Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)

Kantische Pflichtethik und der Utilitarismus

Title: Kantische Pflichtethik und der Utilitarismus

Term Paper , 2006 , 15 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Konstantin Karatajew (Author)

Philosophy - Practical (Ethics, Aesthetics, Culture, Nature, Right, ...)
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Immanuel Kants und John Stuart Mills moralphilosophische Konzepte liegen zeitlich ungefähr 80 Jahre auseinander, doch in den 80 Jahren zwischen Kants „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ und Mills „Utilitarianism“ erlebte das Menschenbild der abendländischen Philosophie eine folgenreiche Transformation. Die entscheidende Wirkung ging von Charles Darwins Buch „On the Origin of Species by Means of Natural Selection“ (1859) aus.
Kant und Mill gehen also von unterschiedlichen Voraussetzungen aus und beantworten die Frage, was der Zweck moralischen Handelns ist, jeweils anders. Bei Kant ist der Zweck moralischen Handeln die Pflichterfüllung, bei Mill das größte Glück der größten Zahl. Man sieht deutlich die unterschiedlichen Ausrichtungen der Moral: die Anhänger der Kantischen Moralphilosophie müssen sich der Prüfung durch die eigenen Vernunft unterziehen und fragen, ob sie gemäß der Einsicht in die unbedingte Pflicht handelten. Die Utilitaristen interessiert die innere Welt des handelnden Subjekts nicht. Gemäß dem Utilitarismus ist eine Handlung gut, wenn es durch sie niemandem schlechter geht, und mindestens einem besser geht, als vorher.
Kant und Mill ziehen also keineswegs verschiedene Schlussfolgerungen aus derselben Weltanschauung, sondern stehen auf unterschiedlichen weltanschaulichen Fundamenten. Während für Kant die Vernunftwelt mit ihren Vernunftwahrheiten wie die Würde des Menschen genauso real ist wie die empirische Welt, bewegt sich Mills Argumentation ausschließlich in der empirischen Welt, in der es allein um konkurrierende Interessen geht.
In der praktischen Philosophie geht es nicht darum, erkenntnistheoretisch festzustellen, welches weltanschauliche Fundament mehr der Wahrheit entspricht. Es geht darum, welches moralphilosophische Konzept für das vernunftbegabte Sinnenwesen Mensch besser geeignet ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Moralphilosophische Grundpositionen Kants und Mills

2.1. Kants Pflichtethik

2.2. Mills Utilitarismus

3. Gegenüberstellung

3.1. Versuch einer Synthese

3.2. Pflichtethik und Utilitarismus im Lichte menschlicher Lebenswirklichkeit

4. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die moralphilosophischen Grundkonzepte der Pflichtethik von Immanuel Kant und des Utilitarismus von John Stuart Mill hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit auf das menschliche Leben im Kontext einer materialistischen Weltanschauung.

  • Grundlagen der Kantischen Pflichtethik und der Kategorische Imperativ
  • Grundlagen des Utilitarismus von John Stuart Mill und das Nützlichkeitsprinzip
  • Konfrontation der beiden ethischen Systeme durch eine Gegenüberstellung
  • Analyse der Vereinbarkeit von Pflichtethik und Utilitarismus
  • Reflektion beider Ansätze vor dem Hintergrund der menschlichen Lebenswirklichkeit

Auszug aus dem Buch

2.1. Kants Pflichtethik

Immanuel Kant (1724-1804) entwickelt in seinem Buch „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ (1785) eine strenge, in der Vernunft (nicht im Mitgefühl, wie bei den britischen Empiristen des 18. Jhs.) verankerte Moralphilosophie. In der Vorrede zur Grundlegung schreibt er: „Eine Metaphysik der Sitten ist also unentbehrlich notwendig, nicht bloss aus einem Bewegungsgrunde der Spekulation, um die Quelle der a priori in unserer Vernunft liegenden praktischen Grundsätze zu erforschen, sondern weil die Sitten selber allerlei Verderbnis unterworfen bleiben, solange jener Leitfaden und oberste Norm ihrer richtigen Beurteilung fehlt. Denn bei dem, was moralisch gut sein soll, ist es nicht genug, dass es dem sittlichen Gesetze gemäß sei, sondern es muss auch um desselben willen geschehen; widrigenfalls ist jene Gemäßheit nur sehr zufällig und misslich, weil der unsittliche Grund zwar dann und wann gesetzmäßige, mehrmals aber gesetzwidrige Handlungen hervorbringen wird“3.

