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Die bundesdeutschen Gewerkschaften im Spannungsfeld zwischen Krise, Globalisierung und Fusionen

Title: Die bundesdeutschen Gewerkschaften im Spannungsfeld zwischen Krise, Globalisierung und Fusionen

Seminar Paper , 2002 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Hannes Heine (Author)

Politics - Political Systems - Germany
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Gesellschaftliche Interessenvermittlung findet gerade in den hochindustrialisierten westlichen Gesellschaften durch eine Vielzahl von Akteuren statt. Vor allem staatlichen und private Organisationen wie Behörden, Verbände und Parteien wirken hier als intermediäre Institutionen. Im bundesdeutschen Interessenvermittlungssystem haben insbesondere die Gewerkschaften jahrzehntelang eine zentrale Rolle gespielt. Veränderungen im Umgang mit den Arbeitnehmerverbänden, aber auch Veränderungen innerhalb der Gewerkschaften selbst haben deshalb nachhaltigen Einfluß auf die gesamte Gesellschaft. Zunächst wird hier die Politik der DGB–Gewerkschaften der vergangenen Jahrzehnte dargelegt, anschließend die Veränderung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen erläutert. Schließlich werden die Folgen dieser Veränderungen für die Gewerkschaften thematisiert, die sich bisher vor allem als Krise äußern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenlage und Definitionen

3. Die traditionellen Gewerkschaften und ihre Politik

4. Veränderte Rahmenbedingungen

5. Folgen für die Gewerkschaften

6. Krise und Mitgliederschwund

7. Globalisierung

8. Fusionen

9. Innergewerkschaftlicher Diskurs und Kritik

10. Fazit und Zusammenfassung

11. Bibliographie

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die aktuelle Krise der bundesdeutschen Gewerkschaften vor dem Hintergrund ökonomischer Globalisierungsprozesse, tiefgreifender gesellschaftlicher Strukturveränderungen und interner Fusionsbestrebungen, mit dem Ziel, Strategien für eine zukunftsfähige und internationalisierte Interessenvertretung der Arbeitnehmerschaft zu identifizieren.

  • Analyse der historischen Entwicklung und der Politik traditioneller DGB-Gewerkschaften
  • Untersuchung der Auswirkungen des ökonomischen Strukturwandels und der Globalisierung auf die Gewerkschaftsarbeit
  • Kritische Würdigung der gewerkschaftlichen Fusionsprozesse, insbesondere am Beispiel von ver.di
  • Diskussion über die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer Internationalisierung der Gewerkschaftsbewegung

Auszug aus dem Buch

4. Veränderte Rahmenbedingungen

Die Organisationsform der deutschen Einheitsgewerkschaft beruht auf dem Organisationskriterium wirtschaftlicher Einheit: ein Betrieb – eine Branche. Die Realität hat diesem Grundsatz immer nur näherungsweise entsprechen können. In den letzten Jahren hat jedoch die Beschleunigung des ökonomischen Strukturwandels immer höhere Anforderungen an die Anpassungsfähigkeit der Gewerkschaften als Organisationen gestellt. Im günstigsten Fall hat sich der Strukturwandel innerhalb des Organisationsbereichs ein- und derselben Gewerkschaft vollzogen, wie bei den meisten deregulierten Bereichen des öffentlichen Dienstes. Schwierig ist die Situation, wenn neu entstehende Branchen die Organisationsgrenzen der Gewerkschaften überschreiten. Sollte sich beispielsweise die Abkoppelung der Studentenwerke aus dem Öffentlichen Dienst und ihre Ausrichtung auf die Gastronomie bzw. Catering - Branche nicht stoppen lassen, so fände sich die neue Branche teils im Organisationsbereich von ver.di und teils der Gewerkschaft Nahrung Gaststätten Genussmittel (NGG).

Die Gewerkschaften sind nach der drei Jahrzehnte währenden fordistischen, durch Sozialpartnerschaft geprägten Periode dem Out- sourcing (letztendlich der Spaltung durch Auslagerung von Arbeiter und Produktionsabläufen) und den vehementen Privatisierungen im öffentlichen Dienst kaum gewachsen..

Was zum Zwecke der Personal- und Sozialkostensenkung bei Arbeitgebern so populär ist, verweist schon auf eine Inkongruenz der gewerkschaftlichen Terrains und Kampfformen, deren Korrektur aus gewerkschaftlicher Sicht zwar notwendig, aber kompliziert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der gewerkschaftlichen Veränderungen im Sommer 2002 ein und setzt den Fokus auf die Auswirkungen von Globalisierung und ökonomischem Strukturwandel.

2. Quellenlage und Definitionen: Der Autor bewertet die Quellensituation als befriedigend und definiert den Fokus auf die im DGB organisierten Gewerkschaften sowie die DAG.

