Vorstellung und Evaluation der Internetseite EuroComRom


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007
19 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Internet als moderne „Lernhilfe“

3. Vorstellung der Internetseite EuroCom und ihrer Unterseite EuroComRom
3.1 Die Idee hinter der Seite
3.2 Die so genannten „Sieben Siebe“ von EuroComRom
3.2.1 Sieb 1: „Internationaler Wortschatz“
3.2.2 Sieb 2: „Panromanischer Wortschatz“
3.2.3 Sieb 3: „Lautentsprechungen“
3.2.4 Sieb 4: „Graphien und Aussprachen“
3.2.5 Sieb 5: „Panromanischer syntaktischer Transfer“
3.2.6 Sieb 6: „Morphosyntaktischer Transfer“
3.2.7 Sieb 7: „Eurofixe“
3.3 Zusatzmaterialien zu den „Sieben Sieben“
3.3.1 Die Profilwörter
3.3.2 Die Miniporträts der Sprachen

4. Zusammenfassung: Evaluation der Seite EuroComRom

5. Bibliographie

1. Einleitung

Sprachenlernen mit Hilfe des Internets – an sich eine verlockende Aussicht angesichts der weltweiten Vernetzung. Doch wie kann das funktionieren? Und welche Methode bietet sich hierfür an? Schließlich kann man nicht wirklich mit dem Internet reden, man muss sich also selber Möglichkeiten suchen, seine eventuell schon vorhandenen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erschließen und auszubauen. Doch hilft hier das Internet wirklich?

Eine Antwort auf diese Fragen könnte die Lernmethode, die auf der Seite EuroCom bzw. EuroComRom dargestellt wird, sein. Sie bietet eine Vorgehensweise an, die auf schon vorhandenen Sprachkenntnissen aufbaut und über verschiedene Stufen, den so genannten sieben Sieben, zumindest zu einer rezeptiven Lesekompetenz innerhalb der romanischen Sprachfamilie führen soll. In dieser Hausarbeit soll EuroComRom zunächst vorgestellt und anschließend evaluiert werden. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei auf den sieben Sieben, die jeweils mit Beispielen dargestellt und erklärt werden sollen.

EuroComRom wurde von einer Forschergruppe der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universität Frankfurt entwickelt und soll nicht nur Muttersprachler einer romanischen Sprache, sondern auch Lerner aus anderen Sprachfamilien, ansprechen. Um sich diese Methode erfolgreich anzueignen, so kann man auf der Internetseite lesen, genügten Grundkenntnisse in Französisch. Aber jede andere Sprache auch könne als Grundlage verwendet werden, einzig die Bedeutung der Siebe verändere sich. Die Auswahl der zu erlernenden Sprachen beinhaltet neben Französisch, Spanisch, Italienisch und Portugiesisch auch Katalanisch und Rumänisch, um möglichst viele verschiedene Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Sprachen aufzeigen zu können

Doch worin genau ist dieser spezielle Anspruch der Forscher begründet? Welche Vorüberlegungen sind wichtig? Und sind Internetseiten wie diese überhaupt für Lerner, sowohl inner- als auch außerhalb der Schule, geeignet?

Diese Fragen sollen in den folgenden Kapiteln nach und nach beantwortet und abschließend kurz resümiert werden. Als erstes folgt ein Kapitel zum Oberthema ‚Das Internet als Lernhilfe’, um im Anschluss genauer auf die Seite EuroComRom einzugehen. Im letzten Kapitel werden dann die „Sieben Siebe“ sowie zusätzlich angebotene Materialien einzeln vorgestellt.

2. Das Internet als moderne „Lernhilfe“

Neue Medien, im Kontext dieser Arbeit eingegrenzt auf Internetseiten, zur Unterstützung klassischer Lernmethoden und –materialien gewinnen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung. Doch nicht alles ist gleich gut. Es hängt stark von den eigenen Wünschen sowie den jeweiligen Ziel- und Schwerpunktsetzungen der Seiten ab, ob die Bemühungen des Lerners von Erfolg gekrönt sind. Doch auf welche Gesichtspunkte sollte man bei der Auswahl achten?

