Wortschatzdidaktik in Theorie und Praxis


Hausarbeit, 2007
10 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Grundlagen der Wortschatzdidaktik
2.1 Zentrale Begriffe
2.2 Grundwortschatz
2.3 Wortschatzerwerb (mentales Lexikon)

3. Methodik der Wortschatzvermittlung
3.1 Präsentationen von Vokabeln
3.2 Einprägen, Üben und Abfragen von Vokabeln

4. Abschluss

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Sprachlehr- und lernmethoden im Verlauf der letzten Jahrzehnte zeigen, dass sich die Relevanz der Wortschatzdidaktik in den letzten Jahren sehr verändert hat.

Die Grammatik- Übersetzungsmethode, beschränkt sich auf den „Literarischen Wortschatz“. Das Ziel dieser Methode ist den Einblick in das Sprachsystem, vor allem über das Schriftbild, zu erhalten. Über die Direkte Methode, die sich mit dem „Konkreten Wortschatz“ beschäftigt, die Audio- orale Methode, die sich auf den „Frequenten Alttagswortschatz“ beschränkt und die Audio- visuelle Methode, die sich dem „Situativ gebundenen frequenten Wortschatz“ bedient, kommen wir zur Kommunikationsmethode, die sich seit Mitte der 70er Jahre verfestigt hat (vgl. Leupold 2002. 119). Das Ziel der Kommunikationsmethode ist die „Kommunikation im situativen Kontext“ (vgl. ebd.). Seit dieser Zeit hat der Wortschatz gegenüber der Grammatik im Fremdsprachenunterricht an Bedeutung gewonnen (vgl. Nieweler 2006. 174).

Die Relevanz, die der Wortschatzarbeit zu gesprochen wurde, führte auch zu einer so genannten Wortschatzwende, in dem sich die Wortschatzarbeit nun nach den Lernenden und ihren Bedürfnissen richten sollte. D.h. handlungsorientierter Spanischunterricht spielt auch in der Wortschatzdidaktik eine zentrale Rolle.

In dieser Arbeit werde ich auf die Grundlagen der Wortschatzdidaktik, den zentralen Begriffen und den Wortschatzerwerb eingehen. Außerdem werde ich die Methodik der Wortschatzvermittlung behandeln. Bei der Wortschatzvermittlung werde ich die Methoden nicht nach Jahrgangsstufen differenzieren.

2. Grundlagen der Wortschatzdidaktik

2.1 Zentrale Begriffe

Der Wortschatz ist die Gesamtheit der lexikalischen Strukturen einer Sprache, die sich nach dem aktiven und passiven Wortschatz aufteilen lässt (vgl. Leupold 2003. 249). Auch der potenzielle Wortschatz ist von grundlegender Bedeutung.

Der passive Wortschatz (rezeptiv) ist die Gesamtheit der Wörter einer Sprache, die ohne Lernhandlung im Gespräch oder im Text verstanden werden kann (vgl. Beilharz, Köhring 1973. 186).

Der aktive Wortschatz (produktiv) ist die Gesamtheit der Wörter einer Sprache, die verstanden und auch mündlich oder schriftlich wiedergeben wird (vgl. Leupold 2003. 249).

Der potenzielle Wortschatz kann als der Wortschatz bezeichnet werden, der sich dem Schüler durch Wortverwandtschaften erschließen lässt (vgl. Nieweler 2006. 175). Das Verstehen des potenziellen Wortschatzes wird durch Analogien unter Hinzuziehung der Wortbildungsregeln (z.B. einfache Konjugation von –er- Verben werden auf alle er- Verben angewendet) oder durch Internationalismen, z.B. inteligente = intelligent, vereinfacht (vgl. Leupold 2003. 249).

Die Didaktik ist als die Theorie des Unterrichts bzw. die Lehre des Unterrichts zu verstehen. Zusammengesetzt folgt daraus, dass die Wortschatzdidaktik insbesondere didaktische und methodische Grundsatzentscheidungen der Wortschatzvermittlung umfasst (vgl. Schneider 2006. 46) und sich mit folgenden Themen beschäftigt: mentales Lexikon, Verarbeitungstiefe, Wörterbücher, Korpora/Konkordanzen, Mehrwortlexeme, Strategien, Wortschatztests, Semantisierungstechniken und dem Grundwortschatz (vgl. Schneider 2006. 61ff.).

2.2 Grundwortschatz

Der Wortschatz allgemein wurde oben definiert. Im Folgenden gehe ich auf die Definition des Grundwortschatzes und die Schwierigkeiten, die sich dabei ergeben, ein.

Um zu einem Grundwortschatz zu gelangen, ist zu beachten, dass der Wortschatz in Allgemeinwortschätze und Fachwortschätze aufgeteilt werden kann (vgl. Schneider 2006. 98), hierbei möchte ich mich aber auf den Grundwortschatz im allgemeinen Bereich beschränken.

