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Mea res agitur? Rhetoriktheoretische Rückschlüsse aus den Ergebnissen der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung

Titre: Mea res agitur? Rhetoriktheoretische Rückschlüsse aus den Ergebnissen der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung

Thèse de Bachelor , 2006 , 19 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Andreas Glombitza (Auteur)

Rhétorique / Phonétique / Orthophonie
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Résumé Extrait Résumé des informations

Diese Arbeit zielt darauf ab, theoretische Kopnzepte der Kognitionspsychologischen Forschung für die Rhetoriktheorie nutzbar zu machen und Anschlussstellen aufzuzeigen. Nach einer kurzen Betrachtung der kognitionspsychologischen Hauptkonzepte zum Thema Aufmerksamkeit und deren Bewertung, wenden sie sich dem Problem zu, oratorische Techniken zu deren Herstellung zu finden. Aufmerksamkeit wird dazu analytisch in zwei Qualitäten aufgespalten: eine unwillkürliche, automatisch und tendenziell gleichförmig nach dem Stimulus- Response-Prinzip beeinflussbare "Aufmerksamkeit I", die hauptsächlich mit Performanzphänomenen in Verbindung gebracht werden kann, und eine willentlich und kognitiv steuerbare verbaltextuell orientierte "Aufmerksamkeit II". Die Unterscheidung wird getroffen analog zur Unterscheidung der auslösenden Reize und nach dem Kriterium ihrer semiotischen Komplexität. Der zweite Teil zerfällt in zwei Abschnitte, deren erster sich mit der Möglichkeit und Nützlichkeit einer allgemeinen Topik zur Erzeugung von Aufmerksamkeit I beschäftigen wird. Im zweiten Abschnitt wird versucht, auf Basis konstruktivistischer Vorstellungen und einer pragmatischen Theorie einen kognitiv fudierten Zugang zu Aufmerksamkeit II zu finden.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND BEGRIFFSBESTIMMUNG

2. ANALYSE

2.1 Aufmerksamkeit in der Kognitionspsychologie

2.1.1 Das Filtermodell

2.1.2 Das Kapazitätsmodell

2.2 Stellenwert der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung für die Rhetorik, Anschlussstellen

2.3 Aufmerksamkeit als Präsenz des Orators im Adressatenbewusstsein

2.3.1 Aufmerksamkeit I: Aufmerksamkeitsheuristik?

2.3.2 Aufmerksamkeit II: Logosinduzierte Aufmerksamkeit, Relevanztheorie, tua res agitur bei Sperber/Wilson

3. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis von kognitiver Aufmerksamkeitsforschung und Rhetoriktheorie, um daraus Strategien für den Orator zur effizienten Steuerung der Aufmerksamkeit des Adressaten abzuleiten. Die zentrale Forschungsfrage beschäftigt sich damit, wie Erkenntnisse über selektive kognitive Prozesse und Relevanztheorien genutzt werden können, um eine erfolgreiche Persuasion in unterschiedlichen Kommunikationssettings zu gewährleisten.

  • Grundlegende Unterscheidung zwischen Aufmerksamkeitsqualitäten (Aufmerksamkeit I und II)
  • Kritische Analyse kognitionspsychologischer Modelle (Filter- und Kapazitätsmodell) aus rhetorischer Perspektive
  • Einfluss von Relevanztheorien (Sperber/Wilson) auf die rhetorische Kommunikationspraxis
  • Anpassung oratorischer Performanz an unterschiedliche Adressatenkalküle
  • Methoden der Präsenzherstellung des Orators im Bewusstsein des Adressaten

Auszug aus dem Buch

2.3.1 Aufmerksamkeit I: Aufmerksamkeitsheuristik?

Gehen wir davon aus, dass eine Rückbindung von Aufmerksamkeit über Zeichensysteme hinweg möglich ist – dass also eine Verbindung besteht zwischen der Erlangung von Aufmerksamkeit I und Aufmerksamkeit II – so öffnet sich uns das Feld der paralinguistischen Phänomene, in der antik-rhetorischer Terminologie dasjenige der Überzeugungsmittel pathos und ethos. Beschränken wir uns auf die Aufmerksamkeitsstiftenden Aspekte dieser Überzeugungsmittel. Gestische und mimische Oratordaten, gar seine Kleidung und Frisur, auch die physikalischen Eigenschaften der Stimme (Tonhöhe, Melodie) können beim Adressaten in verschiedenem Maß zur Erregung von Aufmerksamkeit I eingesetzt werden. Denn einerseits müssen sich „strukturell [...] der sprachliche Text und die Präsenz gegenseitig stützen, d.h. der Text darf nicht nur rationalistisch argumentieren, sondern hat auch die Selbstdarstellung des Organons zu flankieren [...]“.

