Von den Studierenden des Faches Lehramt an der Universität Dortmund wird während des Grundstudiums ein vierwöchiges „Pädagogisches Einführungs-praktikum“ abverlangt, das ihnen einen tiefgehenden Einblick in den Lehrerberuf einbringen soll. Dabei ist es Aufgabe der Studierenden, ausgehend aus der Lehrer-perspektive, sich mit dem Berufsfeld Schule auseinander zu setzen.
Die ebenfalls im Grundstudium angebotenen Seminare wie „Einführung in die Schulpädagogik“, „Einführung in die Allgemeine Didaktik“, „Einführung in die Erziehungswissenschaften“ und „Einführung in die Unterrichts- und Erziehungs-wirklichkeit“ dienen der Grundlagengebung für die im Lehrerberuf anzuwendenden didaktischen Modelle und nicht zuletzt der Durchführung einer Unterrichtsplanung.
Das Praktikum ermöglicht es den Studierenden die Studienwahl, und damit die Entscheidung für den späteren Beruf, zu reflektieren und diese gegebenenfalls zu überdenken.
Die Wahl meiner Praktikumsstelle ergab sich durch mehrere Begebenheiten. Zunächst besuchte ich während meiner Schulzeit ein Gymnasium und wollte diesbezüglich an einer Gesamtschule, die ebenfalls meine Berufsstätte werden kann, hineinschnuppern. So konnte ich Erfahrung mit dem Aufbau, den Anforderungen und dem Niveau einer Gesamtschule machen.
Des Weiteren wollte ich nicht durch die Optionen entweder Sekundarstufe I oder II eingeschränkt werden - insbesondere, weil mein Zweitfach Psychologie (Erstfach Deutsch) an einer Schule in meiner Nähe nicht angeboten wurde.
Zuletzt fand ich die Herausforderung interessant mich in die Schule zu begeben, die sich in der von Dortmundern als Ghetto bezeichneten Gegend befindet. Der Ort Scharnhorst ist dafür bekannt, dass ihn Menschen der unterschiedlichsten Ländern und Kulturen bewohnen – sozusagen der „Big Apple“ Dortmunds.
Ich versprach mir von dieser Praktikumsstelle eine Anhäufung von Problemen, und damit einen guten Einblick in Bewältigung eben dieser, wie sie mir andere Schulen nicht bieten können, da sie nicht dieselben Voraussetzungen bieten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Wahl der Praktikumsschule
1.2 Erste Eindrücke von der Praktikumsschule
1.3 Erinnerung an eigene wichtige Schulerfahrungen
2 Berufsanforderungen und Berufswahlmotivation
2.1 Anforderungen im Lehrerberuf
2.2 Berufswahlmotivation
3 Beobachtung zu einem schulpädagogischen Thema: Personenzentrierter Unterricht
3.1 Begründung des Beobachtungsschwerpunktes
3.1 Beobachtung
4 Erste Erfahrungen mit der Lehrerrolle und der Gestaltung von Unterricht
4.1 Kontakt zu den Schülern
4.2 Unterrichtsplanung und Unterricht
4.3 die kurzweilige Lehrerrolle
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Bericht dokumentiert die Erfahrungen aus einem vierwöchigen pädagogischen Einführungspraktikum an einer Gesamtschule. Ziel der Arbeit ist die Reflexion über die Anforderungen des Lehrerberufs, die Verknüpfung theoretischer schulpädagogischer Konzepte mit der praktischen Unterrichtsrealität sowie die kritische Auseinandersetzung mit der eigenen Lehrerrolle.
- Anforderungen an den modernen Lehrerberuf im Kontext von Lehren, Erziehen und Beraten.
- Analyse und praktische Anwendung des personenzentrierten Unterrichts nach Reinhard Tausch.
- Reflexion über die professionelle Gestaltung von Unterricht und die Rolle als Vermittler.
- Einfluss persönlicher Schulerfahrungen auf die Berufswahl und das pädagogische Handeln.
Auszug aus dem Buch
3.1 Begründung des Beobachtungsschwerpunktes
Ich entschloss mich für den Personenzentrierte Unterricht als Beobachtungsschwerpunkt, da meine Erfahrung zeigte, dass die Beziehung zwischen Lehrern und Schülern die Basis für einen guten Unterricht darstellt. In meiner Schulzeit nahm ich das meiste von denjenigen Lehrern an, die nicht ausschließlich fachlich, sondern vielmehr auch sozial kompetent waren.