Die Unterscheidung des Wortschatzes in drei Bereiche: aktiver, passiver und potenzieller Wortschatz, ist von großer Bedeutung und sollte dem Schüler/ der Schülerin bei jeder Wortschatzübung deutlich werden. In den jeweiligen Lehrplänen für Spanisch (z.B. Niedersachsen, Bremen, Schleswig- Holstein) erfolgt keine weitere Differenzierung in Bezug auf den Wortschatz. Im Bildungsplan für das Gymnasium „Französisch/Spanisch als 2. Fremdsprache“ in Bremen wird die Weiterentwicklung des Wortschatzes in angegebenen Themenbereichen wie z.B. Wohnen, In der Freizeit etc. gefördert (vgl. Senator für Bildung und Wissenschaft 2006. 8ff), ohne diesen Wortschatz konkret in aktiven und passiven einzuteilen. Wie ist dieser Grundwortschatz aber genau zu definieren?

Die Auswahl des konkret zu erlernenden Wortschatzes wird durch folgende Kriterien bestimmt: Gebrauchswert, die Häufigkeit und die rezeptive Disponibilität (vgl. Nieweler 2006. 174). Der Gebrauchswert besagt, dass die Schüler notwendige Redemittel für sprachliche Handlungen außerhalb des Unterrichts erlangen, so dass sie sich in bestimmten Alltagssituationen verständigen können (vgl. Nieweler 2006. 175). Wie oft bestimmte Wörter benutzt bzw. gebraucht werden sind für die Häufigkeit relevant. Unter der Disponibilität der Wörter werden die Wörter verstanden, die im Zielsprachenland häufig vorkommen und allen Muttersprachlern vertraut sind, jedoch seltener Erwähnung finden (vgl. ebd.).

Es kann daher keinen allgemeingültigen Grundwortschatz geben, da bestimmte Lernziele, Lernkontexte und Lerngruppen zu beachten sind (vgl. Schneider 2006. 99). Deshalb ist der zu lernende Grundwortschatz in der Gesamtschule unterschiedlich gegenüber dem Grundwortschatz in der Erwachsenbildung. Um den Grundwortschatz zu bestimmen, gibt es unterschiedliche Kriterien.

Meiner Meinung nach ist der Umfang und Inhalt des Grundwortschatzes notwendig, um die Kenntnisse und Fähigkeiten der Lernenden zu definieren bzw. den Lernenden die Wörter zu vermitteln, die im Zielsprachenland für die Kommunikationssituationen relevant sind und im Weiteren für die Lernenden die Grundlage für den Aufbauwortschatz zu schaffen. Außerdem muss den Lernenden eine Wortschatzbewusstheit vermittelt werden können (vgl. Meißner 2000.9), wozu die Bestimmung des Grundwortschatzes von Vorteil wäre. Wenn die Lernenden einen Umfang von den muttersprachlichen und fremdsprachigen Wortschätzen erhalten, erlangen sie einen differenzierten Sprachbegriff (vgl. ebd.), welcher zum Lernen anregen könnte.

Nach Nickolaus 1971 umfasst der Grundwortschatz ca. 2000 Wörter und nach Langenscheidt 1984 umfasst dieser ca. 3000 Wörter (vgl. Schneider 2006. 108). Es gibt verschiedene Grundwortschätze, aber die Gemeinsamkeit liegt in einer präzisen „Zahlenstruktur, die Umfang und Zielbereich abdeckt und definiert“ (Schneider 2006. 109).

Der Grundwortschatz des Bildungsplan für das Gymnasium in Bremen (Jahrgangsstufe 6 – 10) deckt folgende Themenbereiche ab: Alltagsleben (Zu Hause, Wohnen, in der Schule, in der Freizeit, beim Einkauf, Umgang mit Geld), Soziales Umfeld (Meine Familie und meine Freunde, Feste und Traditionen, Arbeitswelt, Generationskonflikte, Interkulturelle Erfahrungen, Jugendkultur), Umgebung und Landeskunde (Mein Wohnort, Ort in Spanien, Leben in der Stadt bzw. auf dem Land, Kultur, Aspekte des Tourismus, Natur und Umwelt) und Kommunikation und Medien (mündliche Kommunikation, schriftliche Korrespondenz, Information und Unterhaltung, Medienkonsum und Medienkritik).

Aus diesem Bildungsplan ist zu sehen, dass durch die Bestimmung des Grundwortschatzes die Kriterien des Gebrauchswert, der Häufigkeit und der rezeptiven Disponibilität ihre Anwendung gefunden haben. Eine konkrete Wörteranzahl des Grundwortschatzes ist in diesem Bereich nicht zu finden.

2.3 Wortschatzerwerb (mentales Lexikon)

Der Erwerb eines Wortes erfordert einen hohen Lernaufwand. Denn nicht nur die Bedeutungen des Wortes muss erlernt werden, sondern auch die Lautfolge, eine Abfolge von Buchstaben, eine Grundbedeutung, eine übertragende Bedeutung, den landeskundlichen Bedeutungsgehalt, das Register zu dem das Wort zählt, die grammatischen Eigenschaften, die syntaktischen Informationen oder bestimmte Transferinformationen (vgl. Nieweler 2006. 176). Von grundlegender Bedeutung für den Wortschatzerwerb ist das mentale Lexikon.

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Details

Titel
Wortschatzdidaktik in Theorie und Praxis
Hochschule
Universität Bremen
Veranstaltung
Fachdidaktik Spanisch
Note
2,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
10
Katalognummer
V72227
ISBN (eBook)
9783638718899
Dateigröße
375 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wortschatzdidaktik, Theorie, Praxis, Fachdidaktik, Spanisch
Arbeit zitieren
Tanja Köster (Autor), 2007, Wortschatzdidaktik in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72227

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