Für die Interpretation eines lutherischen Gemeindliedes habe ich mir das Kirchenjahrslied „Vom Himmel hoch da komm ich her“ ausgewählt, da mir dieses bereits als Weihnachtslied bekannt war. Zu finden ist es sowohl im „Evangelischen Gesangbuch“ (EG 24), als auch im katholischen Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ (GL 163). Dieses Lied Luthers ist mit der weihnachtlichen Tradition der evangelischen Kirche untrennbar verbunden und, aufgrund zahlreicher Übersetzungen, auch weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt.
Die Thematik der Weihnachtsgeschichte, die in diesem Lied wiedergegeben wird, ist mir insbesondere wichtig, weil ich es schade finde, dass viele Menschen daraus einen individualistische und konsumorientierten Feiertag machen und eigentlich gar nicht wissen, warum Weihnachten überhaupt gefeiert wird.
Zunächst werde ich aber die Begriffe „geistliches Lied“ und „Kirchenlied“ erklären und dann auf den deren Bezug zur Epoche und speziell zu Martin Luther eingehen, bevor ich zu der Interpretation des Liedes „Vom Himmel hoch da komm ich her“ komme.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Begriffsklärung „geistliches Lied“/“Kirchenlied“
Bezug der geistlichen Lieder zur Epoche und zu Martin Luther
Das Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der literarischen Interpretation des lutherischen Kirchenliedes „Vom Himmel hoch da komm ich her“ und setzt es in den historischen Kontext der Reformation und der Epoche des Humanismus. Ziel ist es, die theologische Bedeutung sowie die Funktion des Liedes als Medium zur Vermittlung religiöser Inhalte aufzuzeigen.
- Historische Einordnung des Kirchenliedes im Kontext der Reformation
- Die Rolle Martin Luthers als Lieddichter und Reformator
- Strukturanalyse und inhaltliche Interpretation des Liedes
- Die Bedeutung von Musik und Sprache zur Verinnerlichung des Glaubens
- Weihnachtliche Traditionen und das Paradox der Menschwerdung Gottes
Auszug aus dem Buch
Das Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“
Der vollständige (und hier vorliegende) Text des Liedes „Vom Himmel hoch da komm ich her“ hat 15 Strophen. In vielen Gesangsbüchern ist er aber oft nur mit den Strophen 1, 2, 3, 4, 6 und 15 zu finden, da das ursprünglich fünfzehnstrophige Lied für den Gemeindegesang zu lang scheint.
Etwa drei Viertel der Lieder des Reformators Martin Luther gehen auf alte Quellen wie Psalmen, lateinische Gesänge und deutsche Lieder des Mittelalters zurück. Das Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“ ist allerdings eine „Eigenkreation“ Luthers, d.h. er hat den Text selbst verfasst. 1535 schrieb er dieses Lied zur Weihnachtsbescherung für seine Kinder. Luther bediente sich zunächst der Kontrafaktur und dichtete ein bekanntes Spiellied um: ,,Ich komm aus fremden Landen her, und bring euch viel der neuen Mär, der neuen Mär bring ich so viel, mehr denn ich euch hier sagen will“. Um um Aufmerksamkeit zu werben, begannen so im Mittelalter Sänger ihr Lied, die auf den Märkten die neuesten Nachrichten verkündeten.
Luther greift hier auch auf die Tradition des Krippenspiels zurück, denn das Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“ kann mit verteilten Rollen gespielt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des gewählten Liedes und Begründung der Relevanz im Kontext der heutigen Weihnachtstradition.
Begriffsklärung „geistliches Lied“/“Kirchenlied“: Definition der Begriffe und Erläuterung der Funktion des Kirchenliedes als Teil der christlichen Liturgie.
Bezug der geistlichen Lieder zur Epoche und zu Martin Luther: Analyse der historischen Rolle Luthers bei der Etablierung volkssprachlicher Kirchenlieder als katechetisches Mittel.
Das Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“: Detaillierte Interpretation des Textes, unterteilt in die Engelsrede und den Lobpreis der Gemeinde, inklusive der Analyse zentraler theologischer Motive.
Schlüsselwörter
Martin Luther, Reformation, Kirchenlied, Weihnachtsgeschichte, Menschwerdung Gottes, Gemeinde, Evangelium, Liturgie, Katechetik, Kontrafaktur, Theologie, Glaubensinhalte, Liedinterpretation, Volkssprache, Christentum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert das lutherische Lied „Vom Himmel hoch da komm ich her“ in Bezug auf seine historische Entstehung und seine theologische Aussagekraft.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des geistlichen Liedes in der Reformationszeit, Luthers Rolle als Lieddichter sowie die christliche Bedeutung der Weihnachtsgeschichte.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine fundierte literarische und theologische Interpretation des Liedes, um dessen Funktion innerhalb der reformatorischen Gottesdienstordnung zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Die Autorin verwendet eine textorientierte Interpretationsmethode, ergänzt durch eine literaturgeschichtliche Einordnung in den Kontext der Reformation.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Fokus?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die inhaltliche Zweiteilung des Liedes – die Engelsrede einerseits und den lobpreisenden Gemeindegesang andererseits – sowie auf die Erläuterung christlicher Kernmotive.
Welche Schlüsselwörter beschreiben die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Martin Luther, Reformation, Kirchenlied, Menschwerdung Gottes und die katechetische Funktion geistlicher Musik.
Warum wird das Lied als „Eigenkreation“ von Martin Luther bezeichnet?
Im Gegensatz zu vielen anderen Liedern, die auf alten Psalmen oder bestehenden Melodien basieren, hat Luther hier den Text selbst verfasst, auch wenn er sich anfangs der Struktur einer Kontrafaktur bediente.
Welche Bedeutung kommt der „Wir-Strophe“ im Lied zu?
Die „Wir-Strophe“ (Strophe 6) integriert die Gemeinde in das Geschehen und hebt die zeitliche Differenz zwischen dem historischen Ereignis und der heutigen Glaubensgemeinschaft auf.
- Quote paper
- Silvia Asser (Author), 2006, Auswahl und Interpretation eines lutherischen Gemeindeliedes: "Vom Himmel hoch da komm ich her", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72498