Als Beobachtungsvorlage nahm ich die Verhaltensform-Kriterien aus Reinhard Tauschs „Personenzentrierter Unterricht und Erziehung“(2), die mit meinen Vorstellungen korrelieren. Dort werden die drei förderlichen Verhaltensformen charakterisiert, ihre Notwenigkeit veranschaulicht und ihre positive Wirkung in Studien belegt.
Die drei förderlichen Verhaltensformen sind:
1) Achtung - positive Zuwendung:
Die Schüler sind von den Lehrern als eine Person grundsätzlich gleichen Wertes angesehen und deshalb von diesen mit Rücksicht und Respekt zu behandeln. Diese Zuwendung zeichnet sich zusätzlich dadurch aus, dass die Jugendlichen nicht dominiert, sondern in ihren persönlichen Entwicklungen gefördert werden sollen.
2) nicht-bewertendes einfühlendes Verstehen:
Der Lehrer verpflichtet sich die Gedanken- und Gefühlswelt des Jugendlichen wahrzunehmen und sich diese vorzustellen. Diese Aufgabe wird u.a. dadurch erfüllt, dass der Lehrer dem Schüler auf eine sensible vorurteilsfreie nicht-wertende Art sein Gehör schenkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Beweggründe für die Wahl der Praktikumsschule, schildert erste Eindrücke vom Schulalltag und reflektiert eigene biographische Schulerfahrungen als Grundlage für das pädagogische Selbstverständnis.
2 Berufsanforderungen und Berufswahlmotivation: Hier werden die komplexen Tätigkeitsfelder eines Lehrers analysiert sowie die persönliche Motivation hinter der Berufswahl reflektiert, wobei auch der Prozess der Identitätsfindung thematisiert wird.
3 Beobachtung zu einem schulpädagogischen Thema: Personenzentrierter Unterricht: Dieses Kapitel begründet die Fokussierung auf personenzentrierte Lehrmethoden und dokumentiert die Beobachtung sowie kritische Analyse dieser Ansätze im praktischen Unterrichtsgeschehen.
4 Erste Erfahrungen mit der Lehrerrolle und der Gestaltung von Unterricht: Hier liegt der Schwerpunkt auf den praktischen Erfahrungen im Umgang mit unterschiedlichen Klassenstufen, der eigenständigen Unterrichtsplanung und dem Rollenverständnis als Lehrender.
5 Resümee: Das Resümee zieht ein Fazit über den Erkenntnisgewinn des Praktikums und unterstreicht dessen Bedeutung für die praktische Erprobung didaktischer Fertigkeiten außerhalb der universitären Theorie.
Schlüsselwörter
Pädagogisches Einführungspraktikum, Lehrerberuf, Personenzentrierter Unterricht, Unterrichtsplanung, Schulpädagogik, Berufsreflektion, Lehrerrolle, Didaktik, Bildungsziele, Schulpraxis, Schüler-Lehrer-Beziehung, Soziale Kompetenz, Berufswahlmotivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Bericht behandelt das pädagogische Einführungspraktikum (PEP) des Autors an einer Gesamtschule und reflektiert die Verbindung zwischen universitärem Studium und der praktischen Tätigkeit in der Schule.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Anforderungen des Lehrerberufs, den personenzentrierten Unterricht nach Tausch sowie die praktische Gestaltung und Reflexion von eigenem Unterricht.
Was ist das primäre Ziel des Berichts?
Das Ziel ist die kritische Reflexion des eigenen Lehrerhandelns und die Überprüfung des persönlichen Berufswunsches durch den Abgleich von Theorie und Praxis.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine praxisorientierte Beobachtungsmethode genutzt, basierend auf den Kriterien des personenzentrierten Unterrichts nach Reinhard Tausch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung von Anforderungen im Lehrerberuf, die Beobachtung pädagogischer Interaktion im Unterricht sowie den praktischen Erwerb von Lehrerfahrung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Schlüsselwörter sind unter anderem Schulpraxis, Lehrerrolle, personenzentrierter Unterricht, Didaktik und pädagogische Reflexion.
Warum spielt die eigene Schulzeit für den Autor eine Rolle?
Der Autor nutzt seine eigenen, teils nostalgischen oder kritischen Schulerfahrungen als Reflexionsfolie, um die pädagogischen Ziele der Gesamtschule zu bewerten.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Lehrers in Bezug auf Mobbing?
Der Autor kritisiert das Übersehen von Mobbing-Situationen als implizite Billigung und fordert ein aktiveres Eingreifen, da ein bloßes Einzelgespräch oft nicht ausreicht.
- Quote paper
- Friederike Schmidt (Author), 2005, Bericht zum Pädagogischen Einführungspraktikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72623