Entscheidendes Gewicht bei der situativen Präsenzherstellung fällt aber der oratorischen Performanz zu. Das Setting, das der antiken Rhetoriktheorie als Modell zugrundeliegt, bezeichnen wir als primärmediales Setting. Es ist gekennzeichnet durch die korporale Anwesenheit sowohl des Orators als auch der/des Adressaten. Der Orator ist körperlich, gestisch und stimmlich präsent, es ist ihm stets möglich, sein Instrumentarium zur aktiven Lenkung des Persuasionsaktes anzupassen, „in kritischen Phasen [...] ständig selbst [zu] korrigieren und eine Krise gegebenenfalls auch dialogisch [aufzufangen]“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG UND BEGRIFFSBESTIMMUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und definiert mittels des „Aufmerksamkeitsbaumes“ von Assmann/Assmann eine für die Rhetorik nutzbare Unterscheidung zwischen zwei Aufmerksamkeitsqualitäten.

2. ANALYSE: Hier werden kognitionspsychologische Modelle diskutiert und auf ihre Relevanz für die Rhetorik hin untersucht, wobei insbesondere die Strategien zur bewussten Steuerung der Aufmerksamkeit des Adressaten im Zentrum stehen.

3. ZUSAMMENFASSUNG: Das abschließende Kapitel resümiert die theoretischen Erkenntnisse und ordnet die Ergebnisse in den Kontext des oratorischen Adressatenkalküls ein.

Schlüsselwörter

Aufmerksamkeit, Rhetorik, Kognitionspsychologie, Persuasion, Relevanztheorie, Orator, Adressatenkalkül, Filtermodell, Kapazitätsmodell, Kommunikation, Aufmerksamkeit I, Aufmerksamkeit II, Perzeption, Apperzeption, Sprechakttheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen Rückschlüssen, die sich aus der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung für die allgemeine Rhetorik ziehen lassen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die Themenfelder umfassen die kognitionspsychologischen Grundlagen der Aufmerksamkeit, die rhetorische Inszenierung von Präsenz und die Anwendung der Relevanztheorie auf persuasive Kommunikationsprozesse.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Strategien für den Orator zu entwickeln, um durch ein besseres Verständnis der Aufmerksamkeitsprozesse beim Adressaten den Persuasionserfolg zu sichern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretisch-analytische Methode, die kognitionspsychologische Modelle mit konstruktivistischen Theoremen und antik-rhetorischen Konzepten verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert Filter- und Kapazitätsmodelle der Psychologie, kontrastiert diese mit oratorischen Anforderungen und erarbeitet einen kognitiv fundierten Zugang zur Aufmerksamkeit des Adressaten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Aufmerksamkeit, Rhetorik, Persuasion, Kognitionspsychologie und Relevanztheorie.

Was unterscheidet Aufmerksamkeit I von Aufmerksamkeit II?

Aufmerksamkeit I beschreibt einen eher automatischen, reizgesteuerten Selektionsmechanismus, während Aufmerksamkeit II eine willentliche, kognitiv steuerbare Zuwendung zum Inhalt darstellt.

Warum ist das "Cocktail-Party-Problem" für die Argumentation wichtig?

Es dient als Gegenargument zu einfachen Filtermodellen, da es belegt, dass auch außerhalb des Fokus liegende Informationen semantisch verarbeitet werden können.

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Résumé des informations

Titre
Mea res agitur? Rhetoriktheoretische Rückschlüsse aus den Ergebnissen der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung
Université
University of Tubingen  (Seminar für Allgemeine Rhetorik)
Cours
HS: Aufmerksamkeit
Note
1,0
Auteur
Andreas Glombitza (Auteur)
Année de publication
2006
Pages
19
N° de catalogue
V72423
ISBN (ebook)
9783638634045
ISBN (Livre)
9783638774192
Langue
allemand
mots-clé
Rhetoriktheoretische Rückschlüsse Ergebnissen Aufmerksamkeitsforschung Aufmerksamkeit
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Andreas Glombitza (Auteur), 2006, Mea res agitur? Rhetoriktheoretische Rückschlüsse aus den Ergebnissen der kognitiven Aufmerksamkeitsforschung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72423
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Extrait de  19  pages
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