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Der Freiheitsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau

Title: Der Freiheitsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau

Intermediate Examination Paper , 2006 , 35 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Maren Vossenkuhl (Author)

Politics - History of Political Systems
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Das Verständnis vom Menschen als von Natur aus freies Wesen ist erstmals in der neueren Zeit bei Jean-Jacques Rousseau zur Grundlage der Politik geworden. Seine staatsphilosophische Theorie, die 1762 in seinem Hauptwerk, dem „Contrat social“ erschien, beschäftigt noch heute viele Wissenschaftler.
In Rousseaus Entwurf einer legitimen, politischen Ordnung ist die Bewahrung menschlicher Freiheit Ausgangs- und Mittelpunkt des gesamten Werkes. Hieraus ergeben sich auch die Probleme: Wie kann die Freiheit in der Gesellschaft existieren, wenn doch das Zusammenleben im Grunde immer eine Beschränkung der persönlichen Freiheit nach sich zieht? Und wie lässt sich daraufhin angesichts des rousseauschen Freiheitsrechts Herrschaft legitimieren?
Die folgende Arbeit beginnt mit der Darstellung des Naturzustandes, in dem die Menschen unabhängig lebten und allein auf ihre Bedürfnisbefriedigung fixiert waren. Durch die Vervollkommnungsfähigkeit der Menschen und die damit einhergehenden Entwicklungen wandelte sich der Naturzustand in einen Konfliktzustand. Rousseau hatte eine klare Vorstellung von der Strukturierung einer Gesellschaft, in der die Menschen ihre Freiheit bewahren und sogar zu einer höheren, der bürgerlichen Freiheit, finden konnten.
Daraufhin wird der Gesellschaftsvertrag in seinen wichtigsten Punkten vorgestellt und in Bezug auf seinen Freiheitsbegriff und die Beziehung zwischen Freiheit und Gesetz untersucht. Dazu gehört auch der von Rousseau angesprochene Zwang zur Freiheit Dieser Grundsatz in Rousseaus Staats- und Freiheitskonzeption hat zu verschiedenen Interpretationen geführt.
Rousseaus radikale Sichtweise brachte ihm häufig den Vorwurf eines totalitaristischen Ansatzes ein. Es stellt sich nun die Frage, ob man Rousseau als einen totalitären Vordenker bezeichnen kann, oder ob er wirklich ausschließlich auf die Freiheitsbewahrung der Menschen fixiert war und sich einige Widersprüche einfach als „Denkfehler“ oder terminologische Nachlässigkeiten erklären lassen. Dazu werden die Widersprüche in seiner Staats- und Freiheitslehre dargestellt und die totalitären sowie liberalen Merkmale seiner Theorie aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklung des Freiheitsbegriffs

2.1 Die Freiheit der Menschen im Naturzustand

2.2 Die Idee der Freiheit innerhalb einer Gesellschaft

2.2.1 Die bürgerliche Freiheit

2.2.2 Die moralische Freiheit

3. Grundlagen der neuen Gesellschaftsordnung

3.1 Rousseaus Freiheitsbegriff im Contrat social

3.2 Die Vereinbarung von Freiheit und Gesetz

3.3 Der Zwang zur Freiheit

4. Kritik an Rousseaus Staatskonzept und Freiheitslehre

4.1 Widersprüche und Gefahren in Rousseaus Staatslehre

4.2 Totalitäre Elemente in der rousseauschen Staatslehre und ihre Gegenpunkte

4.2.1 Der Vorwurf Russels

4.3 Liberale Elemente in der rousseauschen Staatslehre

4.3.1 Die liberale Auffassung von Fetscher und Mayer-Tasch

5. Fazit

6. Quellen- und Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Verständnis von Freiheit im staatsphilosophischen Werk von Jean-Jacques Rousseau, insbesondere in seinem Hauptwerk "Contrat social", und analysiert die dabei auftretenden Spannungsfelder zwischen individueller Autonomie, gesellschaftlicher Ordnung und dem Vorwurf des Totalitarismus.

  • Die Entwicklung des Freiheitsbegriffs vom Naturzustand zur bürgerlichen Freiheit.
  • Die Konzeption des Gesellschaftsvertrags und die Rolle des Gemeinwillens (volonté générale).
  • Die Paradoxie der Verbindung von Freiheit und gesetzlichem Zwang.
  • Die kritische Auseinandersetzung mit totalitären und liberalen Deutungen der Theorie.

Auszug aus dem Buch

3.2 Die Vereinbarung von Freiheit und Gesetz

Auf den ersten Blick erscheint es so als würden sich die Begriffe Freiheit und Gesetz gegenseitig ausschließen. Doch Rousseaus philosophische Dimension des Freiheitsbegriffes lässt sich in diesem Satz zeigen: „…der Gehorsam gegen ein Gesetz, das man sich selber vorgeschrieben hat ist Freiheit.“96

Nach Rousseau können das Gesetz und die Freiheit Hand in Hand gehen. Die Voraussetzung ist, dass diejenigen, die dem Gesetz unterworfen sind und ihm gehorchen, sich das Gesetz selbst auferlegt haben und es keinen anderen Souverän als das Volk selbst gibt97, denn nur mit Hilfe der Volkssouveränität kann der Machtmissbrauch verhindert werden.98

Die Aufgabe im Übergang vom Naturzustand zur bürgerlichen Gesellschaft besteht also darin, die wahre Freiheit nicht zu unterdrücken, sondern sie stattdessen zu verwirklichen, indem man die bloßen Triebe des Naturmenschen in einen Gehorsam gegenüber dem selbst gegebenen Gesetz verwandelt.99

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Problemstellung ein, wie persönliche Freiheit innerhalb einer legitimen politischen Ordnung bewahrt werden kann.

