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Differenzierung und Solidarität bei Emile Durkheim

Title: Differenzierung und Solidarität bei Emile Durkheim

Term Paper , 2005 , 25 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Tina Mauersberger (Author)

Sociology - Social System and Social Structure
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Die industrielle Revolution, welche zum Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhundert eine Wende der charakteristischen Strukturen in allen gesellschaftlichen Bereichen hervorrief, ging einher mit der Entstehung der Soziologie im Allgemeinen und der soziologischen Gesellschaftstheorie im Speziellen . Dies soll aber nicht heißen, dass die Soziologie als Wissenschaft hier ihre ersten Anfänge zeigte. Zumindest in ihrer Vorgeschichte lässt sie sich tatsächlich bis in die Antike und in das Mittelalter zurückverfolgen. Bereits Platon, Aristoteles, die Sophisten und Thomas von Aquin beschäftigten sich mit der Problematik des menschlichen Zusammenlebens . Bis heute wird die Soziologie des Öfteren als „Krisenwissenschaft“ bezeichnet, da sie im Zuge der Industriellen Revolution vorrangig die Schattenseiten der Moderne beleuchtet. Demzufolge richtete die frühe soziologische Gesellschaftstheorie ihre Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Herrschaft und soziale Ungleichheit, Verelendung, Traditions- und Gemeinschaftsverlust, Entfremdung und Anomie .
Vorrangig wurde hierbei die Ungleichheit der gesellschaftlichen Lebensverhältnisse betrachtet, da sich gesellschaftliches Sein und kulturell projektiertes Sollen im Zuge der Modernisierung in divergente Richtungen bewegten. Bezüglich dieser Thematik kristallisierte sich demzufolge in der sozialen Gesellschaftstheorie der bis in die Gegenwart fortbestehende Strang der Ungleichheitstheorien heraus. Er beinhaltet die marxistischen Klassentheorien, die Schichtungstheorien sowie neuere Denkansätze über soziale Verhältnisse und Lebensstile. Da die Ungleichheitstheorien für diese Arbeit keine Relevanz darstellen, werden sie im Folgenden nicht weiter erläutert. Ein weiterer Strang der sozialen Gesellschaftstheorie, welchen Schimank als Hauptstrang bezeichnet, stellt die differenzierungstheoretische Perspektive dar.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen der Arbeitsteilung als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Differenzierung

2.1 Adam Smith – Die Lehre der Arbeitsteilung als theoretische Grundlage

2.2 Die Ursachen der Arbeitsteilung nach Adam Smith

2.3 Die Ursachen der Arbeitsteilung nach Emile Durkheim

3. Die differenzierungstheoretische Perspektive von Emile Durkheim

3.1 Herbert Spencer als Ausgangspunkt

3.2 Durkheims Unterscheidung von „einfachen“ und „höheren“ Gesellschaften nach ihrem Differenzierungsprinzip

3.2.1 Die segmentär differenzierte Gesellschaft

3.2.2 Die funktional differenzierte Gesellschaft

3.2.3 Der Übergang zur funktionalen Differenzierung

3.3 Die Arten der Solidarität

3.3.1 Die „mechanische“ Solidarität

3.3.2 Die „organische“ Solidarität

3.4 Weitere Mechanismen zur Erklärung der „organischen“ Solidarität

4. Kritik

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die differenzierungstheoretische Perspektive von Emile Durkheim, insbesondere das Verhältnis zwischen Arbeitsteilung und gesellschaftlicher Solidarität. Die Forschungsfrage fokussiert darauf, wie Durkheim die Entstehung moderner Gesellschaften durch den Vergleich mit vormodernen Formen erklärt und welche Faktoren die gesellschaftliche Integration in einer durch Arbeitsteilung geprägten Moderne gewährleisten.

  • Vergleich von Arbeitsteilung bei Adam Smith und Emile Durkheim
  • Unterscheidung zwischen mechanischer und organischer Solidarität
  • Analyse der Transformation von segmentär zu funktional differenzierten Gesellschaften
  • Rolle des Rechts und des Staates als Integrationsmechanismen
  • Kritische Reflexion der Konzepte und Erklärungslücken bei Durkheim

Auszug aus dem Buch

3.1 Herbert Spencer als Ausgangspunkt

Spencer als ein bedeutender soziologischer Klassiker, knüpfte mit seiner evolutionistischen Denkweise an die deutsche Naturphilosophie an. Dabei greift er die Annahme auf, „...daß sich sowohl in der naturgeschichtlichen Abfolge von „niederen“ zu „höheren“ Stufen des Lebens als auch in der Entwicklung jedes einzelnen Lebewesens von der Geburt zur Reife das Prinzip einer zunehmenden Differenzierung zeige“ und nannte dies das „law of organic progress“. Nach Spencer schreitet alle Entwicklung von `unzusammenhängender Gleichartigkeit` zu `zusammenhängender Verschiedenartigkeit` voran. Damit fasst er sein Entwicklungsprinzip präzise zusammen und verweist darauf, dass es sich auch in der gesellschaftlichen Entwicklung wieder findet. Das heißt, er gliedert die gesellschaftliche Entwicklung wie auch die biologische Fortentwicklung unter sein Evolutionsprinzip. Demnach erfolgt die Differenzierung einer Gesellschaft, laut Spencer, sukzessive in mehreren aufeinander aufbauenden Schritten. Je weiter diese Fortentwicklung voranschreitet, desto mehr nimmt die gesellschaftliche Differenzierung zu.