Wichtig ist zunächst einmal zu überlegen, in welchem Kontext das Internet als Lernhilfe eingesetzt werden soll: in einer Schulklasse, privat zu Hause, in einem Volkshochschulkurs…? Danach richtet sich natürlich auch der notwendige Grad der Verständlichkeit der Methode, die auf der Seite präsentiert wird sowie die dargestellten und zu erreichenden Ziele. Grob gesehen verfügt ein Erwachsener immer noch über ein größeres Weltwissen als ein Jugendlicher und bringt andere Erfahrungen in den Lernprozess mit ein, auf die dann mit Hilfe der Seite aufgebaut werden kann. Außerdem muss man auch zwei verschiedene Vorüberlegungen in die Planung miteinbeziehen. Man kann das Internet zum Beispiel im Schulunterricht einerseits einsetzen, um den Unterricht aufzulockern, andererseits kann man aber auch intensiv damit arbeiten, um den Schülern den Schulstoff leichter zugänglich zu machen. Eines der wichtigsten Kriterien überhaupt ist jedoch die notwendige Korrelation der Ziele der Internetseite und der Ziele der Anwender bzw. der Lerner. Sie müssen sich fragen, ob sie mit Hilfe einer bestimmten Seite überhaupt ihr selbst gestecktes Ziel erreichen können. Ist dies nicht der Fall, sollte man nach einer anderen Seite Ausschau halten. Bevor man also eine Internetseite auswählt, müssen also die zu erreichenden Ziele und das Vorwissen der Lernenden in Erfahrung gebracht werden.

Weiterhin zu berücksichtigen ist der Aufbau der Seite selber. Muss man sich erst lange einarbeiten oder sind die Arbeitsanweisungen des dort präsentierten Programms ausreichend? Gibt es Verknüpfungen innerhalb der Seite oder werden vielleicht sogar Links zu anderen Seiten bereitgestellt? Eine der Herausforderungen, die das Internet als Lernmöglichkeit mit sich bringt, ist vor allen Dingen eine in den häufigsten Fällen nicht überschaubare Informationsflut. Daher ist es einerseits positiv zu bewerten, wenn die Seite alleine schon recht ausführliche, aber geordnete, Informationen bereithält, andererseits aber auch wenn gezielt Verweise auf andere Seiten bereitgestellt werden. In diesem Fall muss der Lernende nicht wie ein Fisch im Wasser nach zusätzlichen Materialien und Informationen suchen, sondern erhält dadurch erste Links, die möglicherweise ihrerseits wieder mit anderen Seiten vernetzt sind.

3. Vorstellung der Internetseite EuroCom und ihrer Unterseite EuroComRom

3.1 Die Idee hinter der Seite

Die Methode EuroComRom, das heißt die der sieben Siebe, möchte dazu beitragen, eine echte Mehrsprachigkeit in einem immer stärker zusammenwachsenden Europa zu erzielen, die nicht mehr nur auf den Umweg über das Englische angewiesen ist. Da es innerhalb dieses Kontinents nicht nur die romanische Sprachfamilie gibt, wurden außerdem die Internetseiten EuroComGerm und EuroComSlav entwickelt, durch die sowohl der germanische als auch der slawische Sprachraum erschlossen werden kann. In Europa gibt es eine Vielfalt der Kulturen und der bisherige Schulunterricht, zumindest an deutschen Schulen, trägt nur sehr wenig dazu bei, diese Kulturen den Schülern näher zu bringen. Dies ist jedoch auch außerhalb der Schule oft ein Problem, das nicht zuletzt durch fehlende Sprachkenntnisse entsteht.

Genau hier will EuroComRom ansetzen. Durch eine gezielte Schulung der rezeptiven Fähigkeiten soll der Weg geöffnet werden, um aufeinander zuzugehen. Durch Untersuchungen weiß man, dass ab dem Erlernen einer dritten Fremdsprache die Lesekompetenz am schnellsten erreicht wird. Sie wird somit zum wichtigsten Einstieg in die neue Sprache und soll durch die Methode der sieben Siebe gezielt erschlossen werden. Mit Hilfe dieser Siebe soll aus der neuen, anfangs noch fremden Sprache so viel an bereits bekanntem herausgefiltert werden, damit man nicht gleich von Anfang an den Mut am Lernen verliert, wie dies so oft bei herkömmlichen Methoden der Fall ist. Außerdem hat man die Möglichkeit, sich je nach Intention und Interesse entweder auf eine einzelne Sprache verstärkt zu konzentrieren oder aber die bisher ins Programm aufgenommenen sieben Sprachen mit Hilfe der Interkomprehension komplett zu betrachten. Hier kommt nun die so genannte Brückensprache ins Spiel. Dieses Vorwissen hat man sich nämlich meistens schon durch den Erwerb der ersten und/oder zweiten Fremdsprache unbewusst angeeignet und muss es jetzt nur noch entsprechend aktivieren. Die sieben Siebe geben nur einen groben Ablauf für die Erschließung der neuen Sprache(n) vor. Um die Methode EuroComRom anzuwenden, empfiehlt sich für deutsche Muttersprachler das Französische als Brückensprache. Innerhalb der Romania ist diese Sprache nämlich diejenige, in der Graphie und Lautung am weitesten auseinanderklaffen, aufgrund dessen es am schwersten sein wird, von der durch EuroComRom erworbenen, rezeptiven Lesekompetenz zu einer adäquaten Kompetenz in der praktischen Anwendung der Sprache zu gelangen. Diese Vorrangstellung des Französischen beruht außerdem auf seiner führenden Rolle in weiten Teilen der europäischen Geschichte, durch die auch viele Wörter aus dem Französischen in andere Sprachen entlehnt wurden. Noch dazu ist es in der Romania die am weitesten verbreitete Sprache mit Sprechern in Frankreich, der Schweiz, Monaco, Liechtenstein, Belgien, Andorra und Luxemburg.

