Die Sprachlehr- und lernmethoden im Verlauf der letzten Jahrzehnte zeigen, dass sich die Relevanz der Wortschatzdidaktik in den letzten Jahren sehr verändert hat.
Die Grammatik- Übersetzungsmethode, beschränkt sich auf den „Literarischen Wortschatz“. Das Ziel dieser Methode ist den Einblick in das Sprachsystem, vor allem über das Schriftbild, zu erhalten. Über die Direkte Methode, die sich mit dem „Konkreten Wortschatz“ beschäftigt, die Audio- orale Methode, die sich auf den „Frequenten Alttagswortschatz“ beschränkt und die Audio- visuelle Methode, die sich dem „Situativ gebundenen frequenten Wortschatz“ bedient, kommen wir zur Kommunikationsmethode, die sich seit Mitte der 70er Jahre verfestigt hat. Das Ziel der Kommunikationsmethode ist die „Kommunikation im situativen Kontext“. Seit dieser Zeit hat der Wortschatz gegenüber der Grammatik im Fremdsprachenunterricht an Bedeutung gewonnen.
Die Relevanz, die der Wortschatzarbeit zu gesprochen wurde, führte auch zu einer so genannten Wortschatzwende, in dem sich die Wortschatzarbeit nun nach den Lernenden und ihren Bedürfnissen richten sollte. D.h. handlungsorientierter Spanischunterricht spielt auch in der Wortschatzdidaktik eine zentrale Rolle.
In dieser Arbeit werde ich auf die Grundlagen der Wortschatzdidaktik, den zentralen Begriffen und den Wortschatzerwerb eingehen. Außerdem werde ich die Methodik der Wortschatzvermittlung behandeln. Bei der Wortschatzvermittlung werde ich die Methoden nicht nach Jahrgangsstufen differenzieren.
Gliederung
1. Einleitung
2. Grundlagen der Wortschatzdidaktik
2.1 Zentrale Begriffe
2.2 Grundwortschatz
2.3 Wortschatzerwerb (mentales Lexikon)
3. Methodik der Wortschatzvermittlung
3.1 Präsentationen von Vokabeln
3.2 Einprägen, Üben und Abfragen von Vokabeln
4. Abschluss
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretischen Grundlagen der Wortschatzdidaktik sowie effektive Methoden zur Vermittlung von Vokabeln im Fremdsprachenunterricht, wobei der Fokus auf einer lernerorientierten und handlungsorientierten Gestaltung liegt, um den Wortschatzerwerb nachhaltig zu fördern.
- Grundbegriffe der Wortschatzdidaktik (aktiver, passiver und potenzieller Wortschatz)
- Struktur und Definition des Grundwortschatzes
- Die Rolle des mentalen Lexikons beim Wortschatzerwerb
- Methodische Ansätze zur Präsentation von Vokabeln
- Strategien zum Einprägen, Üben und zur Festigung des Wortschatzes
Auszug aus dem Buch
3.1 Präsentationen von Vokabeln
Bei neuem Vokabular sollte darauf geachtet werden, dass das neue Wort schriftlich und mündlich präsentiert wird. Die Erläuterungen zum Wort wie zur Pragmatik (Gebrauch), zum Register, zur Morphologie oder zur Syntax können aufgezeigt werden. Wichtig ist jedoch die Bedeutung des Wortes zu klären, welches durch einsprachige oder zweisprachige Semantisierung erfolgen kann (vgl. Nieweler 2006. 177). Eine einsprachige Semantisierung ist immer von Vorteil, um den Lernenden auf die realen Verhältnisse im Zielsprachenland vorzubereiten (vgl. ebd.). Sinnvoll ist bei der Semantisierungsarbeit, dass Bedeutungsmarkenbündel aufgebaut werden, um einen reichen Worteindruck zu vermitteln (vgl. Meißner 2000. 7).
Die neuen Vokabeln sollten auditiv und visuell aufgenommen, aber auch durch lautes Sprechen und dem Schreiben der Vokabeln im Gedächtnis verankert werden. Die Wortschatzaufnahme lässt sich auch durch eine Autosemantisierung (eigenständige Wortschatzerschließung) anwenden (vgl. Nieweler 2006. 178). Bei dieser Methode können textbegleitende Abbildungen, verwandte Ausdrücke in der Muttersprache, der sprachliche Kontext oder das Weltwissen zur Hilfe genommen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den historischen Wandel der Sprachlehrmethoden und betont die gestiegene Bedeutung einer handlungsorientierten Wortschatzarbeit im Fremdsprachenunterricht.
2. Grundlagen der Wortschatzdidaktik: In diesem Kapitel werden die essenziellen Begrifflichkeiten, die Definition und Kriterien des Grundwortschatzes sowie die Funktionsweise des mentalen Lexikons beim Spracherwerb erläutert.
3. Methodik der Wortschatzvermittlung: Das Kapitel widmet sich konkreten Vermittlungstechniken, angefangen bei der Präsentation von Vokabeln bis hin zu effektiven Strategien für das Einprägen, Üben und Abfragen im Unterricht.
4. Abschluss: Das Fazit fasst die Relevanz handlungsorientierter Ansätze zusammen und zeigt Potenziale für weiterführende Arbeiten in Bereichen wie der Wörterbuch- oder Mehrsprachigkeitsdidaktik auf.
Schlüsselwörter
Wortschatzdidaktik, Fremdsprachenunterricht, Grundwortschatz, Mentales Lexikon, Wortschatzerwerb, Sprachlehrmethoden, Handlungsorientierung, Semantisierung, Vokabelpräsentation, Lernstrategien, Aktiver Wortschatz, Passiver Wortschatz, Sprachvermittlung, Gedächtnisanker, Wortschatzarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Fundamenten der Wortschatzdidaktik und analysiert praktische Methoden zur Vokabelvermittlung im modernen Fremdsprachenunterricht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die Differenzierung des Wortschatzes, die Definition von Grundwortschätzen, die psycholinguistischen Prozesse im mentalen Lexikon sowie didaktische Strategien zur Präsentation und Festigung von Vokabeln.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wortschatzarbeit unter Berücksichtigung individueller Bedürfnisse und handlungsorientierter Ansätze gestaltet werden kann, um den Lernprozess optimal zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur und der Analyse bestehender Bildungspläne sowie einschlägiger pädagogischer Konzepte zum Fremdsprachenerwerb.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Begriffsdefinitionen, mentales Lexikon) und den methodischen Teil (Präsentation, Übung, Festigung und Abfrage von Vokabeln).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wortschatzdidaktik, Handlungsorientierung, Mentales Lexikon, Grundwortschatz, Wortschatzerwerb und Lernstrategien sind die prägenden Begriffe der Ausarbeitung.
Warum ist das mentale Lexikon für den Wortschatzerwerb so entscheidend?
Das mentale Lexikon dient als Anknüpfungspunkt für neues Wissen; da jeder Lernende individuelle Erfahrungen besitzt, ist es für den Lernerfolg zentral, dass Wortschatzübungen diese individuellen Anknüpfungspunkte aktivieren.
Welche Rolle spielen „falsos amigos“ im Lernprozess?
„Falsos amigos“ (falsche Freunde) bergen die Gefahr, Vokabeln im falschen Kontext zu verwenden; ihr gezieltes Bewusstmachen im Wortschatzheft ist eine wichtige Strategie, um solche Fehler zu vermeiden.
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- Tanja Köster (Author), 2007, Wortschatzdidaktik in Theorie und Praxis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72227