Der Kern der Metaphysik der Sitten ist der Wille, welcher allein der Sitz des Guten sein kann: „Es ist überall nichts in der Welt, ja überhaupt auch außer derselben zu denken möglich, was ohne Einschränkung für gut könnte gehalten werden, als allein ein GUTER WILLE“4. Die Tugenden, die in aristotelischer Tradition bis zu Kants Zeit für den Sitz des Guten gehalten wurden, hält Kant für Charaktereigenschaften, die sowohl zum Guten als auch zum Bösen verwendet werden können: „Verstand, Witz, Urteilskraft und wie die Talente des Geistes sonst heißen mögen, oder Mut, Entschlossenheit, Beharrlichkeit im Vorsatze als Eigenschaften des Temperaments sind ohne Zweifel in mancher Absicht gut und wünschenswert; aber sie können auch äußerst böse und schädlich werden, wenn der Wille, der von diesen Naturgaben Gebrauch machen soll und dessen eigentümliche Beschaffenheit darum Charakter heißt, nicht gut ist“5.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Das Kapitel erläutert den historischen Wandel des Menschenbildes durch Darwins Evolutionstheorie und stellt die unterschiedlichen moralphilosophischen Ausgangspunkte von Kant und Mill vor.

2. Moralphilosophische Grundpositionen Kants und Mills: Hier werden Kants Fokus auf die Pflichterfüllung durch den Kategorischen Imperativ sowie Mills Fokus auf das Nützlichkeitsprinzip und das größte Glück der größten Zahl detailliert dargelegt.

3. Gegenüberstellung: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze, prüft eine mögliche Synthese und diskutiert die Eignung der Ethiken für das vernunftbegabte Sinnenwesen Mensch.

4. Schlusswort: Das Fazit bewertet den Utilitarismus als praktisch plausibler, betont jedoch die Notwendigkeit des Kategorischen Imperativs zur Begründung einer moralischen Verbindlichkeit.

Schlüsselwörter

Kant, Mill, Pflichtethik, Utilitarismus, Kategorischer Imperativ, Nützlichkeitsprinzip, Moral, Vernunft, Sinnenwesen, Materialismus, Evolutionstheorie, Lebenswirklichkeit, Ethik, Glück, Pflicht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Vergleich zwischen der Kantischen Pflichtethik und dem utilitaristischen Ansatz von John Stuart Mill.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die moralischen Grundannahmen beider Philosophen, die Bedeutung der Vernunft im Gegensatz zum empirischen Lustprinzip und die Anwendung auf menschliche Handlungsentscheidungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu analysieren, welches der beiden moralphilosophischen Konzepte für den Menschen als vernunftbegabtes Sinnenwesen besser geeignet ist und ob eine Synthese der Ansätze möglich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse der primärphilosophischen Texte beider Autoren und reflektiert diese vor dem Hintergrund materialistischer Weltanschauungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Pflichtethik und der Utilitarismus einzeln analysiert, anschließend gegenübergestellt und auf ihre praktische Anwendbarkeit sowie ihre logische Konsistenz geprüft.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Kant, Mill, Pflichtethik, Utilitarismus, Kategorischer Imperativ, Nützlichkeitsprinzip, Vernunft und Moral.

Warum kann eine Synthese laut Autor nicht gelingen?

Der Autor argumentiert, dass entweder das Prinzip des größten Glücks oder der Kategorische Imperativ als oberstes Prinzip dienen muss, da sie in entscheidenden Konfliktfällen, wie etwa bei der Selbsttötung, zu unvereinbaren Ergebnissen führen.

Wie bewertet der Autor den Utilitarismus im Fazit?

Der Autor sieht den Utilitarismus zwar als im Lichte der menschlichen Lebenswirklichkeit praktischer und plausibler an, weist aber auf die Gefahr des moralischen Relativismus hin und betont, dass für ein echtes moralisches "Richtig" oder "Falsch" der Kategorische Imperativ unerlässlich ist.

Excerpt out of 15 pages  - scroll top

Details

Title
Kantische Pflichtethik und der Utilitarismus
College
University of Hannover
Grade
1,0
Author
Konstantin Karatajew (Author)
Publication Year
2006
Pages
15
Catalog Number
V72368
ISBN (eBook)
9783638730471
ISBN (Book)
9783638769501
Language
German
Tags
Kantische Pflichtethik Utilitarismus Tugend Glückseligkeit
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Konstantin Karatajew (Author), 2006, Kantische Pflichtethik und der Utilitarismus, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72368
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  15  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint