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Hort- bzw. Depotfunde der Frühbronzezeit in Mitteldeutschland und ihr indikatorischer Wert für den Nachweis sozialer Eliten

Title: Hort- bzw. Depotfunde der Frühbronzezeit in Mitteldeutschland und ihr indikatorischer Wert für den Nachweis sozialer Eliten

Term Paper (Advanced seminar) , 2007 , 38 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Silvester Tamas (Author)

Archaeology
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Im Wintersemester des Jahres 2006 auf 2007 erfolgte an der Friedrich-Schiller-Universität zu Jena, im Rahmen eines Hauptseminars zur Frühbronzezeit Europas, die Auseinanderssetzung mit Fundplätzen und Funden, hinsichtlich der Auswertbarkeit und Beurteilung sich herausbildender und differenzierbarer sozialer Eliten. Am Institut für Ur- & Frühgeschichte der Universität sollten in mehreren Vorträgen Studierender verschiedene beispielhafte Fundplätze, Befunde und Funde aus dem europäischen Kulturraum, genauer Nordwest-, Nord-, Mittel- und Südosteuropas vorgestellt werden und in einer anschließenden Diskussion darauf hin überprüft werden, in wieweit sich an den referierten Projekten eine soziale Differenzierung gegenüber der im regionalen Milieu bestehenden archäologischen Befund- und Fundsituation, erschließen lässt und wie diese sich im übergeordneten, also überregionalen Kontext, zu anderen Kulturräumen darstellt.
In diesem Zusammenhang sind sowohl qualitativ, als auch quantitativ hervorstechende archäologische Befunde und Funde von Bedeutung – diese eben gerade auch bei der Herausstellungen reichhaltiger Depots. An diesem Punkt stellt sich die prinzipielle Frage danach, was sich hinter einer sozialen Elite per definitionem überhaupt verbirgt und ob eine solche, sich zwangsläufig immer primär über einen materiellen Status zu erkennen geben muss! Letztlich kann es in der wissenschaftlich-archäologischen Auseinandersetzung auch nicht gelingen, aus schriftlosen Epochen der Menschheitsgeschichte, immaterielle Eliten zu formulieren. Ergo bleiben dem Archäologen n u r die hinterlassenen materiellen Dinglichkeiten zur Erarbeitung sozialer gesellschaftlicher Verhältnisse, was wiederum voraussetzt, dass eben jene vergangenen Gesellschaften mit ihren komplexen Kulturerscheinungen m a t e r i e l l – im Sinne der marxistischen Dialektik – ausgerichtet waren.
Im thematischen Brennpunkt meiner Hausarbeit soll der Versuch unternommen sein, eine zusammenfassende Auswertung der Quelle Hort- bzw. Depotfunde der Frühbronzezeit für Mitteldeutschland anzustellen und diese auf den indikatorischen Wert für die Herausstellung ehemals bestandener sozialer Eliten zu untersuchen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Zusammensetzung der Inventare, Fundplätze und Interpretation

II. a) Frühbronzezeit (A1a bis A2c; 2300 bis 1600 v. u. Z.)

II. b) Mittelbronze- und Spätbronzezeit

III. Chronologie, Leitfunde und Technologie

IV. Aspekte überregionaler Kontakte

V. Essay

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die frühbronzezeitlichen Hort- und Depotfunde in Mitteldeutschland mit dem Ziel, deren Indikatorwert für den Nachweis ehemaliger sozialer Eliten zu bewerten und die gesellschaftliche Struktur sowie wirtschaftliche Verhältnisse dieser Epoche zu hinterfragen.

  • Analyse der Zusammensetzung und Fundkontexte frühbronzezeitlicher Hortfunde
  • Chronologische Einordnung anhand von Metallurgiestudien und Typologie
  • Untersuchung überregionaler Handelskontakte und kultureller Interaktionen
  • Diskussion zur Definition und Identifizierung prähistorischer Eliten
  • Bewertung des Einflusses metallurgischer Innovationen auf die Sozialstruktur

Auszug aus dem Buch

II. Zusammensetzung der Inventare, Fundplätze und Interpretation

Depotfunde sind schon aus dem Neolithikum bekannt und in ganz Europa verbreitet. Mitteldeutschland bildet innerhalb Europas einen Fundschwerpunkt für die gesamte Bronzezeit, wobei die Depots der Frühbronzezeit – sowohl qualitativ als auch in der Quantität – einen Konzentrationsschwerpunkt charakterisieren (v. Brunn 1959, Karte 3; Zich 1996, Karte 2). Die Hauptform für die Frühbronzezeit stellen so genannte „Barrendepots“ dar, die sich aus weitestgehend „normierten“ Inventaren, wie bronzenen Ösenring-, Spangenbarren, Beilklingen (überwiegend Randleistenbeile) und massiven Ringformen zusammensetzen – häufig massiert und ohne Gebrauchsspuren. Die Vielzahl der Deponierungen fanden sich in Tongefäßen, allerdings ohne nachweisliche Abdeckung; oft intendierten die Funde sorgfältig angeordnet und bewusst niedergelegt. Ebenso zeigen gerade die reichhaltigsten mitteldeutschen Depotfunde häufig eine räumliche Nähe zu Wasserläufen (z.B. Elbe u. Saale) und weisen eine Funddichte in jenen Regionen auf, wo bronzezeitliche Salzsiederei und teilweise auch Siedlungsspuren nachgewiesen werden konnten. Überdies kann postuliert werden, dass das Gros der mitteldeutschen Funde aus dem Gebiet stammt, welches schon seit dem Neolithikum – auf Grund der günstigen landwirtschaftlich nutzbaren Bodenverhältnisse – besiedelt worden war. Nur wenige Funde stammen aus sumpfigem, also unzugänglichem Milieu.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Das Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die Problematik der Identifizierung prähistorischer Eliten und erläutert die Bedeutung archäologischer Funde für die Rekonstruktion gesellschaftlicher Verhältnisse.