Jedoch ist eine Adaption auf andere Ausgangs- sowie Brückensprachen möglich. Die Transferbasen, das heißt die sieben Siebe sind von der Forschergruppe, die hinter EuroComRom steht, mittlerweile auf alle großen Sprachen der Romania angewandt und an die jeweiligen Ausgangssprachen angepasst worden.

Materialien, um mit EuroComRom angemessen lernen zu können, sind entweder im Internet als Onlinekurse oder in den Handbüchern für die jeweiligen Sprachen erhältlich und stellen so einen Zugang sicher, der überall und jederzeit möglich ist. Dort sind auch CDs bzw. entsprechende Audio-Dateien beigefügt, um die Texte, die in den Kursen verwendet werden, auch auditiv aufzunehmen und so das Hörverständnis zu schulen. Außerdem kann man Seminare für Schulklassen oder andere Gruppen buchen, mit den Kursen für sich alleine oder als Gruppe lernen und so die Sprachen der Romania nach seinen Bedürfnissen erschließen.

3.2 Die so genannten „Sieben Siebe“ von EuroComRom

3.2.1 Sieb 1: „Internationaler Wortschatz“

In diesem ersten Sieb geht es um Internationalismen in den verschiedenen möglichen Ausgangssprachen. Die Zunahme des internationalen Wortschatzes spiegelt eine Zunahme der weltweiten Beziehungen wieder und ist somit ein lebendiges Zeugnis der Globalisierung. Jedoch muss man unterscheiden, aus welcher Perspektive man diese Wörter betrachtet. Sie sind länder- und sprachenspezifisch, obwohl sie –gesamtsprachig betrachtet- die Elemente eines Textes ausmachen, die sich am einfachsten erschließen lassen. Im Deutschen gibt es beispielsweise mehr Internationalismen als im Französischen oder Spanischen, da vermutlich ungefähr 90% der gesamten Wörter[1] dieses Feldes aus den romanischen Sprachen und diese wiederum aus dem Lateinischen entstanden sind, in der Romania also als so genannte Erbwörter zum normalen Wortschatz gehören. Jedoch wird man sich durch eine solche Betrachtung ebenfalls der Muttersprache bewusster, da man nun möglicherweise feststellt, dass ein Gutteil der eigenen Sprache aus Internationalismen besteht. „Häufig sind es nur kleine Veränderungen an der Endung oder in der Schreibweise, die Internationalismen sofort erkennbar machen.“[2]

[...]


[1] EuroComRom – Los siete tamices: Un fácil aprendizaje de la lectura en todas las lenguas románicas, S. 32.

[2] www.eurocomrom.de, eingesehen am 04.01.2007

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Vorstellung und Evaluation der Internetseite EuroComRom
Hochschule
Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
Phonologie und Morphologie des Spanischen
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
19
Katalognummer
V72849
ISBN (eBook)
9783638880794
ISBN (Buch)
9783638882934
Dateigröße
496 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
In dieser Hausarbeit wird die Internetseite EuroComRom von Grund auf vorgestellt. Sie wurde von Wissenschaftlern der Uni Frankfurt/Main entwickelt und ausgearbeitet und soll durch einige grundlegende sprachwissenschaftliche Überlegungen gezielt dazu beitragen, den Fremdsprachenerwerb, insbesondere der Lese- und Verstehenskompetenz, in mehreren romanischen Sprachen zu fördern.
Schlagworte
Vorstellung, Evaluation, Internetseite, EuroComRom, Phonologie, Morphologie, Spanischen
Arbeit zitieren
Stephanie Schnabel (Autor), 2007, Vorstellung und Evaluation der Internetseite EuroComRom, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/72849

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