Dies führt dazu, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt die Quantität in Qualität umschlägt. Das heißt, die Gesellschaftsform wechselt und geht in ein anderes Muster über. Diesbezüglich spricht Spencer einerseits von den „militant hierarchischen“ Gesellschaften, die in der Vergangenheit existierten und andererseits von den „industriellen“ Gesellschaften, der Gegenwart und Zukunft. Differenzierungstheoretisch kategorisiert er sie lediglich danach, dass „niederen“ Gesellschaften ausschließlich durch die Vorherrschaft des Staates geprägt sind und dadurch die gesellschaftliche Ordnung aufrechterhalten wird. Die „höheren“ Gesellschaften wiederum regulieren sich selbst durch das freie Spiel der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Kräfte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die soziologische Gesellschaftstheorie ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Durkheims differenzierungstheoretische Perspektive zu analysieren.

2. Das Phänomen der Arbeitsteilung als Ausgangspunkt für gesellschaftliche Differenzierung: Dieses Kapitel vergleicht die Ansätze von Adam Smith und Emile Durkheim bezüglich der Ursachen und Wirkungsweisen der Arbeitsteilung.

3. Die differenzierungstheoretische Perspektive von Emile Durkheim: Hier werden Durkheims Typologien segmentärer und funktionaler Gesellschaften sowie die zugehörigen Formen der Solidarität und deren Integrationsmechanismen detailliert dargestellt.

4. Kritik: Das Kapitel reflektiert theoretische Unschärfen und offene Erklärungslücken in Durkheims Konzept, insbesondere hinsichtlich der Stabilität organischer Solidarität.

5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und ordnet die Relevanz von Durkheims Anregungen für die soziologische Forschung ein.

Schlüsselwörter

Emile Durkheim, Arbeitsteilung, Soziale Differenzierung, Solidarität, Mechanische Solidarität, Organische Solidarität, Gesellschaftstheorie, Integration, Kollektivbewusstsein, Segmentäre Gesellschaft, Funktionale Gesellschaft, Soziale Dichte, Modernisierung, Rechtsformen, Soziologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Perspektive Emile Durkheims auf die gesellschaftliche Differenzierung und die Frage, wie Solidarität in unterschiedlichen Gesellschaftstypen erzeugt wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Arbeitsteilung, die Unterscheidung zwischen „einfachen“ und „höheren“ Gesellschaften, die Konzepte der mechanischen und organischen Solidarität sowie die Rolle des Rechts zur Integration.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Durkheims Erklärung der modernen Gesellschaft im Vergleich zur vormodernen darzulegen und aufzuzeigen, wie er das Zustandekommen gesellschaftlichen Zusammenhalts begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine differenzierungstheoretische Analyse, die auf einem Literaturvergleich basiert, um Durkheims theoretische Konzepte systematisch aufzubereiten und kritisch zu hinterfragen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der Arbeitsteilung als Ausgangspunkt, Durkheims Differenzierungsprinzipien, der Einordnung der Solidaritätsarten und der kritischen Reflexion seiner Argumentationskette.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Arbeitsteilung, Solidarität, mechanische und organische Solidarität, Kollektivbewusstsein sowie gesellschaftliche Integration.

Inwiefern beeinflusst Bevölkerungsdichte laut Durkheim die Differenzierung?

Durkheim führt die zunehmende Differenzierung auf einen Anstieg der Bevölkerung und die damit verbundene soziale Dichte zurück, was die Konkurrenz zwischen den Individuen intensiviert und zur Spezialisierung zwingt.

Warum wird das „restitutive Recht“ der organischen Solidarität zugeordnet?

Das restitutive Recht reagiert auf Verstöße mit Wiedergutmachung und Ausgleich anstatt mit Strafe und Sühne, was der kooperativen Struktur der arbeitsteiligen, modernen Gesellschaft entspricht.

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Details

Title
Differenzierung und Solidarität bei Emile Durkheim
College
Technical University of Chemnitz  (Allgemeine Soziologie II)
Course
Differenzierung
Grade
2,7
Author
Tina Mauersberger (Author)
Publication Year
2005
Pages
25
Catalog Number
V72678
ISBN (eBook)
9783638727952
Language
German
Tags
Differenzierung Solidarität Emile Durkheim Differenzierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tina Mauersberger (Author), 2005, Differenzierung und Solidarität bei Emile Durkheim, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72678
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