II. Zusammensetzung der Inventare, Fundplätze und Interpretation: Hier werden die Merkmale und Verbreitung der Hortfunde, insbesondere der frühbronzezeitlichen Barrendepots sowie der späteren Bronzephasen, im Kontext ihrer Fundorte analysiert.

III. Chronologie, Leitfunde und Technologie: Dieser Abschnitt behandelt die zeitliche Einordnung der Funde durch Metallanalysen, Radiocarbon- und Dendrodatierungen sowie typologische Vergleiche.

IV. Aspekte überregionaler Kontakte: Das Kapitel untersucht die Handelsbeziehungen und den Austausch von Waren und Ideen zwischen Mitteldeutschland und anderen europäischen Regionen durch Rohstoffprovenienz und Artefaktvergleiche.

V. Essay: Dieser abschließende Teil synthetisiert die Erkenntnisse zu einem Modell der wirtschaftlichen Entwicklung, das die Bedeutung von Metallurgie und Salzgewinnung für die soziale Organisation unterstreicht.

Schlüsselwörter

Frühbronzezeit, Mitteldeutschland, Hortfunde, Depotfunde, soziale Eliten, Aunjetitzer Kultur, Metallurgie, Randleistenbeile, Stabdolche, Bronzehandwerk, Handelskontakte, Opferpraxis, Wirtschaftsgeschichte, Archäologie, Sozialstruktur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung frühbronzezeitlicher Hort- und Depotfunde in Mitteldeutschland und analysiert, inwiefern diese als Beleg für die Existenz sozialer Eliten herangezogen werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der archäologischen Befundsituation der Hortfunde, den metallurgischen Innovationen, den überregionalen Handelsbeziehungen sowie der Rekonstruktion bronzezeitlicher Wirtschafts- und Sozialstrukturen.

Was ist das primäre Forschungsziel?

Das Ziel ist es, zu hinterfragen, ob die materiellen Hinterlassenschaften der Frühbronzezeit – insbesondere in den Hortfunden – zwingend auf eine stratifizierte Gesellschaft mit einer „Fürsten-Elite“ hinweisen oder ob andere Interpretationen, wie eine reine Opferpraxis einer bäuerlichen Gemeinschaft, plausibler sind.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Der Autor nutzt eine Kombination aus typologischer Analyse, Auswertung naturwissenschaftlicher Daten (wie Metall- und Radiocarbonanalysen) sowie den Vergleich mit siedlungsarchäologischen Erkenntnissen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Inventarzusammensetzung, die chronologische Einordnung durch Leitfunde sowie die Analyse überregionaler Kontakte anhand von Rohstoffprovenienzen und technologischem Transfer.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit beschreiben?

Wichtige Begriffe sind Frühbronzezeit, Mitteldeutschland, Hortfunde, Metallurgie, soziale Eliten, Aunjetitzer Kultur, Handel und Wirtschaftsarchäologie.

Welche Bedeutung kommt dem Fund von Nebra in dieser Arbeit zu?

Der Fund der Himmelsscheibe von Nebra dient als prominentes Beispiel für den Übergang zur Mittelbronzezeit, wobei der Autor besonders das Beigabenschema und den rituellen Kontext im Vergleich zu älteren Fürstengräbern diskutiert.

Wie bewertet der Autor die Existenz von "Fürsten" in der Frühbronzezeit?

Der Autor steht der Postulierung einer festen "Fürsten-Elite" kritisch gegenüber und argumentiert, dass die Funde auch auf ein Modell von Sippenverbänden oder spezialisierten Metallurgen hindeuten könnten, ohne dass zwingend eine dynastische Oberschicht vorlag.

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Details

Title
Hort- bzw. Depotfunde der Frühbronzezeit in Mitteldeutschland und ihr indikatorischer Wert für den Nachweis sozialer Eliten
College
http://www.uni-jena.de/  (Ur- Und Frühgeschichte)
Course
Hauptseminar zur Vorgeschichte
Grade
1,0
Author
Silvester Tamas (Author)
Publication Year
2007
Pages
38
Catalog Number
V72756
ISBN (eBook)
9783638733380
ISBN (Book)
9783638735094
Language
German
Tags
Hort- Depotfunde Frühbronzezeit Mitteldeutschland Wert Nachweis Eliten Hauptseminar Vorgeschichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Silvester Tamas (Author), 2007, Hort- bzw. Depotfunde der Frühbronzezeit in Mitteldeutschland und ihr indikatorischer Wert für den Nachweis sozialer Eliten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72756
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