2. Die Entwicklung des Freiheitsbegriffs: Dieses Kapitel zeichnet die Genese des Freiheitsbegriffs bei Rousseau nach, von der natürlichen Unabhängigkeit im Naturzustand bis hin zur moralischen und bürgerlichen Freiheit im Gesellschaftszustand.

3. Grundlagen der neuen Gesellschaftsordnung: Hier werden die Kernelemente des Gesellschaftsvertrags, wie die Volkssouveränität, der Gemeinwille und die Beziehung zwischen Gesetz und Zwang, detailliert untersucht.

4. Kritik an Rousseaus Staatskonzept und Freiheitslehre: In diesem Teil werden die inneren Widersprüche der Theorie sowie die gegensätzlichen Interpretationen, die Rousseau entweder als Vordenker des Liberalismus oder des Totalitarismus sehen, kritisch beleuchtet.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Rousseaus Theorie zwar keine totalitäre Herrschaft im modernen Sinne intendierte, aber dennoch Ansätze enthält, die als Wegbereiter für spätere Diktaturen gedeutet werden können.

Schlüsselwörter

Jean-Jacques Rousseau, Contrat social, Freiheitsbegriff, Gesellschaftsvertrag, Volkssouveränität, Gemeinwille, volonté générale, Naturzustand, bürgerliche Freiheit, moralische Freiheit, Totalitarismus, Liberalismus, Gesetz, Gehorsam, Staatsphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Freiheitsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau, insbesondere wie dieser im "Contrat social" theoretisch fundiert und praktisch in einer politischen Ordnung realisiert werden soll.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen Naturzustand und Gesellschaftszustand, die Konstruktion des Gesellschaftsvertrages sowie die kontroverse Frage, ob Rousseaus Staatsmodell totalitäre oder liberale Züge trägt.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie Freiheit innerhalb einer Gesellschaft legitim existieren kann, wenn das Zusammenleben zwingend eine Einschränkung der persönlichen Freiheit impliziert, und ob Rousseau angesichts seiner Theorie als totalitärer Vordenker zu bezeichnen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verwendet eine deskriptiv-analytische Methode, basierend auf der Sekundärliteratur, um Rousseaus Schriften zu interpretieren und verschiedene, teils widersprüchliche Sichtweisen auf sein Werk gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Entwicklung des Freiheitsbegriffs, die Analyse der Grundlagen des Gesellschaftsvertrags und eine ausführliche Kritik an der rousseauschen Staatslehre unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Positionen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind "volonté générale" (Gemeinwille), Volkssouveränität, "Contrat social" (Gesellschaftsvertrag), natürliche Freiheit, bürgerliche Freiheit und der Diskurs über den Totalitarismus.

Wie interpretiert Rousseau das Paradoxon des "Zwangs zur Freiheit"?

Rousseau sieht in diesem Zwang keinen Widerspruch, da das Gesetz Ausdruck des Gemeinwillens ist. Wer zum Gehorsam gezwungen wird, folgt im Grunde seinem eigenen, verallgemeinerten Willen als Bürger und wird somit zur wahren Freiheit angehalten.

Warum wird Rousseau teilweise als totalitärer Vordenker kritisiert?

Kritiker wie Bertrand Russel führen ins Feld, dass der Ausschluss von Interessenpluralismus, die Forderung nach totaler Identifizierung mit dem Staat und das Konzept des "Zwangs zur Freiheit" Ansätze bieten, die totalitäre Regimes ideologisch instrumentalisieren können.

Was entgegnen Autoren wie Fetscher und Mayer-Tasch dieser totalitären Deutung?

Sie betonen, dass in Rousseaus Modell keine hierarchische Partei oder ein Diktator vorgesehen ist und dass das Volk jederzeit das Recht behält, die Regierung abzusetzen, was Rousseaus Theorie in die Tradition liberaler Ansätze rückt.

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Details

Title
Der Freiheitsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau
College
University of Duisburg-Essen
Course
Anthropologie und Staatsauffassung im klassischen und neuzeitlichen Denken
Grade
1,0
Author
Maren Vossenkuhl (Author)
Publication Year
2006
Pages
35
Catalog Number
V72730
ISBN (eBook)
9783638634755
ISBN (Book)
9783638793841
Language
German
Tags
Freiheitsbegriff Jean-Jacques Rousseau Anthropologie Staatsauffassung Denken
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maren Vossenkuhl (Author), 2006, Der Freiheitsbegriff bei Jean-Jacques Rousseau, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72730
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