem Zusammenhang vom Ende des demographischen Hedonismus und prophezeien: „Deutschland steht vor dramatischen Veränderungen: kein Stein in dieser Gesellschaft wird auf dem anderen bleiben, keine uns bekannte Ordnung den sich aufbauenden Veränderungsdruck unbeschädigt überleben. Eine Gesellschaft ist am Ende. Es ist die Gesellschaft Deutschlands, die in ihrer uns bekannten Form stirbt, und mit ihr stirbt zeitgleich die Gesellschaft Europas. Alle Formen des Zusammenlebens, die wir kennen, familiäre, freundschaftliche, staatliche, berufliche, lösen sich auf. Unsere Form der Demokratie hat sich zu Ende gewählt, unser Wohlstand ist auf Sand gebaut, der Sozialstaat eine von Würmern zerfressene, die jedes kleine Kind mit einem Fingerschnippen umstoßen könnte. Wenn es denn noch Kinder gäbe“.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage, ob Migrationsdruck und Bevölkerungsschrumpfung sich gegenseitig aufheben können, sowie Einführung in den Aufbau der Arbeit.
2 Bewegtes Europa – Migration als epochenübergreifendes Phänomen: Historischer Überblick über menschliche Wanderungsbewegungen von der Antike bis zum 20. Jahrhundert als Kontext.
3 Die Problemlage: Analyse des demographischen Wandels in Deutschland und des zunehmenden Migrationsdrucks an den Grenzen.
4 Chancen und Risiken von Migration: Detaillierte Untersuchung der Auswirkungen auf Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Sozialstaat und fiskalische Aspekte, inklusive Konzepte zur Zuwanderungssteuerung.
5 Integration: Erörterung der engen Verknüpfung von Migrations- und Integrationspolitik als notwendige Voraussetzung für das Gelingen der Zuwanderung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein flexibles, ökonomisch ausgerichtetes Zuwanderungssystem bei gleichzeitiger Reform des Inneren.
7 Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Literatur.
Schlüsselwörter
Migration, Demographie, Schrumpfungsprozess, Sozialversicherung, Arbeitsmarkt, Zuwanderung, Wirtschaftswachstum, Integration, Fachkräftemangel, Generationenvertrag, Humankapital, Fiskalische Auswirkungen, Punktesystem, Auktionssystem.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Hausarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen dem demographischen Schrumpfungsprozess in Deutschland und der Migration als möglichem Gegenmittel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Auswirkungen von Migration auf den deutschen Arbeitsmarkt, das Wirtschaftswachstum, die Sozialversicherungssysteme und die Notwendigkeit von Integrationsmaßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es zu klären, ob Migration den demographischen Schrumpfungsprozess aufhalten kann und wie eine zukünftige, ökonomisch sinnvolle Zuwanderung gestaltet sein sollte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autoren nutzen eine theoretische und literaturanalytische Herangehensweise, um die ökonomischen und sozialen Implikationen der Zuwanderung zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die demographischen Probleme, die ökonomischen Chancen und Risiken, fiskalische Folgen der Einwanderung sowie konkrete Konzepte zur Steuerung von permanenter und temporärer Arbeitsmigration.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Demographie, Zuwanderung, Sozialstaat, Fachkräftemangel und Integration geprägt.
Welchen Stellenwert nimmt die Integration ein?
Integration wird als essenzielle Bedingung gesehen, damit Zuwanderer am Wertschöpfungsprozess teilnehmen und die Sozialsysteme entlasten statt belasten können.
Was besagt das vorgeschlagene Modell der permanenten Arbeitsmigration?
Es wird ein Punktesystem nach internationalem Vorbild (z.B. Kanada, Australien) vorgeschlagen, das auf Qualifikation, Sprachkenntnissen und Integrationsfähigkeit basiert.
Wie soll temporäre Arbeitsmigration gesteuert werden?
Die Arbeit schlägt ein Auktionssystem vor, bei dem Unternehmen Zertifikate für den Bedarf an ausländischen Fachkräften ersteigern können, um marktliche Engpässe zu beheben.
- Quote paper
- Martin Weißenborn (Author), Stephanie Köthe (Author), 2007, Kann Migration den demographischen Schrumpfungsprozeß in Deutschland aufhalten? Implikationen für die Sozialversicherungssysteme und den Arbeitsmarkt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72205