3. Die traditionellen Gewerkschaften und ihre Politik: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Rolle des DGB als Machtfaktor im deutschen Sozialstaat und beschreibt den Wandel der Mitgliederzahlen sowie die Politik der Sozialpartnerschaft.

4. Veränderte Rahmenbedingungen: Der Text analysiert den Druck durch den ökonomischen Strukturwandel, Outsourcing und die Schwierigkeiten bei der Erfassung neuer Beschäftigungsformen.

5. Folgen für die Gewerkschaften: Es wird diskutiert, wie die zunehmende Individualisierung und atypische Beschäftigungsverhältnisse die traditionellen Forderungen und die Relevanz der Gewerkschaften untergraben.

6. Krise und Mitgliederschwund: Hier werden die Ursachen des Mitgliederschwunds sowie die organisatorischen Probleme wie Strukturkonservatismus und mangelnde Basisnähe untersucht.

7. Globalisierung: Das Kapitel verortet die Globalisierung als logische Konsequenz kapitalistischer Entwicklung und verdeutlicht die damit verbundenen Herausforderungen für den nationalstaatlich orientierten Sozialstaat.

8. Fusionen: Der Autor reflektiert über die Rolle von Fusionen, insbesondere die Gründung von ver.di, als Versuch, dem Organisationsdruck und der Konkurrenz zu begegnen.

9. Innergewerkschaftlicher Diskurs und Kritik: Es wird kritisiert, dass eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Globalisierung innerhalb der Gewerkschaften kaum stattfindet und der Fokus stattdessen auf organisatorischer Größe liegt.

10. Fazit und Zusammenfassung: Der Autor schlussfolgert, dass die bisherigen Ansätze zur Modernisierung ineffektiv waren und plädiert für die Entwicklung handlungsfähiger, grenzüberschreitender transnationaler Strukturen.

11. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Literatur, Presseerzeugnisse und Internetquellen.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, DGB, ver.di, Globalisierung, Strukturwandel, Sozialpartnerschaft, Mitgliederschwund, Einheitsgewerkschaft, Fordismus, Postfordismus, transnationale Organisation, Mitbestimmung, Arbeitskämpfe, Interessenvermittlung, Interessenverbände

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Krise und die strukturellen Herausforderungen der deutschen Gewerkschaften im Kontext der Globalisierung und des ökonomischen Wandels.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Mittelpunkt stehen die Krise der traditionellen Sozialpartnerschaft, der Mitgliederschwund, die Bedeutung von Fusionsprozessen wie der Gründung von ver.di sowie die Notwendigkeit einer grenzüberschreitenden Interessenvertretung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit fragt danach, wie sich die Gewerkschaften angesichts der Globalisierung neu aufstellen müssen, um als Machtfaktor relevant zu bleiben und das Ziel einer transnationalen Solidarität zu verwirklichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich auf eine Analyse sozialwissenschaftlicher Fachliteratur, gewerkschaftlicher Publikationen, aktuelle Berichterstattung und Erkenntnisse aus dem besuchten Universitätsseminar.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der traditionellen Politik, die Untersuchung veränderter ökonomischer Rahmenbedingungen, die Reflexion über Fusionen sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem internen gewerkschaftlichen Diskurs.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Gewerkschaftskrise, Globalisierung, Strukturwandel, Sozialpartnerschaft, ver.di und transnationale Vernetzung.

Wie bewertet der Autor den Fusionsprozess hin zu ver.di?

Der Autor sieht die Fusion kritisch und bezeichnet sie als "halbherzig und ineffektiv", da sie eher auf den Mythos der Größe als auf eine strategische Neuausrichtung in globalen Märkten setze.

Welche Rolle spielt die Internationalisierung laut dem Autor?

Die Internationalisierung wird als zwingend notwendig erachtet, um transnationale Konzerne wirksam zu beeinflussen und soziale Standards weltweit durchzusetzen.

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Details

Title
Die bundesdeutschen Gewerkschaften im Spannungsfeld zwischen Krise, Globalisierung und Fusionen
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Seminar: Gesellschaftliche Interessenvermittlung: Institutionen, Akteure, Prozesse
Grade
1,7
Author
Hannes Heine (Author)
Publication Year
2002
Pages
28
Catalog Number
V72595
ISBN (eBook)
9783638632645
ISBN (Book)
9783638675475
Language
German
Tags
Gewerkschaften Spannungsfeld Krise Globalisierung Fusionen Seminar Gesellschaftliche Interessenvermittlung Institutionen Akteure Prozesse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hannes Heine (Author), 2002, Die bundesdeutschen Gewerkschaften im Spannungsfeld zwischen Krise, Globalisierung und Fusionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72595
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